Phoenix Kapitaldienst: 800 Millionen Euro verschwunden
Kennt jemand Phoenix Kapitaldienst, insbesondere dort den "Managed Account". Ich wurde nach diesem Produkt befragt, kannte es aber nicht und versuche mir gerade ein Bild zu machen.
Es klingt nach "Options-Abzocke", ich blicke allerdings noch nicht wirklich durch.
Für jedwede kurzfristige Hilfe bin ich dankbar. :-)
Danke und beste Grüße.
Seykota
@Richard Ebert:
Hallo Herr Ebert,
nachdem Sie eine über eine in Jahrzenhnte entstandene Erfahrung bzw. Kenntnis
über das,was man heutzutage als alternative Investmants bezeichnet, verfügen,ist
der Fall Phoenix Kapitaldienst GmbH für Sie überraschend, zumindest in Hinblick
auf die in Rede stehenden Fehlbeträge von bis zu 600 Millionen Euro der von
Phoenix verwalteten Gelder?
Die Angelgenheit, so wie Sie sich bis jetzt darstellt, erscheint in gewisser Weise
als schockierend, jedenfalls dann, wenn man die Phoenix GmbH vorher lediglich über
die ausgezeichnet fundierten Artikel von Herrn Wittmer kannte.
Die schiere Größenordnung der Fehlbeträge, die in Rede stehen ist, vermag man sich
trotz aller möglichen Finanzskandale wie Enron, Baring Bank, Metallgesellschaft
nicht richtig zu glauben.
Das mit PMA ist schlimm, keine Frage, aber nichts im Vergleich zu dem, was "Richtige Banken" angerichtet haben : Crash an den Neuen Märkten, Schaden weltweit ca. 1,7 Billionen (2.833 mal 600.000.000 !!!), weil Banken wirklich jede Pommesbude an den Markt gebracht hatten, nur um die notleidenden Kredite dieser Klitschen zu "sanieren".
Ich glaube, da kennt jeder so einige Beispiele.
Aber was sagt uns schon der alte Konfuze : Geld ist nicht wirklich weg, es hat halt nur ein anderer...
Und tschüss
Insolvenzverfahren gegen Kapitaldienst Phoenix eröffnet
Frankfurt/Bonn/(AP) Im Skandal um die Frankfurter Finanzfirma Phoenix Kapitaldienst hat das Amtsgericht Frankfurt am Main ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Das teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die das Verfahren beantragt hatte, am Montagabend mit. Das Gericht habe angeordnet, dass Verfügungen der Phoenix nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam seien. Zudem ermittelt offenbar nun auch die Staatsanwaltschaft in dem Fall.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main sagte der Nachrichtenagentur AP, es sei im Zusammenhang mit Phoenix eine Strafanzeige eingegangen. Laut «Süddeutscher Zeitung» (Dienstagausgabe) ermittelt die Behörde nun wegen Betrugsverdachts gegen einen Angestellten von Phoenix.
Bei dem Kapitaldienst sind offenbar Anlegergelder in dreistelliger Millionenhöhe verschwunden. Wegen Unklarheiten über den Verbleib von Kundengeldern hatte die BaFin das Unternehmen in der vergangenen Woche angewiesen, den Geschäftsbetrieb ruhen zu lassen. Die BaFin erklärte, sie habe sich zu dem Insolvenzantrag veranlasst gesehen, nachdem sie von der neuen Phoenix-Geschäftsleitung über Unregelmäßigkeiten informiert worden sei, die diese aufgedeckt habe.
Dabei gehe es um das Bestehen eines Kontos bei einem Londoner Broker, über den Phoenix Finanzgeschäfte für Kunden abgewickelt habe. Die Unregelmäßigkeiten seien bis Anfang März 2005 unentdeckt geblieben, die bei Phoenix vorhandenen Kontounterlagen, die ein Guthaben von mehr als 600 Millionen Euro vortäuschten, seien offenbar manipuliert gewesen. Die Phoenix-Geschäftsführung habe vergangene Woche auf Anraten der BaFin die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Es bestehe die Gefahr, dass den Anlegern ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden sei.
