Leerverkäufe / Short Squeeze
Risiken der Terminkontraktmärkte: Short-Squeeze
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (10.11.09) - Heute möchte ich noch einmal gesondert auf bestimmte Risiken eingehen, welche sich durch die Struktur der Terminmärkte ergeben.
Wir wissen, dass Terminkontraktmärkte im Grunde reine Finanzmärkte sind, denn ein Terminkontrakt führt in der Regel nicht zur physischen Auslieferung. Wohingegen an Spotmärkten mit physischer Ware gehandelt wird und richtige Termingeschäfte zwischen Vertragspartnern zur tatsächlichen Auslieferung der physischen Ware führen.
Terminkontrakte werden an den einschlägigen Börsen gehandelt (NYMEX; CBOT; ICE usw.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.investor-verlag.de)
Besten Dank für den Beitrag Herr Ebert.
Diese Problematik haben wir -so denke ich- aktuell beim Goldpreis. Immer wieder werden "Shorties" aus dem Markt gedrückt.....
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=157615&CP=0&F=47
@ Paljusevic, Franjo [#2]
Bloß sind aktuell die Profis short und die Amateure Long. Profis sollten sich der Situation bewußt sein ...
Warum gibt es einen besonderen Namen für "short squeeze"? Auf der Long-Seite geht das doch ganz genauso:
- Preis fällt
- Long-Position geht ins negative
- Margin reicht nicht
- es muß verkauft werden
- weitere Abwärtsdruck wird erzeugt.
Die Situation ist symmetrisch, aber niemand redet vom Long-Squeeze. Warum?
@ Asamat [#3]
Wen meinst du mit Profis? Des do höher der Kurs, des do mehr Goldproduzenten verkaufen ihre zuerwartende Produktion über Termin. Das goldverarbeitende Gewerbe kann in der Regel den aktuellen Goldpreis ins Endpodukt einpreisen. Eine Absicherung findet auf dieser Seite in geringerem Ausmaß statt. Die Gegeposition übernehmen dann die großen Spekulanten.
Die Geschichte des Short Selling
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (11.11.09) - Wie Sie, als täglicher Leser, wissen, haben wir gestern auf Anregung einer Leseranfrage damit begonnen, uns mit dem Thema Leerverkäufe auseinander zu setzen. Dem Begriff Leerverkäufe haftet nicht erst seit der Implementierung von Restriktionen in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise etwas Negatives an. Allerdings gehört das Short Selling schon seit Anbeginn des Aktienmarktes als eines der wichtigsten Bestandteile zu den Finanzmärkten dazu. Aus diesem Grunde möchte ich ein wenig mit den negativen Vorurteilen gegenüber dem Short Selling aufräumen, Fakten und Informationen zu diesem Thema zusammentragen und dieses von verschiedenen Seiten betrachten.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.investor-verlag.de)
@ Asamat [#4]
niemand redet vom Long-Squeeze. Warum?
Der Begriff kommt aus dem Aktienhandel, wo die meisten Long-Positionen mit Cash bezahlt werden, also nicht auf Kredit, so daß sich ein Long-Investor überlegen kann, ob er eine eventuelle Verlustposition über Jahre hinweg aussitzen will oder nicht. Darum ist es relativ schwierig, beispielsweise R. Ebert aus seinen Long-Beständen herauszuquetschen.
Zumindest schwieriger als bei Shortsellern. Shortpositionen können sowieso nur begrenzte Gewinne einfahren, aber unbegrenzte Verluste verursachen. Trotzdem ist der Leerverkauf von Aktien normalerweise teurer als der Kauf (wegen Beleihungszinsen). Und langfristig neigen Aktien sowieso zum Steigen. Aus diesen Gründen können/wollen Shortseller sich meist nicht leisten, zu lange an eventuellen Verlustpositionen festzuhalten. Darum kann man sie aus ihren Positionen auch schneller wieder herauskriegen.
Obendrein ist der Aktien-Leerverkauf ja nur gedeckt möglich; zumindest war das in den Zeiten so, als der Begriff des Short-Squeeze entstanden ist. Anders als auf dem heutigen Terminmarkt, wo theoretisch jeder beliebig viele Short-Positionen aus dem Nichts erschaffen kann, steht am Aktienmarkt nur eine begrenzte Kapazität shortbarer Stücke zu Verfügung. Wenn dieses Potential erschöpft ist, kann der Kurs fast nur noch steigen, also unabhängig von der wirtschaftlichen Verfassung der Aktie, sondern rein aus technischen Gründen. Ein solcher Boost, den man also rein technisch handeln kann, findet natürlich unter Spekulanten besondere Aufmerksamkeit und hat dann auch schnell einen eigenen Namen weg.
