Hedging mit Optionen
Hedging mit Optionspreisen - HILFE! :-)
Hallo zusammen,
wer von euch Finance-Assen kann mir bei folgender Aufgabe auf die Sprünge helfen? Mich wurm diese Ausgabe nämlich schon seit Tagen... :-)
Situation:
Herr X fährt ein Rennboot und benötigt am ersten jedes Monats 1000 Liter Super Benzin. Er rechnet damit, dass der Ölpreis im nächsten Jahr deutlich steigen wird und will sich mit Optionen gegen einen Preisanstieg schützen. Der Liter Benzin kostet im Moment 1,00 € und verhält sich genau so wie der Rohölpreis, der im Moment 80€ kostet. (d.h. steigt Rohöl um 10%, steigt auch Super um 10%)
Frage: Wie kann Herr X sich wirkungsvoll für die nächsten 12 Monate mit Optionen gegen einen Preisanstieg schützen? Welche Optionen müsste er kaufen? Könnte er sich noch anders schützen?
Besten Gruß und VIELEN DANK für eure Hilfe
Ben
Wenn Herr x nur davon ausgeht dass Öl steigt und er sich davor schützen will dann sollte er keine Optionen verwenden sondern einfach Ölfutures oder Öl CFDs kaufen . Das heisst sobald er das getan hat ist sein Einstandspreis kalkulatorisch gesehen fixiert. Wenn Öl steigt gewinnt er auf seinen Future soviel wie er mehr zahlen muss für den Sprit. Sollte der Spritpreis fallen hat er aber auch keinen Vorteil mehr da dann die Verluste aus dem Future einschlagen .
Grüsse
@ New_Ben [#1]
Das klingt nach irgendeiner Prüfungsaufgabe.
Welche Studienrichtung?
Ist da jemand zu faul oder zu dumm seine Hausaufgaben selber zu machen?
Wie heißt bloß die böse Option die man KAUFEN muss um das Recht zu haben ein bestimmtes Underlying per Termin zum vorher fixierten Preis KAUFEN zu dürfen?
Waren es Calls oder Puts ?!
Muss man jetzt den Call kaufen oder den Put verkaufen oder einen call kaufen und einen put verkaufen. eieieiei
Na dann kaufen wir mal einen Call, weil man damit das Recht hat zum Strikepreis am Tage x das Rohöl zu beziehen.
Und welchen Strikepreis wählen wir denn nun?
Dafür ist die Aufgabe leider zu unpräzise formuliert.
Da würde ich einfach mal in Ermangelung von weiteren Informationen einen ATM Call bei 80$ annehmen.
Und jetzt der eingesprungene einfache Dreisatz:
wieviele Optionen benötigt Herr X und zu welchem Termin?
Die Termine sind jeweils der 1. eines Monats das ergibt sich aus dem Text.
Und den Dreisatz darfst Du selber lösen
er müsste call optionen kaufen und er könnte sich auch einfach jetzt schon 12000 Liter bunkern.
Grundkurs Wirtschaft und der Prof ist nicht mehr auf dem neuesten Stand oder es ist die Abiaufgabe für dieses Jahr.
Merke: wer sich ein Rennboot leisten kann, für den sind die Preisschwankungen von 1000 Liter Sprit wurscht.
Fluglinie oder Kreuzfahrtschiff wäre ein besseres Beispiel gewesen.
12000 Liter kaufen und lagern bringt kosten mit sich.
Finanzierung und Lagerung.
Deswegen sind die Futurespreise auch normalerweise um diesen Faktor teurer wie der Spotmarkt.
Das nenne sich cost of carry wenn´s fertig ist.
Da muss man dann schon mal genau nachrechnen, ob das physische bunkern sinnvoll ist.
In die Futures und Optionspreise wird als Risikoloserzins der normale interbankenzins reingerechnet (also quasi 0). Der private Kunde wird sich aber für den Zinssatz Geld niemals leihen können.
Welche Optionen müsste er kaufen? Könnte er sich noch anders schützen?
Mehr war nicht gefragt.
je welche denn nun?
einen 80er Call oder einen 85er ?
mit welchem Verfall ?
Das sind alles eigenschaften die eine Option beschreiben.
habe ich aber oben ja auch schon geschrieben
@ Lenzelott [#9]
einen 80er Call oder einen 85er ?
mit welchem Verfall ?
