Option Selling: Verkauf von Optionen auf Futures
Möchte den Fokus wieder einmal auf ein Thema richten, um das es in diesem Forum - nach intensiven Diskussionen vor einigen Jahren - ruhig geworden ist: Der Verkauf von Optionen auf Commodity Futures.
Habe über Jahre immer wieder gesehen, dass sich der Teil meines Portfolios, den ich dem Verkauf von OTM-Optionen ("out of the money") widme, sich zwar unspektakulär, aber regelmäßig nach oben entwickelt. Ich handle im Wesentlichen nach den "Spielregeln" von Cordier / Gross, die den meisten Option Sellers bekannt sein dürften.
Zu Beginn möchte ich meine beiden letzten Trades vorstellen:
Habe am vergangenen Donnerstag (auf Anregung von Michael Gross) den SBH12 Call 40 verkauft. Hintergrund: Die kommende Ernte schaut gut aus, und knapp unter 30 gab es vergangene Woche ein Umkehrsignal.
Seit einigen Monaten bewegt sich NG in einer Handelsspanne. Man konnte am oberen Rand Calls verkaufen, am unteren Rand Puts. Seit 07.07. bin ich den Spread NGU11 Put 3900/3700 short. Über den Sommer werde ich allerdings mit dem Verkauf von Calls am oberen Rand der Handelsspanne aufhören - ein Hurricane kann einen solchen Trade kräftig ins Minus bringen. Im Anschluss an einen solchen ergibt sich vielleicht eine Einstiegschance.
Freue mich auf Kommentare betreffend meine Trades und auf weitere Handelsvorschläge sowie auf eine Grundsatzdiskussion dieser Handelsmethode.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
Hoert sich interessant und mutig an. Kann leider nichts dazu sagen, kaufe ausschliesslich zum Hedgen von Futures. Viel Erfolg!
Das Thema ist gut. Wenn es seit Jahren "unspektakulär" läuft, wie im obigen Posting bemerkt, spricht das wohl für eine sorgfältige Tradeauswahl, niedrige Deltas und ein gutes Riskmanagement.
Zu den beiden Trades:
1) SB: Auf Wochenbasis sieht das Umkehrsignal hervorragend aus. Auch die Saisonals zeigen in die richtige Richtung. Da es wohl kein Spread ist: Gibt es ein Ausstiegsszenario, falls der Future doch noch in die "falsche" Richtung laufen sollte?
2) NG: Nach dem dramatischen Kurssturz vor 2 Jahren und der seitdem bestehenden Seitwärtsrange zw. 4 und 5 aus scheint sich im Moment ein Rounding Bottom zu entwickeln, was stark für den Short Put sprcht. Warum in diesem Fall ein Spread und beim SB nicht? Ich bin short irgendwo um 3,8.
Ich habe das Buch von Cordier/Gross nicht gelesen. Unterscheidet es sich durch eine spezielle Methode von den vielen anderen Option Selling Books?
@ Myrrdin [#1]
Ich sehe das Problem der PerformanceBewertung bei short out-of-money options in der oft seltenen Einrittswahrscheinlichkeit des worst case. Mit etwas Gespür für gefährliche Situationen, striktem money managment und Disziplin kann die Strategie schon aufgehen. Meine Erfahrung ist, dass mit einem Paukenschlag Schluss ist, weil die Börse zu hat und handeln nicht möglich ist. Besser erkennbar wäre eine sich verflachende equitycurve. Es liegt in der Natur der Strategie sehr anfällig auf sehr seltene Ereignisse zu sein. Das Schreiben kann schon über Jahre gut gehen, aber Niederhofers Fond oder Art in Finance zeigen abschreckende Beispiele. Grüsse SPOMI
@ Myrrdin [#1]
Kauft du die Optionen zurück, wenn der Trade sehr schnell in die richtige Richtung läuft und sich der Preis ge-n-telt hat? DAs acmht margin und risk für andere Trades frei.
