Pimco: Top-Investor flüchtet aus US-Staatsanleihen
gute nacht
Die USA haben das Vertrauen mächtiger Anleger verspielt: Der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco trennt sich von sämtlichen amerikanischen Staatspapieren, ein Warnsignal, eine Peinlichkeit - er rechnet damit, dass die Schuldenkrise in Washington weiter eskaliert.
ew York - Es ist ein harter Schlag für die Regierung von US-Präsident Barack Obama - und ein Warnsignal für Anleger: Der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco hat sich von allen US-Schuldenpapieren getrennt, schreibt die "Financial Times". Der vom Manager Bill Gross verwaltete Fonds Total Return mit einem Volumen von knapp 237 Milliarden Dollar habe den Schritt bereits per Ende Februar vollzogen, teilte Pimco auch auf seiner Internetseite mit.
Der Schritt ist das bislang stärkste Signal dafür, wie negativ Investoren Schuldenpapiere des Staates USA inzwischen bewerten. Doch es könnte schlimmer kommen: Investor Gross erklärte laut der "FT", er rechne damit, dass US-Schuldenpapiere noch unattraktiver werden. Der Grund: Mitte des Jahres wird die US-Notenbank Fed ihr Programm zum Aufkauf von US-Staatsanleihen beenden.
Die hohe Verschuldung der USA wird damit zu einem immer größeren Problem für die Regierung. Anfang Januar hatte es bereits nervöse Diskussionen gegeben, als US-Finanzminister Timothy Geithner vor dem Staatsbankrott Amerikas warnte. Tatsächlich rechnet aber kaum jemand mit diesem Szenario. Geithners drastische Worte waren eher als strategisches Manöver interpretiert worden, mit dem Kongressabgeordnete zu stärkeren Sparmaßnahmen bewegt werden sollen.
@ benedikt54 [#1]
Wow, an wen ist er die denn los geworden? Osama?
Ich sage, dass sie es Mitte des Jahres nicht beenden werden.
Schauen wir mal.....
@ Paljusevic, Franjo [#3]
Also bezahlt der Steuerzahler letztendlich seinen eigenen Wirtschaftskreislauf, weil die Bankenrettung zuviel Liquidität entzogen hat.
Die "kapitalistischsten" Unternehmen sind also eigentlich volkseigene Betriebe. Nur das Volk hat nix davon. Im Endergebnis fast wie bei den Roten, nur dass es noch genug Konsumgüter gibt.
@ gautama2 [#4]
Wie in jeder vergleichbaren Situation der letzten 2000 Jahre.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XVI. (Link funktioniert nicht richtig, da auch der letzte Punkt unterlegt sein muss. Einfach kopieren und in die Adressleiste einfügen)
http://de.wikipedia.org/wiki/Assignat
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Staatsbankrott_von_1811
http://de.wikipedia.org/wiki/CSA-Dollar
http://de.wikipedia.org/wiki/Griechischer_Staatsbankrott_von_1893
http://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923
http://de.wikipedia.org/wiki/Mefo-Wechsel
http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawienkriege#Wirtschaftskrise
http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsbankrott
Staatspleiten verlaufen im Grunde alle Gleich, aber keinesfalls abrupt.
Langsam, langsam, schleichend von der breiten Masse unbemerkt, die sich dann zu dem Zeitpunkt, an dem es nicht mehr zu verbergen, nichts mehr aufzustauen ist verwundert fragt, "was ist denn jetzt los ?".
Das Thema wird hier im TMW-Forum seit 2007 ausführlichst diskutiert.
an sich aber auch nix dramatisches.
Das Zinssystem ist nun mal ein exponentielles System was ab und zu mal wieder resettet.
werden muss. Anders geht das mathematisch nicht.
Egal wie sehr sich alle anstrengen, ein paar davon trifft es immer.
Es wird kurz das System neugestartet, verbunden mit ein paar Umverteilungen, und dann gehts weiter.
