Gambler59
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Handelssysteme: Kapitalbedarf ermitteln

Wie ermittelt Ihr den Kapitalbedarf für ein Handelssystem?

Ihr handelt einen DAX-Future. An welchen Größen kann man sich orientieren?

MAXDD * 2 ?

Geschrieben von Gambler59 am
zentrader
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Gambler59 [#1]

so pauschal kann man es wohl nicht sagen. Wie im MCS-Thread hier an einigen Beispielen gezeigt kann der maxDD-Faktor durchaus höher als Faktor 2 sein und dann sind ja auch noch eventuell (wenn nicht schon zuvor in der maxDD-Kenngrösse enthalten) Intraday-Schwankungen bzw. die Margin-Bedingungen einzubeziehen.

Beispiel (Beiträge #83/#84):
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=10800&CP=0&F=47

Wenn Du dann diese Grösse ermittelt hast, kommt die Frage zu Deiner Traderpsyche. Wieviel prozentuales DD kannst du aushalten? Beim aktuellen Termintrader-Projekt "DaxKing" hat man ja schön gesehen, dass viele Leute bei 30% DD schon gehörig nervös geworden sind.

D.h. wenn Du bei der o.g. Berechnung z.B. auf max. 40.000€ zu erwartenden absoluten DD kommst, aber bspw. nur 30% prozentualen DD akzeptieren willst, musst Du eben von vorneherein mehr als 100.000€ Tradingkapital haben etc. etc.

Only my two cents...

ciao,
zentrader

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Sehe ich auch so, wie der zweite Teil von zentrader: die Frage ist "einfach" und ganz konkret, welchen DD Du aushältst. Nun kann man das nicht im Vorhinein sagen, im Sonnenschein und am Fuß des Berges ist jeder mutig. Man muß es erfahren haben, wie weh es tut, nennenswert Geld zu verlieren. Erst dann kann man für sich belastbar zu dieser Zahl kommt. Bei den meisten ist sie kleiner, als man zunächst denkt; ich schätze 20-30%. Nun mußt Du noch einrechnen, daß der größte DD in der Realität größer ist als in der Simulation. Also mußt Du noch mal einen Faktor 1,5 oder 2 runter.

Es hängt auch von Deiner Lebenssituation ab: wie leicht zuckst Du mit den Achseln, wenn das Konto weg ist? Wie schnell kannst Du aus anderem Cash-Flow Geld nachschießen, um nach einem großen DD noch handlungsfähig zu bleiben? Oder ist es das lange Angesparte ohne Aussicht auf Mehrung aus anderen Quellen, mit dem man also sehr vorsichtig umgehen muß?

Das allerwichtigste ist, wenig zu riskieren. Die Gewinne kommen schon, wenn man langfristig im Spiel bleibt. Aber langfristig im Spiel bleibt man nur, wenn man vorsichtig ist und nicht vorher raus fliegt. Es gibt keinen wahreren Spruch als: "There are old traders and there are bold traders. But there are no old, bold traders."

Gambler59
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ zentrader [#2]

@ Asamat [#3]

Danke!

Problem 1)
Ich habe bei Simulationen festgestellt, dass sich bei Variation des Startkapitals Kennzahlen wie MAR bedeutend veränderten. Um Stückelungseffekte zu vermeiden habe ich immer nur einen Kontrakt gehandelt und die Zinsen für das Cash auf 0 gesetzt.
Ich verstehe die Ursachen noch nicht.

Eine ähnliche Diskussion hatten wir ja schon...siehe

http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=220178
Hier insbesondere Beitrag 18

Problem 2)
Wenn ich statt einem Markt 100 Märkte handeln möchte, wird sich der Kapitalbedarf sicher nicht mit Faktor 100 ändern.
Gibt es dazu Untersuchungen?
Wie hoch ist der Kapitalbedarf absolut bei 100 Märkten (jeweils 1 Kontrakt)? Ist doch eine einfache Frage? :-) :-)

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Gambler59 [#4]

zu 1)

Den Stückelungseffekt beseitigst Du nicht durch Festsetzen der Positionsgröße auf 1. Im Gegenteil, Du verschärfst ihn. Der Stückelungseffekt kommt ja ganz besonders stark zum Tragen beim Übergang von Null nach Eins; also bei der Frage, wann habe ich genug Kapital, um diesen Markt überhaupt zu handeln. Wenn das bei zwei Simulationen mit verschieden gewähltem Startkapital unterschiedlich ist, kann der Profit und damit MAR sich sehr ändern.