@ SPOMI [#4]
Das ist genau das, was mich davon abhält O leer zu verkaufen. Ich habe keine zweite finanzielle Chance in diesem Leben. Hier Dokumente der Begegnung mit dem Schwarzen Schwan...
"April 28,2000: Stanley Druckenmiller resigned from the Soros organisation today, saying he lost millions on technology stocks. I never thought the NASDAQ would drop 35% in 15 days, he said. Yet, in the three terrible weeks leading up to the April 15 tax deadline, that is exactly what happened." (Vic Niederhoffer, Practical Speculation).
" I bought the dollar when the dollar : yen was 93. it went to 88 in just a few hours. I was eaten alive." (Niederhoffer, Education of a Speculator)
SURE AND STEADY.
@SPOMI
"Ich sehe das Problem der PerformanceBewertung bei short out-of-money options in der oft seltenen Einrittswahrscheinlichkeit des worst case. Mit etwas Gespür für gefährliche Situationen, striktem money managment und Disziplin kann die Strategie schon aufgehen."
Es liegt in der Natur der Sache dass es längere Zeit gut gehen kann. Wenn es gegen einen läuft gibt es jedoch den Punkt wo man raus muss um einer drohenden Katatsrophe zu entgehen. Viele dieser Trades würden aber zu Laufzeitende doch wieder im Gewinn liegen. Genau diese fehlenden Gewinne (die ja zu Verlusten ausgeartet sind) sind es die man benötigen würde um über einen langen Zeitraum beim reinen Shortselling ein Nullsummenspiel zu erreichen. Ich persönlich bin ein Skeptiker des Shortsellings.
Ich glaube schon, dass man damit im Schnitt Geld verdienen kann. Es gibt halt eine kleine Risikopremie, da andere da gerne als Absicherung drauf zahlen. Allerdings ruinieren da sicher eine übereifrige (die die später Pleite sind) die Preise. Aber auch ich verkaufe durchaus mal optionnen short (erst seit kurzem), ist aber nicht immer sonderlich angenehm, wenn es mal gegen einen und ins Geld läuft.
Teilweise kaufe ich zur Risikoabsicherung überproportional noch weiter aus dem Geld liegende Optionen, die sich bei einem schwarzen Schwan auszahlen sollten. Zumindest wenn die Laufzeit noch lange ist und es eine steigende Vola gibt, dann glättet das auch etwas zwischendrin.
Aber momentan laboriere ich etwsa an meinen short calls auf Web2.0 Aktien, das war nicht nett die letzten Tage. Im Prinzip verkaufe ich dort nur Calls, wenn ich die Aktie dann auch short gehen würde. Nur ist das bei den leihgebühren teilweise nicht sinnvoll. Und ausserdem kann es sich imemr locker verdoppelt, bevor es sich zehntelt. Was also vielleicht keine gute Idee...
@ Optrade [#7]
die Frage ist vor allem ob man willens ist ein solches Risikoprofil über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten bzw. ob man sich mit diesem "wohlfühlt".
An solchen Tagen wie heute mit relativ deutlichen Abverkäufen bieten sich doch eher Kombinationen mit Puts an, die wir hier ja auch schon zur Genüge diskutiert hatten.
@Teletrader
in der Regel wird man sich beim Shortselling bei jedem neuen Engagement immer "wohler fühlen" weil es eben auch lange gut gehen kann. Bis der schwarze Schwan kommt. Dann ist der Jammer gross... Für mich ist Shortselling nicht erste Wahl da es wesentlich bessere Alternativen gibt. (Auf meiner HP,vandermart-solutions, unter home auf den Bildschirm klicken und aktuelle Strategien) Das macht für mich unvergleichlich mehr sinn...
@ Optrade [#10]
OK, Glückwunsch zu diesem Projekt und der Fertigstellung der Software, die denke ich mal bei weitem mehr bietet als die herkömmlichen käuflichen, und auch nicht gerade günstigen Softwaretools.
Sieht wohl nach LEGUAN aus:-)
Ich habe meinen Blick derzeit auf FDA-Kandidaten ausgerichtet die in den nächsten Monaten entsprechende Termine haben, vorzugsweise natürlich Titel mit vorhandenem Optionsmarkt. Von den komplexeren Kombinationen habe ich mich seit einiger Zeit aber etwas entfernt.
