benedikt54
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12 Jahre 9 Monate

Lidl: Tagesgeld-Konto vom Discounter. 4,8% Zinsen

Auch nicht gerade neu der Artikel, aber er war mir neu.

http://infopirat.com/bm_lidl-tagesgeld-konto-vom-discounter-48-zinsen

Das heisst nun, das ich meine Bananen und Klooreiniger kaufen kann und auch mal eben meine 20.000 Euronen anlegen kann.

Ich habe das gestern vorm Kinobesuch so nebenbei im Lokal bei bekannten erwähnt. Im übrigen verstehe ich nicht, warum die Lautstärke im Kino so aufgedreht wird das man davon einen Hörschaden bekommt, aber das nur nebenbei.

Da war dann auch wieder ein Oberschlauer (aus Düsseldorf) am Tisch, welcher gemeint hätte wir haben keine Ahnung. Er hat sein Geld bei der Stadtsparkasse München zu 8,5% angelegt. 850 Jahre Stadtsparkasse.

Auf meine Frage wo der Haken sei? Es gäbe keinen. Doch es gibt ihn. Der Zinssatz ist nur 6 Monate garantiert und es wird nur die Hälfte des Kapitals angelegt. Die andere Hälfte muss in einen Investmentfond angelegt werden.

Also bekommt er 8,5% auf die Hälfte und kauft sich ein Risiko ein was die Performance unkalkulierbar macht.

Mal abgesehen davon dürfte der Aufgabeaufschlag den Zinsvorteil wohl wieder auffressen.

Tolles Jubiläum

Geschrieben von benedikt54 am
Archie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Nepper, Schlepper, Bauernfänger.

Das Geschäftsgebaren der Geldinstitute ist schon lange nicht mehr vertrauenswürdig, da hilft auch das ganze seriöse Getue im schwarzen Anzug nichts. Der Erosions-Prozess geht auf allen Ebenen unaufhaltsam weiter.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Archie [#2]

Sie sollten das nicht verallgemeinern. Ich kenne Ihren Beruf nicht, sofern Sie einen haben, zum Beispiel Archiologe.

Dann würde ich schreiben: Das Geschäftsgebaren der Archiologen ist schon lange nicht mehr vertrauenswürdig, da hilft auch das ganze seriöse Getue im grauen Anzug nichts. Der Erosions-Prozess geht auf allen Ebenen unaufhaltsam weiter.

Können Sie irgendeinen Beruf als uneingeschränkt seriös und vertrauenswürdig bezeichnen ?

Wie gesagt, Verallgemeinerungen sind nicht angebracht, die gehören an den Stammtisch nach Genuss einiger Gläser Alkohol oder in die Zeitschrift mit den roten Balken.

Gast

@ Richard Ebert [#3]

Ich kenne Ihren Beruf nicht, sofern Sie einen haben, zum Beispiel Archiologe.

Muhahaha. :-) Das ist der erste witzige Beitrag von Richard Ebert, an den ich mich erinnern kann. Bitte weiter so! :-)

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Livetour [#4]

Sie haben ja ein sonniges Gemüt wenn man über sowas lachen können.

@ Richard Ebert [#3]

Klar das man nicht verallgemeinern kann, aber es gibt Richtungen und Tendenzen.
Da ich selbst über 20 Jahre in diversen Banken gearbeitet habe, erlaube ich mir zu sagen das ich weis worüber ich rede.

Seriösität dokumentiert sich dadurch das man nicht die Unwissenheit und Unerfahrenheit der Kunden ausnutzt. Sie selbst haben das Wissen und die Kompetenz sicher gegenüber ihren Vetragspartner Bank aufzutreten. Ihnen braucht man nichts zu erzählen. Der Gegenüber weis das und versucht es auch gar nicht.
Sogesehen dürften Sie wohl kaum Probleme mit Banken haben.

Der unerfahrene Anleger oder der Kreditnehmer welche die Bank braucht und auf deren Beratung und Erfahrung hofft, wird leider anderes behandelt. Klar gab es auch schon vor 20 Jahren schwarze Schafe, aber die Tendenz ist klar in Richtung gnadenloser Verkauf zu lasten der Kunden .

Ich könnte noch massenhaft praktische Beispiele nennen, aber das würde hierden Rahmen sprengen und sie dürften verstanden haben was ich meine.

Sogesehen hat Archie serwohl recht mit seiner Feststellung. Stammtischgeschwätz wird oft in Verbindung mit Unwissenheit und Dummheit gestellt. Mag sein das viele Menschen nicht die Details kennen aber sie haben sehr oft das richtige Gespür dafür ob die Dinge richtig oder falsch laufen. Das ist übrigens auch in der Politik so.

Archie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ benedikt54 [#5]

Genau solche Dinge meine ich. Sie haben mit Ihrer Beschreibung den Nagel auf den Kopf getroffen, insbesondere was den unterschiedlichen Umgang mit dem unbedarften und dem informierten Kunden angeht.

@ Richard Ebert [#3]

Sie müssen schon genau lesen.

Es ging nicht um die Berufsgruppe oder das Fehlverhalten einzelner Angestellter, sondern um das Geschäftsgebaren der Bankinstitute.

Verantwortlich dafür ist in jedem Fall die Geschäftsleitung, da sie die Unternehmensphilosophie vorgibt. Die Führungsebene sollte Transparenz und korrekte Gestaltung der angebotenen Produkte sicherstellen sowie für die faire Behandlung des Kunden einstehen.

