peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Müssen High Frequency Trading Strategien unterbunden werden ?

Kürzlich ging durch die Medien, dass ein Mitarbeiter von Goldmann Sachs
wichtiger Dateien für spezielle (high frequency trading) Handelsstrategien gestohlen haben soll.

Dies lenkte die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf diese Handelsmethoden
und bringt sie gegenwärtig in die öffentliche Kritik.

Einige Zitate:

aus:
http://www.safehaven.com/article-13892.htm

"Goldman Sachs went after an employee who stole some of their latest and greatest software this last week. The US assistant attorney general said in the courtroom that the software had the potential to manipulate the market."

Heißt das also mit anderen Worten, dass Goldmann Sachs und andere Benutzer von "high frequency trading strategies" den Markt manipulieren ?

-------------------------------

aus:
http://www.themistrading.com/article_files/0000/0348/Toxic_Equity_Trading_on_Wall_Street_12-17-08.pdf
(sehr lesenswert !!!)

"High frequency trading strategies have become a stealth tax on retail and institutional investors. While stock prices will probably go where they would have gone anyway, toxic trading takes money from real investors and gives it to the high frequency trader who has the best computer. The exchanges, ECNs and high frequency traders are slowly bleeding investors, causing their transaction costs to rise, and the investors don’t even know it."

und

"WHAT CAN BE DONE?
Forget about short sale restrictions. From a regulatory point of view, we believe two simple, but powerful rules would help to eliminate much of the problem.
1.
Make orders valid for at least one second. That will eliminate the pinging. High frequency traders will expose themselves. One second would destroy their ability to immediately cancel it if nothing is there.
2.
Reinstate the 2% curb on program trading. When the market is down 3% or 4%, that’s when the program traders can really juice it. The SEC, however, has to institute the curb across the board so no market center has an advantage over another."

Geschrieben von peterg am
gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ peterg [#108]

oder man lenkt die Programmtrader auf eine eigene Plattform, wo sie unter sich fighten können und die lieben Handtrader nicht stören.

Talon
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Wird einfach immer eine neue Ausrede gesucht, wieso man mit alteingessener Buy-and-Hold Strategie nix mehr verdient.

High-Frequency-Trading schafft Liquidität.
Ohne solche Strategien würde der Fdax z.B nicht auf einem halben Punkt stehen. Genauso würden die Spreads in ALLEN Aktien massiv zunehmen.

Dann würden sich wieder alle über die bösen MarketMaker aufregen, die solche breiten Taxen stellen.

Man kann auch heute noch gutes Geld verdienen an den Märkten, ohne High-Frequency-Trading zu betreiben.

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Guter Artikel.
Nur das Fazit ist falsch. Da hat Talon ganz recht. Die Impactkosten sind stark gesunken mit dem Anstieg von HF Trading. Ist ja auch klar die Konkurrenz ist eben gestiegen und schmälert damit die Gewinnmargen.
Also um ein Beispiel zu geben . In europäischen Einzelaktien die für HF weniger attraktiv sind wegen fehlender Rebates und Börsenbeschränkungen was die Anzahl der Orders betrifft sind die durchschnittlichen BID/ASK Spreads bei gleichen Handelsvolumen deutlich höher.
Grüsse

Gast

Arbeiten die "institutional algos" wirklich so simpel, wie in dem Paper dargestellt? Wenn die sich so leicht austricksen lassen, ist es ja kein Wunder, daß sich "Räuber-Algos" auf sie stürzen. An der Börse wurde und wird Leichtsinnigkeit immer ausgenutzt, egal ob von Mensch oder Maschine.

Der nächste Schritt wäre dann, die Räuber auszunehmen, Grundprinzip: Ich will eine Position verkaufen, täusche aber einen Kauf-Algo vor. Die Räuber fallen darauf herein, bieten den Preis für mich hoch, und in den verkaufe ich dann meinen Bestand hinein.