@ Optrade [#10]
schön was von dir zu lesen - zum Glück habe ich heute das "Große Handbuch" der Mathematik - Physik und Chemie erworben - ein Kapitel nur Stochastik ;O)
Gebt´a Gas ;O))
Grüße
Zunächst einmal "Danke !" für die vielen sachkundigen Beiträge. Womit widerlegt ist, dass hier nur über "Allgemeines" geschrieben wird.
Zu den Fragen:
Mein Ausstiegsszenario ist einfach: Verdoppelung des Wertes der verkauften Option, und ich bin draußen. Kleine Ausnahmen, falls sich bereits knapp vor Erreichen dieses Preises eine Umkehrformation gegen mich ergibt; dann bin ich vorzeitig draußen. Oder, falls in der Nähe dieses Preises im zugrundeliegenden Future ein wichtiger Widerstand liegt; dann kaufe ich am Abend nach Überschreiten dieses Widerstandes zurück. Habe in der Vergangenheit alles Mögliche probiert, bin aber immer wieder auf dieses einfache Kriterium zurückgekommen. (Wenn es ins Geld läuft, bin ich schon lange draußen.)
Häufig wähle ich Spreads, wenn Sie zu vernünftigen Bedingungen angeboten werden. Wenn ich mit einer raschen Bewegung in meiner Richtung rechne - wie beim SB - wähle ich die naked Option.
Ob sich das Buch von Cordier / Gross von anderen unterscheidet ? Kann ich nicht sagen, ich kenne nur dieses eine sowie Ausführungen von J. Ross. Diese unterscheiden sich nicht wesentlich. Bin aber für Tipps betreffend gute Bücher empfänglich.
Ich kaufe die Optionen zurück, wenn es gut läuft. Bis zwei Monate vor dem Verfall meistens bei 20 % des Verkaufspreises, später jedenfalls bei 10 %. Erstens spart es Margin, vor allem aber nehme Risiko heraus, dem kein entsprechendes Gewinnpotential entgegensteht.
Zum "Black Swan": Wesentliche Voraussetzung sind ein vernünftiges Money Management sowie ein ausgewogenes Portfolio. Ich versuche ständig gegenüber dem S&P und dem Dollar halbwegs neutral zu sein, indem ich - wie beschrieben - SB Calls und NG Puts verkaufe. Natürlich ist mein Portfolio zeitweise mehr Dollar-positiv und mal mehr Dollar-negativ, weil ich die Einstiegszeitpunkte nicht nach diesem Kriterium auswählen möchte. Wenn aber mein Portfolio einseitig zu werden droht, wird die entsprechende Seite bis auf Weiteres nicht verkauft.
Ich halte ein entsprechend vorsichtig geführtes Portfolio aus short options für nicht mehr gefährdet als ein Portfolio aus Futures. Die Margins für short options sind im Vergleich zu Futures und Future Spreads in Relation zum Delta sehr hoch. Wenn ich also 40 % eines Portfolio I in Margin für Futures investiere und 40 % eines Portfolio II in Margin für OTM short options, bewegt sich (nach einem angenommenen wesentlichen Ereignis am Wochenende) das Portfolio I (Futures) nicht weniger als Portfolio II (OTM short options). (Trotz der nach einem solchen Ereignis vermutlich hohen Volatilität.)
Vorsicht ist bei sehr dünnen Optionen angesagt (Lumber, OJ, ...). Rauskommen geht immer - aber zu welchen Preisen.
Es muss einem vor allem liegen, Trades einzugehen, die über mehrere Monate (hoffentlich) vollkommen langweilig verlaufen. Oder Wochen auf der Lauer zu liegen, bis es wieder einmal "passt". Ist mehr die Haltung eines Investors als die eines Traders.
Freu mich auf weitere Kommentare und Handelsidee.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
@ Myrrdin [#13]
Wenn ich mit einer raschen Bewegung in meiner Richtung rechne - wie beim SB - wähle ich die naked Option.