Die BaFin will umgehend den Entschädigungsfall feststellen, der Voraussetzung dafür ist, dass die Anleger mögliche Ansprüche bei der Entschädigungseinrichtungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) geltend machen können. Die EdW werde dann über die Berechtigung der Ansprüche entscheiden. Für Anleger hat die BaFin eine Informations-Hotline unter 0228-4108-1010 eingerichtet, auch die EdW stehe für Auskünfte unter 030-203699-5626 bereit.
Der Deutsche Anleger-Schutzbund rief Anleger auf, derzeit die Finger von den Anlageangeboten des Unternehmens zu lassen. «Wir verfolgen Hinweise darauf, dass Fondsmanager des Unternehmens Verluste kaschiert haben sollen und dass nun Kundengelder in Höhe von 600 Millionen Euro fehlen», sagte DASB-Präsident Klaus Nieding. Anlegern, die bereits Geld bei Phoenix angelegt haben, riet Nieding, sich an einen Anwalt zu wenden. Zudem gebe es die Möglichkeit, jüngst getätigte Beteiligungen noch zu widerrufen.
Laut «SZ» wurde das Unternehmen, das jahrelang Geld im Terminbörsenhandel investiert und überdurchschnittlich hohe Devisen ausgewiesen haben soll, lange in einschlägigen Anlegerforen im Internet als Geheimtipp gehandelt. Wie die Zeitung unter Berufung auf Phoenix berichtete, könnten bis zu 30.000 Anleger betroffen sein.
(Quelle: http://de.news.yahoo.com)
Bayern startet Angriff gegen BaFin-Prüfungen
Von Fidelius Schmid, Frankfurt, Financial Times Deutschland
(08.03.05) - Die bayerische Staatsregierung plant eine Bundesratsinitiative, um die Bankenaufsicht BaFin in ihren Kontrollen der Kreditwirtschaft stärker einzuschränken. Das soll vor allem durch finanziellen Druck geschehen.
Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu sagte der FTD, dazu werde das Kabinett in München am Dienstag einen Beschluss fassen. Ziel der Initiative ist es, die Sonderprüfungen nach Paragraf 44 des Kreditwesengesetzes (KWG) stark einzuschränken.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: Financial Times Deutschland, http://www.ftd.de)
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Vorläufiges Insolvenzverfahren über Phoenix Kapitaldienst GmbH eröffnet
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(14.03.05) - Am Montag hat das Amtsgericht Frankfurt am Main auf Antrag der BaFin das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der Wertpapierhandelsbank Phoenix Kapitaldienst GmbH eröffnet. Das Gericht hat angeordnet, dass Verfügungen der Phoenix nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam sind. Die BaFin hatte bereits vergangene Woche das Unternehmen angewiesen, die Geschäfte ruhen zu lassen.
Die Finanzaufsicht sah sich zu dem Insolvenzantrag veranlasst, nachdem sie von der neuen Phoenix-Geschäftsleitung über Unregelmäßigkeiten informiert worden war, die diese aufgedeckt hatte. Dabei geht es um das Bestehen eines Kontos bei einem Londoner Broker. Über diesen Broker hat Phoenix Finanzgeschäfte für Kunden abgewickelt.
Die Unregelmäßigkeiten blieben bis Anfang März 2005 unentdeckt; die bei Phoenix vorhandenen Kontounterlagen, die ein Guthaben von mehr als 600 Millionen Euro vortäuschten, waren offenbar manipuliert. Die Phoenix-Geschäftsführung hat vergangene Woche auf Anraten der BaFin die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Es besteht die Gefahr, dass den Anlegern ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden ist. Die BaFin wird umgehend den Entschädigungsfall feststellen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Anleger mögliche Ansprüche bei der Entschädigungseinrichtungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) geltend machen können. Die EdW wird dann über die Berechtigung der Ansprüche entscheiden.
Für Anleger hat die BaFin eine Informations-Hotline eingerichtet, die von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr unter 0228-4108-1010 erreichbar ist. Auch die EdW steht für Auskünfte unter der Telefonnummer 030-203699-5626 bereit.
(Quelle: Bafin, http://www.bafin.de)
zu richard ebert wg. wiesheu gegen bafin
Wiesheu hat auch Recht damit.
Das, was ihn da bewegt hat aber nichts mit Phoenix und Konsorten zu tun. Von daher eigentlich unpassend in diesem thread.
