Kobban
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Reale Geldwertillusion: Von gefühltem und echtem Reichtum

Die Wissenschaft hat wiedermal zugeschlagen:

Von gefühltem und echtem Reichtum - Bei Geld zählt für Menschen eher der nominale als der tatsächliche Wert

(24.03.09) - Mehr Geld zu verdienen hebt die Stimmung – selbst dann, wenn eine höhere Inflation den Gewinn an Kaufkraft gleich wieder auffrisst. Zurück geht dieses Phänomen, offiziell als Geldwertillusion bezeichnet, auf eine irrationale Eigenheit des Gehirns, haben nun Bonner Forscher gezeigt: Das Belohnungszentrum reagiert grundsätzlich viel stärker auf große Zahlen und hohe Summen als auf kleinere, auch wenn völlig klar ist, dass der reale Wert in beiden Fällen exakt identisch ist. Der Einfluss dieser Fehleinschätzung auf wirtschaftliche Prozesse sei immens, betonen Armin Falk und seine Kollegen. Ohne sie wäre es beispielsweise nahezu unmöglich, durch eine Erhöhung der Geldmenge seitens der Zentralbanken die Wirtschaft anzukurbeln.

24 Freiwillige legten sich für die Studie der Forscher in einen Magnetresonanztomographen und lösten dabei leichte Abschätzungsaufgaben. Für jede richtige Antwort bekamen sie Geld, mit dem sie direkt anschließend Waren aus einem Katalog kaufen konnten. Dabei hatten die Wissenschaftler zwei Szenarien entworfen: In einem bekamen die Probanden zwar mehr für ihre Antworten, entsprechend waren jedoch auch die Preise im Katalog höher. Im anderen Fall verdienten die Teilnehmer die Hälfte weniger, mussten jedoch auch weniger bezahlen, um etwas aus dem Katalog zu kaufen. Während der gesamten Prozedur überwachten die Wissenschaftler die Gehirnaktivität ihrer Probanden.

Obwohl alle Teilnehmer genau über beide Szenarien informiert waren und auch wussten, dass sie sich in beiden Situationen exakt dasselbe leisten konnten, registrierten die Wissenschaftler Überraschendes: "Im Niedriglohn-Szenario war eine bestimmte Hirnregion stets signifikant weniger aktiv als im Hochlohn-Szenario", berichtet Mitautor Bernd Weber. Dabei handelte es sich um einen Teil des präfrontalen Cortex, eines Areals, das unter anderem für die Kopplung von Sinneseindrücken und Erinnerungen mit Emotionen, die Erwartung einer Belohnung sowie die subjektive Bewertung von Gütern zuständig ist. "Das Areal versetzt uns gewissermaßen bei positiven Erlebnissen in Hochstimmung", so Weber.

Entgegen der Annahmen vieler Wirtschaftswissenschaftler existiere die Geldwertillusion also tatsächlich, schließen die Forscher aus ihren Ergebnissen. Für Menschen spiele beim Geld demnach nicht unbedingt der reale, sondern vielmehr der nominale Wert die entscheidende Rolle – sie lassen sich leicht von großen Zahlen verführen. Höchstwahrscheinlich liege diese Tendenz auch Phänomen wie Spekulationsblasen oder den häufig stark vom realen Wert abweichenden Bewertungen von Aktien zugrunde, so die Wissenschaftler.

Armin Falk (Universität Bonn) et al.:
http://www.pnas.org/content/early/2009/03/20/0901490106
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/301821.html

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Und für die, die auf noch mehr Wissenschaft(?!) stehn:

Knapp daneben ist mehr als vorbei - Hirnforscher: Haarscharf verlorene Spiele reizen zum Weiterspielen

(12.02.09) - Nur knapp verlorene Spiele wirken im Gehirn von Glücksspielern ähnlich wie richtige Gewinne. Außerdem werden Beinahe-Gewinne als ärgerlicher empfunden als hoffnungslos verlorene Spiele – regen jedoch zum Weiterspielen an. Das haben Forscher herausgefunden, als sie Freiwillige bei einem virtuellen Glücksspiel beobachteten.

weiterlesen u. Quelle:
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300442.html

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Riskante Gene - Wie waghalsig jemand mit Geld spekuliert, wird auch durch das Erbgut beeinflusst

(11.02.09) - Die finanzielle Risikobereitschaft liegt zum Teil in den Genen, sagen US-Forscher. In Experimenten mit Freiwilligen haben sie einen Zusammenhang entdeckt zwischen unterschiedlichem Investitionsverhalten und verschiedenen Versionen von Genen, die den Haushalt von Botenstoffen wie Serotonin und Dopamin im Gehirn beeinflussen.

weiterlesen u. Quelle:
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300397.html

Geschrieben von Kobban am
dhp05
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als Basis für einen Gedankenaustausch müßte ich den folgenden link, gemeint ist der Inhalt des links, fast schon geheim anbieten.

Ist aus 2006, beschreibt aber den Erkenntnisstand 2009 genauso. Kein Wunder, der hat sich ja nicht geändert.

http://www.fhuisken.de/Hirnforschung06.rtf

druck ihn dir mal aus. wir reden dann "heimlich" zum Thema weiter.

P.S. Das du mit deinem Wissensstand so bewußt immer herumirren willst! Ganz versteh ich's nicht.

Kobban
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12 Jahre 9 Monate

ausschließlich für @ dhp05 [#2] gedacht

erstmal danke für den link (ich selbst würd' kein einziges von meinen sieben Leitgeheimnissen verraten, die ich zum Abgleichen und Nachjustieren von eigenen und Fremdeinfällen seit Jahren erfolgreich (möglichkeitserweiternd) anwende)

"... so bewußt immer herumirren willst! Ganz versteh ich's nicht."