Auf Grund des Zinseszinses findet eine Geldkonzentration statt, bei den anderen fehlt es dann natürlich. (künstlich)
Zitat: "Wenn die 300 reichsten Deutschen einen eigenen Staat gründen würden, dann wäre ihr Haushalt größer als der, der gesamten Bundesrepublik"
Sehenswertes Video: (wenn man alles sehen will, muss man sich registrieren und den veoh Player runterladen)
"Der Geist des Geldes"
http://www.veoh.com/browse/videos/category/educational/watch/v10278414HbWDWpzy
Von Silvio Gesells Freigeld will ja niemand was hören, obwohl es in der Praxis immer gut funktioniert hat (Wörgler Freigeld) , nur haben Staat und Banken jedes Pflänzchen in dieses Richtung im Keim erstickt, also scheint der jetzige Zustand so gewollt.
Es haben sich auch alle damit abgefunden bzw zahlen eh immer die Dummen oder (gerade) Machtlosen ...
@ xtrade [#6]
>Durch den Zins wird das Geld konzentriert, bei den anderen fehlt es dann natürlich (künstlich)
Wer in der aktuellen Forbes-Liste ist denn durch Zinsen reich geworden? Und die Staaten würden auch ohne Zinsen wohl am Ende mit riesigen Schulden da stehen, lediglich waere dann nicht mehr klar, wann das ganze untragbar wird. Es wuerde aber trotzdem irgendwann einen Vertrauensverlust geben. Und wie man an Japan sieht, kann das auch mit Zinsen viel zu lange gut gehen. Denn dort entspricht die Situation eher dem eines Anlage als dem Schuldennotstands, weshalb die Zinsen niedrig bleiben (wird mehr dardurch bestimmt, wass insgesamt an Zinssumme zahlbar ist).
Die jetzigen Probleme ruehren hauptsächlich daher, dass man eine frühere Bereinigung nicht zugelassen hat. Dadurch gibt es jetzt einfach zuviel Murks und schlechte Investments. Aber das wird wohl immer so sein. Oder kann sich jemand einen Politker vorstellen, der sich hinstellt und sagt: "Ich koennte da zwar jetzt erstmal helfen, aber das waere langfristig nicht gut"?
@ sbendel [#7]
> Wer in der aktuellen Forbes-Liste ist denn durch Zinsen reich geworden?
alle ..
Der Zinseszins wirkt auf Dich nicht nur in Geldanlagen, sondern mit jeder Rechnung, die Du bezahlst.
Irgendwo im Internet gabs mal ein Beispiel dazu. Wenn Du eine Telefonrechnung an die Telekom bezahlst, brauchst Du Dir nur mal die Bilanz der Deutschen Telekom ansehen, die offenen Verbindlichkeiten und "Zinszahlungen"
Der Zinsanteil liegt ungefähr bei 30 Prozent Deiner Rechnung, die direkt an die Gläubiger der Telekom transferiert werden.
> Die jetzigen Probleme ruehren hauptsächlich daher, dass man eine frühere Bereinigung nicht zugelassen hat.
mag sein, aber irgendjemanden trifft es halt immer.
Es ist wie im Monopoly, das Spiel endet irgendwann.
Weil das alle so wollen.
Ein "besseres" Wirtschaftssystem wäre ein langweiles Monopoly was ewig funktioniert.
Unabhängig davon, ob Gross´ Wette aufgeht, ob die amerikanische Notenbank weiterhin US-Staatsanleihen aufkauft oder nicht, teile ich seine Einschätzung, dass man keine langlaufenden amerikanischen Staatsanleihen besizen sollte. Nicht nur Gilts ruhen auf einem Bett von Nitroglyzerin, wie er es im letzten Jahr so schön formuliert hat.
Staaten wie Irland, Griechenland, USA leihe ich kein Geld.
@ xtrade [#8]
>> Wer in der aktuellen Forbes-Liste ist denn durch Zinsen reich geworden?
>alle ..
Das würde ich so nicht unterschreiben. Bei den Diktatoren, Olligarchen, ... [will die jetzt nicht zu sehr in die selbe Gruppe stecken:] Internetmilliardäre oder Aldi-Brüdern sehe ich ne Menge Gründe, warum sie reich geworden sind. Zinsen gehören aber nicht dazu. Das hätten sie nämlich auch in einem Freigeldsystem geschafft.
@ xtrade [#8]
"Der Zinsanteil liegt ungefähr bei 30 Prozent Deiner Rechnung, ..."
Könntest genauer erklären, wie das zu verstehen ist, oder den link suchen?
