scorpion260
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12 Jahre 9 Monate

Robuster Arbeitsmarkt beschert Staat höchsten Überschuss seit 2000

Ich poste mal den gesamten Artikel, aber es geht mir nur um zwei Sätze darin.

"Die wichtigste Änderung betrifft Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Sie werden nicht mehr als Vorleistungen, sondern als Investitionen verbucht."

Das würde ich selbst noch unter Bilanztrickserei "verbuchen".

Aber das hier:

"Damit wird die Wirtschaftsleistung nun auch durch Drogenhandel, Zigarettenschmuggel oder Waffenkäufe erhöht."

Habe ich etwa einen Lesefehler?!
Selbst "Waffenkäufe" würde ich noch einsehen, da hier ja eine heimische Produktion dahintersteht.
Aber was haben Drogenhandel und Zigarettenschmuggel mit der Erhöhung des BIP zu tun?!

Erstens resultieren diese "Geschäftsfelder" nicht aus einer inländischen Produktion, und zweitens können sie somit auch keine Erhöhung der Steuereinnahmen bewirken.

Somit schlagen sie sich weder in einer Erhöhung des BIP, noch in vermehrten Steuereinnahmen nieder.
Wie werden die jährlichen Summen des Drogenhandels, und des Zigarettenschmuggels eigentlich ermittelt? Es kann sich doch nur um empirische, oder extrapolierte Schätzwerte handeln. Wenn solche Werte nun in die Berechnung des BIP einfließen, dann kann man diesem "Posten" das Niveau eines "Goodwill" zuordnen, mehr nicht.

"Da die Statistiker ihre gesamte Zahlenreihe seit 1991 nach den neuen Regeln aktualisieren, verändert sich zwar das BIP-Niveau. Der Effekt auf die deutschen Wachstumsraten ist aber gering."

Da lese ich nur "Blub Blub".
Reine Behauptungen, keine kardinalisierten Angaben.

Sehe nur ich das so, oder wird hier wirklich extreme Bilanzkosmetik betrieben?

Link: https://wertpapiere.ing-diba.de/DE/showpage.aspx?pageID=9#BHP

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die öffentlichen Kassen in Deutschland füllen sich wie lange nicht mehr: Vor allem dank des robustes Arbeitsmarkts hat der deutschen Staat im ersten Halbjahr 2014 einen Überschuss von 16,1 Milliarden Euro erzielt. Über so ein dickes Plus konnten sich die Kassenwärter seit der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen im zweiten Halbjahr 2000 nicht mehr freuen - und dies war damals anders als jetzt ein Sondereffekt. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, schlossen die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung das Halbjahr nach vorläufigen Ergebnissen mit einer Überschussquote von 1,1 Prozent der Wirtschaftsleistung ab. Auch das ist der höchste Wert seit 2000, betonte ein Statistiker.
Besonders der Bund profitierte von sprudelnden Steuereinnahmen dank der sehr günstigen Beschäftigungssituation. Zudem schüttete die Bundesbank 4,6 Milliarden Euro aus nach nur 600 Millionen im ersten Halbjahr 2013: Mit einem Überschuss von 4,0 Milliarden Euro gelang es dem Bund erstmals seit 1991, in der ersten Hälfte eines Jahres ein positives Ergebnis zu erzielen.
INTERNATIONALE KRISEN BREMSEN
Auch wenn der Arbeitsmarkt weiterhin brummt: Im zweiten Quartal haben die Krisen rund um den Globus die deutsche Wirtschaft gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von April bis Ende Juni 2014 im Vergleich zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit und bestätigte damit vorläufige Berechnungen. Für die größte europäische Volkswirtschaft ist dies der erste Rückschlag seit Anfang 2013, als das BIP um 0,4 Prozent schrumpfte.
Neben dem Bund erwirtschafteten auch Gemeinden und Sozialversicherungen von Januar bis Juni ein Plus. Der Überschuss der Gemeinden belief sich auf 5,3 Milliarden Euro, die Sozialversicherung nahmen 7,1 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben. Die Länder verfehlten mit einem Defizit von 0,2 Milliarden Euro nur knapp einen ausgeglichenen Haushalt.
KONSUM STÜTZT DIE WIRTSCHAFT
Mit dem satten gesamtstaatlichen Plus ist Deutschland derzeit weit von der Defizit-Marke von 3,0 Prozent des BIP entfernt, die der Maastricht-Vertrag maximal erlaubt. 2013 hatten öffentlichen Kassen in Deutschland nach der neuen Berechnungsmethode einen Überschuss von 0,3 Prozent des BIP erwirtschaftet.
Im Frühjahr belebte allein der Konsum die Wirtschaft. Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben (jeweils + 0,1 Prozent) waren höher als im ersten Quartal 2014. Hingegen gingen die Investitionen zurück: In Ausrüstungen wie Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge wurde 0,4 Prozent weniger investiert als im Vorquartal, die Bauinvestitionen sanken deutlich um 4,2 Prozent. Die Statistiker begründeten dies mit Vorzieheffekten im ersten Quartal wegen des ungewöhnlich milden Winters. Auch der Außenhandel bremste die Konjunktur, weil die Importe schneller stiegen als die Exporte.
NEUE STATISTIKREGELN
Dank des starken Jahresauftakts ergibt sich für das erste Halbjahr insgesamt preis-, saison- und kalenderbereinigt ein BIP-Plus von 0,8 Prozent gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2013. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft kalenderbereinigt um 1,2 Prozent.
Erstmals wendete das Bundesamt neue europäische Regeln zur Berechnung des BIP an. Damit wird die Wirtschaftsleistung nun auch durch Drogenhandel, Zigarettenschmuggel oder Waffenkäufe erhöht. Die wichtigste Änderung betrifft Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Sie werden nicht mehr als Vorleistungen, sondern als Investitionen verbucht. Da die Statistiker ihre gesamte Zahlenreihe seit 1991 nach den neuen Regeln aktualisieren, verändert sich zwar das BIP-Niveau. Der Effekt auf die deutschen Wachstumsraten ist aber gering. Die neuen Regeln sind vom 1. September an für die Staaten der Europäischen Union verbindlich./hqs/DP/jkr