Mit Phoenix bzw. "unserer" Bewertung hat doch zu tun, dass über deren fees und über die "kindliche" Entwicklung eigentlich alles gesagt ist und in diesem Board auch gesagt wurde.
Sehr geehrter Herr Ebert,
ich bin erstaunt über diese unverhohlene Anwaltswerbung aus Ihrer Feder.
""Die Rechtsanwaltskanzlei...vertritt die Interessen der geschädigten Phoenix-Anleger.""
In erster Linie verfolgen die ja wohl eigene Interessen.
""Diese soll sicherstellen, dass die Rechte der Geschädigten von Anfang an effizient wahrgenommen werden.""
Im Klartext: Kommen Sie gleich zu unserer Kanzlei, bevor ein anderer die Anwaltsprovision (BRAGO) erhält.
Wenn 600 Mio weg sind und die BaFin sich auch noch mal für die Abwicklung bedient, dürfte klar sein, daß für die Kunden nicht mehr viel zu holen ist. Den Anwälten dürfte das allerdings ziemlich egal sein, da sie unabhängig vom Ausgang der Verfahren und unabhängig vom Erfolg oder dem (wahrscheinlicheren)Mißerfolg der anschließenden Vollstreckung ihre Gebühren beim Kunden abrechnen werden. Welche Erfolgsaussichten die Kunden mit ihren klagegeilen Anwälten haben und was der Spaß kostet verdeutlichen die folgenden Votum-Berichte:
""Allein 2003 zählte der Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa (Votum) mit Sitz in Hamburg 20 000 Prozesse gegen Berater und Vermittler mit einem Streitwert von rund 600 Millionen Euro. Meist ging es dabei um geschlossene Fonds und Immobilien - langfristige Anlagen, die sich nicht von heute auf morgen verkaufen lassen. Die Chancen vor Gericht sind allerdings mager: Nur ein Drittel der Klagenden hat Votum zufolge gewonnen oder namhafte Vergleiche erzielt""
""Vorsicht bei Klagen
gegen Anlageberater
bbs/Pe. Anleger sollten Berater nicht vorschnell auf Schadensersatz verklagen: Nach Erfahrungen des Verbandes für Finanzdienstleister, Votum, verlieren Privatanleger etwa 60 Prozent aller Prozesse vor Gericht. Auch liegt bislang kein Urteil des Bundesgerichtshofes zum Thema Beraterhaftung vor. Allerdings wäre ein Grundsatzurteil nach Ansicht von Branchenbeobachtern ohnehin nicht zu erwarten: „Bei Fragen der Beraterhaftung geht es immer um eine Einzelfall-Betrachtung und daher um eine Einzelfall-Entscheidung.“ Im Gegensatz zu den USA ist auch nicht mit Sammelvergleichen, an dem die Anwälte kräftig mitverdienen, zu rechnen. Grund: In Deutschland gilt das Individualrechtsprinzip.
Anlegern drohen bei erfolgloser Klage hohe Kosten für Gericht und Anwälte: Wer in zwei Instanzen vor Gericht verliert, muss nach Expertenschätzungen bei einem Streitwert von 13.000 Euro mit Verfahrenskosten von etwa 10.300 Euro rechnen. Und selbst eine erfolgreiche Klage ist für den Anleger häufig nicht lukrativ, da vielfach Steuerersparnisse und Ausschüttungen mit einem möglichen Schadensersatz gegengerechnet werden. ""
Gruß
Ergänzung:
Ein BGH-Urteil zur Beraterhaftung gibt es seit 8.3.05. Und da siehts nicht gut für die Kunden aus.
Das ist aber auch nicht lustig:
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Die BaFin will umgehend den Entschädigungsfall feststellen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Anleger mögliche Ansprüche bei der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) geltend machen können. Von dort ist möglicherweise aber nicht viel zu holen: "Einen Fall in dieser Höhe könnten wir nicht abdecken", sagte Rudi Röglin, Handlungsbevollmächtigter bei der EdW. Laut Anwalt Meier bestehen aber gute Aussichten, ManFinancial in Haftung zu nehmen.
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http://www.ftd.de/ub/fi/1110611613486.html?nv=cd-divnews
@meerschwein
Ist zu diesem Urteil auch ein Aktenzeichen bekannt?