Über kurz oder lang werden die Algos auf beiden Seiten aufrüsten müssen, bis zum Schluß keiner mehr im Vorteil ist (Markteffizienz).

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Das volkswirtschaftliche Risiko liegt im Cash.- und Riskmanagment. Solange Hebel und Eigenkapital stimmen sehe ich die Liquiditätszuwächse positiv. Die Märkte können nur annähernd effektiv sein, wenn es genug unterschiedliche Strategien gibt.

Gast

@ Livetour [#5]

du stellst das etwas falsch dar, es gibt keine "guten"(z.B. die nur die benötigte Liquidität erzeugen) Algos und auch keine bösen Algos. Jeder Automat mit Algo ist ein "Räuber"! Es geht um Profit, und der muss jemanden "abgenommen" werden.

Wenn mancherorts immernoch Sachen eingestzt werden, die entwickelt wurden nur um mit möglichst wenig qualifziertem Personal möglichs viele Titel/Märkte/Modelle zu handeln, dann sind diese "Kostensparer" selbst dran schuld, wenn sie von Leuten mit hochgerüsteter Technik & intelektual ManPower ausgenommen werden.

Solange Automaten & manuelle Trader gemeinsam in einem Markt handeln, wird es keine absolute Markteffizenz geben. Auf der einen Seite gibt es immer eine Schwachstelle in der Programmierung, auf der anderen Seite gibt es immer sowass wie Herdentrieb und natürlich Langsamkeit.

Also, jeder Trader ist ein Räuber, denn das Geld für den Profit des einen, fehlt bei einem anderen... die besten Trader sind sozusagen die besten Diebe:)

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Das schöne ist ja gerade dass der Markt eben nicht nur aus Algos besteht die sich gegenseitig Geld abnehmen sondern ein Grossteil handelt absolut unrationale Vorgaben ab. Beispielsweise: Kaufe Instrument A bis zum Tagesschluss. Koste es was es wolle ! Buysidealgos und auch menschliche Buysidehändler verlieren systematisch Geld . In dem Fall heisst das Impactkosten. Den Kuchen teilen sich die Highfrequency Automaten.

@ Livetour

"Flipping" ist ja im Prinzip eine Technik die eben versucht "Räberalgos auszunehmen. Und da stehen sich mittlerweile auch meist zwei Automaten gegenüber

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Nischen werden eben genutzt und sind profitabel oder eben nicht.

Das ist die natürliche Selektion und das Leben an der Börse gleicht eben dem Leben im Korallenriff. Es gibt viele Nischen und es entwickelt sich eine bunte Vielfalt, die am Ende schön anzusehen ist, aber für alle trotzdem ein brutales Fressen und Gefressen werden darstellt. Vieles kann überleben und das Ergebnis ist trotzdem schön. So what (Mein Lieblingslied, auweh das kostet Stimmen).

http://www.youtube.com/watch?v=TR5b0Eryr1U&feature=related

Gast

@ TimeTrade [#7]

Ich halte Algos ebenfalls nicht für gut oder böse. Die Bezeichnung "Räuber-Algo" stammt aus dem oben genannten *.pdf ("predatory algo").

Sixer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Vielleicht kann uns ja mal jemand von den C++-Programmierern den LowLatencyAlgo-Code "erläutern":

http://www.nuclearphynance.com/Show%20Post.aspx?PostIDKey=131737

Sixer

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Aber muss man sich denn nach der Lektüre der eingangs erwähnten Artikel nicht fragen:
1. Bringen diese speziellen Programme wirklich handelbare Liquidität oder wird dadurch nicht nur das Handelsvolumen aufgebläht ?
2. Besteht zwischen diesen Computern (die offensichtlich in örtlicher Nähe zur Börse stehen und im Millisekundenbereich handeln bzw. ausspähen) und der breiten Masse der Börsenteilnehmer noch "Waffengleichheit" ? Es wurden ja diese stetigen und sicheren Gewinne mit einer "mittlerweile verdeckten Steuer" verglichen.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ peterg [#12]

Waffengleichheit? Die Börsengewinne werden nicht nach sozialen Gesichtspunkten verteilt. Im Vorcomputerzeitalter wurden wir systematisch von den Händlern im Pit und von den Brokern ausgenommen. Heute brauchen wir nur darauf zu achten, das wir nicht die Strategien fahren, wo wir den Spezialisten ins Messer laufen.

