Richard Ebert
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Manager sollen für Versagen zahlen

Manager sollen für Versagen zahlen

Von Andreas Thewalt

Bild.de (23.04.09) - Die große Koalition will die geplanten neuen Regeln für Manager nochmals verschärfen! Darauf verständigten sich am Donnerstag Unterhändler der Fraktionen von CDU/CSU und SPD in Berlin.

So sollen nach BILD.de-Information Manager künftig nicht mehr alle Schäden auf Versicherungen abwälzen können, sondern dafür mit maximal bis zu einem Jahresgehalt selbst einstehen!

Der stellvertretende Unionsfraktionschef Wolfgang Bosbach (CDU) sagte dazu BILD.de, nach geltender Rechtslage müssten Manager bei schuldhaftem Verhalten eigentlich schon heute persönlich und in voller Höhe haften. Doch werde dieses Haftungsrisiko in der Regel auf Versicherungen überwälzt. Meistens seien sogar die Versicherungsprämien Gehaltsbestandteile der Führungskräfte.

Künftig soll nach dem Willen der Koalition eine Versicherung nicht mehr komplett für einen Schaden aufkommen dürfen. Vielmehr soll es eine Selbstbeteiligung geben. Manager sollen bei entsprechend schuldhaftem Verhalten im Schadensfall auf jedem Fall mit einem Jahresgehalt (Fixgehalt plus variabler Vergütung) persönlich einstehen müssen. Bosbach zu BILD.de: „Wir gehen davon aus. dass derjenige, der weiß, dass er trotz Versicherung auch persönlich haftet, noch sorgfältiger arbeiten wird.“

Ferner einigte sich die Koalitionskommission auch auf eine Begrenzung der Aufsichtsratsmandate, die eine Person gleichzeitig haben darf. Nach Angaben von SPD-Bundestagsfraktionsvize Joachim Poß ist daran gedacht, die Höchstzahl der Mandate von bisher zehn auf fünf zu begrenzen. Hier gibt es laut Koalitionskreisen aber noch verschiedene Detailfragen zu klären.

Außerdem sollen erfolgsabhängige Bestandteile der Managervergütung – die sogenannten Boni – erst nach dem Ausscheiden des Managers aus der Firma ausgezahlt werden können.

Zudem soll es eine Karenzzeit für Manager geben, die aus einem Vorstand ausscheiden und in den Aufsichtsrat desselben Unternehmens wechseln möchten. Dazwischen soll künftig eine Pause von zwei Jahren liegen.

Grund laut Koalitionskreisen: Beim sofortigen Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat sei nicht zu verhindern, dass ein Manager dann gleich seine eigene Leistung beurteile, und diese dann eher wohlwollend”. Deshalb sei eine Sperrfrist von zwei Jahren für den Wechsel sinnvoll. Eine Ausnahme soll es hier für Familienunternehmen geben, wo Manager also gleichzeitig eine wesentliche Beteiligung am Unternehmen halten.

Bosbach: „Da geht es beim Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat des Unternehmens in der Regel um die Generationen-Nachfolge. Die wollen wir nicht behindern oder gar verhindern.“

Nicht in allen Punkten sind sich die Koalitionäre einig. Poß verwies darauf, dass die Union nicht bereit sei, eine indirekte Begrenzung der Managervergütung über das Steuerrecht mitzutragen. Auch eine Einführung einer Börsenumsatzsteuer habe die Union abgelehnt.

Offene Fragen sollen bei einer weiteren Sitzung in zwei Wochen geklärt werden. Die Koalition plant, das Gesetz spätestens Mitte Juni im Bundestag zu verabschieden. Der Bundesrat soll das Gesetz dann Anfang Juli abnicken.

(Quelle: http://www.bild.de/BILD/politik/2009/04/23/koalition-will-noch-schaerfere/regeln-fuer-manager-sie-sollen-fuer-versagen-zahlen-jahresgehalt.html)

Geschrieben von Richard Ebert am
Asamat
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Ich habe es gerade in den Nachrichten gehört ... und bin sprachlos. Langsam wird es zur Hexenjagd. Als ob Manager absichtlich Fehler machen würden.

