IAB: Wie sicher ist mein Konto ?

Hallo,

wie ist es eigentlich um die Einlagensicherung bei Interactive Brokers (IAB) bestellt? Kann man diese englische (wenn ichs richtig verstanden habe) Einlagensicherung denn mit einer Absicherung über die EdW Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen vergleichen und was ist im Fall der Fälle (Unterschied zwischen Theorie und Praxis)?

IAB ist so groß, dass ich denke, wenn da mal was passiert, wird selbst Lloyd of London Probleme mit der Absicherung haben *.

Schönen Gruß
Welldone

* am liebsten wäre mir übrigens ein segregated account wie es wohl in den USA üblich zu sein scheint. Weiß aber nicht, wie ich an sowas dran komme, und das IAB extra noch ein europäisches Süppchen über die Schweiz aufgemacht hat, anstatt deutsche Kunden gleich über die USA zu versorgen, muss ja seinen Grund haben - hoffentlich ist es auch aus Sicht des Kunden ein guter Grund ...

Geschrieben von Welldone. am
Gast

@ Welldone. [#1]

ich geb dir mal eine praktische Antwort:

Seit es Refco nicht mehr gibt kann man im Prinzip sagen, kein Broker ist "sicher".
IAB ist günstig universell und weil im Prinzip nur elektronischer Handel auch gut in den Ausführungen. Entschädigung/Steitwerte sind nach AGB geregelt (zum Glück reicht mein engl. nicht um die Bedeutung jeder Formulierung zu erfassen;).

Also Account nicht zu groß werden lassen (wer mit 1% per Trade handelt muss ja nicht gesamt 100% bei IAB "lagern"). IAB ist KEIN Fullservice Broker, also entweder man nimmt den Account so wie er ist, oder man lässt es. Der eh sehr spärliche Service fackelt da nicht lange, es gibt ein paar Links auf die AGB's oder ein paar aktuelle Veröffentlichungen und das wars.
Ich finde das als "Auswahlverfahren" für potentielle Kunden gut, denn wer schon anfangs unnötig viel fragt, der "belästigt" den Support womöglich auch als Kunde mit Fragen. Kunden sollen handeln und dürfen bei Problemen bei/nach den Trades fragen, aber ansonsten sollte man IAB als Broker seine Ruhe lassen.

Wenn du dich bei solch pragmatischen Gedanken unwohl fühlst, könnte es sein das IAB nicht der richtige Broker für dich ist. Ich bin mit IAB glücklich, die hören teilweise über Jahre nichts von mir und belästigen mich auch meist nur per Mail, wenn mal wieder ein US Formular erneuert werden muss. Vieleicht hab ich einfach nur Glück mit meinen vielen einfachen Futuretrades. Es gibt hier auch Leute mit Magin/Order Problemen bei IAB, wenn es scheinbar um Optionskonstrukte oder Sreads geht.

War zwar jetzt nicht ganz deine Frage nach Einlagensicherheit, aber wenn du weißt was du machst und das Geld was zu IAB geht einfach als Spielgeld siehst, dann willst du deine Frage nicht bis ins letzte Detail beantwortet haben...

ps:
Ich hoffe du versuchst nicht auch noch mit solchen Fragen einen "sicheren" FOREX Broker zu finden, da wird die Auswahl noch viel kleiner und einen Sicherheitsvergleich mit IAB schaffen wohl keine 20% aller FOREX Anbieter...

sbendel
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@TimeTrade

Da du Refco erwähnt hast, wollte ich nur dazu sagen, dass der Futures Bereich von der Pleite damals nicht betroffen war, sondern normal weiter lief. Lediglich FX war eingefroren.
Wie ein solcher Fall bei IAB ablaufen würde, ist mir nicht ganz klar: Sie halten die Futures soweit ich weiss auf Firmenebene in einem segregated account (nicht auf Kundenebene). Das sollte sicher genug sein (meiner Meinung nach fast so sicher wie ein eigener segregated, solange IAB auf die Limits seiner Kunden achtet). Das nicht für Margin benötigte Geld ist wohl auf einer Vielzahl Banken verteilt. Man mag zwar Bauchschmerzgen bekommen, wenn man in dem Zusammenhang Citibank hört, allerdings sollte das nach den Erwicklungen in der Vergangenheit erstmal sicher sein. Und immerhin bekommt man so noch etwas Zinsen, was bei einem echten Segragated account mit OvernightRate minus 50 Basispunkte nicht der Fall ist.

michaelw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Welldone. [#1]

IAB schreibt zu dem Thema Kontensicherheit auf der Internet Seite das Folgende:

http://www.interactivebrokers.com/en/general/education/faqs/safetyFAQ.php?ib_entity=llc

(wahrscheinlich kennst du es, aber vielleicht waren dem ein od anderen die FAQs noch nicht bekannt.)