Macht in einem solchen Fall ein future nicht mehr Sinn? Selbes Verlustpotential (im Extrememum, bei kleineren Bewegungen im Prinzip runtersklaliert bei out of the money) aber weniger Gewinnmöglichkeit. Optionen spielen eigentlich nur beim Zeitfaktor sinnvoll rein, oder beim long option durch bessere Risikobegrenzung (maximal verlust optionspreis)
@ sbendel [#14]
Ist sicher ein Argument, und ich habe mir gerade bei diesem Trade die Frage gestellt: Call oder Future verkaufen. Habe auch nie eine systematische Analyse in dieser Hinsicht durchgeführt.
Ich fühle mich wohl, wenn ich einen großen Anteil an erfolgreichen Trades habe. Und den hat man (hoffentlich) beim Optionen schreiben - ansonsten ist man kräftig im Minus. Bin sehr of ausgestoppt worden beim Handel mit Futures, und beim Verkauf von Optionen ist der Stopp doch recht weit entfernt. Das Setzen von Kauf- bzw. Verkaufspunkten ist keine Stärke von mir. Ich beoachte die Fundamentals und bewerte Gleichgewichte bzw. Ungleichgewichte - das kann ich ganz gut. Beim Einstieg bzw. Ausstieg liege ich oft suboptimal - und dieses Thema spielt beim Verkauf von OTM-Optionen eine kleinere Rolle.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
@ Berlinerredux [#6]
Ich hab mir den NASDAQ Chart für 2000 angeschaut. Der Kurs ist über die 15 (Handles-)Tage recht gleichmäßig 35 % gefallen. Da hätte es jeden Tag eine Chance gegeben, die Optionen zurückzukaufen. Von extremer Bewegung keine Spur.
Der Yen ist tatsächlich mit besonderer Vorsicht zu genießen. Hier kommen Bewegungen von mehreren Prozent innerhalb eines Tages immer wieder vor. Yen verkaufe ich nur, wenn er sich nahe an einem kräftigen Widerstand befindet. Derzeit habe ich den Eindruck, dass bei ca. 130 interveniert wird, und das 145 Call eventuell interessant sind. Habe mich aber bisher zurückgehalten - und wenn, dann nur in homöpatischen Dosen.
Gibt auch andere Märkte, die ich eher meide. Fleischmärkte zum Beispiel, vor allem vor Reports.
Was mich interessieren würde: Ein Datum, das nach allgemeiner Ansicht für einen "Black Swan" steht. Würde gerne meinen Handelsansatz für diesen Tag untersuchen.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
@ Myrrdin [#16]
Wichtige USDA Berichte sorgen im Frühling und Sommer immer für limit Bewegungen, Ende Juni wars das letzte mal so weit. Allerdings verpufft bei straddles und strangles viel Zeitwert durch den VolaRückgang. Eventuell lohnt sich ein short Straddle/strangle 1 Tag vor den Zahlen, hab aber nicht getestet. Bei den Bonds war ein short strangle vor den Arbeitsmarktzahlen und einer outofmoney putoption zur Absicherung nach unten ergebnisneutral trotz Bewegungen. Mit deltaneutralen Adjustierungen kann die short theta Strategie was bringen, ist allerdings viel Arbeit und mehr für die Marketmaker. die grainoptions sind zu weit bid-ask getaxt. Hier liegt sicher noch Potential. Wer handelt noch grain options? Grüsse SPOMI
@ SPOMI [#17]
Vor einem Report ist mir der Verkauf von Grain Options zu gefährlich. Unmittelbar nachher kann er ein zuverlässiger Trade sein. Wenn ein Report bullish ist und die Preise in Folge des Reports tatsächlich ansteigen, verkaufe ich OTM Puts. Und umgekehrt. Die Volatilität ist unmittelbar nach Reports im Allgemeinen noch ausreichend hoch und sinkt erst in der Folge.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
Habe nach der Einigung betreffend Griechenland den 6JZ11 Call 142 verkauft.