Das sind alles eigenschaften die eine Option beschreiben.
Ja, so kompliziert würd ich gar nicht werden. Am Ende musst Du sonst noch nach der Oktanzahl des Superbenzins oder der PS-Zahl und dem Liegeplatz des Bootes fragen. Ich glaube es geht nur darum, dass man sich gegen Preisanstiege mit einer Option absichert, die mit steigendem Preis mehr wert wird und andere Absicherungen eben z.B. der Kauf der Ware auf Vorrat sein können oder ein Future etc. Das ist sicher kein Teil einer Diplomarbeit. Details sind da Nebensache.
Gruß
Bei crude oil jan 2011 und strike 80$ kostet eine Option ca. 15 $. Ich denke, dafür kriegt man 1000 barrel, also 159 Tsd Liter und muß c. 15 Tsd. $ Prämie zahlen . New Ben (Bernanke jun? Wer sonst kann sich so ein Boot leisten) muß dann noch 159 Kumpels für eine Sammelbestellung finden. Sein Anteil wäre dann ca. 943 $ (15 Tsd : 159).
Aber Old Ben's Spezis haben sicher größere Boote und mit 2 oder 3 Anrufen ist die Ladung unter Dach und Fach.
Ich würde ihm allerdings raten, das Boot zu verkaufen und b.B. ausleihen. Mit dem Erlös kann er sein Konto aufmöbeln und nach van Tharp -Regeln ua auch CL-Optionen kaufen. Aber danach war ja nicht gefragt.
MfG
hw
@ New_Ben [#1]
autokor hat es genau richtig geschrieben.
Einen optimale Absicherung ergibt sich nur über den Kauf eines Futures.
Steigt Kassaöl um einen Dollar, steigt auch der Future um einen Dollar.
Man kann dabei nichts gewinnen und verlieren, sondern erreicht lediglich eine Festschreibung des aktuellen Preislevels, und darum soll es ja schliesslich gehen.
Mit Optionen ginge es zwar auch, allerdings hoch kompliziert und eine maximale Absicherung ist fast nicht möglich, da die Optionen ein positives Delta von 1,0 haben müssen und das ist aufgrund von Zeitwert, Vola usw. schwer bis gar nicht erreichbar.
Da müsste man dan schon 2 Optionen mit einem 0,5er Delta kaufen um den maximaleffekt zu erreichen und diese sind dann laufend anzupassen.
Also, Future kaufen und damit hat man eine Preissicherung erreicht die auch Kosteneffektiv ist.
@ benedikt54 [#12]
Auf die Frage: "Welche Optionen sollte er kaufen?" kann man halt schlecht mit "Future" antworten.
Wo um Himmels Willen kommt denn eigentlich so eine blöde Aufgabe her?
@ hardworker [#11]
Wer´s genau nachrechnen will:
Der aktuelle CL Future notiert bei 81,5
Der Januar 2011 wird mit 86,8 gehandelt (6.5% Aufpreis).
Der Januar 2011 CALL 81,5$ steht bei mir in der TWS 14,48$ Close (17,7% auf heutigen Kurs).
Der Januar 2011 CALL 86,5$ steht bei mir in der TWS 11,75$ Close (ca. 14.5% auf heutigen Kurs + 6,5% = ca. 21% Kosten für die Absicherung)
(die Kurse kommen mir nicht wirklich konsistent vor, der 81.5 er call hat ja bereits auf den 01/2001 Future einen inneren Wert von 5$ und ist aber nicht mal 3$ teurer, naja egal).
Sowohl Option und Futurs haben den Multiplier von 1000.
Sprich mit einer Option/Future handelt man 1000 Barrel.
In Realitität lässt sich als sagen: weder Future noch Option sind geeignet aufgrund der großen Stückelung das Problem zu lösen.
Die Aufgabe lautet 12000€ -> ca. 17000$ zu hedgen (am besten noch Monatsweise gestückelt).
Mit einem einzigen Kontrakt landet man aber sofort bei >80.000$
Das ganz ist eine extrem praxisferne Aufgabe.
