Max Otte: Der Mann, der Crash, die Performance ?
Wiewohl man diesen Max Otte kaum einen schönen Mann nennen kann (siehe Photo), so hat mich sein Buch "Der Crash kommt" doch sehr beeindruckt. Leider habe ich es zwei Jahre zu spät gelesen bzw. soeben ausgelesen. Aber er hat die Lage damals nicht nur genau analysiert, sondern auch, dem Roubini ähnlich, die richtigen Schlüsse gezogen. Die erste Auflage erschien Mitte 2006, die mir vorliegende Ende 2007. Ich weiß auch, das er einen Fonds aufgelegt hat, konnte aber keine Performancezahlen ergooglen. Und auf seiner deutschen Webseite http://www.privatinvestor.de lese ich diesen doch etwas "förtschig" anmutenden Satz: " Mit der Königsstrategie setzen wir auf die allerbesten Unternehmen der Welt. Ein sicheres, stabiles Portfolio besteht aus maximal 12 bis 15 Werten. Mit diesem verdoppeln wir stressfrei alle 5 Jahre den Depotwert
Hat einer von Euch in den Fonds vom strammen Max investiert und kann Zahlen nennen? Oder sind Erfahrungen mit seinem "Institut für Vermögensentwicklung" vorhanden? Fände ich toll, wenn sich da was in Erfahrung bringen liesse.
Also.......
an Otto hat mich immer sein Umgang mit seinem seinerzeitig (US-Assistant)Prof-Titel gestört:
Und auch heute ist er eigentlich C4er oder mit Titel belohnter Dozent an der Verwaltungsfachschule? Ich glaube für diesen Titel wäre er auch Lehrer in Ösiland geworden.
Desweiteren hatte ich seinerzeit (Anfang 2000) auch den Eindruck, dass er (erfolglos) dem MotleyFool Ähnliches propagierte, böse Zungen könnten sich zum Begriff Plagatieren verirren. Und auch seine Bücher und Seminare (nebst Wallstreet-Online-Präsenz) waren hardcoremässig durch die damaligen US-Strategien (von den Dow Dogs zur RS26 Momentum) geprägt.
Die Wandlung des "Professors" vom Stockscreener zum Volkswirt wecken Saulus/Paulus Assoziationen.
MFG
Hittfeld
P.S. Was machen eigentlich Heiko Thieme, Pryor und Ochsner??
@ Hittfeld [#2]
Otte hat u.a. in Princeton studiert und ist heute Professor (ohne Anführungsstriche) an der FH Worms. Assistant Prof. war er an der Boston University. Und seine Analyse in "Der Crash kommt" traf wirklich den Nagel auf dem Haupte.
@JRM
Sorry, wenn ich nochmals wider den Stachel löcke, aber die Sichtweise betreffs der "Professoren Ohne Professur" ist vielleicht generationenspezifisch unterschiedlich. C3er sind für mich eher Prof-lite, d.h. verdiente Praktiker mit akademischer Ausbildung aber ohne akademische Credentials. Wenn dies in Zusammenhang mit einer Uni-lite steht, ist das nichts Nachteiliges, wenn man sich aber dann als ordentlicher Hochschulprofessor werblich stets herausstellt, ist dies (für mich) schlicht peinlich. Denn da gibts immer noch so alte Säcke wie mich, die dann auf einem Seminar unbedarft die schlichte Frage stellen: Worüber haben Sie sich denn habilitiert, junger Mann?
Und wenn man ALLE seine veröffentlichten Empfehlungen depotmässig abbildet, well...... Ein guter "richtiger" Ordinarius muss als akademischer Theoretiker nicht der schlechtere Anleger sein, wie Keynes mit seinem persönlichen Depot bewiesen hat.
MFG
Hittfeld
@ Hittfeld [#4]
Ich bin in den Hierarchiestufen der akademischen Ämter unbelesen, mir ist auch recht egal, ob er nun C3 oder C-x ist - was auch immer, darum soll es hier eher nicht gehen. Sondern um die am Beginn gestellte Frage bzgl. seiner Vermögensverwaltung.
Hab grad ne mail von Max Otte bekommen:
Es ist offiziell: Rezession beendet
Sehr geehrte Privatanleger,
die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist beendet. Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal des Jahres 2009 zum ersten Mal seit Anfang 2008 wieder. Immerhin gab es ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, was für das ganze Jahr ein Plus von über 1,2 Prozent bedeuten würde.
Für das erste Quartal wurde jetzt ein Minus von 3,5 Prozent ermittelt – wesentlich weniger als die noch im April und Mai geschätzten minus vier bis fünf Prozent. Für das ganze Jahr 2009 hatten meine Volkswirt-Kollegen ein Minus von sechs Prozent vorausgesagt. Die neue Zahl dürfte wohl deutlich geringer liegen, bei drei bis vier Prozent.