Vielleicht könnte man es noch ausdehnen. Wenn jemand bei VW am Band einen Fehler macht, oder wenn ein Programmierer einen Fehler ins Programm einbaut, auch Lohnabzug bis zu einem Jahresgehalt.

gautama2
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@ Asamat [#2]

Keine Angst, da werden nur die Claims für den Wahlkampf abgesteckt.
Schimpfen gegen allgemein anerkannte Sündenböcke bringt Stimmen.

Gruß

Kobban
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@ gautama2 [#3]

Vielleicht wird Rache wieder zur sozialen Pflicht werden und man führt das echte Duell (diesen letzten Seufzer des (Geld)Adels) wieder ein?!

Die Duelle - jeweils ein Politiker gegen einen Banker - würden natürlich life im TV übertragen.

gautama2
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@ Kobban [#4]

weniger blutig könnte man Banker und Politiker auch in die Schmuddelecke des Big Brother Hauses mit ein paar dieser Proleten, die sonst immer dort hausen, einquartieren. Dann würde sogar ich mir diese Sendung ansehen.

Asamat
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@ Kobban [#4]
"... man führt das echte Duell ... wieder ein ..."

Außenpolitisch wäre das doch mal eine Variante zu Weltkriegen und Kernwaffen. Wir renovieren das Kolosseum, und die jeweiligen Politiker, die Ansprüche an ihres Nachbars Gebiete haben, dürfen diese als Gladiator persönlich durchzusetzen versuchen.

Ist ein bißchen unglücklich sowohl für Feministinnen wie USA-Skeptiker: Merkel müßten wir natürlich aus Staatsraison sofort ersetzen, und drüben würden sie die Verfassung ändern, um den Terminator dran zulassen ...

gautama2
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@ Asamat [#6]

So ähnlich wie hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rollerball_(1975)

Richard Ebert
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Linke: Manager einfach mal einsperren

n-tv (24.04.09) - SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan hat ihre Warnung vor sozialen Unruhen als Folge der Finanzkrise verteidigt. "Wir müssen verhindern, dass die von vielen empfundene Enttäuschung zu einer explosiven Stimmung führen könnte", sagte Schwan dem "Focus". Während Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck dies zurückwiesen, rief die Linke indirekt zu Übergriffen auf Manager auf.

Schwan sagte, sie rechne zwar nicht mit brennenden Barrikaden.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.n-tv.de/1142895.html)

deriva
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Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, erklärte mit Blick auf die Verhältnisse in Frankreich, es könne sein, dass „der soziale Friede – eine wichtige Sache gerade in Europa für die Stabilität – dass dieser in Gefahr ist“.

http://www.focus.de/politik/deutschland/gesine-schwan-politiker-veraergert-ueber-angstparolen_aid_392708.html

tantan
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@ Asamat #2

Zur Zeit bekommen Versager noch Millionen-Abfindungen. Dadurch vertreten sie auch nicht unbedingt die Interessen der Eigentümer. Belohnung bei Erfolg und bei Misserfolg macht gierig und risikoblind. Die jenigen, die das Risiko jetzt schultern müssen, regen sich zu recht auf. Ob Fehler absichtlich oder grob fahrlässig begangen wurden ist eher strafrechtlich relevant. Der Vergleich mit einem Arbeiter ist weltfremd.

Ein Arbeiter am Band verliert den Job wenn er oder das Management Fehler macht. Selbst wenn es eine Abfindung geben sollte bleibt es ein harter Schlag.

Das Problem ist doch, das die Volkswirtschaft und die Kapitalgeber Verlierer der Krise sind. Und die Verursacher sind die Gewinner. Und weil das Ungleichgewicht nicht so einfach wieder hergestellt werden kann, drückt sich der Unmut des Volkes in Übertreibungen zur anderen Seite aus.

