Ist eine Aktie billig oder teuer ?
@ benedikt54
Woran misst man dann ob eine Aktie billig ist oder teuer?
Dazu gibt es eine ganze Reihe von Methoden. Betriebswirtschaftlich gesehen wäre eigentlich Discounted Cashflow (auf deutsch Kapitalwertverfahren) für die Beurteilung der Bewertung der richige Ansatz. Wird auch von den meisten Analysten zur Bewertung von Einzelunternehmen herangezogen.
Um die Aktie dann richtig bewerten zu können benötigst du eine genaue Einschätzung der in Zukunft generierten operativen Cashflows. Das ist das erste Problem. Man muss dabei nämlich einige Jahre in die Zukunft schauen. So etwa 5-10 Jahre werden da in der Regel für die Bewertung angesetzt. Hinzu kommt noch ein Endwert, der sich aus dem Wachstum für die nachfolgenden Jahre, außerhalb des Betrachtungszeitraums, ergibt. In Summe bewertest du also das Unternehmen in Abhängigkeit aller in Zukunft zu erzielenden Cashflows aus der Unternehmenstätigkeit.
Die Cashflows werden dann mit einer Marktrendite dikontiert, um den Vergleich zu anderen Anlagen herzustellen. Umso höher dieser Zins im Diskontierungsfaktor, desto geringer die Bewertung der Aktie und umgekehrt. In der Regel wird dazu WACC verwendet. Der Kalkulationszinssatz setzt sich dann z.B. aus einer risikolosen Rendite (Staatsanleihen), den Eigenkapitalkosten des Unternehmens und dem BETA-Faktor der Aktie (zur Messung des Risikos der Anlage) zusammen. Es gibt auch einige noch komplizierte Verfahren zur Herleitung des Diskontierungsfaktors. In Summe lässt sich aber festhalten, dass der Zins für Staatsanleihen und der BETA-Fakor der Aktie einen hohen Einfluss hat, da er für die Bewertung der künftigen Cashflows zum Gegenwartswert relevant ist.
Umso weiter der Cashflow vom heutigen Zeitpunkt entfernt liegt, desto weniger Einfluss hat er auf die Bewertung der Aktie. Beispiel: Ein Cashflow von 100 würde bei 10% Diskontierunszins im nächsten Jahr mit 100/1,1 in die Bewertung des fairen Wertes einfließen. In 10 Jahren nur mit 100/1,1^10. Er wäre daher im nächsten Jahr mit 90,9 in 10 Jahren mit 38,55 für die Bewertung relevant. Ändert sich jetzt der Zins von 10% auf 8% hättest du Werte von 92,6 und 46,3, die sich dann im fairen Wert wiederspiegeln.
Da sich die meisten daran halten und dieser Ansatz auch mathematisch exakt ist, profitiert der Aktienmarkt automatisch von fallenden Zinsen bei sonst gleichen Annahmen. Ändert sich der BETA-Faktor der Aktie hätte dies auch Auswirkungen auf die Bewertung (man könnte mal testen, ob man damit Outperformer identifizieren kann).
Es gibt aber auch andere Einflussgrößen, die man im Auge behalten kann. Z.B. wie stetig die Erträge sind. Unternehmen die es schaffen eine hohe Kontiniutät bei den generierten Cashflows zu erzielen werden nach diesem Ansatz höher bewertet. Das war vor einigen Jahren mal bei Bayer zu beobachten, als das Geschäft sich weniger zyklisch gestaltete.
Das ergibt sich aus dem Zinseszinseffekt, der ja auch beim Money Management relevant ist. Darum auch die 2% Risiko. Das ist in etwa der Wert, bei dem bei einer Trefferqoute von 51% und einem CRV von 1 die Rendite nicht mehr steigt. Hinter dieser Grenze geht sie zurück und ist oberhalb von ca. 4% Risiko (in der genannten Konstellation) systematisch negativ (habe ich mal ausgerechnet, hoffe ich erzähle jetzt keinen Unsinn).
@ gautama2
Wenn tantans Kursziel erreicht würde, wäre ich automatisch Multimillionär.
Und dann wäre es mir egal, wieviel ein Brot kostet.
Davon gehe ich aber nicht aus.
@ tomxy [#1]
Die Beschreibung ist mathematisch korrekt.
DCF-Model, Buffett läßt grüßen, danach gehe ich aber auch.
@ tantan
Warte die Korrektur ab.
@ scorpion260 [#2]
Dann erst wärst du Multi? ;)
So ganz egal ist das nicht, denn nicht nur das Brot steigt.
Ein DAX bei 36000 ist etwa eine Verfünffachung.
Brot von 3,60 auf 20 auch in etwa.
Also da ist nix gewonnen wenn sich deine Kohle verfünffacht und die Preise auch.
@ gautama2 [#4]
Das wären ja denn Verhältnisse wie früher in good old
Italia
Da war man dann auch schnell Millionär, nur viel kaufen konnte man davon auch nicht.
