Kakao: Schokofingers Wette geht nicht auf
"Schokofingers" Wette geht nicht auf
Von Diris Grass
Financial Times Deutschland, FTD, Frankfurt (26.01.11) - Schon 2010 stand der ansonsten wenig beachtete Kakaomarkt in den Schlageilen: Anthony Ward, einer der einflussreichsten Kakaohändler überhaupt, hatte im Sommer 2010 mit seinem Hedge-Fonds Armajaro auf einen Schlag 240.100 Tonnen oder sieben Prozent der jährlichen Kakaoernte eingekauft. Die Konkurrenz beschuldigte ihn seinerzeit, den Markt zu "cornern" - also das Angebot künstlich zu verknappen und damit den Preis hochzutreiben. Tatsächlich kletterten die Notierungen Mitte Juli auf den höchsten Stand seit mehr als 30 Jahren. In der Folge verschärfte die Londoner Terminbörse Liffe die Transparenzregeln.
Dennoch lag Ward, in Anlehnung an den "James Bond"-Bösewicht Goldfinger in der Szene auch Choc-Finger genannt, mit seiner Wette daneben. Denn anders als erwartet ging der Kakaopreis im Anschluss an seinen Megakauf schnell und kontinuierlich zurück. Über das Jahr gesehen sank er sogar um 7,7 Prozent. Letztlich lieferte Ward einen Teil seiner riesigen Kakaobestände an Inhaber des auslaufenden Dezember-Kontrakts aus und den Rest an die Liffe selbst. Zwar vermied Armajaro dem Vernehmen nach große Verluste, indem sich der Fonds am Terminmarkt absicherte. Dennoch blieb er auf Finanzierungs- und Lagerkosten sitzen, die Rivalen auf 7 Mio. bis 10 Mio. Dollar pro Monat schätzen.
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