@slowturtle
Urteil vom 8. März 2005 – XI ZR 170/04
Gruß
Phoenix-Skandal schlägt auf BaFin zurück
Von Reinhard Hönighaus, Frankfurt, Financial Times Deutschland
Nach der Aufdeckung des mutmaßlichen Anlagebetrugs durch die Frankfurter Finanzfirma Phoenix Kapitaldienst werfen Anwälte und Anlegerschützer den Behörden schwere Versäumnisse vor. Nach bisherigen Erkenntnissen sind Anlegergelder von bis zu 600 Mio. Euro verschwunden.
"Dass die Finanzaufsicht BaFin und die Staatsanwaltschaft Frankfurt so lange zugesehen haben, ist mir ein Rätsel", sagte der Münchner Anwalt Werner Meier. Sein Düsseldorfer Anwaltskollege Jens Graf sagte: "Bei diesen Warenterminbuden ist über die Jahre viel Geld kaputt gemacht worden.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: Financial Times Deutschland, http://www.ftd.de)
""Laut Anwalt Meier bestehen aber gute Aussichten, ManFinancial in Haftung zu nehmen.""
Viel Spass, Herr M eier - aber Hautptsache die BRAGO klingelt.
gruss hans
Herr Rechtsanwalt Meier muß wahrscheinlich über Informationen verfügen, die weit über das hinausreichen was der Öffentlichkeit bis jetzt bekannt geben wurde, da ihm eine klare rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes schon soweit möglich ist, daß er die Prozeßaussichten gegen den im Ausland ansässigen Clearing Broker als positiv einstuft. Hat Herr Rechtsanwalt Meier bei der Bafin, der Staatsanwaltschaft oder bei Phoenix oder MAN- Gruppe direkt Akteneinsicht genommen?
Es bleibt abzuwarten, ob noch ein deutscher Rechtsanwalt gegenüber der Presse erklärt, man könne die CME, das CBOT und die NYMEX auch auf Schadensersatzanspruch für die geschädigten Phoenix-Anleger in Anspruch nehmen, denn schließlich hat Phoenix ja an diesen Terminbörsen gehandelt oder vorgetäuscht zu handeln.
@past-my-prime
In der kurzen Zeit wird NIEMAND Akteneinsicht bekommen haben. Aber das ist den Herren ja auch egal. Die verdienen ja nicht am ERFOLG sondern an einer wie auch immer "sinnlosen" Tätigkeit.
Hast Du schon mal einen RA nach Erfolgsaussichten gefragt und dort vor der Auftragsvergabe ein NEIN gehört ?
gruss hans
he96 Am: 15.03.2005 14:53:44
Hast Du schon mal einen RA nach Erfolgsaussichten gefragt und dort vor der Auftragsvergabe ein NEIN gehört ?
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@ Hans
ja
Seit 01.07.2004 gilt übrigens nicht mehr die BRAGO, sondern das Rechtsanwalts-Vergütungs-Gesetz (RVG)
Ob man mein Beitrag vom 15.03.2005 14:42:32 nun ernst oder ironisch gemeint war muß jeder Leser für sich feststellen.
Ergänzend möchte ich aber noch die Frage nach schieben, wie aussichtsreich Schadensersatzklagen gegen Porsche, Ferrari, Mercedes oder BMW sind, wenn die Phoenix-Leute mit solchen Autos zu ihren Büroräumen gefahren sind? Da besteht doch auch schließlich irgendwie ein Zusammenhang zu den Anlegerverlusten.
Kein Mangel an Anwälten, die auf den Zug aufspringen wollen ...
http://www.kapitalmarktrecht.de/msiehtml/aktuelles.htm
-
@past-my-prime
..die Mehrzahl der "Phoenix-Leute" wurde viel zu schlecht bezahlt, als dass sie mit Porsche, Ferrari, Mercedes oder BMW vorfahren konnten... :-)
Schönen Gruss
na TJRemington:
..die Mehrzahl der "Phoenix-Leute" wurde viel zu schlecht bezahlt, als dass sie mit Porsche, Ferrari, Mercedes oder BMW vorfahren konnten... :-)
50% von einigen 100 Mio`s, da gehen sich aber etliche Porsches und Ferraris aus...
aus obigem Artikel:
...Das hoch spekulative Produkt aus dem nicht staatlich kontrollierten grauen Kapitalmarkt wurde mit traumhaften Renditeversprechen beworben und gegen saftige Gebühren von mehr als der Hälfte des eingesetzten Geldes über Telefon und Vermittler in der Provinz vertrieben...