@ Lenzelott [#14]
wieso praxisfern?
mit Optionen out-of-money (kleines delta), am besten OTC damit die Laufzeit (12! *1000 Liter) und die kleine abzusichernde Summe( ca 17000 USD)stimmt. reblancing fürs deltaneutrale Hedgen nicht vergessen . :-))))
stellt sich die Frage: wer STELLT solche fragen?
an alle:
Guten Start ins neue TradingJahr!
SPOMI
@ Lenzelott [#14]
Man kann auch auf den MINI-Future ausweichen und braucht nicht den grossen Onkel dafür.
Ansonsten würde rein rechnerisch doch die Call-Option mit dafür angepassten Delta den besten Erfolg bringen.
Ansonsten gebe ich denen Recht die eine praxisferne Aufgabe monieren.
Vielen Dank für die vielen Antworten!
Natürlich ist die Aufgabe praxisfern, aber ob das so ist oder nicht ist gar nicht die Frage. :-)
Was in der Aufgabe noch nicht ganz eindeutig ist, ist die Begrifflichkeit "Option". Gemeint ist aus meiner Sicht "Optionsschein" mit Cash Settlement.
Sehe ich folgendes richtig:
Herr X kauft 12 Tranchen 80er Calls (mit unterschiedlichen Fälligkeitsterminen) mit einem Notional von jeweils 1000€?
preis von 10€ ergeben sich Kosten pro Tranche i.H. von 125€.
Nehmen wir an, dass ein Call mit 80er Strike im Bezugsverhältnis 1:1 10 Euro kostet. Das würde heißen, um auf das Notional von 1000€ abzusichern, müsste jede Tranche 1000 / 80 (Rohölpreis in EUR) = 12,5 Calls beinhalten.
Im Gegensatz zu Futures würde er an einem Preisverfall partizipieren. Folglich könnte Herr X mit seinem Rennboot aus seiner Sicht sagen, dass er für 125€ im Monat gegen steigende Preise "versichert" ist, aber diese Versicherung nicht in Anspruch nehmen wuerde, wenn der Preis fällt.
Ist das richtig???
Besten DANK!
@ New_Ben [#17]
Woher kommt die Aufgabe? Warum befasst Du Dich mit praxisfernem Zeug?
Gruß
@ Ben
Vereinfacht gesagt, werden Optionen (wie jede Versicherung) so kalkuliert, dass der Versicherer, hier Optionsschreiber, einen Gewinn einstreicht, wenn nichts aussergewöhnliches wie z.B 9/11 passiert. Abgeleitet aus den zu erwartenden Kursbewegungen während der Optionslaufzeit, berechnet der Stillhalter, wieviel Prämie er kassieren muß, um langfristig eine ordentliche Rendite zu erzielen.
@ gautama2 [#18]
Die Frage stammt aus dem Eingangstest für Strukturierer einer Investmentbank, die z.B. Zertifikate für Rennbootbesitzer auflegt. Die Arbeiter/-innen im Garten Gottes bei Goldman Sachs müssen darüber hinaus aus der Bibel zitieren können. :-)
@ wuelle [#19]
Eingangstest. Ja, dann versteh ich den Käse. Ich musste mal, ganz ohne Witz, in einem Assessmentcenter für eine Verkaufsposition einem virtuellen Eskimo einen Kühlschrank verkaufen. Ich wäre lieber damals schon lachend davon gegangen. Das habe ich dann eben ein Jahr später gemacht. Heute bin ich da zeitsparender veranlagt.
@ New_Ben [#17]
Deine Rechnung an sich ist schon richtig. Da in der Ausgangsfrage aber die Rede von "wirkungsvoll" ist, sind 80er Calls eigentlich keine gute Wahl, sondern besser wären Deep-ITM-Calls.
Wenn es beispielsweise auch 30er Calls gibt, haben die bei einem Monat Restlaufzeit wahrscheinlich kaum mehr Zeitwert, sondern bestehen fast nur noch aus innerem Wert, kosten pro Stück also vielleicht 51, d. h. pro Tranche 12,5 x 51 = 637,50.
Falls der Ölpreis nun steigen sollte, verdienen diese Calls am Preisanstieg genauso wie die 80er (auf Verfallstag gerechnet). Sie verlieren dabei aber viel weniger Zeitwert, demnach kostet diese Absicherung nicht mehr 125 pro Monat, sondern nur noch 12,50.