@ Livetour [#7]
"Trotzdem ist der Leerverkauf von Aktien normalerweise teurer als der Kauf (wegen Beleihungszinsen). "
Beim Leerverkauf bekommst Du den Zinssatz . Beim Kauf musst Du ihn zahlen
Gruesse
@ autokor [#8]
"Beleihungszinsen" war vielleicht das falsche Wort. Ich meinte die "Leihgebühr".
@ Livetour [#7]
Danke. Für Aktien leuchtet mir das ein. Für die oben angesprochenen Terminkontrakte nicht.
@ tantan [#5]
"Wen meinst du mit Profis?"
Ich bezog mich auf #2, wo es um Gold ging. Im Gold sind aktuell summarisch gesehen die großen commercial speculators short, während die kleinen, privaten Spekulanten (wie ich :-) long sind. Erstere bezeichne ich mit Profis, letztere mit Amateuren.
@ Asamat [#10]
Danke. Für Aktien leuchtet mir das ein. Für die oben angesprochenen Terminkontrakte nicht.
Sie sehen das schon richtig. Bei Terminkontrakten gibt es auch keinen Shortsqueeze oder Longsqueeze.
Termingeschäfte sind Nullsummenspiele wo der eine das gewinnt was der andere verliert und umgekehrt.
Ein Squezze kann nur entstehen wenn eine Ware oder Produkt geliefert werden muss und nicht zur Verfügung steht.
Siehe VW Aktien, Siehe Silber bei der Huntspekulation .
Short Selling: Restriktionen in den USA
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (12.11.09)
Der kurze historische Abriss, welchen ich Ihnen gestern vorgestellt habe, endete mit den Restriktionen welche die USA 1934 nach dem Börsencrash von 1929 implementiert hatten.
An dieser Stelle möchte ich nun fortfahren und zwar mit einem Sprung ins 21. Jahrhundert:
2005
Im Januar 2005 begann die SEC in den USA damit eine Reihe von Restriktionen oder besser gesagt speziellen Regelungen für das Naked Short Selling aufzustellen. Diese wurden schließlich im Zuge der heißen Phase der Finanz- und Wirtschaftskrise Ende 2008 verschärft.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.investor-verlag.de)
Szenario:
Investor verkauft 10 Kontrakte leer. Er ist sich sicher, dass seine Strategie aufgehen wird und positioniert -limitiert- in regelmässigen, tieferen Abständen immer weitere und aufgrund der sich ansammelnden Gewinne grössere Short-Positionen.
"Ein (!) Investor". Was wenn nun mehrere Investoren die gleiche Idee haben, mit viel viel mehr Kontrakten die leer verkauft werden wollen.
Kommt nun eine regelrechte "Verkaufspanik" auf, setzt der Lawineneffekt ein und beschert dem "Shortie" richtig fette Gewinne.
Es ist kein Geheimnis, dass wahrscheinlich hauptsächlich diese Praxis mir und vier weiteren Teilnehmern des WTB-Börsentrainings 2001 die ersten fünf Plätze ermöglichte.
Wir gingen damals höchstwahrscheinlich alle hauptsächlich in Kartoffeln short und das zum damaligen Höchstpreis.
Als dann der Kartoffelpreis an der WTB stärker und stärker ins rutschen kam, wurden die Kartoffel Short-Positionen durch die auflaufenden Gewinne immer weiter ausgedehnt und letztendlich war es nur ein Wettrennen bis zum Schluss, wer mehr Short-Positionen in WTB Kartoffel-Futures in den immer weiter fallenden Markt hinein eröffnen konnte.
Ok, damals stieg der Preis so stark an, weil man befürchtete die Kartoffelernten -durch die damals sehr schlechte Witterung, mit starken Regenfällen- nicht rechtzeitig trocken einfahren zu können.