Geschrieben von scorpion260 am
benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Mich wundert das man die Prostitution nicht mitgerechnet hat, das ist doch bei weiten der grösste Posten.

Die brauchen Wachstum um jeden Preis, nur so können Sie die sich selbst auferlegten Ziele erreichen. 

Geht es nicht durch reales Wachstum, dann muss halt manipuliert und getricktst und getäuscht werden. Übung hat man ja darin, ist ja nichts neues.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

. Betrach­tet man die Steu­er­ein­nah­men gibt es drei mög­li­che Fak­to­ren, die einem Steu­er­re­kord zugrunde lie­gen könnten:

1. Wirt­schafts­wachs­tum

2. Stei­gende Preise

3. Eine Ver­än­de­rung der Steuerpolitik

Dabei muss klar sein, dass in „nor­ma­len“ Jah­ren ohne Wirt­schafts­kri­sen, Rezes­sio­nen oder Defla­tion die ers­ten bei­den Fak­to­ren, Wirt­schafts­wachs­tum und stei­gende Preise, posi­tiv zur Ent­wick­lung des Steu­er­auf­kom­mens bei­tra­gen und somit für den Groß­teil der ver­mel­de­ten Steu­er­re­korde ver­ant­wort­lich sind.

Steu­er­re­korde sind also schlicht Aus­druck einer nor­ma­len volks­wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung und somit so gewöhn­lich, dass es eher einer Mel­dung bedürfe, wenn es in einem Jahr mal zu einem Steu­er­auf­kom­men käme, das unter dem des Vor­jah­res liegt und damit kei­nen Rekord darstellt.

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ja, das war zuletzt im Zusammenhang mit Italien, glaube ich, ein Thema in den Medien.

Aber grundsätzlich ist es doch nur recht und billig, dass die Erträge legaler Unternehmen (z. B. Bordelle) im BIP erfasst werden. Problematischer ist es m. E. Erträge illegaler Unternehmungen (Drogenhandel) im BIP zu erfassen. Logischerweise ergibt sich daraus ein inakzeptabler Interessenkonflikt. Auch moralisch ist das m. E. nicht zu akzeptieren. (Führt man diesen Gedanken weiter, wo endet er? Werden zukünftig auch Gewinne aus Mafiamorden oder Menschenhandel erfasst?). Interessant wäre auch wie diese Beträge geschätzt werden.

In jedem Fall sollte diese Aktion die Staatsschuldenstandsquote günstig beeinflussen. Die südeuropäischen Läner sind sicher mehr darauf angewiesen als wir. Eine erbärmliche, Verzweiflungstat!

meerschwein
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

"Aber was haben Drogenhandel und Zigarettenschmuggel mit der Erhöhung des BIP zu tun?!"

Wenn der Drogenhändler mittels Geldwäsche seine Einnahmen in den legalen Geldkreislauf einbringt, hat selbst der Staat etwas davon.

Selbst die vom Drogengeld gekauften Luxusgüter bringen dem Staat etwas.

Schön ist es trotzdem nicht.

"Wie werden die jährlichen Summen des Drogenhandels, und des Zigarettenschmuggels eigentlich ermittelt? "

Das würde mich auch interessieren. Die USA setzen jährlich 300 Mia. $ mit dem Drogenhandel um. Hohen Schätzungen zu Folge sollen alleine mit dem jetzt legalisierten Cannabisgeschäft jährlich 60-100 Mia. $ umgesetzt werden (stand letzte Woche im Handelsblatt, habe den Link gerade nicht zur Hand).

Einfach unglaublich.....

Gruß

AAA
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate
Wie der Staat Millionen mit Drogen verdient
3. Juli 2014, 21:36 Uhr

http://www.stern.de/politik/ausland/cannabis-legalisierung-in-den-usa-w…

Das große Geschäft mit dem Kiffen

"Zu den größten Profiteuren zählt indes der amerikanische Fiskus: Die steigenden Umsätze mit legalem Marihuana bescherten alleine der Staatskasse Colorados, das wegen seiner laxen Gesetze "The Highest State" genannt wird, im ersten Halbjahr 2014 zusätzliche Einnahmen von mehr als 20 Millionen Dollar. Die Behörden langen kräftig zu, auf die 2,9 Prozent Umsatzsteuer werden bei Marihuana-Geschäften noch mal mindestens satte 10 Prozent draufgeschlagen."

http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/das-grosse-geschaeft-mi…

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