Falls die Aufgabenstellung auch die Möglichkeit einschließt, daß der Ölpreis fallen kann, dann verlieren die Calls dabei natürlich massiv an Wert. Aber diesen Verlust holt der Rennbootfahrer wieder dadurch herein, daß er den Sprit dann ja auch günstiger kaufen kann. Bei sinkenden Preisen verliert er also nichts und gewinnt nichts.
Je nachdem, was sich der Prof bei der Aufgabenstellung gedacht hat (sofern überhaupt), stellen die 30er also eine "wirkungsvollere" Versicherung gegen steigende Preise dar als die 80er.
Vielleicht soll der Test nur zeigen ob einer einfach und geradeaus denken kann oder sich in Komplexitäten verliert.
Wenn New_Ben vermutet, dass mit Option sogar Optionsscheine gemeint sein könnten, dann ist es sicher absolut unwichtig, um welchen Strike etc. es geht. Der Aufgabensteller kennt vielleiht noch nciht einmal die Bedeutung von Strike, wenn er Option und Optionsschein verwechselt.
Hallo,
Rätsel stoßen in diesem Forum offensichtlich auf ein breites Interesse.
Herr Ebert, wie wäre es mit einer Rätselecke ?
Ich probier´s auch mal:
"Frage: Wie kann Herr X sich wirkungsvoll für die nächsten 12 Monate mit Optionen gegen einen Preisanstieg schützen? Welche Optionen müsste er kaufen? Könnte er sich noch anders schützen?"
- Ein Absicherungsgeschäft kostet im Normalfall Geld. Das ist ja der Profit den der Spekulant dafür erhält, dass er bereit ist das Risiko der Gegenposition zu übernehmen.
- Wie bereits mehrfach erwähnt gibt es mit Futures oder Optionen aufgrund der geringen Warenmenge und der kleinen, monatlichen Stückelung kein praktikables und sinnvolles (nicht spekulatives) Absicherungsgeschäft.
Ob es Möglichkeiten (Stückelung) mit anderen Hebelinstrumenten (Optionsscheinen, CFD´s) gibt weiß ich nicht. Diese sind aber teuerer als Futures oder Optionen.
- Ein praktikabler jedoch fraglich sinnvoller Ansatz für die kleine Menge und Stückelung wäre z. B. folgender:
Arbeiten Sie mit Zertifikaten oder ETF´s. D. h. Kaufen Sie heute Zertifikate oder ETF´s im Wert von 12000 Litern Benzin. Verkaufen Sie jeden Monat 1/12 davon und erwerben Sie dafür die Ware.
Sie können versuchen Kosten und (spekulatives) Risiko durch eine kluge Auswahl von: Basisprodukt (Öl, Benzin, Diesel), durch Auswahl der Währung (Euro, Dollar) oder durch Auswahl der Fälligkeit des zugrunde liegenden Futures (siehe Rollverluste), (USO, UCO, etc.) zu reduzieren.
Aber es gilt Satz 1.: Eine Absicherung kostet Geld !
Überlegen Sie sich in jedem Fall vorher, wie stark der Ölpreis in etwa steigen müsste, damit sich für Sie individuell eine Absicherung lohnt. Wenn der Ölpreis ja konstant bliebe, würden Sie draufzahlen.
Bei derartig kleinen Mengen ist ja die prozentuale Belastung durch die Gebühren relativ groß.
@ peterg [#23]
Aber es gilt Satz 1.: Eine Absicherung kostet Geld !
Ist laut Aufgabenstellung nicht ausgeschlossen.
Rätselecke fänd ich super. Vielleicht kancken wir mal diese ganzen Einstellungs- oder Abschlussprüfungen. New_Ben, rück mehr raus :)
@ alle
klingt schon fast so als ob wir hier ein NachhilfeInstitut für angehende Ökonomen sind.
es sind ja die Forumteilnehmer immer sehr hilfsbereit.
solche Fragen wie oben "hedging mit Optionspreisen" sind schon arg verdächtig. wer hedgt schon mit Preisen und nicht mit Optionen????
die Antwort mit der Wortwahl von Ben passt auch nicht zur naiven Fragestellung.
vielleicht verrät uns Ben was er möchte.
nachdenkliche Grüsse SPOMI