Persönlich konnte ich mir das schwerlich vorstellen und es kam dann doch nicht so schlimm wie befürchtet. Ergo, der Kartoffelpreis brach ein.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass solche bzw. ähnliche "durch Buchgewinne aufgeblähten Positionen" -egal ob long oder short- für die oftmals zu beobachtenden Verwerfungen an den Märkten verantwortlich sind.
Also bitte, man macht beispielsweise mit fünf Kontrakten 20.000 Euro Gewinn und kann dadurch nocheinmal zehn weitere Positionen eröffnen usw., usw. Wird hier wirklich mit realem Geld an den Märkten gehandelt ? Oder ist es nicht vielmehr ein mit "Anzahlungen" bzw. den sogenannten "Margins" verursachtes Feuerwerk, das keinen langen Bestand hat und nur kleinen Gruppen imense Gewinne beschert.
Das kann fatale Folgen haben, wenn sich solche Berge "wartender Limit-Positionen" in Bewegung setzen. Nämlich dann, wenn die gewünschte Richtungsbewegung einsetzt und durch die "automatischen" eröffnenden Aufträge immer mehr Druck in den Markt kommt.
@ Paljusevic, Franjo [#13]
Was wenn nun mehrere Investoren die gleiche Idee haben, mit viel viel mehr Kontrakten die leer verkauft werden wollen.
Was wen nun andere Spekulanten kaufen wollen und die Kurse nicht fallen und er die Positionen wieder zurückkaufen muss?
Funktionieren kann das nur wenn überhaupt kurzfristig und wenn man weis wo eventuell Stops liegen die man abräumen kann.
Das Problem liegt doch immer darin das jede Position auch wieder zurückgekauft werden muss. Wenn man aufgrund mangelnder Umsätze selbst einen Markt bewegen kann, führt doch dann der notwendige Rückkauf der Kontrakte wieder dazu das die Preise expolsionsartig steigen.
@ benedikt54 [#14]
Nicht unbedingt.
Wenn die Mehrheit der "Long"-Investorenschaft -bewusst oder unbewusst- auf "dem falschen Dampfer" sitzt und dann die Fehlpositionierung deutlich wird, wird sich keiner mehr finden, der die ehemaligen Höchstpreise bezahlt.
Bei meinem WTB Kartoffelbeispiel waren es soweit ich mich noch erinnern kann in der Spitze (im Herbst 2001) ca. 28 Euro pro 100 Kg Kartoffeln.
Ich kann mich noch an die Gründe für diesen Preisschub erinnern. Regen und dadurch verursachte matschige Felder, die zum einen eine schnelle Ernte erschweren würden und zum anderen bei langanhaltend feuchtem Boden der Kartoffel schaden. Also stieg der WTB-Terminpreis durch diese merheitliche negative Einschätzung bedingt rapide an.
Da man nun davon ausgehen kann, dass auch wieder gutes Wetter folgt und der Boden unter diesen Umständen schnell wieder trocknet, ist die logische Schlussfolgerung daraus, zumindest bei solchen durch Panik verursachten Preisübertreibungen Short-Positionen einzugehen und nicht nur das, sondern auch im Hinblick auf den dann folgenden Preisverfall diese Short-Positionen noch erheblich auszuweiten.
Wenn der Grund für die Übertreibung nicht mehr gegeben ist -in dem Fall matschige Böden- wird auch der übertriebene Preis nicht mehr gezahlt werden. Also kann man letztendlich "beruhigt" an das Schliessen der Short-Positionen gehen, wenn man Kasse machen will.
Und diesen Verlauf konnte man 2001 bei WTB-Kartoffeln gut beobachten.
Es ist doch wie überall. Wenn man etwas zu teuer kauft ist es ziemlich schwer wieder an den vollen Kaufpreis zu kommen. Man muss dann zwangsläufig mit Abschlägen verkaufen, was wiederum ein Verlust ist.
Waren beispielsweise deutsche Aktien im März 2009 nicht günstig ?
War die Überlegung so undenkbar, dass die Notenbanken ihre Niedrigzinspolitik fahren müssen um die gigantisch verschuldeten Staaten nicht unter ihrer Zinslast zusammenzubrechen zu lassen ?
Durch die Zentralbanken geschaffene Inflation gibt es also nicht ?
50 % plus im DAX seit März 2009 sprechen doch eine andere Sprache.
So funktioniert Short Selling!