Asamat
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@ tantan [#10]

Du hast recht damit, daß die großen Abfindungen, die in jedem Fall gezahlt werden, falsch sind. Aber es sollte Sache der Eigentümer sein, das zu ändern, nicht Sache des Gesetzgebers.

Die riesigen Abfindungen bekommen ein Teil der obersten Top-Manager, d.h. ein winziger Bruchteil aller Manager. Kein Manager der unteren oder mittleren Ebene hat solche Verträge. Mein Vergleich mit den Arbeitern ist nur dann so weit hergeholt, wenn Du wiederum an die denkst, die auch diese Abfindungen bekommen. Die Arbeit eines normalen Managers auf unterster Ebene ist der eines fachlichen Mitarbeiters (vielleicht nicht gerade am Band, aber z.B. in einer Software-Firma) nicht so unähnlich.

Wenn Manager (große) Fehler machen, verlieren Angestellte ihren Job. Ja, das ist so. Es ist bedauerlich, aber unabänderlich. Es ist Aufgabe der Manager, solche Entscheidungen zu treffen; irgendjemand muß sie treffen. Und da Manager Menschen sind, machen sie Fehler. Je schwerwiegender eine Entscheidung, um so unsicherer ist die Information, die zur Verfügung steht; d.h. je schwerwiegender die Entscheidung, um so größer die Wahrscheinlichkeit, daß man auch falsch liegen kann. Das liegt in der Natur der Sache und ist nicht zu vermeiden, wenn man irgendetwas von Unternehmertum beibehalten will. Die Alternative ist eine Beamtenwirtschaft mit 5-Jahresplänen; dort macht niemand Fehler, weil sich nämlich alle hauptsächlich damit beschäftigt, Risiken zu vermeiden und ja nicht den Kopf auszustrecken. So wird am besten gar nichts entschieden.

Ich stelle mir vor, wie ich mich als Manager verhalten würde, wenn meine Entscheidungen nach Jahren (im Nachhinein!) auf Fehler untersucht würden, und nicht das Unternehmen das Risiko dafür tragen kann, sondern ich es (bis zur Höhe von einem Jahresgehalt) muß. In meinen Augen ist die klare Folge, daß Aktiengesellschaften weniger unternehmerisch und mehr wie Staatsbetriebe werden werden; umgekehrt werden Unternehmen, die reaktionsschnell und unternehmerisch bleiben wollen, sich hüten, an die Börse zu gehen, sondern in den Händen von Privateigentümern bleiben.

"Das Problem ist doch, das die Volkswirtschaft und die Kapitalgeber Verlierer der Krise sind."
Alle (außer die paar, die mit so viel Geld entlassen wurden) sind Verlierer der Krise; d.h. einschließlich mehr als 99% der Manager.

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Ich kann immer nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich in den Nachrichten sehe, wie Leute entlassen werden müssen, und ein Gewerkschaftsvertreter im Brustton moralischer Überzeugung sagt: "das liegt an Management-Fehlern". Ja, natürlich liegt es daran. Immer, wenn in einem Unternehmen viele Leute entlassen werden, gingen Fehler der Unternehmensleitung voran. Aber was berechtigt den Gewerkschafter, der Firmenleitung das als moralisch verwerflich vorzuwerfen? Glaubt er wirklich, die Oberen der Firma würde nicht lieber ein wachsendes Unternehmen leiten und niemanden entlassen? Und wenn sie gewußt hätten, wie man das macht, welcher Weg falsch und welcher richtig ist, hätten sie nicht entsprechend gehandelt?

Ich kapiere einfach ganz generell nicht, wie man jemandem vorwerfen kann, Fehler zu machen. Das macht doch niemand gerne oder freiwillig.

gautama2
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@ Asamat [#11]

Dieser Gewerkschaftsvertreter muss doch ein Riesenrindvieh sein.
Im Aufsichtsrat hockt doch meist ein Gewerkschafter/Betriebsrat mit drin.
Wenn die zu dämlich sind genau hinzuschauen, lieber billig in der Weltgeschichte umher fliegen (Bsirske) und erst hinterher aufwachen und dann noch über Managementfehler meckern, dann hab ich dafür Nulltoleranz. Das Pack, das einen derartigen Unsinn absondert soll sich zum Teu.. scheren, aber nicht zu dem in Baden-Württemberg.