In dem Fall ist aber MAR keine sinnvolle Beschreibung. MAR erfaßt dann eine stabile Systemeigenschaft, wenn Du das Kapital sehr hoch setzt. Also wenn Du Dich bzgl der Stückelung dem Grenzfall einer "kontinuierlichen Stückelung" näherst, d.h. wenn Du Dein Money-Management exakt umsetzen kannst, ohne Stückelungsproblemen zu haben.

Proof of concept: wenn Du Dein Startkapital von 50 Mio auf 500 Mio änderst, sollte sich MAR nicht mehr wirklich ändern ...

zu 2)

Explizit habe ich das auch noch nicht untersucht. Allerdings sollte es sich ergeben, wenn das Problem hinter Frage 1 (bzw #3) richtig durchdrungen wurde. In der Praxis ist nämlich der Kapitalbedarf für ein System nicht von Margin oder Stückelung anhängig (beim LTTF jedenfalls), sondern wie in #3 beschrieben ist der tolerierbare DD die begrenzende Größe.

Damit brauchst Du keine fremden Untersuchungen, das kannst Du selbst heraus finden. Aufgabe ist, das Kapital für einen Markt, für zwei, für drei usw für Dein System durch Simulation feststellen. Ich werde das nachher mal im DMA-Thread ausprobieren.

Gambler59
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat [#5]

zu 1)

"Den Stückelungseffekt beseitigst Du nicht durch Festsetzen der Positionsgröße auf 1. Im Gegenteil, Du verschärfst ihn. Der Stückelungseffekt kommt ja ganz besonders stark zum Tragen beim Übergang von Null nach Eins"...

Ist dieser Kurvenabschnitt relevant? Auch die Betrachtung irgendwelcher Grenzwerte erscheint mir zu akademisch.
Anfangskapital 10.000; Gewinn 100, DD 100...MAR=1
Anfangskapital 20.000; Gewinn 100, DD 100...MAR=1...
Das sind Ergebnisse die ich erwarten würde. Aber es kam anders und ich frage mich warum?
Das Anfangskapital reicht aus zur Finanzierung der Positionsgröße 1.

zu 2)

Sehr interessante Überlegungen von dir im anderen Thread; ich nehme da noch Stellung zu

tradingscape
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Der Stückelungseffekt (sofern wir denn vom Gleichen reden), kommt dadurch zu Stande, dass man sein Risiko ungenauer skalieren kann, je kleiner das freie Kapital und in Folge je kleiner die Anzahl der gehandelten Kontrakte.

Wenn Du im Backtest die Anzahl d. gehandelten Kontrakte auf 1 setzt, ist der Effekt am größten und dein Backtestergebnis verliert am meisten an Aussagekraft.

Gambler59
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ tradingscape [#7]

Danke für die Erläuterung.

Ich bin noch Anfänger.

Unter Stückelungseffekt verstehe ich die Fähigkeit, sein Risiko gemäß fixed fractional money management (ffmm) in Form unterschiedlicher Stückzahl anzupassen. Der Stückelungseffekt ist besonders groß, wenn das Kapital nur eine geringe Anzahl von Kontrakten zulässt. Die Grenzverzerrung des Backtestergebnisses sinkt mit zunehmender Stückzahl.

Unter 4 habe ich den Effekt eliminiert, indem ich das ffmm deaktiviere.

Das obige Beispiel hat also nichts mit fixed fractional money management zutun.
Im Gegenteil, ich handele mit wechselndem, ausreichenden Startkapital immer nur einen Kontrakt und wundere mich über unterschiedliche MAR. (siehe 6)

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