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (16.11.09) - Heute geht es weiter mit unserer Reihe über Leerverkäufe! Nachdem wir uns in der vergangenen Woche mit der Geschichte des Short Selling und den im vergangenen Jahr (kurzfristig oder längerfristig) weltweit eingeführten Verboten und Restriktionen beschäftigt haben, möchte ich heute genau erklären wie gedeckte und ungedeckte Leerverkäufe überhaupt funktionieren.
Beginn wir mit dem einfachen Short Selling, oder den gedeckten Leerverkäufen!
Was ist ein Leerverkauf?
Unter einem Leerverkauf (oder Short Sale) versteht man, einmal ganz allgemein gesprochen, den Verkauf eines Wertpapiers (oder einer Ware), welches der Verkäufer zum Verkaufszeitpunkt noch gar nicht besitzt.
Wichtig: die Fristen!
Dennoch handelt es sich hierbei um ein normales Geschäft. Das heißt, dass der Käufer ein Recht auf die Lieferung des Wertpapiers vom Verkäufer hat.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.investor-verlag.de)
So funktioniert Naked Short Selling !
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (17.11.09) - Nachdem wir uns gestern ausführlich damit beschäftigt haben, wie das Short Selling (also die gedeckten Leerverkäufe) funktionieren, wollen wir uns heute ebenso ausführlich mit der Funktionsweise der ungedeckten Leerverkäufe (also dem Naked Short Selling) beschäftigen.
Was ist Naked Short Selling?!
Unter Naked Short Selling versteht man in der Regel den Leerverkauf eines Wertpapiers, ohne dieses zuvor auszuleihen, oder sicher zu stellen, dass es innerhalb der gesetzlichen Fristen ausgeliehen werden kann.
Fristen
Auch hier geht es also wieder um die Fristen.
Während allerdings beim gedeckten Leerverkauf klar gestellt werden muss, dass die Wertpapierleihe zum Verkaufszeitpunkt bereits vollzogen wurde, oder zumindest ein Anspruch auf Eigentumsübertrag auf den Leerverkäufer zum Verkaufszeitpunkt besteht, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Lieferung der Wertpapiere innerhalb der gesetzten Frist vollzogen werden wird, verläuft das Naked Short Selling ohne dass der Naked Short Seller zuvor auch nur daran gedacht hätte, sich das Wertpapier auszuleihen.
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Warum Leerverkäufe für die Finanzmärkte wichtig sind!
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (19.11.09) - Immer wieder - durch die gesamte Geschichte der Finanzmärkte hinweg - standen die Leerverkaufsaktivitäten unter Beschuss. Doch ebenso oft, wie gedeckte oder ungedeckte Leerverkäufe verboten oder eingeschränkt worden sind, wurden diese Verbote und Restriktionen auch wieder aufgehoben.
Wir haben bereits evaluiert, dass Leerverkaufsaktivitäten über die Jahrhunderte hinweg meist erst nach einem Finanzmarktcrash eingeschränkt oder verboten worden sind. (oder während eines Krieges).
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.investor-verlag.de)
Manipulieren Short Seller grundsätzlich den Markt?
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (23.11.09) - Nun beschäftigen wir uns bereits seit einigen Ausgaben - innerhalb einer neuen Reihe - mit den Leerverkaufsaktivitäten. Wir haben uns die Geschichte des Short Selling und die über die Jahrhunderte hinweg eingeführten - und wieder aufgehobenen - Verbote und Restriktionen angesehen. Wir haben uns mit der Funktionsweise der gedeckte und ungedeckten Leerverkäufe beschäftigt. Wir haben uns die Risiken, welche vom Naked Short Selling ausgehen, angesehen.
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@ Richard Ebert [#18]
Warum Leerverkäufe für die Finanzmärkte wichtig sind
Wichtig für die Fianzmärkte sind Sie nur dahingehend das sie Liquidität in den Märkten schaffen.
Letztendlich ist das auch der Springende Punkt warum es Leerverkäufe überhaupt gibt und warum sie erfunden wurden.
Wallstreet lebt nicht davon was Kunden verdienen, sondern was sie Umsetzen. Man lebt von Provisionen.
Kundenaktien die in den Depotbanken brach rumliegen nützen niemand was und aus diesem Grund wurde das Instrument des Leerverkaufes geschaffen.