Im Begriff "herumirren" steckt Wertung, ich bevorzuge wertneutrale Begriffe - hier: experimentierfreudig, begeisterungsfähig, Anhänger des Zeigarnik-Effekts usw.

nun zum link:
Ich halte der Begriff "Wille" für viel zu grob für anspruchsvolles Reflexionsniveau - 'ne zeitlang hab ich mit "lauter Mikrowillis" gearbeitet, doch auch dann bleibt Temporalisierung allzu unterbelichtet. Die Frage ist doch (wenn jede Vorstellung von Möglichkeit Zutat eines Beobachtens ist): Wie kommt man dazu, etwas, was nicht ist, für möglich zu halten? Woher denn nimmt man die Kühnheit, sich am Garnichtvorhandenen, an Zukünftigem, an Zielen, an Gefahren an Eventualitäten, an "Andersmöglichkeiten" zu orientieren?

Vielleicht wird ein supramodal ausgestatteter Beobachter jetzt lauter Neurosen od. auch Artifizialitäten erkennen. Jedenfalls vollends unzureichend sind traditionelle Formulierungen des Problems (ausm vorletzten Jahrhundert) mit Hilfe der Unterscheidung von Wille und Intellekt od. auch v. Praxis u. Theorie. Auch das sind ja wieder Unterscheidungen (also Möglichkeitsentwürfe), die sich von anderen Unterscheidungen unterscheiden lassen. Treibt man Erkenntnistheorie in ihre Extremform, dann heißt das doch: Erkenntnis baut sich eine möglichkeitsorientierte Eigenwelt auf, die ihr dann zwar kein Realitätsbild vermittelt, doch gleichwohl real prozessiert wird - wenn dies geschieht und solang es geschieht. Und letztendlich gehts um die Frage: wie u. ob man sich als realitätsabhängig denn überhaupt dem risijo aussetzen kann, sich an Möglichkeiten zu orientieren. Das wahre Problem enthüllt sich allerdings bloß demjenigen, der erkennt, dass ausgerechnet Erkenntnis keine operation ist, womit man Kontakt zur realität gewinnen kann. Das paradoxische auch diesert Erkenntnis liegt nun darin, dass auch sie's nicht besser machen kann, obwohl ich diese Erkenntnis gerade real kommuniziere. Ich habe mir eingestanden, dass Erkenntnisevolution von ihren eigenen Realitätsbedingungen wegführt und nicht zu ihnen hin. Damit kann ich ganz gut leben - komme mir allerdings machmal wie ein "Zaunkönig" (ich meine nicht das Vögelein!) vor.

Wie mans dreht und wendet, stets fallen Begriffsbildungen innerhalb von Theorien entweder der Tautologie od. der Paradoxie anheim. Eine Theorie mit hohem Reflexionniveau wird versuchen die augenscheinlichsten Paradoxien u. Widersprüche zu markieren, um sie dann abzuschirmen - man arrestiert sie, um ungestört weiterzutheoretisieren. Der Fehler ist natürlich nicht behoben, aber man hat ihn im Griff (beinah hätt ich gesagt: im Begriff), was dann dem Paradox der Invisibilisierung gleichkommt, die einem Klugen (wie zB dhp05) offen sichtbar bleibt.

Vielleicht sollte man schon die Ursuppe od. den Weltzustand der Entropie als zugleich einfach und komplex ansehen, also als Paradox.
Als komplex existiert dieser Ausgangs- od. Endzustand, wenn man versuchte, duch Handeln eine Differenz einzuführen; denn dann müßte man wissen, wie die Ursuppe mit der Unendlichkeit kombinatorischer Möglichkeiten auf das Einführen einer Differenz, od. biblisch gesagt: auf das Wort reagiert.
Als einfach existiert ein Weltzustand der Entropie, wollte man ihn unter dem Gesichtspunkt des Erkennens betrachten; denn das Erkennen würde ja vergeblich versuchen, Differenzen zu beobachten od. auch: sich zu irren.

dhp05
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@ Kobban [#3]

"Wie kommt man dazu, etwas, was nicht ist, für möglich zu halten? Woher denn nimmt man die Kühnheit, sich am Garnichtvorhandenen, an Zukünftigem, an Zielen, an Gefahren an Eventualitäten, an "Andersmöglichkeiten" zu orientieren?"

Vielleicht, weil wir Menschen sind?

Ich habe mal deinen Text, wie er steht, durchgelesen, und einmal überall dort, wo Theorie oder theoretisieren steht die Wörter Praxis und praktizieren eingesetzt.

Dann habe ich ihn in Bezug gebracht zu einer Tätigkeit, die auf Grund menschlicher Fähigkeiten ausgeübt wird:

dramatisch, traumatisch und kühn - der chirurgische Eingriff am menschlichen Körper.

Dein "Zaunkönig" kam mir neulich erst in einem fersenhfeature über eine österreichische literarische 'Geistes'größe vor.

Akteure und Betrachter

Bei ihm machen sich Akteure ganz grundsätzlich schmutzige Hände, die nur der Betrachter und nur aus seiner Betrachterpersektive be'schreiben' kann. Würde er sich einmischen, wäre er Akteur und kein Betrachter mehr.

Fällt dir der Autoren-Name ein?

Beim Zuschauen hat ich noch an dich gedacht. Jetzt habe ich nur noch kobban im Gedächtnis, der Schriftstellername aber ist mir entfallen.

Dein [#3] erstmal zum weiteren rumknabbern ausgedruckt.

Und dann ab aufs/ins Sofa.

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