@ Asamat [#11]
Webseite gefunden.
http://www.killerzins.de/geld.htm
Das fand ich besonders amüsant, obwohl es eigentlich traurig ist:
"Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten!" - so locken die Banken deine hart erarbeiteten Moneten in ihren Tempel. Wenn du zu denen gehörst, die Geld niemals arbeiten sahen, könnte dieser Text für dich interessant sein. Wenn du Geld schonmal hast arbeiten sehen: Uns würde ein Foto davon interessieren…
@sBendel
Bei Aldi halte ich für möglich, durch eigene Substanz gewachsen zu sein, wobei ich das aber auch nicht glaube.
Ist aber letztendlich nicht so entscheidend ob es eine oder zwei Ausnahmen davon gibt, wird es sicherlich auch geben, ja.
@ xtrade [#12]
Aber gerade wenn Firmen, bzw. das Vermögen von Privatpersonen nicht organisch wächst, sondern gehebelt durch Fremdkapital, dann bilden sie doch die Gegenseite. Sie zahlen bzw. erwirtschaften die Zinsgewinne und profitieren nicht davon. Die wenigsten Reichen sind wirklcih cash rich, wenn man das netto Geldvermögen (Cash,Bond minus Kredite) betrachtet. Ausser sie haben gerade ihre Firma verkauft bzw. sind ein Despot der Gelder unterschlägt. Aber der durchschnittle Reiche ist durch Investments reich geworden und dort liegt sein Geld immer noch.
Ein Grossteil des Geldes (Cash und Bonds) liegt wohl eher bei der Mittelschicht und eventuell auch zu einem Grossteil in ihren Anlagen für die Rente.
Mit Zinsen die nur knapp über der Inflation leigen, ist kein Schnitt zu machen, wenn man da auch noch Steuern zahlen muss (ok, drücken sich einige wohl drum).
@ sbendel [#13]
> Mit Zinsen die nur knapp über der Inflation leigen, ist kein Schnitt zu machen,
Die aktuellen Staatsschulden wurden ja nicht zu den aktuellen Niedrigzinsen eingegangen, sondern zu Zeiten höherer Verzinsung.
Außerdem sind niedrige Zinsen doch aber gar nicht überall in der Welt der Fall?!
Du musst das gesamte System betrachten, nicht einzelne Fälle herausgreifen.
Und egal wie niedrig, es bleibt mathematisch trotzdem ein exponentielles System.
Spürbar erst für nächste Generationen, dauert halt dann länger.
lies doch erstmal den Link, ich konnte darin keinen logischen Fehler finden.
http://www.killerzins.de/geld.htm
@ xtrade [#14]
der Text stammt von 2003
"Wundert es uns da noch, daß es auf der einen Seite trotz "Wirtschaftskrise" immer mehr Millionäre"
das ist besonders interessant, weil es auch 2008 so war, das einzig und allein die oberen 10 Prozent an Vermögen stark zugelegt haben.
@ xtrade [#14]
>Und egal wie niedrig, es bleibt mathematisch trotzdem ein exponentielles System.
Wenn die Summe der Zinszahlungen wie zum Beispiel in Japan konstant bleibt, dann ist das eigentlich kein Problem. Die sChulden steigen, aber die Zinsen sinken. (Ok, wird halt immer instabiler, aber prinzipiell ist das ok).
Und ich bin sowieso der Meinung, dass der risikolose Zins wohl nicht wirklich positiv ist. Also nach Inflation und Ausfallrisiko (und Steuern). D.h. aus dem Jesuspfennig waere auch nicht mehr geworden, wenn man ihn sauber diversifiziert angelegt haette, so dass er uberlebt. Eventuell waere die Zahl hoeher, aber das ist halt Inflation, es zaehlt nur die Kaufkraft, zahlen sind ja eh beliebig.
Einzige Problem momentan ist, dass man momentan einzelne Defaults nicht zulaesst mit dem Risiko, dass am Ende alles gemeinsam zusammen bricht.
@ sbendel [#16]
"dass man momentan einzelne Defaults nicht zulaesst mit dem Risiko, dass am Ende alles gemeinsam zusammen bricht."
das ist wohl ein wahres Wort.
Wobei ich mir sicher bin, dass sich die USA was einfallen lässt.
Bis dato ist es so, dass sie die Spielregeln oft selber gestalten.
Ich halte es für unwahrsheinlich dass der Spieleentwickler sein eigenes Spiel selbst verliert...
Aber letztendlich kann auch China mal Wirtschaftsmacht Nr1 werden, wäre jetzt auch nicht unwahrscheinlich ..
