Märkte Europa: Aktien verringern dank US-Konjunkturdaten Verluste

DJ MÄRKTE EUROPA/Aktien verringern dank US-Konjunkturdaten Verluste

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit einem versöhnlichen Schluss haben sich Europas Kapitalmärkte am Gründonnerstag in das lange Oster-Wochenende verabschiedet. Ein neuerlicher Kurseinbruch angesichts der Sorgen um die Verschuldung Spanien mit zeitweise über 1 Prozent Minus wurde fast vollständig wieder aufgeholt. Auf der Suche nach sicheren Häfen flüchteten die Anleger indessen wieder in deutsche Anleihen. Der Terminkontrakt auf Bundesanleihen sprang auf ein neues Allzeit-Hoch, der Euro ging auf Tauchkurs.

Erholung gab es erst nach positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen dort auf ein Vier-Jahres-Tief. Der Euro-Stoxx-50-Index der europäischen Großunternehmen ging danach mit einem moderaten Minus von 0,2 Prozent oder 6 Punkten bei 2.393 aus dem Handel. Nachrichtlich im Fokus stand im umsatzarmen vorösterlichen Handel der Sprung des Schweizer Franken über die magische 1,20er-Grenze.

Spanien-Sorge dauert an

Die Sorge vor einem Wiederaufflammen der Schuldenkrise trieb die Renditen zehnjähriger spanischer Anleihen auf 5,72 Prozent und sorgte am Aktienmarkt zunächst noch für eine Fortsetzung des Kurseinbruchs seit Dienstag. Der Euro fiel zum US-Dollar deutlich unter die Marke von 1,31 Dollar. Mit 1,3060 Dollar setzte er seinen Abwärtstrend ungebremst fort. Gleichzeitig markierten die Bund-Futures mit 139,38 Prozent ein neues Allzeit-Hoch. Händler machten als Kurstreiber daneben Kommentare von US-Notenbank-Gouverneur Bullard aus. Er verwies darauf, dass die US-Zinsen derzeit kein Signal für einen Inflations-Anstieg gäben.

Der in der Vergangenheit als Fluchtwährung beliebte Schweizer Franken sprang kurzzeitig über den von der Notenbank des Landes bei 1,20 Franken faktisch festgeschriebenen Wechselkurs zur Gemeinschaftswährung. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wehrte sich dagegen mit Interventionen: Nach Schätzung von Devisenhändlern setzte sie mindestens 1 Milliarde Euro ein, um das Wechselkursziel zu verteidigen. Das Ziel wurde damit erstmals seit seiner Ausrufung im September 2011 durchbrochen.

Nicht alle Händler rechnen nun aber mit einem Angriff auf die Kursziele der Schweizer Zentralbank. Die Bewegung "war übertrieben wegen sehr geringer Liquidität", sagte Thomas Flury, Währungsstratege bei der UBS: "Es würde schon sehr schlechte Fundamental-Nachrichten brauchen, um einen erneuten Test des Kursziels zu provozieren".

Im Marktfokus stehen nun die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten für März am Karfreitag. Die Märkte können in den USA darauf erst am Montag reagieren, in Europa am Dienstag. In den vergangenen drei Monaten wurden jeweils mehr als 200.000 neue Stellen geschaffen. Für den März prognostizieren Volkswirte 203.000 neue Stellen. Lässt man die nur vorübergehend geschaffenen Stellen im öffentlichen Sektor außen vor, wäre dies die stärkste Belebung seit sechs Jahren. "Eine günstigere Arbeitsmarktsituation sollte den Konsum stützen", sagte Joseph LaVorgna von der Deutschen Bank. Und von diesem hängen 70 Prozent der Wirtschaftsleistung in den USA ab.

Finanzwerte am Abend erholt - Konsumgüter als Hort der Stabilität gesucht

Finanzwerte konnten sich von zwischenzeitlich kräftigen Kursverlusten am Abend erholen. Vor allem italienische Banken waren am Mittag noch mit über 5 Prozent in den roten Bereich gerutscht. Mit 0,5 Prozent Minus zum Handelsschluss erholte sich der Sektor jedoch deutlich. Versicherer schlossen sogar 0,1 Prozent fester. Unicredit in Italien grenzten ihre Verluste auf 3,1 Prozent ein, Intesa auf 1 Prozent. In Frankreich schlossen Credit Agricole 2 Prozent leichter. Deutsche Bank schafften hingegen den Sprung ins Plus mit 0,1 Prozent auf 35,16 Euro.