An den genannten Kriterien mag man „maßgeschneiderte“ Produkte prüfen, wie z. B. das unter [#1] beschriebene. Es ist symptomatisch, dass heute jedes Geldinstitut damit aufwarten kann.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ benedikt54 [#5]
@ Archie [#6]

Ich war selbst 10 Jahre bei zwei Banken tätig, bevor ich mich vor 30 Jahren selbständig gemacht habe. Damals gab es bereits erste Ansätze, auch mit Hilfe von Prämienzahlungen, den Produktabsatz anzukurbeln.

Einer meiner Gründe, neben dem Drang selbst zu bestimmen was ich tun und lassen sollte, war tatsächlich, dass ich dieses Marketing nicht mit meinem Gewissen vereinbaren konnte. Nicht lachen, das gab es bei mir und gibt es noch immer.

Meine Aufgabe habe ich bei Geldanlagen schon immer gesehen, bei gleichem Risiko mehr Gewinn zu erzielen oder bei gleichem Gewinn ein geringeres Risiko einzugehen und dies natürlich den Kunden zu empfehlen.

Dass sich dieses bis heute extrem verschlimmert hat ist mir bekannt, auch aus regelmässigen Gesprächen mit meinen früheren Kollegen. Es ist aber auch ein offenes Geheimnis.

Bis dahin sind wir uns wohl einige.

Auf was ich aber Wert lege, daher mein Beitrag ist die Tatsache, ein Fehlverhalten keinesfall auf die Bankenbranche beschränkt ist, sondern immer weitere Kreise von Wirtschaft und Politik befällt. Die täglichen Nachrichten über das Fehlverhalten von Firmenbossen und Politikern, zum grossen Teil mit finanzieller Bereicherung verhalten und ohne jedes Unrechtsbewusstsein, kotzt mich immer mehr an.

IngoM
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Richard Ebert [#7]

es gab doch hier im Forum vor einiger Zeit einen geposteten Artikel aus der Wirtschaftswoche, in dem eine Bankmitarbeiterin über den hohen Druck klagte, jede Woche ihre Vertriebssziele schaffen zu müssen.

Thema: Bankberatung: Zustände wie in einer Drückerkolonne
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=66743

@ benedikt54 [#1]
diese Kombiangebote (Festgeld mit Lockzinsen + Fonds) sind inzwischen eine Masche in der Branche. Archies Charakterisierung aus [#3] ist absolut zutreffend.

@ Archie [#6]
Die Führungsebene sollte Transparenz und korrekte Gestaltung der angebotenen Produkte sicherstellen sowie für die faire Behandlung des Kunden einstehen.

na, die Mitarbeiter sind ja selber schuld dran. Wenn die Mitarbeiter und ver.di auch für einfache Tätigkeiten saftige Gehaltssteigerungen und ein attraktives Gehalt im Vergleich zu manch anderen Berufen, die viel schwerer sind, fordern, darf eben auch nicht vergessen werden, dass die Mitarbeitervergütung operativ zunächst erwirtschaftet werden muss. Vertriebssziele gibt es daher nicht von ungefähr.

AAA
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Richard Ebert [#7]
"Auf was ich aber Wert lege, daher mein Beitrag ist die Tatsache, ein Fehlverhalten keinesfall auf die Bankenbranche beschränkt ist, sondern immer weitere Kreise von Wirtschaft und Politik befällt."

Aber die Leute sind doch selbst Schuld! Das wundert mich immer mehr. Keiner ist gezwungen zu Bank XY zu gehen. Sollen sie doch zur GLS Bank gehen.

Geld ist für den Menschen da! http://www.gls.de/

Oder warum bei Schlecker und Lidl einkaufen (jeder kann in der Presse nachlesen was für Assgeier dort sitzen u. welcher Machenschaften praktiziert werden), wenn dm in der Nähe ist?

Diese Kausalität (Zitat unten) hat die Masse anscheinend noch nicht ansatzweise kapiert:

"Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen."
http://de.wikipedia.org/wiki/John_Ruskin

Wer (darauf) nicht hören will muß eben fühlen...

Der Konsument hat theoretisch soviel Macht, läßt sich aber ständig an der Nase rumführen. Geiz ist wohl die geilste Dummheit die es gibt. ;)

rodeonrwdeo
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Was hat denn dies nun alles mit der Überschrift zu tun?

Da finde ich die Produktbezeichnungen bei Lidl doch zutreffender!

gute Nacht

blaky
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Das ganze war doch eine Aktion der Volkswagenbank. Lidl hat dieses Angebot doch nur in seinen Filialen verkauft. Daher finde ich den o.g. Artikel schon ziehmlich verwirrend, weil da so getan wird, als wenn Lidl Bankgeschäfte durchführt. Das ist aber Quatsch.

wuelle
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ benedikt54 [#5]

Seriösität dokumentiert sich dadurch das man nicht die Unwissenheit und Unerfahrenheit der Kunden ausnutzt.

Das bringt die Sache sehr schön auf den Punkt. Seriösität in diesem Sinne ist der Finanzbranche, daß schließt andere Branchen natürlich nicht aus, weitestgehend abhanden gekommen.

Man wird sehen, ob sich eine gegenläufige Entwicklung etablieren wird. In diesem Zusammenhang kann man dem Buch von Folker Hellmeyer "Endlich Klartext" nur eine weite Verbreitung wünschen.

@ AAA [#9]

Neulich sagte mir ein Handwerker, daß in der Schweiz derjenige die Ausschreibung gewinnt, der das zweitniedrigste Angebot abgegeben hat. Das sollte man in Deutschland auch einführen. Daraus resultieren einige positive Implikationen.

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