Und der Erde sowieso egal :-)
@ sbendel [#16]
"D.h. aus dem Jesuspfennig waere auch nicht mehr geworden, wenn man ihn sauber diversifiziert angelegt haette"
der Jesuspfennig ist eh Blödsinn. Denn dann hätte man schon im 16 Jahrhundert einen Reichtum besessen, der einer Kugel Gold entspräche, von einer 4 fachen Größe der Erde.
Noch eine Bemerkung zu "Produkte sind teuerer, weil Firmen Zinsen zahlen muessen":
Firmen arbeiten mit Fremdkapital, um ihre Eigenkapitalrendite auf ein sinnvolles Niveau zu hebeln. Wuerden sie keine Kredite bekommen, brauchten sie entsprechend mehr Eigenkapital. Und um dann auf ihre angestrebte Rendite zu kommen, wuerden sie ihre Grossmarge erhoehen. Und vermutlich kommt das zusaetzliche Eigenkapital dann von den Leuten, die jetzt Kredite vergeben. Ergo, es macht am Ende keinen Unterschied. Man braucht sich ja nur mal den SCharia knoformen Investmentbereich anschauen. Formal keine Zinsen, aber im Grunde die selben Mechanismen, meist nur ineffizienter (zum Beispiel beim FX Handel ohne Leih- und Gutenhabenzinsen, da wird das eben in die Preise und GEbühren rein gerechnet).
@ xtrade [#17]
>Ich halte es für unwahrsheinlich dass der Spieleentwickler sein eigenes Spiel selbst verliert...
Ich glaube China macht sich auf, die Spielmacherrolle von den USA zu üebrnehmen. Und dann sind sie irgendwie in der Rolle wie ehemals UK. China scheint schneller als Deutschland zu begreifen, dass es keinen Sinn macht Wahren nur gegen Schuldscheine zu liefern, die nie wirklcih bedient werden koennen. Bis jetzt machte das Spiel Sinn, weil sie durch Selbstausbeutung ihren Wirtschaftaufschwung finanzieren konnten. Und imemrhin bekommt man ja auch noch ein paar Rohstoffe für die Dollarreserven. Aber auf dauer macht es keinen Sinn, mit den Aussenhandelsuberschuessen die amerikansichen SChiffe zu finazieren, die vor Taiwan kreuzen. Aber sie bewegen sich ja langsam weg vom Dollar. Und irgendwann in 20 Jahren ist er dann eventuell so in der VErsenkung verschwunden, das man ihn komplett ignorieren kann. Dann ist die USA auch nicht mehr bedeutsam.
@ sbendel [#19]
Um was ging es Dir jetzt?
Versteh im Moment nicht, aus welcher Perspektive Du argumentierst. Der FX Handel hat ja nur deswegen Gebühren für Scharia Konten, weil sie an einem System teilhaben wollen, in dem nun mal Zinsen verlangt werden.
Gäbe es diese nicht, gäbe es auch keine Gebühren.
Und Kredite gibt es auch in Silvio Gesells Modell. Sogar sehr viel ! Weil es sich nicht lohnt, Geld zu bunkern und es attraktiver ist, Geld zu verleihen.
Das Wunder von Wörgl
http://www.zeit.de/2010/52/Woergl
Der Pimco-Gründer hat seine Wette gegen US-Staatsanleihen verloren. Besonders bitter für den Star-Investor: Ein passiver Anleihefonds schneidet besser ab als sein Total Return Fund.
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:us-staatsanleihen-indexfonds-schlaegt-star-investor-bill-gross/60113307.html
http://www.deutsche-finanzagentur.de/finanzagentur/informationsmaterial/schuldenstand/
@ xtrade [#21]
Das sogenannte Wunder von Woergl: als die Gsell-Adepten angefangen haben, ihre Steuern mit Schwundgeld zu bezahlen und Goldstücke horteten, hat die Austria Nationalbank den Schwindel verboten. DAS verschweigt die ZEIT natürlich gerne (vorausgesetzt der Schreiberling hat das überhaupt recherchiert).
Ein Kommentator in der ZEIT schreibt ganz treffend: "wir haben doch schon Schwundgeld... Jedes Jahr 10% Kaufkraftverlust"
Man muss mit bestimmten Legenden einfach mal aufraeumen.