Marzell
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ peterg [#12]

hallo,

wenn man mit einer Methode handelt, die jener der Computer entspricht, so besteht vermutlich keine Waffengleichheit.

Wenn man eine andere Methode wählt, so hat man Chancen. Beispielsweise Muster zu handeln, Ausbrüche, Flaggen und dergleichen. Ich glaub man muss sich auch frei machen vom Zwang zu handeln und nur dann Order setzen, wenn sich Chancen auf dem Silbertablett präsentieren.

Grüsse
Marzell

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Das gut geschriebene Paper verfolgt ja auch einen Zweck. Und zwar Buyside Kunden zu überzeugen dass es Sinn macht für 4 Cent/Share einen menschlichen super erfahrenen Händler (möglichst von Themis Trading) Orders abarbeiten zu lassen anstatt die Order beispielsweise einem CS Algo zu 1 Cent/Aktie zu geben . In Wahrheit verliert ein manueller Händler noch deutlich mehr als die Brokeralgos.
Um klar zu machen um was es geht. Die systematische Underperformance von Fonds lässt sich ja rein durch die Kosten erklären. Erwartungswert ist Null (weitgehend effizienter Markt) abzüglich Kosten. Ein Teil dieser Underperformace wird von High Frequency Desk in Banken , Eigenhandelshäuser und Hedgefonds verdient.
Den anderen Teil verdienen die Banken an Ordergebühren

Grüsse

scorpion260
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#15]

Ich wollte gerade eine Frage stellen aber DU hast es eben erklärt.
Buyside Händler verlieren systematisch Geld durch die höheren Kosten pro share, korrekt?

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ scorpion260 [#16]

Durch die höheren Kosten und noch mehr dadurch dass sie "impact" erzeugen. Also wenn Du eine grosse Order hast dann wirst du den Kurs während des Handels zu Deinen Ungunsten beeinflussen.

Das ist ja auch ein verbreiteter Trugschluss dass jemand durch seine Markmacht und seine grossen Orders profitiert. Das Gegenteil ist der Fall. Deswegen wird ein grosses Fondshaus, trotz stärkerer Manpower und damit auch mehr Wissen tendenziell stärker underperformen als ein kleineres.

Grüsse

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pullPUSH
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ scorpion260 [#16]

Erinnerst du dich noch an meine Aussage - ein Händler der verkaufen will - "kauft" den Markt erst "an" um den Kurs "hochzuziehen" - um dann die Stücke im Markt abzuladen. Das ist das Equivalent dazu wie von autokor beschrieben.

Solange ich einmal alle 5 Jahre eine Aktie kaufe interessiert mich das HF Trading im Sinne einer "Schädigung" nicht.

Das was da an Technik aufgefahren wird - macht sicherlich die meisten Universitäten blass.

Bei mir macht sich nach dem obigen White-Paper schon der Eindruck breit - das dass was wir hier mit gut Glück auf dem Schirm sehen sind nur noch die Krümel vom Kuchen der bereits in "Echtzeit" längst gegessen wurde.

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Schumer Presses SEC for Ban on ‘Unfair’ High-Frequency Trades

By Edgar Ortega and Eric Martin

July 25 (Bloomberg) -- Charles Schumer, the third-ranking Democrat in the U.S. Senate, asked the Securities and Exchange Commission to ban so-called flash orders for stocks, saying they give high-speed traders an unfair advantage. ...

aus:
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=aO8DoToaITO8

Sixer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Beitrag #604 in folg. Link befaßt sich mit HFT:

http://www.forexfactory.com/showthread.php?t=153569&page=41

Sixer

Gast

Also am Hungertuch nagen diese Jungs schonmal nicht wenn die Sache funktioniert:-)

http://jobs.efinancialcareers.de/job-4000000000501405.htm/keywordAny=High%20frequency/

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

aus:
http://ftalphaville.ft.com/blog/2009/07/29/64256/high-frequency-trading-under-scrutiny/?source=rss

High-frequency trading under scrutiny
Posted by Gwen Robinson on Jul 29 04:51.