*
"man group was made aware last by phoenix, a client of man financial, of discrepancies in phoenix's internal reconciliation of certain of its accounts. it appears that certain accounts in the books of phoenix do not exist at any company at the man group. we understand that bafin, the german regulator, and the authorities in germany are currently investigating internal accounting procedures and record-keeping at phoenix. we have undertaken a detailed review ot our own records, and are satisfied that there are no irregularities of any kind at any man group company. the man group has incurred no loss, has no financial exposure to phoenix, and all man client and proprietary funds are fully accounted for."
(Quelle: Wallstreet Online, Phoenix Thread)
*
Kripo sucht nach Phoenix-Geld
(15.03.05) - Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und der vorläufige Insolvenzverwalter haben am Dienstag die Geschäftsräume des Frankfurter Finanzunternehmens Phoenix Kapitaldienst GmbH an der Vilbeler Straße durchsucht. Dabei ging es um mehr als 600 Millionen Euro Anlegergelder, die offenbar verschwunden sind und die dazu führten, daß die Terminhandelsgesellschaft wegen Überschuldung Insolvenz beantragt hatte.
Am Montag abend hatte das Amtsgericht Frankfurt Rechtsanwalt Frank Schmidt zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Schmidt arbeitet bei der auf Insolvenzverwaltung spezialisierten Gesellschaft Schultze&Braun in Frankfurt.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, http://www.faz.net)
In der heutigen Telebörse auf n-tv um 21.15 Uhr wird Phoenix ein Schwerpunktthema sein, wie der Sender ankündigt.
All
Habe gestern auf Bloomberg einen interessanten Satz zum Thema gehört.
Der gute Mann, ich glaube der war von Feri Trust, hat gesagt, das es bei Phönix nur kleine Kunden gegeben hat und keine Institutionellen.
Diese Tatsache hätte den Leuten zu denken geben sollen. Kleine Kunden im Sinne von Privatleuten mit wenig bis keiner Erfahrung.
gruss
Es gab sehr wohl institutionelle Anleger bei Phoenix.
Feri Trust scheint nicht alles zu wissen.
Hall
Um so schlimmer.
gruss
Hall Am: 16.03.2005 09:28:24
Es gab sehr wohl institutionelle Anleger bei Phoenix.
Feri Trust scheint nicht alles zu wissen.
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Hallo Hall,
Woher weißt Du das und woher soll Feri-Trust die
Kundenstruktur von Phoenix kennen?
Gilt für Wertpapierhandelshäuser das Bankgeheimnis nicht?
Wer kann die Behauptungen von Phoenix nachprüfen, daß
sie Millionen für institutionelle Kunden verwalten?
Aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang folgender Artikel
aus dem renommierten Finanzfachblatt "Super Illu" über
angestrengte Bemühungen von Phoenix weitere Kunden im Raum
Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen.
http://www.phoenix-ffm.de/cache/article/file/Blitz_Interview.pdf
Bemerkenswert ist jedenfalls auch der Beitrag von Richard Ebert:
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Richard Ebert Am: 13.03.2005 14:14:05
Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen ...
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Kontakt Veranstaltungen und Reisen
FMK - Ihr Spezialist für internationale Geldanlagen
Ziel: Frankfurt / Main - Besuch der Börse und Phoenix Kapitaldienst
Termin: Freitag, 10. Juni 2005
Abfahrt: Mit dem Intercity ab Berlin
Das Programm sieht wie folgt aus:
• 11:15 Uhr: Ankunft am Frankfurter Börsenplatz
• 11:30 Uhr: Besuch der Börse
Für eine halbe Stunde haben Sie Gelegenheit, von der Besuchergalerie das Geschehen auf dem Parkett zu verfolgen und sich zu informieren
• 12:00 Uhr: Stadtrundgang in kleinen Gruppen
Mitglieder des Vereins “Freunde Frankfurts” zeigen Ihnen interessante Plätze der Innenstadt und berichten über die Historie.
• 13:15 Uhr: Treffen der Gruppen vor der Paulskirche
Wir gehen über die Zeil zu Fuß zum Restaurant “Zu den zwölf Aposteln”, Rosenberger Straße 1 (nahe Phoenix).