@ gautama2 [#4]
Genau! Es geht auch nicht ums gewinnen. Die Masse wird verlieren. Wer da den Lebensstandart einigermaßen halten kann sollte zufrieden sein. Mit der Aktienanalyse tu ich mich schwer. Aber die Zahlungseinheit ist die Aktie nicht wert. Man kann natürlich alle unverderblichen Waren kaufen. Aber Lager und Versicherung über einen unbestimmten Zeitraum werden einen doch arm machen.
@ scorpion260 [#2]
Es gab Zeiten, da wurde Geld in Schubkarren zum Bäcker gebracht. Da war jeder Multimilionär. Wenn das dein einziger Wunsch ist solltest du deine Ziele lieber noch mal überdenken, bevor sie noch wahr werden.
@ gautama2 [#4]
Ich bin ja noch jung.
Ich knabber noch immer an der ersten Million.
Seit 2008 ist es eben sehr schwer geworden, den net asset value zu steigern.
Entweder trifft tantan's Kursziel ein, oder ich erbe, oder Beides, dann sieht die Sache anders aus, und ich bin zu jedem "Verlängerungsvergleich" bereit*g.
@ tantan [#6]
@ benedikt54 [#5]
Ich glaube, ich werde hier falsch verstanden.
Die meisten Menschen sehen in mir einen geldgeilen Soziopathen.
Aber ich sehe es eher wie Ihr.
Geld ist nur bedrucktes Papier.
Es muß der Allgemeinheit dienen. Dies ist seit 2008 nicht mehr der Fall.
Und neín, ich wünsche mir nicht, daß Geld wieder in Schubkarren zum Bäcker gebracht werden muß.
Und ich vermisse Asamat mit seiner empathisch begabten Art, diese Dinge korrekt auszudrücken.
@ scorpion260 [#7]
Ich sehe dich eher als advocatus diaboli mit genug finanziellem Rüchalt. Long only ist spätestens seit 2000 mit dem Platzen von TOD.COM ein sehr fragiles Investmentvehikel. Bei manchen Assetsklassen funktionierts noch, zB schweizer Aktien in SF notiert. Ich halte es mit folgender Idee: Wohin geht das Geld aktuell bei Angst und wohin bei Gier, wohin werden Gelder rückgeführt bzw zugeführt. Diese Mischung macht die Kurse. Gruss SPOMI
@ scorpion260 [#7]
Ich sehe die einzige Lösung im Hebeln.
Aktien 1:1 kaufen wenn die Preise im gleichen Verhältnis steigen bringt nix.
Also es gehen nur Futures oder sonstige Derivate auf Indizes, Rohstoffe und Devisen, sowohl kurz- als auch langlaufende. Wenn ich ein bisschen Zins dafür zahlen muss ist das egal. Meine RBS Minifutures auf Gold haben sich jedenfalls gut gemacht und ich habe nur 9-12 Euro pro Unze bezahlt.
@ gautama2 [#9]
"Meine RBS Minifutures auf Gold haben sich jedenfalls gut gemacht und ich habe nur 9-12 Euro pro Unze bezahlt."
Das glaube ich dir nicht.
Auf die Antwort bin ich schon gespannt.
@ tantan [#10]
Was genau glaubst du dabei nicht?
Wenn du die Zinsstruktur meinst, dann habe ich vielleicht einen Pferdefuß noch nicht richtig kapiert. Kannst du mehr dazu sagen?
Es geht momentan um die hier:
https://www.onvista.de/zertifikate/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=40561259&ifst=1&omst=n
http://www.onvista.de/zertifikate/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=54378939&SEARCH_VALUE=aa5smu
Wenn ich nciht ganz verkehrt liege, dann geht es doch immer um die Differenz zwischen Einkauf und Verkauf was mir dann in der Kassen bleibt. Die steigen auf Dauer nicht mit dem gleichen Hebel weiter, deshalb muss man auch immer mal wieder auf andere umschichten, aber mehr Problem sehe ich nicht. Bitte erzähl.
Bezugsverhältniss 0,1! Dann hast du also 90 bis 120 Euro die Unze bezahlt. Das klingt schon realistischer!
@ tantan [#10]
Wieso? Die Sache ist doch recht einfach.
Er kauft ein Hebelprodukt auf Gold mit der Basis von 1569 pro Unce
Aktuell kostet Gold 1775. 1775 - 1569 = 206
Verhältnis 10:1 206 : 10 = 20,6 Euro
in Dollar gerechnet 20,6: 1,30 = 15,84
15,84 was auch der aktuelle Kurs darstellt.
Die aktuelle Knockout Schwelle liegt bei 1597 oder 2,15 im Schein.
Gauti bekommt also im schlimmsten aller Fälle 2,15 auf seinem Konto verbucht.
Das wäre zum Einstieg zwischen 9-12 immer noch ein schöner Verlust.
Die laufenden Finazierungskosten erhöhen langsam die Knockoutschwelle, das heisst würde im Laufe der Zeit der Kurs gleich bleiben würde sich die Schwelle langsam dem Kurs annähern. Das ist aber bei den Zinsen eher zu vernachlässigen.
Der Hebel resultiert aus der Nähe zur Knockoutschwelle. Je näher diese ist, desto höher der Hebel, je weiter der Kurs entfernt desto geringer wird dieser.
Also summa summarum kannst du gauti schon was glauben