Das wichtigste für mich ist der Schlussabschnitt, der da lautet:

Remember that no matter how safe and secure your assets may be at IB, you still face market risk on whatever trades you do. In other words, stocks or futures or options you buy can go up or down in value and none of the above discussion changes any of that. These are volatile and uncertain times and you would do well to protect yourself by trading in a conservative fashion.

...und danach lebe auch ich - die größte Gefahr für die Gelder auf meinem Konto bin im Alltagsgeschäft ich selbst ;-)

gruss

Gast

Weiss jemand zuverlässig, ob IAB U.K. eigenständig Infos über Zinserträge oder Spekulationsgewinne ans deutsche Finanzamt sendet? Mir wurde mal mitgeteilt, dass keine Daten übermittelt werden. Andererseits kann ich mir das schwer vorstellen, schließlich hat man in der EU sein Konto und da gibt es doch normalerweise regelmäßige Meldungen ans Wohnsitz-FA...

AAA
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ TimeTrade [#2]
Hast schön beschrieben!

@ michaelw [#4]
you still face market risk on whatever trades you do.
Wer hätte es gedacht?

@ ladowa [#5]
Spekulierst du darauf deinen HTML KTO-Auszug zu frisieren? ;)

Hittfeld
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

#5
Broker gehören NICHT zu den meldepflichtigen Finanzunternehmen, gemeldet würden auch lediglich Zinsen und Dividenden, und letzteres gilt für die gesamte EU, die Meldungen erfolgen nach Schluss des Geschäftsjahres an die zuständige ausländische Sammelstelle, die dann die Informationen weiterleitet. Also, KEINE Zinsen verdienen - sondern als Kursgewinne - bzw Future/underlying construkt. Kassenhaltung durch andere Besicherung ersetzen - und schon passiert niemals nix nicht!

#2
Ich meine zu erinnern, dass die EdW sich auch nicht gerade in der Vergangenheit mit Ruhm bekleckert hatte.
Zu IAB Sicherheitsbedenken empfehle ich jedem sich mal klar zu machen, welche Risiken er dort wirklich hat. Ich bezweifle, dass der durchschnittliche dt. IAB Kunde sich darüber im Klaren ist, dass er per Universalkto in Wirklichkeit 2 Konten hat ( Futures/Optionen und der Rest sind scharf getrennt nach SEC u.A. Spielregeln), die auch völlig separat besichert, garantiert und rückversichert sind. Der KontenCashbestand wird bei unterschiedlichen Banken parkiert.

Wenn man mich fragt, wo mein Geld sicherer ist, bei einer Bank in Liechtenstein, Berlin, Tel Aviv, Reykjavik, Denver oder bei IAB, so ist meine Antwort klar.

MFG

Hittfeld

Gast

@ Hittfeld [#7]

Danke sehr für die Info! Nur, ohne Zinsen zu verdienen, kann man ja bei IAB gar nicht handeln. Denn die zahlen eben Zinsen und Cash hat man auf jeden Fall irgendwann mal wieder im Depot beim nächsten Wertpapierverkauf.

@ AAA [#6]

Brauche nichts frisieren, dieses Jahr sind die realisierten Gewinne kleiner als die Verluste. Aber schadet ja nicht, sich für bessere Zeiten zu informieren :-).

Hittfeld
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

#5
Broker gehören NICHT zu den meldepflichtigen Finanzunternehmen, gemeldet würden auch lediglich Zinsen und Dividenden, und letzteres gilt für die gesamte EU, die Meldungen erfolgen nach Schluss des Geschäftsjahres an die zuständige ausländische Sammelstelle, die dann die Informationen weiterleitet. Also, KEINE Zinsen verdienen - sondern als Kursgewinne - bzw Future/underlying construkt. Kassenhaltung durch andere Besicherung ersetzen - und schon passiert niemals nix nicht!

#2
Ich meine zu erinnern, dass die EdW sich auch nicht gerade in der Vergangenheit mit Ruhm bekleckert hatte.
Zu IAB Sicherheitsbedenken empfehle ich jedem sich mal klar zu machen, welche Risiken er dort wirklich hat. Ich bezweifle, dass der durchschnittliche dt. IAB Kunde sich darüber im Klaren ist, dass er per Universalkto in Wirklichkeit 2 Konten hat ( Futures/Optionen und der Rest sind scharf getrennt nach SEC u.A. Spielregeln), die auch völlig separat besichert, garantiert und rückversichert sind. Der KontenCashbestand wird bei unterschiedlichen Banken parkiert.