Im Monthly, Weekly und Daily gibt es im März 2011 ein Umkehrsignal, das bis heute nicht herausgenommen wurde und dessen Top wir nahegommen sind.
Wir sind in einem Bereich, in dem in der Vergangenheit interveniert wurde.
Bei einem Close über dem Hoch vom März müsste ich den Trade überdenken.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
@ Myrrdin
Ich bin gerade dabei mir ein Portfolio in dieser Art und Weise aufzusetzen. Habe in der Vergangenheit nur Bear/Bull Spreads gehandelt.
Mit welchen Renditeerwartungen rechnest du als Target p.a. bzw. was sind deine Erfahrungswerte?
Wieviel Prozent deines Portfolios wird durchschnittlich als Margin herangezogen?
Gruß,
Toopk
@ Toopk [#20]
Mir ist es zunächst einmal wichtig, übers Jahr keinen Verlust zu schreiben. Der Gewinn sollte - nach Abzug aller Kosten - zweistellig sein. Die Bandbreite ist recht groß, da es singuläre Ereignisse gibt (z. B. Katastrophe im Kernkraftwerk in Japan), die einzelne Trades einen unerwarteten Ausgang nehmen lassen. Der Account sollte aber so konservativ aufgesetzt sein, dass solche immer wiederkehrende Ereignisse Dich nicht ernsthaft ins Schwitzen bringen.
Mein Ziel ist es, nicht mehr als 50 % der Margin zu verwenden und den Rest als Puffer für Unvorgergesehenes zu behalten.
Zur Beantwortung derartiger Frage ist das Buch von Cordier und Gross sehr zu empfehlen.
Würde mich freuen, wenn Du uns über Deine Trades auf dem Laufenden hältst.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
Mit Bund Optionen lassen sich derzeit auch schöne Prämien erzielen. Man betrachte z.B. den 130er Call, der aktuell mit ca. 27 Tick bewertet wird und heute Abend ausläuft. Eigentlich zu schön, um wahr zu sein, oder?
Bei der Anzahl der offenen Kontrakte oberhalb von 130 könnte es allerdings eine sehr schnelle Bewegung geben, wenn die alle noch eingedeckt werden müssen.
@ Myrrdin [#21]
Bis 50% Margin bei zweistelliger Rendite? Das ist doch nicht dein Ernst?
Realistischer ist:
Bis 50% Margin bei 90% Verlust.
oder
Bis 10% Margin und 15% Gewinn.
(Bezoge auf die Strategie Short-Selling.)
@ tomxy [#22]
der September-Bund ist doch gerade im Bereich 129,9? Und heute Nachmittag stehen noch eine Reihe von Konjunkturdaten in den USA an, plus Unsicherheiten wie es über das Wochenende bez. der Schuldenthematik in den USA weitergeht.
Bund jetzt bei 130.2
@ tantan [#23]
Wie unterschiedlich die Erfahrungen doch sind ...
Ja, die Verwendung von 50% des Accounts als Margin (Höchstwert - meist ist es natürlich weniger) ist mein Ernst. Wesentlich ist allerdings - wie an andere Stelle geschrieben - ein gut ausbalancierter Account und kleine Einzelpositionen. Der Verkauf von ausschließlich Calls auf Grain Futures führt rasch zum Margin Call.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
@ Teletrader [#24]
der September-Bund ist doch gerade im Bereich 129,9? Und heute Nachmittag stehen noch eine Reihe von Konjunkturdaten in den USA an, plus Unsicherheiten wie es über das Wochenende bez. der Schuldenthematik in den USA weitergeht.
Das ist richtig. Das Ergebnis kennen wir ja jetzt auch.
Dennoch denke ich, dass die Prämie extrem war. Man könnte sagen, der Markt hat sich über die Optionsprämie sehr gut prognostiziert. Eine Long Position im Underlying wäre - im nachhinein betrachtet - das richtige gewesen. Aber auch mit einem Covered Short Call hätte man noch gutes Geld verdient.