• 13:30 - 14:30 Uhr: Mittagessen im Restaurant
• 14:30 Uhr: Referat von Eberhard Tiefenstädter (Leiter Marketing/Vertrieb) über Firma und Produkt
• 15:00 - 16.30 Uhr: Besuch der PHOENIX-Geschäftsräume (150 m Fußweg); Informationen über Handels Strategien durch Dipl. Math. Michael Milde, u.a.
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Auf der Rückreise einer solchen Kaffeefahrt zu Phoenix bestand dann
möglicherweise auch noch die Gelegenheit Rheumadecken und Tupa-Ware-Boxen
besonders preisgünstig zu erstehen, sowie die Termingeschäfts-Fähigkeits-
Erklärung zu unterzeichnen.
Wer der Super-Illu Interviews gibt und zu dem Kaffeefahrten veranstaltet
werden und bei dem die Mindestkontogröße 3000 Euro oder so ähnlich beträgt,
wird wohl eher nicht institutionelle Kunden, sondern ganz überwiegend Klein-
und Kleinstanleger bedienen.
Neben der perfiden Gebührenstruktur dürften solche Umstände einen
Anlageausschuss erheblich irritieren. Hinzutritt dann noch negative
Presse und gegen Phoenix ergangene Urteile, in denen u.a. sittenwidriges Verhalten richterlich festgestellt wurde. Im Rahmen der Due Diligence
wird man sich doch hoffentlich derartiger Umstände gewahr werden.
Ich kann die Quelle aus Datenschutzgründen
nicht nennen, kann es aber glaubhaft versichern.
Das muß im Moment genügen.
@past-my-prime
Es läßt sich heute natürlich im Rückblick süffisant über solche Interviews herziehen.
Urteile, in den sittenwidriges Verhalten richterlich festgestellt wurde, sind meines Wissen bis heute nicht bekannt geworden.
Wenn Ernst&Young, wie heute in einer Zeitung berichtet wird im Rahmen einer Sonderprüfung im Jahre 2002 keinerlei Unregelmäßigkeiten feststellen konnte und das Bafin mindestens 6 Jahre von 1998 bis 2003 keinen Anlaß zu Beanstandungen fand, mindestens aber nicht reagiert hat. Wie soll da eine Vermittler begründeten Verdacht schöpfen?
Wenn es eine staatliche Aufsicht gibt, so muss man sich doch zumindest darauf verlassen können, oder? Sonst kann man sich die Aufsicht ebenfalls sparen, oder?
*
REG-Man Group plc Statement re Phoenix
Released: 15/03/2005
RNS Number:7812J
15 March 2005 - Statement re Phoenix
Man Group was made aware last week by Phoenix, a client of Man Financial (Man
Group's brokerage division), of discrepancies in Phoenix's internal
reconciliation of certain of its accounts. It appears that certain accounts in
the books of Phoenix do not exist at any company at the Man Group. We understand
that BaFin, the German regulator, and the authorities in Germany are currently
investigating internal accounting procedures and record-keeping at Phoenix. We
have undertaken a detailed review of our own records, and are satisfied that
there are no irregularities of any kind at any Man Group company. The Man Group
has incurred no loss, has no financial exposure to Phoenix, and all Man client
and proprietary funds are fully accounted for.
Enquiries: Man Group plc +44 20 7144 1000 (Lena Tang)
*
Zitat FAZ 15.3.05:
"Rechtsanwalt Jens Graf in Düsseldorf vertritt seit Jahren Anleger gegen Phoenix"
"Dieser Auffassung seien die Richter in der Vergangenheit nicht immer gefolgt. „Das Landgericht Frankfurt hat durch seine Rechtsprechung über Jahre dazu beigetragen, daß Phoenix Kapitaldienst so alt werden konnte”,"
d.h. der RA Graf führt seit Jahren sinnlose Prozesse , die nur die Mandanten Geld kosten.
Interessant ist auch, daß derselbe Anwalt kürzlich einen Prozeß gegen die INSOLVENTE DBH geführt hat.
Über die Kanzleien Mattil und Marziller, die im Zuge der Phönix-Geschichte aus ihren Löchern gekrochen kommen, erübrigen sich nach dem Harald-Krügel-Skandal wohl alle weiteren Kommentare.
Gruß