Gruß

tantan
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@ Asamat [#11]

Es geht hier um eine Selbstbeteiligung im Haftungsfall einer Management-Haftungversicherung. Die betrifft meines Wissens nach nur das hohe Management. Also Vorstand ,Aufsichtsrat und Direktoren. Die jenigen die nicht nur einen Dienstwagen, sondern auch noch einen Fahrer haben.

AAA
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@ Asamat [#11]
Ich kapiere einfach ganz generell nicht, wie man jemandem vorwerfen kann, Fehler zu machen. Das macht doch niemand gerne oder freiwillig.

Das ist auch meiner Meinung nach Blödsinn. Aber, wo wird denn heute "Nachhaltig" gewirtschaftet? Braucht man sich zB. nur die Angebote/Verträge bei Tel/Internet etc. anschauen, die sind "alle" auf Abzocke aus.
Im ersten Monat nur 9,99 EUR** (**ab dem 2. Monat nur 29,99 EUR) Es geht nur ums Verkaufen, nicht um wirklichen Mehrwert. Dem KUnden gehts nur darum möglichst billig zu kaufen, wirklicher Mehrwert, großes Fragezeichen.

Ich hab das Gefühl, alle sind in diesem Teufelskreis von billiger und billiger gefangen und keiner kann mehr ordentliche Qualität zu einem vernünftigen Preis verkaufen. Und dann regt man sich aber auf, dass nix funktioniert... mich wunderts nicht.

Die Leute sind doch selber Schuld, zB beim Lidl-Skandal, ich hab nichts von einem wirklichen Konsumenten-Boykott gelesen, die Leute rennen doch trotzdem dorthin zum einkaufen. Dazu braucht es sicher keine Aufrufe von LINKEN Politikern?

„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“
http://de.wikipedia.org/wiki/John_Ruskin

So sehe ich das auch in Bezug auf die generelle Nachhaltigkeit.

Richard Ebert
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Vergütung für Bankmanager: EU geht Fetten Katzen ans Fell

Financial Times Deutschland, FTD (24.04.09) - Fat Cats: So heißen im angelsächsischen Sprachgebrauch vermeintlich überbezahlte Manager. Die sollen nach Meinung der Brüsseler Behörde nun schlanker werden. Ein Teil des Vorschlags: Wer beim Leistungsnachweise mogelt, soll auch Jahre später nach zurückzahlen müssen.

Die EU will Finanzmanagern mit Vorschriften zu Bonuszahlungen und Abfindungen die Jagd nach kurzlebigem Erfolg austreiben.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.ftd.de/politik/europa/:Verg%FCtung-f%FCr-Bankmanager-EU-geht-Fetten-Katzen-ans-Fell/504855.html)

gautama2
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@ AAA [#14]

Genau deshalb sage ich immer man muss es sich leisten können, geizig zu sein.

Wer im oberen Preissegment kauft, lebt im Grunde spottbillig, das wirkt sich aber erst über die Zeit aus. Zeit ist Geld.

Wer kein Geld hat, der muss billig kaufen und wird immer über den Tisch gezogen, weil er gleich morgen wieder für das gleiche Produkt an der Kasse steht. Das liegt in der Natur der Dinge, wie der Wikipedia Link deutlich macht.

Kostenlose Autobahnen, kostenloses Schulsystem etc. Das ist alles ein Weg in Richtung Abgrund, da kann man Steuern hin und her verschieben wie man will, am Ende muss man für Leistung bezahlen. Ob das jeder Einzelne tut, oder über den Steuerumweg, spielt keine Rolle, aber über den Steuerumweg kann man noch ein paar Dumme für sich Kreuzchen machen lassen, und die sterben ja bekanntlich nicht (schnell genug) aus.

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