Das ganze geht allerdings dann nicht auf, wenn die (wahrscheinlich seltenen) Rückschläge in die andere Richtung in solchen Situationen deutlich heftiger ausfallen. Ist das nicht so, wäre der Markt hier ineffizient.
@ tantan [#23]
Welche Summe an margin würdest Du auf einem reinen Stillhalterdepot akzeptieren?
Habe bisher nie Optionen geschrieben, nur gekauft.
MfG
hw
@ hardworker [#28]
Ich verfolge diese Strategie nur als Beimischung. In der Regel Hedge ich nur Risiken mit dem verkauf von Optionen. Das heist mit einem Hebel von unter 1. Aber selbst da kommt es vor, das das steigende Delta das Konto ins Ungleichgewicht bringt. Grundsätzlich strebe ich eine Margin von 6% bis 7% des Risikoeigenkapitals an. Zur Zeit lösen 11% den ersten Alarm aus und ab 16% Läuft ein Krisenmanagemant an. Ab da zählen Gewinne nicht mehr. Es geht nur noch um den Kapitalerhalt. Das ist aber bei kleineren Konten wohl nicht machbar. Bei kleineren Konten fällt es aber auch leichter noch mal von vorne an zu fangen. Beim verkauf von ungedeckten Optionen sind schwarze Schwäne keine seltenheit. Eine Margin von über 25% verkraftet wohl keinen einzigen. Das ausbalancieren von Risiken mit anderen Stillhalterpositionen (wie Myrrdin erwähnt) ist Illusion. Eine Limitbewegung und das Risiko ist riesig und die Gegenposition winzig. Das zweite Limit ist dann meist schon das Ende des Kontos.
@ tantan [#29]
"Eine Limitbewegung und das Risiko ist riesig und die Gegenposition winzig. Das zweite Limit ist dann meist schon das Ende des Kontos."
Ganz so dramatisch stellt sich die Situation nach meinen Erfahrungen nicht dar. Ein Beispiel: Ich verkaufe heute den C 850 Call zu 9,75. (Alle Preise vom Close gestern Abend.) Nicht aufgepasst, heute kommt ein kritischer USDA-Report. Limit up. Statisch gerechnet ergibt sich ein Preis von 13,25, beim zweiten Limit up 17,75. (Dies nur zur Abschätzung. Natürlich wird auch die Volatilität stark ansteigen, andererseits werden andere als Gegenpositionen verkaufte Optionen sich positiv entwickeln. Mir geht es nur um die Größenordnung.) Das heißt: Nach zwei Limit Moves bin ich der Größenordnung nach bei einer Verdoppelung des Wertes, bei der ich im Allgemeinen aussteige. Aufgrund der steigenden Volatilität wahrscheinlich sogar darüber. Aber nicht bei einem Katastrophenszenario. Der Verlust wird bei 500 oder 1.000 USD liegen.
Hätte ich einen Future short gehalten, wären es 3.000 USD Verlust gewesen ...
Eines ist aber richtig: Die Anzahl der erfolgreichen Trades muss über 75 % liegen, um zwischenzeitliche Verluste wieder ausgleichen zu können.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
@ Myrrdin [#30]
Du redest von $-Verlusten bei einer statischen Berechnung. Wieviel sind 1000$ von dem Konto wenn du 50% Margin einsetzt. In denem Beispiel liegt die Margin bei ca. 900$. Deine dynamischen Verluste würde eher bei 1500$ liegen. Da sind schon 250$ Gewinn der Gegenposition mit drin. Limitup heist nicht das der Kurs um 30 Punkte höher liegt, sondern das es keine Kursfeststellung mehr gibt. Der Futureshandel ist eingestellt. Der Optionsmarkt steht zum Panikausstieg noch zur verfügung. Wer da glaubt zum statisch berechneten Kurs aussteigen zu können irrt gewaltig.
Und wenn du ausgestiegen bist, wieviel % deines Kontos sind Verloren. Bist du finanziell und emotional noch in der Lage zielorientiert weiter zu traden? Ich stelle nicht deine Strategie in Frage, sondern dein Risikomanagement.