Wieder einmal sehen Sie, dass die Prognosen der Volkswirte im Großen und Ganzen keinen Pfifferling wert sind und dass sie zudem äußerst prozyklisch sind: Geht es der Wirtschaft gut, gibt es gute Prognosen, geht es der Wirtschaft schlecht, gibt es schlechte Prognosen. In den Instituten und Verbänden sitzen eben Lemminge. Wie sagte Warren Buffett so schön: „Als Gruppe haben Lemminge eine äußerst schlechte Reputation, aber kein einzelner Lemming ist je zur Rechenschaft gezogen worden.“
ICH HATTE KEINE PROGNOSE GEMACHT, ABER IM MÄRZ UND APRIL EINE DEUTLICHE EMPFEHLUNG AUSGESPROCHEN: KAUFEN SIE AKTIEN! Das können Sie auch in meinen Interviews, im „Handelsblatt“ oder bei „Börse Online“, nachlesen. Die Kurse waren dermaßen im Keller, dass sie wieder deutlich steigen mussten; es sei denn, eine Weltwirtschaftskrise käme. Die Wahrscheinlichkeit einer Weltwirtschaftkrise habe ich im Jahr 2009 immer mit unter zehn Prozent angegeben, da die Staaten gigantische Rettungsaktionen angeleiert hatten. Diese Aktionen belohnen zwar die Zocker und Bankmanager und bestrafen diejenigen, die für ihr Geld ehrlich arbeiten, aber sie haben zumindest den Totalabsturz verhindert.
Jetzt werden irgendwann auch wieder Lemming-Anleger kommen. Noch sind etliche Aktien ziemlich billig, aber viele Zykliker wie zum Beispiel BMW (WKN: 519000), Lanxess (WKN: 547040), BASF (WKN: 515100) oder Deutsche Bank (WKN: 514000) sind auch schon wieder massiv im Wert gestiegen. Freuen Sie sich darüber, dass der Konjunktureinbruch gestoppt ist.
Aber lassen Sie sich bei Ihren Anlageentscheidungen nicht von den Lemmingen beeinflussen!
Auf gute Investments,
Ihr
Prof. Dr. Max Otte
@ Kobban [#6]
Lieber Kobban, in Sachen Selbstlob macht diesem strammen Max niemand was vor.
Ich bitte nun um einen klassischen Kobban, d.h., eine philosauphisch angehauchte Abhandlung über Selbstlob von Dir.
@ JRM [#7]
"Abhandlung über Selbstlob"
Die Normen des Taktes verbieten mir sowas, denn diese fordern, dass die Selbstdarstellung des anderen, auch wo unglaubhaft, im Interesse von ... ja von was eigentlich? ... geschont wird. Die Bezugsproblematik des Taktes ist mithin die Schwierigkeit eines jeden Menschen einer idealen Selbstdarstellung. Und Takt verlangt, dass man den anderen so behandelt, wie er erscheinen möchte - und ihm sogar Hilfestellung leistet, einen guten Eindruck zu machen. Taktvoll handelt, wer Charakterfehler einfach übersieht.
Takt heißt: Selbstbild sowie Selbstlob intakt zu lassen - ausgenommen eigene Auffälligkeitem natürlich.
Und ich hoffe du bist nun taktvoll genug, mich nicht darauf hinzuweisen, dass mein Beitrag mehr von Takt als von Selbstlob handelt.
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Was anderes: bist/warst du mal ein "Joe-Ross-Fan"?
@ Kobban [#8]
Danke, Kobban. Ich bin übrigens taktvoll genug, nicht näher auf Joe Ross einzugehen. Da Du nichts dem Zufall überlässt, überlege ich jedoch gerade, warum Du "Joe-Ross-Fan" und nicht Joe-Ross "Fan" geschrieben hast...
Wie wärs als finales Schmankerl mit einer Abhandlung über Schönheit (liegt sie wirklich nur im Auge des Betrachters?) bzw. den Mangel an solcher, die ich dem übrigens eher schwabbligen als strammen Max unterstell(t)e?
Da wir gerade bei Kobban fast schon unheimlicher Belesenheit sind, würde ich folgenden Link einstellen wollen (@ Kobban , evtl. mal bei wer wird Millionär bewerben ?)
http://www.eybwallwitz.de/publikationen/publikationen.html
Die Marktzusammenfassungen sind wirklich sehr lesenswert
Grüsse
Max Otte war heute (Montag) abend in den Tagesthemen kurz zu sehen mit einem Kommentar zur Abwrackprämie.
Ist auch hier zu sehen, ab der 10. Minute :
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/1214;jsessionid=E3C30B24030412B8BE8458D2A51AD10B?moduleId=3914