Nur Konsumgüter-Hersteller waren im Tagesverlauf einheitlich gesucht. Anleger betrachten die Branche in Zeiten konjunktureller Unsicherheit als Hort der Stabilität. Unter anderem legten PPR Pinault-Printemps um 0,6 Prozent zu, adidas um 1,6 Prozent und Hugo Boss sogar um 4,1 Prozent.

Auto-Minus nur wegen Daimler-Dividende

Mit 0,8 Prozent Minus stellte der Index der Auto-Werte nur optisch den Tagesverlierer. Die Dividenden-Zahlung bei Daimler wird hier nicht eingerechnet, das Kursminus von 4,1 Prozent auf 42,85 Euro belastete daher den Index. Da Daimler jedoch eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie an die Investoren ausschüttete, schloss die Aktie tatsächlich im Plus. Auch Porsche stiegen nach guten Absatzzahlen um 0,5 Prozent auf 43,68 Euro. Besonders gut lief es in China: Der Absatz sprang dort um nahezu zwei Drittel. Spitzenreiter unter den Porsche-Modellen blieb der Cayenne. Fiat legten um 3,7 Prozent zu, Renault um 1,9 Prozent.

Tagesgewinner mit 1,8 Prozent Aufschlag waren die Minen-Werte. Hier mehren sich die Hoffnungen auf Zinserleichterungen in China. Sie würden vor allem den Rohstoff-Werten zugute kommen. Rio Tinto stiegen um 1,6 Prozent, XStrata um 3,5 Prozent und Glencore sogar um 5,8 Prozent. .=== .

Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2392,54 -5,92 -0,2% 3,3 . Stoxx-50 2427,31 -0,19 -0,0% 2,4 . Stoxx-600 259,07 0,31 +0,1% 5,9 Frankfurt XETRA-DAX 6775,26 -8,80 -0,1% 14,9 London FTSE-100 5723,67 19,90 +0,3% 2,8 Paris CAC-40 3319,81 6,34 +0,2% 5,1 Amsterdam AEX 314,91 1,04 +0,3% 0,8 Athen ATHEX-20 270,26 2,25 +0,8% 2,0 Brüssel BEL-20 2253,73 -8,72 -0,4% 8,2 Budapest BUX 18203,20 26,42 +0,1% 7,2 Helsinki OMXH-25 2124,11 7,15 +0,3% 9,4 Istanbul NAT30 75222,38 -644,61 -0,8% 21,9 Lissabon PSI 20 5361,30 -4,41 -0,1% -2,5 Madrid IBEX-35 7660,50 -0,20 -0,0% -10,6 Mailand FTSE-MIB 15216,02 -29,90 -0,2% 0,8 Moskau RTS 1642,62 10,41 +0,6% 18,9 Oslo OBX 0,00 0,00 0% -100,0 Prag PX 936,70 -11,60 -1,2% 2,8 Stockholm OMXS-30 1036,40 -5,21 -0,5% 4,9 Warschau WIG-20 2263,35 6,29 +0,3% 5,5 Wien ATX 2059,73 -32,36 -1,5% 8,9 Zürich SMI 6163,49 -3,30 -0,1% 3,8

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 7.00 Uhr Mi, 18.00 Uhr EUR/USD 1,3059 -0,74% 1,3156 1,3128 EUR/JPY 107,5291 -0,63% 108,2097 108,4816 EUR/CHF 1,2018 -0,14% 1,2034 1,2038 USD/JPY 82,3430 0,09% 82,2700 82,6300 GBP/USD 1,5826 -0,49% 1,5903 1,5877 .===

DJG/mod/cln (END) Dow Jones Newswires
April 05, 2012 12:54 ET (16:54 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

Geschrieben von Gast (nicht überprüft) am
scorpion260
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ benedikt

1 Milliarde mußte die SNB heute (u.a. für Deine Aktion) einsetzen*g.

Wie unsozial von Dir*g.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ scorpion260 [#2]

Am Karfreitag haben da wohl einig die dünnen Umsätze für ein kleines Schlachtefest genützt.

DB Indikator 6660 Dax

scorpion260
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ benedikt54 [#3]

Ja, habs gesehen.
Danke.

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