The lightning fast world of high-frequency equity trading is being scrutinised by the US SEC, amid concerns that this computer-dominated scene is placing less tech-savvy investors at a disadvantage. Volumes of trading generated by computers placing super-fast orders has rocketed in recent years. HFT accounts for as much as 73% of US daily equity volume, up from 30% in 2005, according to estimates by Tabb, a consultancy.

Das wusste ich nicht.
Bis zu 73% des täglichen Handelsvolumens wird durch diese Techniken generiert.
Und wenn man den Artikeln unter #1 Glauben schenken darf, dann dienen diese ja nicht zur Liquiditätsverbesserung !
Soviel zum Thema: HFT verhilft zu geringeren Bid-Ask-Spreads und zu besserer Liquidität.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Nasdaq verbietet umstrittene Blitzaufträge

Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ (07.08.09) - 07. August 2009 Nach dem Vorstoß der amerikanischen Börsenaufsicht SEC gegen den superschnellen Aktienhandel auf Basis von Computerprogrammen, will die Nasdaq OMX nun freiwillig auf das Geschäft mit den umstrittenen Blitzaufträgen („flash orders“) verzichten. Der zweitgrößte Börsenbetreiber teilte mit, die Praxis bis zum 1. September zu einzustellen.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EC4E5CDF6337B43E8A3BD003BFB1DBE00~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Richard Ebert [#23]

Mit oder ohne Flash Orders wäre das Kaufinteresse entdeckt worden. Flash Orders schützen eher noch die Buy side weil sie weniger Gefahr läüft auf statischen Limit Orders überrannt zu werden.

@ peterg [#22]

Also ganz klar . HFT verbessert die Liquidität . Je mehr konkurrieren umso niedriger die impliziten Kosten der Buy Side . Für Retailzocker sind nur Vorteile vorhanden da die Orders so klein sind dass sowieso kein Algo "Frontrunning" betreibt. Je stärker Algo Trading zugenommen hat umso niedriger sind die implziten Kosten geworden. Hab da auch mal eine Studie gelesen die ich nicht mehr finde. Aber das erklärt sich auch von selbst

Grüsse

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#24]

"und begannen nun schnell selber zu kaufen - nur um die Aktien wenig später wieder zu einem höheren Kurs an die langsameren Händler zu veräußern."
Ich hatte das so verstanden, dass durch das Flashing der Heinz Normaltrader zu spät dran ist um noch einen sinnvollen Preis zu bekommen, weil die Flasher vorher schon die Preisebene abgeräumt und den Kurs ein Stück höher getrieben haben.
Kann das so sein?

Gruß

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Der Artikel oben beschreibt ja folgendes : Jemand will viel kaufen und nutzt Flashing orders . Die Flashing Orders werden von HFT Algos als Kaufinteresse gewertet und deswegen wird "Frontrunning" betrieben .

Allerdings würden die Algos ja auch normale Limitorders als Kaufinteresse einstufen und eventuell frontrunnen. Eine flashing order ist deswegen eher für die Buy Side von Vorteil da sie zumindest die Gefahr des überrannt werdens verringert. Das wiederum gilt auch nur für manuell agierende Händler da Automaten die Order ja selbst wieder canceln können. Und noch was : Für Otto Normal Verbraucher ist das total egal. Er hat eh keine Orders die sich lohnen würden frontzurunnen.