Das Sie Trendbeschleunigend wirken kann schon sein, aber das tun sie in beide Richtungen. Die die Short gehen müssen dann wenn ihre Spekulation nicht aufgeht wieder eindecken, was zu einem weiteren Anstieg führt usw.
Letztendlich darf auch nicht vergessen werden das die Shorties die sind welche auch dafür sorgen das Aktien wieder gekauft werden.
Leerverkäufe sorgen für Vola, dafür wurden sie geschaffen, für mehr aber auch nicht.
@ benedikt54 [#20]
"... und aus diesem Grund wurde das Instrument des Leerverkaufes geschaffen."
Leer-Verkäufe gibt es an Terminbörsen seit Jahrhunderten.
@ Asamat [#21]
Leer-Verkäufe gibt es an Terminbörsen seit Jahrhunderten.
Die erste Terminbörse wurde 1848 in den USA gegründet. Die CBOT.
Mag schon sein das in der Vergangenheit in Holland der eine oder andere versucht hat mehr zu verkaufen als er hatte, aber mit einer geregelten Börse oder geschweige denn Termmarkt hat das nichts zu tun.
@ benedikt54 [#22]
Du bist Amerikaner, oder?
:-)
Bereits 1550 wurden in Japan an einer Börse „leere Reiskontrakte" gehandelt, d.h. Reis, der nicht vorhanden war. Also Reis-Futures. Hintergrund ist, daß die Samurai als Lehensleute von ihren Fürsten nominell mit Reis entlohnt wurden. Genauer: mit Reis zur Erntezeit, also eigentlich mit Versprechen auf Reis.
Auch in Ägypten und Rom wurde vor 4000 und 2000 Jahren bereits spekuliert, aber das war in der Tat physische Spekulation, d.h. man lagerte das Gut in Warenhäusern.
@ Asamat [#23]
Möglicherweise gab es auch noch ein paar Neandertaler die sich Gegenseitig ein paar Kokosnüsse versprochen haben und dann doch nicht geliefert haben.....
Es gab sicherlich keine offizielle Terminbörse bei den Japsen1? oder?
und das war doch die Aussage.
Eine offizielle Terminbörse und Clearingstelle gab es nur in den USA.
@ benedikt54 [#24]
aus:
http://en.wikipedia.org/wiki/Rice_brokers
"Rice dealers in Kyoto gained business very quickly, and became increasingly organized over the course of the 14th century; by 1400, the need for a central rice market was felt. Established sometime around that year, the Kyoto central rice market set rice prices by an auctioning system, determining, powerfully but indirectly, prices across the country.
...
By 1700 or so, Osaka had become the mercantile center of Japan. Osaka merchants had organized themselves into a national clearinghouse system."
siehe auch:
http://en.wikipedia.org/wiki/D%C5%8Djima_Rice_Exchange
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Was heißt offiziell? Es gab damals keine Staaten im heutigen Sinn, es gab Fürsten (Feudalherren). Du kannst vieles aus dem heutigen Umfeld nicht 1:1 auf frühere Zeiten übertragen. Wenn Du darauf bestehst, daß zu einer Terminbörse Gesetze verabschiedet von einem Parlament, und Verträgen, einklagbar vor einem Gericht mit Gewaltenteilung, vielleicht auch eine von einer Zentralbank garantierten Währung gehören, dann hast Du natürlich recht. Aber für meinen Geschmack hieße das, den Blick zu sehr zu verengen.
@ All
Ohne alles gelesen zu haben:
in vielen Wirtschaftszweigen ist es völlig normal Dinge zu verkaufen, die man gar nicht hat. Wo ist also das Problem?
Diese Probleme können sich aus dem Short Selling ergeben
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (24.11.09) - Im gestrigen Daily haben wir uns mit der Frage auseinander gesetzt, ob Short Selling grundsätzlich einen manipulativen Charakter aufweist und dementsprechend Restriktionen oder gar ein Verbot angebracht wäre.
Bei der Evaluation dieser Frage haben wir uns mit der grundsätzlichen Frage nach der Kausalität von Short Selling und späteren Kursrückgängen befasst. Dabei haben wir herausgefunden, dass selbst die Wissenschaft sich in der Beantwortung dieser Frage nicht einig ist und sowohl Belege für den einen, wie auch den anderen kausalen Zusammenhang bestehen.