Wenn man mich fragt, wo mein Geld sicherer ist, bei einer Bank in Liechtenstein, Berlin, Tel Aviv, Reykjavik, Denver oder bei IAB, so ist meine Antwort klar.

MFG

Hittfeld

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SPOMI
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Hittfeld [#9]

kann ich bestättigen. es werden in der EU nur Zinsen und Dividenden gemeldet, keine Spekulationseinkünfte. die steuerlichen Regeln dazu sind auch in jedem Land sehr verschieden, von totaler Freiheit (Ungarn) bis immer (Austria). Gruss SPOMI

Gast

@ SPOMI [#10]

Was meinst Du mit Austria? Gerade Österreich meldet ja nix personenbezogen, sondern zieht die Steuer automatisch ab und führt sie ins Wohnsitzland ab. So ungefähr funktioniert das zumindest - Kurzversion :-).

eztof
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ ladowa [#5]
"Weiss jemand zuverlässig, ob IAB U.K. eigenständig Infos über Zinserträge oder Spekulationsgewinne ans deutsche Finanzamt sendet? Mir wurde mal mitgeteilt, dass keine Daten übermittelt werden."

Soweit mir bekannt:
1. Die Zinsen werden von IAB US gezahlt.
Auch in den Steuerformularen von IAB erscheint IAB mit Adresse aus Connecticut.
2. IAB US macht keine Meldung an Deutschland.
Ob allerdings über den Umweg IB UK evtl. Meldung gemacht wird, weiss ich nicht
3. IAB US macht Meldung über erfolgten Dividenden- und Zinszahlungen (auch Spekulationsgewinne???) an die US-Behörden. Die USA und Deutschland tauschen
solche Daten aus.

@forum: Gerne richtigstellen, wenn das so nicht stimmt!

Hittfeld
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

#12

Nach meiner (nicht unbedingt richtigen Kenntnis) übermittelt IAB -wie alle Clearer- Dividenden und Zinsdetails an die IRS, die wiederum die (nicht quellensteuerbelegten) Zins- und Dividendendaten nebst Personaldaten and die Bundeszentrale übermittelt. Quellensteuerbelegte Zins- und Erträgnisdaten werden direkt dem Kontoinhaber vom Clearer übermittelt. Kursgewinne gehören nicht zu den übermittelten Daten, Optionsprämien und Währungsgewinne gleichfalls nicht.

MFG

Hittfeld

Gast

@ Hittfeld [#13]

und Währungsgewinne gleichfalls nicht.

was ich aber gerade für die Steuererklärung nicht gut finde ist das für eine normale Rücküberweisung von IAB auf mein deutsches Referenzkonto (Giro) auf IAB Seite ein Währungstausch ausgeweisen wird (siehe Kontoauszüge) während andere Broker eine ganz einfache Überweisung machen (zumindest die die ich kenne).
Das finde ich nicht so toll gelöst und wie andere Broker auch möglich machen und wer es will kann nicht automatisch jeden Tag die Fremdwährungen auf die Basiswährung konvertieren lassen, klar ist das nicht die beste Methode aber es sollte wie bei anderen optional und mit Risiko- und Kostenhinweis möglich sein?

Auch aufpassen das das heimische Finanzamt die Verluste aus dem IAB-Depot anerkennt, hier war der ein oder andere Kollege schon mal überrascht worden.

@ AAA [#6]
Spekulierst du darauf deinen HTML KTO-Auszug zu frisieren?

und nicht vergessen rechtzeitig zu sichern denn danach wird es sehr teuer diese älteren HTML/WEB zu bekommen.

Aber jeder Broker hat seine Stärken und Schwächen.

Beste Grüße

Roti

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SPOMI
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ ladowa [#11]

war 2 Sachverhalte:

Meldepflicht
des Brokers für Zinsen. Austria und ein paar andere Staaten sind davon temporär ausgenommen, dafür für Devisenausländer höherer KEst-Satz.

Steuerhängigkeit
der Spekulationseinkünfte für im Wohnsitzstaat Einkommensteuerpflichtige. da gibts es von null bis volle Progression alle Varianten -auch mit Ausnahmen- je nach Land verschieden.

Quelle : Wolf Theis RAe, Wien, Studie aus 2005. Stichwort: an EVCA special paper, dividends and capital gains in EU.

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