Der Umstand der aber eher fragwürdig ist ist der Fall wenn du beispielsweise eine Order routest auf Bats und Bats würde sie an Nasdaq weiterouten zum NBBO . Wenn du jetzt die Funktionalität display oder bolt oder wie auch immer die einzelnen ECNs das nennen einstellst dann poppen für ein paar ms deine Orders im Datenflow von Bats auf und jemand kann sie füllen. Der Vorteil für den der die Order zeigt ist dass er 25 Cent von Bats bekommt statt 25 an Nasdaq zu zahlen. Ersparnis also 50 Cent. Aber das allein ist auch noch lange kein Vorteil für HFT Algos. Eher für Buy Side Algos die die geflashten Orders füllen können

Grüsse

http://altventures.ehclients.com/images/uploads/getco_comment_060409.pdf

hier mal ein paar Kommentare von Leuten die was davon verstehen

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#26]

Wie die Meisten hier, verstehe auch ich (im Gegensatz zu den Leuten, welche die von Ihnen zitierten Kommentare schrieben) von dieser Thematik nichts!
Insbesondere der letzte Absatz Ihres Beitrages #26 war für mich wenig verständlich.

Mich würde Ihre Meinung (bitte in einfachen, klaren Worten) zu folgenden drei Fragen interessieren:

1.
Wo exakt sehen Sie die Grenze zwischen illegalem "Frontrunning" und (bislang) legalem HFT ?
dazu:
aus: http://fridayinvegas.blogspot.com/2009/07/we-fear-what-we-dont-understand.html
"Let's get one thing straight: front running is when someone sees your order and executes ahead of it. It's illegal, and no one is advocating it. What many of these high frequency trading algorithms do, however, is not front running. High frequency trading is about using computers to do what human traders used to do..."

2. Wer ist eigentlich der Verlierer bei diesen Methoden? Wer zahlt?
Der Kleinanleger profitiert, weil er z. B. geringere Gebühren zahlt, wenn seine Order nicht weitergeleitet werden muss.
Die Institutionen welche HFT betreiben gewinnen, so dass hier von einer systematischen "stealth tax" gesprochen wird.
Der Käufer/Verkäufer profitieren allgemein von geringeren Bid-Ask-Spreads.

3. Wie weit darf eine am Markt agierende Gruppe individuelle, systemische Vorteile zu ihren Gunsten ausnützen?
Ab wann entsteht ein unlauterer Vorteil ?
(siehe z. B. Kartelle)

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ peterg [#27]

1. Das ist kein Front Running. Andernfalls müsste man auch Trendfolger als Frontrunner klassifizieren. Illegales Front Running beinhaltet einen Informationsvorsprung den man sich auf illegale Weise beschafft hat. Die Auswertung von Charts oder Orderbüchern gehört nicht dazu.

2. Grosse Orders von Fondsgesellschaften verlieren sogenannte implizite Kosten. Also den Impact/Slippage. Der kann recht hoch sein. Das war früher noch erheblich höher. Die Zunahme von HFT führt zu geringeren Margen für HFT. Ähnlich wie in jedem anderen Geschäft auch. Also Gewinner sind HFT. Verlierer der Sparer der meist underperformande Fonds kauft. Allerdings hat sich eben durch die Zunahme alles etwas verschoben. Die Fonds verlieren nicht mehr ganz so viel. Und HFT rentiert sich weniger als früher.

3. Kartelle entstehen nie. Es ist eine ganz normale Konkurrenzsituation. Die Eintrittsbarrieren sind ja auch recht klein im Vergleich zu echten Monopolen/Oligopolen.

@ Peter

Der Kommentar dass Getco was davon versteht war nicht auf die Forumsmitglieder gemünzt, sondern auf die Journalisten und Politiker die wieder einmal total ahnunglos ihr Achtelwissen von sich geben und alle hysterisch machen.