Mein Fazit aus den unterschiedlichen Forschungsberichten der Wissenschaft habe ich folgendermaßen zusammengefasst:
* Manipulationen kann es überall und in jedem Markt geben.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.investor-verlag.de)
Ich hoffe nur, dass die einzelnen Häuser nur diejenigen Wertpapiere verleihen, die sie auch wirklich in ihrem Eigenbestand haben und Kundenbestände davon ausgenommen sind.
Es wäre eine schreckliche Vorstellung, wenn man davon ausgehen müsste, dass Kundenbestände ebenfalls "verliehen" werden.
Aber ich denke, dass sich die Wertpapierleihe dahingehend in einem gesetzlich reglementierten Rahmen bewegt.
Bei einem normalen Aktiendepot darf der Broker die Aktien nicht weiter verleihen. Anders sieht es aber wohl bei einem Marginaccount aus bzw. wenn man einen Wertpapierkredit in Anspruch nimmt. Siehe Lehman bzw der australische Retailbroker der vor einem Jahr oder so pleite ging.
Short Seller tragen zu einer effizienten Preisbildung im Markt bei
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (25.10.09) - Nachdem wir uns gestern mit den Problemen beschäftigt haben, welche sich aus dem Short Selling ergeben können, wollen wir heute noch einmal Argumente zusammentragen, welche die Bedeutsamkeit der Leerverkäufe für eine ungestörte Funktionsweise der Finanzmärkte unterstützen.
Sehen wir uns noch einmal an, wie die SEC die Wichtigkeit des Short Selling für die Finanzmärkte formuliert:
o Leerverkäufer tragen zu einer effizienten Preisfindung im Markt bei
o Leerverkaufsaktivitäten tragen dazu bei Blasen abzuschwächen
o Leerverkaufsaktivitäten tragen dazu bei die Liquidität in einem Markt zu erhöhen
o Leerverkaufsaktivitäten unterstützen die Kapitalbildung
o Leerverkaufsaktivitäten erleichtern Absicherungsstrategien und andere Management-Aktivitäten
o Leerverkaufsaktivitäten limitieren nach oben gerichtete Marktmanipulationen (also Manipulationen, welche einen Kursanstieg zum Ziel haben)
Leerverkäufer tragen zu einer effizienten Preisbildung im Markt bei
Das zentrale Argument, welches für die Leerverkaufsaktivitäten spricht (und auch als ein zentrales Argument dafür Sorge trägt, dass Restriktionen und Verbote im Laufe der Geschichte immer wieder aufgehoben worden sind) ist folgendes: wenn Short Selling verboten wird, dann werden zwangsläufig nicht alle relevanten Informationen im Aktienkurs wieder gespiegelt.
Eine der ältesten Begründungen für diese Argumentation liefert Edward Miller in seinem 1977 im Journal of Finance veröffentlichten Bericht "Risk, Uncertainty and Divergence of Opinion". Er beginnt mit der Beobachtung, dass bullische Investoren Long Positionen einnehmen und bärische Investoren leerverkaufen.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.investor-verlag.de)
Short Selling trägt dazu bei, die Liquidität in einem Markt zu erhöhen
Von Miriam Kraus
Rohstoff-Daily (30.11.09) - Heute wollen wir uns mit einem weiteren Argument beschäftigen, welches die Bedeutsamkeit von Leerverkaufsaktivitäten für eine ungestörte Funktionsweise der Finanzmärkte unterstützt.. Das Thema Short Selling beschäftigt uns nun mittlerweile bereits seit 3 Wochen und wir wollen nun auch langsam (nach Risiken und Vorteilen von Short Selling und Naked Short Selling; der Meinung der Wissenschaft in Bezug auf die Kausalität von Short Selling und Kursrückgängen; einer Auseinandersetzung mit der Geschichte des Short Selling und den Verboten und Restriktionen) zum Ende dieser Reihe kommen. Bevor wir uns allerdings zum Abschluss dem Thema Short Selling an den Termin- und Optionsmärkten widmen, möchte ich zunächst noch auf folgende wichtige These eingehen:
Short Selling trägt dazu bei, die Liquidität in einem Markt zu erhöhen
Wie wichtig Leerverkaufsaktivitäten für die Finanzmärkte sind, lässt sich bereits daran absehen wie hoch das Volumen des Short Selling am Gesamtmarkt ist.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.investor-verlag.de)