Kakao: Unruhen an der Elfenbeinküste
Kakaopreise steigen wegen Unruhen in Elfenbeinküste
finanzen.net, London (24.01.11= - Nach dem Aufruf zu einer Ausfuhr-Blockade in der krisengeschüttelten Elfenbeinküste sind die Preise für Kakao an der Londoner Terminbörse Liffe nach oben geschnellt. Kakao, der Grundstoff für Schokolade, verteuerte sich am Montag um sieben Prozent auf 2269 Pfund (2668 Euro) pro Tonne, berichtete die "Financial Times".
Die Elfenbeinküste ist mit einer Produktion von einer Million Tonnen pro Jahr weltweit der größte Kakao-Lieferant. Die Abnehmer sitzen vor allem in Europa. In dem westafrikanischen Land tobt seit der Präsidentschaftswahl vor zwei Monaten ein erbitterter Kampf um die Macht, der bisher 260 Menschen das Leben gekostet hat. Der bisherige Machthaber Laurent Gbagbo weigert sich, sein Amt aufzugeben. International wird sein Konkurrent Alassane Ouattara als Wahlsieger und neuer Präsident anerkannt.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: -> http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Kakaopreise-steigen-wegen-Unruhen-in-Elfenbeinkueste-1017001)
Teurer Kakao
DerStandard.at (08.03.11) - Die weitere Zuspitzung des Machtkampfes in der Elfenbeinküste hat den Kakaopreis am Dienstag nach oben getrieben. Der US-Terminkontrakt zur Lieferung einer Tonne des Schokoladengrundstoffs im Mai verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 3.703 Dollar (2.640 Euro). Kürzlich hatte die Notierung ein 32-Jahres-Hoch von 3.775 Dollar erreicht. "Wir sehen durch den Machtkampf im wichtigsten Anbauland Elfenbeinküste eine temporäre Angebotsverknappung", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch.
Der international umstrittene Machthaber des westafrikanischen Landes, Laurent Gbagbo, will sich die Einnahmen aus dem Kakao-Handel sichern und verstaatlicht den gesamten Export des Rohstoffs. "Gbagho will wohl nicht klein beigeben. Der Machtkampf könnte sich noch länger hinziehen und die Angebotsverknappung verschärfen", sagte Fritsch. In diesem Fall seien Preise um 4.000 Dollar je Tonne vorstellbar.
Fritschs Angaben zufolge entfällt gut ein Drittel der weltweiten Kakao-Produktion auf die Elfenbeinküste, etwa doppelt so viel wie auf das zweitwichtigste Anbauland Ghana. Wichtige Produzenten seien zudem Nigeria, Kamerun und Indonesien.
Wie berichtet hat der international nicht anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, den Ankauf und Export von Kakao verstaatlicht. Gemäß einer am Montag im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung ist fortan "der Ankauf von Kaffee und Kakao von den Produzenten und den Genossenschaften der Hersteller" im ganzen Land dem Staat vorbehalten. Ebenso dürfe Kaffee und Kakao nur vom Staat selbst oder von staatlich lizenzierten Firmen exportiert werden. Die Elfenbeinküste ist der weltweit wichtigste Produzent von Kakao. Bisher lag der Ankauf und Export des Rohstoffs weitgehend in den Händen internationaler Unternehmen.
(Quelle, dort finden Sie eine interessante Grafik: -> http://derstandard.at/1297819822331/Agrarrohstoffe-Kaffee-und-Kakao-mit-Rekord-Preisen )
Kakao so teuer wie seit 34 Jahren nicht mehr
Von Christof Leisinger
Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ (08.03.11) - auszugsweise - Die Energie- und Rohstoffmärkte stehen im Banne von spekulativen Anlegern. Kakao ist aber unter anderem deswegen so teuer geworden, weil die Elfenbeinküste, das Hauptanbaugebiet, politisch instabil ist. Das kann den Handel erschweren.
[...]
Internationale Sanktionen und ein Beinahe-Zusammenbruch des nationalen Bankensystems haben den offiziellen Kakaohandel der Elfenbeinküste jedoch weitgehend lahmgelegt. Ob sich das nach der Verstaatlichung ändern wird, ist noch offen. Auf der einen Seite könnten sich potenzielle Abnehmer moralisch gezwungen sehen, auf den Kauf über offizielle Kanäle zu verzichten. Auf der anderen Seite jedoch macht der hohe Preis alle nur denkbaren Umwegtransaktionen reizvoll. Gbagbos ist zudem auf die Einnahmen aus dem Kakaogeschäft angewiesen, da nur so die Armee und den öffentlichen Dienst bezahlen kann.
Tatsächlich dürften der Preis hoch bleiben, so lange die politischen Unruhen an der Elfenbeinküste andauern. Selbst wenn der Handel mit Kakao auf den Schwarzmarkt ausweichen könnte, würde er teurer als auf regulärem Weg.
(Quelle und Beitrag komplett lesen: -> http://www.faz.net/s/Rub58BA8E456DE64F1890E34F4803239F4D/Doc~EAAE2409BA1CD41E7B16533591153CEC1~ATpl~Ecommon~Sspezial.html)
Bürgerkrieg lässt Kakao-Preis kräftig anziehen
DerStandard.at, Wien (04.04.11) - Die anhaltenden Unruhen nach der Präsidentenwahl in westafrikanischen Côte d‘Ivoire sorgen erneut für einen Preisschub bei Kakao. Nicht nur der Schokolade-Grundstoff, auch andere Rohstoffe erreichen Rekord-Hochs.
Der Kakaopreis zieht nach einem kurzen Abwärts-Trend wieder an, da die Hoffnungen auf eine rasche Beilegung des Konflikts in Côte d‘Ivoire schwinden. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen um die Macht im größten Kakao-Exportland der Welt (39 Prozent Weltmarktanteil) scheinen kein schnelles Ende zu nehmen.
Die Kämpfe zwischen den Anhängern des Ex-Präsidenten Gbagbo und jenen seines Nachfolgers Ouattara führen nicht nur zu Menschenrechtsverletzungen, sie verhindern auch die baldige Wiederaufnahme der Kakao-Produktion und des Exportes; das aber hatte sich der Handel erwartet. Am Montag reagierte der Markt mit einer Verteuerung des in London gehandelten Futures um 1,1 Prozent auf 1969 Pfund je Tonne, der US-Kontrakt stieg um 1,6 Prozent auf 3050 Dollar je Tonne.
(Quelle und Berichte über andere Märkte lesen: -> http://derstandard.at/1301873804520/Buergerkrieg-laesst-Kakao-Preis-kraeftig-anziehen )
Analysten: Kakao-Bestände in Elfenbeinküste noch in Ordnung
Reuters, London (07.04.11) - Analysten sind optimistisch, dass die Kakao-Vorräte der Elfenbeinküste auch während der monatelangen Sanktionen nicht verdorben wurden und kurzfristig auf den Weltmarkt gebracht werden könnten.
Fast eine halbe Million Tonnen Kakao liegen in den Lagern, seit die internationale Gemeinschaft ein Embargo gegen das Land im Bürgerkrieg verhängt hat. Hitze und Luftfeuchtigkeit prägen das Klima.
Die Märkte gingen von einem möglichen Transport aus und hätten dies bereits eingepreist, sagte Keith Flury, Senior Analyst bei der Rabobank, der Nachrichtenagentur Reuters.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE73607D20110407 )