Komplexe Handelsstrategien durch exotische Optionen in Zertifikateform
Hallo,
hat sich schon einmal jemand Gedanken darüber gemacht, die neuen exotischen Optionen in Form von Bonuszertifikaten für komplexere Strategien zu verwenden. Ich denke da beispielsweise an Bonus Zertifikate in Kombination mit Reverse Bonus Zertifikaten. Also ein Index gegen einen anderen um dadurch einen Korridor zu schaffen.
Handelt da jemand spezielle Kombinationen oder hat jemand Ideen? Ich denke es wäre ganz spannend darüber einmal zu diskutieren.
Gruss Sebastian
Vielleicht ein Beispiel damit es klarer wird. Man könnte beispielsweise ein Bonus Zertifikat auf den Dax handeln mit einem Sicherheitspuffer von 25% bis 30% sowie ein Reverse Bonus Zertifikat auf den Stoxx mit einer ähnlichen Barriere. Wenn der Markt in diesem Korridor bleibt, verdient man auf beide Zertis die Bonusrendite.
Falls der Dax zu stark steigt und der Stoxx ebenfalls über die obere Barriere geht, dann gibt es ein Problem weil dann der Verlust auf den Stoxx voll getragen werden muss und das Bonus Zertifikat auf den Dax sofern dieser stärker war nur noch eine kleine Rendite ausweist. Deswegen müsste man wahrscheinlich an den Barrieren mit Optionsscheinen / Mini Futures / Optionen / Futures eventuell hedgen. Oder auch das Reverse Zertifikat bei den Anzeichen eines starken Anstiegs nach oben rollen oder glattstellen. Vielleicht ist auch die Bonusrendite derart hoch, dass man schon vor der Barriere anfangen kann mit anderen Zertifikate zu hedgen.
Gruss Sebastian
@ Sebastian [#2]
Habe mich damit noch nicht beschäftigt. Grund: kein short gehen des Zertifikats, schwierige Arbitragemöglichkeiten, jetzt aktuell auch Emittentenrisiko, etc., aber vielleicht lohnt sich das ja. Könnte ja sein, dass das so ist wie mit den Barrier Options. Aber je komplexer die Strategie desto schwieriger wird das ganze zu überwachen und zu modellieren. Spesen und Bid/ask müssen auch noch mehrfach verdient werden.
So einen Index Spread würde ich mit short straddle oder strangles machen und mit Futures oder Optionen die Position absichern. es ist wie bei allen Strategien. man kann viel testen, findet dann was, und trotzdem kommt es dann doch noch ganz anders.
Mein Interesse geht eher in Richtung Arbitrage solcher kombinierter Strategien. ich denke hier im Forum gibts doch ein paar Mathematiker, die da sattelfest sind. Grüsse SPOMI
@ SPOMI [#3]
Mir geht es gar nicht um eine Arbitrage zwischen den Zertis. Sondern eine Anlagemöglichkeit zu schaffen die mit hoher Wahrscheinlichkeit Geld abwirft. Außerdem würde ich die ganze Sache auch derart konstruieren, dass nur das Auszahlungsprofil am Verfallstag zählt und zwischenzeitliche Schwankungen der Vola ignorieren.
Gruss Sebastian
@ Sebastian [#4]
Ich habe mir (mit anderen) darüber auch schon Gedanken gemacht, aber welches Zertifikat auch immer unter die Lupe genommen wurde, blieb doch immer irgendwo ein Haken.
Der wichtigste ist meiner Meinung nach derjenige, den Du selbst schon genannt hast: Das Auszahlungsprofil wird stets sehr stark von der zwischenzeitlichen Vola beeinflußt. Entweder wird das vorher durch offene Regeln klargestellt, z. B. daß während der gesamten Laufzeit ein bestimmter Kurs nicht unterschritten werden darf.
Oder die Wertentwicklung des Scheins wird teilweise vom Underlying abgekoppelt, und orientiert sich insofern auch an der bisherigen Entwicklung des Scheins selber. Zum Beispiel: Wenn sich das Underlying lange Zeit nur seitwärts bewegt und dann auf einmal ausbricht, dann zeichnet der Schein diesen Ausbruch nicht vollständig nach, sondern bleibt zum Teil der vorangegangenen Ruhephase verhaftet.
Manchmal erkennt man an den Auszahlungsprofilen, wie die Emittenten den Schein intern aus Standardinstrumenten aufgebaut haben könnten. Manchmal sind die Profile aber auch so kompliziert, daß man sie kaum nachvollziehen kann.
Wenn es uns jedoch gelungen ist, das Risiko herauszurechnen, z. B. indem man es durch zusätzliche Optionen o. ä. absichert, dann stellte sich regelmäßig heraus, daß die Rest-Performance des Scheins nicht nur unter Geldmarktzins blieb, sondern manchmal auch negativ wurde.
Unter diesen Voraussetzungen kann meines Erachtens auch eine clevere Kombination von Zertifikaten keine "faire" Performance erwirtschaften. (Obwohl man den Komfort eines Zertifikate-Handlings beim Begriff "fair" auch berücksichtigen müßte, was ich stets unterlasse.)
Ich hätte mal eine kurze Frage wie man die Protect Bonus Cap Zertis von Sal. Oppenheim baut.
Der Anleger bekommt hier einen Bonus sofern das Bonuslevel nicht gerissen wird. Wird das Level getroffen hat er keinen Anspruch auf den Bonus mehr, jedoch einen Kapitalschutz von beispielsweise 90%. Die Performance an steigenden Kursen ist jedoch gekappt bei einem Level von 120%.
Könnte dieses Zertifikat derart aufgebaut sein:
Zero Strike Call
Down and Out Put
Down and In Put
Short Call
?
Danke
Gruss Sebastian
@ Sebastian [#6]
Down and Out Puts, Down and In Puts
Wo werden die gehandelt? Gibt es Kurse, die per Internet verfolgbar sind?
Ergänzung: Wenn im Rahmen der Konstruktion eines Bonus-Zertifikats ein Down-and-out Put gekauft wird, wer verkauft diese Optionen typischerweise? Gibt es beisp. Fonds, die sich darauf spezialisieren, so dass der Emittent nicht selber die Gegenseite übernehmen muss?
@ IngoM [#7]
Nein es gibt im Internet keine Quotes für diese Optionen. Diese werden außerbörslich von den Banken und Fonds sowie Hedge Fonds gehandelt. Wenn man eine Gegenseite findet kann man außerbörslich alles handeln. Das Volumen der außerbörslich gehandelten Derivate übersteigt das Börsenvolumen um ein Vielfaches.
Gruss Sebastian