Grüsse

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#28]

Politiker die wieder einmal total ahnunglos ihr Achtelwissen von sich geben und alle hysterisch machen

Politiker verfolgen das Ziel einer bestimmten Menge von Leuten Meinungen in gewünschter Richtung einzupflanzen. Dem Politiker ist es völlig egal, ob er die Wahrheit sagt. Wichtig ist, dass eine Meinung eine bestimmte kritische Masse erreicht.

Politiker haben das Ziel, durch ihr kreatives Denken Probleme der Gesellschaft zu lösen und durch ihr Handeln Einfluss auf wichtige politische Entscheidungen zu nehmen. Hierzu können sie zum einen ihre durch politische Ämter gesicherten Rechte nutzen (z. B. bei Abstimmungen im Parlament). Außerdem können sie durch Meinungsäußerung Einfluss nehmen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Politiker

Also das mit dem Probleme lösen ist in den Hintergrund getreten, aber das Unterstrichene ist einfach Teil des politischen Geschäfts.

Dazu kann auch Achtelwissen nützlich sein.

Gruß

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Deutsche Börse Systems startet Ultra Low Latency Verbindung zwischen London und Frankfurt

Netzwerk-Latenz unter 5 Millisekunden

Deutsche Börse AG (04.08.09) - Deutsche Börse Systems hat mit der Installation einer neuen Ultra Low Latency Infrastruktur zur Verbindung der beiden Finanzzentren London und Frankfurt begonnen. Durch ein Upgrade des Backbone-Telekommunikationsnetzwerks kann Deutsche Börse Systems eine Verbindung mit extrem geringer Latenz von Großbritannien zu den Deutsche Börse-Handelssystemen Eurex und Xetra sowie zu externen Kunden und Partnern anbieten. Die Netzwerk-Latenz verringert sich auf unter 5 Millisekunden, womit in der Branche neue Maßstäbe gesetzt werden.

Die Netzwerk-Konnektivität wird über vier Links von jeweils 10 Gbit/s bereitgestellt, die von den Netzbetreibern Level 3 communications, Interoute und COLT zur Verfügung gestellt werden. Für diese Verbindung werden neue Routing-Pfade über die geographisch kürzesten Wege mit diversen Routing-Optionen und der neusten optischen Übertragungstechnik kombiniert.

Durch das neue Design wird die geringstmögliche Latenz bei gleichzeitig maximaler Verfügbarkeit ohne Single Point of Failure geboten. Mit diesen Maßnahmen wird die Deutsche Börse Systems der Nachfrage nach immer höherem Datendurchsatz und geringstmöglicher Latenz beim Zugang zu Netzwerken gerecht.

"Durch die neue Netzwerkverbindung rücken Frankfurt und London noch enger zusammen", sagte Matthias Kluber, Executive Vice President und Head of Networks and Infrastructure der Deutsche Börse Systems. "Mit diesem Schritt wird die führende Position der Deutschen Börse beim Handel über Ultra Low Latency Verbindungen noch unterstrichen", so Kluber weiter.

Über Deutsche Börse Systems

Deutsche Börse Systems ist als Teil der Deutsche Börse IT Dienstleister für Entwicklung und Betrieb von IT-Systemen. Als führender Technologieanbieter im Finanzsektor bietet Deutsche Börse Systems seinen Kunden ein herausragendes Maß an Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit, Innovation und Kosteneffizienz. Das Unternehmen fungiert auch als Dienstleister für andere Segmente der Gruppe Deutsche Börse. Zudem stellt Deutsche Börse Systems für andere internationale Börsen und Partner eine große Bandbreite an Lösungen zur Optimierung von Prozessen und Systemen für Finanzdienstleister bereit. Über die hundertprozentige Tochtergesellschaft Deutsche Börse Systems Inc. Unterhält Deutsche Börse Systems außerdem ein Datenzentrum in Chicago.

(Quelle: http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=377683&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0&n_firmanr_=103978&pfach=1&detail=1&sektor=pm&popup_vorschau=0)

zentrader
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

..."Alpha-Physiker" - man lernt doch immer wieder dazu...

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,645082,00.html

ciao,
zentrader

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