Rohöl: Heizöl und Benzin im Überfluss
USA schwimmen in Öl-Destillaten
Von Tobias Bayer
Financial Times Deutschland, FTD (10.09.09) - Das Ölkartell Opec hält an der bisherigen Förderung fest und fordert von seinen Mitgliedern mehr Disziplin. Doch das gewaltige Überangebot an Heizöl und Diesel sorgt für Unruhe. Die Energieagentur ist ebenfalls unsicher. Der Preis steigt.
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Destillate im Überfluss: 3-2-1-Crack belastet Ölpreis
Von Tobias Bayer
Financial Times Deutschland, FTD (16.09.09) - Nachdem Fed-Chef Bernanke das Ende der Rezession ausrief, schwelgen die Anleger in Optimismus. Anders auf dem Ölmarkt: Dort blicken die Akteure mit Sorgen auf Heizöl, Diesel - und den 3-2-1-Crack, der gar nichts Gutes bedeutet.
US-Notenbankchef Ben Bernanke ruft das Ende der Rezession aus, die Aktienmärkte steigen - und trotzdem bricht auf dem Ölmarkt keine Euphorie aus. Mit Sorgen blicken die Investoren auf eine Kennzahl, die üblicherweise nicht im Fokus der Aufmerksamkeit steht: Den 3-2-1-Crack-Spread, der sich mit 4,09 $ auf dem tiefsten Stand seit Mitte Dezember 2008 befindet.
Der 3-2-1-Crack-Spread, das ist die gewichtete Differenz zwischen Rohöl- und Produktpreisen, ist ein beliebter Indikator für Raffineriemargen. Er gibt an, wieviel die Unternehmen daran verdienen, aus Rohöl Produkte wie Benzin und Heizöl herzustellen. Der Maßstab wird als eigener Kontrakt an den Terminbörsen gehandelt. Seit Wochen signalisiert er eine große Schwäche. Und diese ist auch für den Ölpreis relevant.
"Das Problem auf den Energiemärkten besteht darin, dass die Preise für Produkte nicht dem Öl auf seinem makroökonomischen Trend folgen wollen. Zu einer Zeit, in der sich Rohöl mit dem S&P 500 nach oben bewegt, verschlechtern sich die Margen für die Raffinerien, weil die Produktpreise fallen", sagte Olivier Jakob, Managing Director beim Researchhaus Petromatrix. "Irgendetwas muss dem Rohöl getan werden. Wenn die Raffinerien nichts verdienen, lassen sie es einfach im Tank." Das wiederum belaste dann auch den Rohölpreis.
Lagerbestände auf historischen Hochs
Momentan kostet Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) rund 70,60 $ je Barrel (159 Liter). Die Notierungen sind zwei entgegengesetzten Kräften ausgesetzt: Der Konjunkturoptimismus führt zu steigenden Börsen- und damit auch Rohstoffkursen. Gleichzeitig aber schwellen die Lagerbestände für mittlere Destillate wie Diesel und Heizöl an, weil die Nachfrage in den Industrieländern schwach ist.
Die Produktvorräte befinden sich ungeachtet des nahen Rezessionsendes auf historischen Hochs. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) betrugen sie im Juli 2778 Millionen Barrel. Das sind 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Reserven reichen für 62 Tage.
In den USA sind die Niveaus extrem: Die Destillatbestände befinden sich auf dem höchsten Stand seit 1983. Der Aufbau der Vorräte setzt sich zudem fort. Laut den aktuellen Zahlen des privaten Forschungsinstituts American Petroleum Institute stiegen sie in der vergangenen Woche um weitere 5,2 Millionen Barrel an. Am Mittwoch bestätigte der Lagerbericht des Energieministeriums den Trend. In der Woche bis zum 11. September kletterten die Destillatvorräte um 2,2 auf 167,8 Millionen Barrel. Das sind 28 Millionen Barrel mehr als 2008.
Nach Ansicht der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird sich an dem Bild grundlegend nichts ändern. Die Ölnachfrage aus den OECD-Ländern werde sich laut dem aktuellen Monatsbericht des Kartells verhalten entwicklen und im nächsten Jahr um 290.000 Barrel täglich sinken.
Zwar hob die Opec ihre Schätzung für die weltweite Ölnachfrage wegen der höheren BIP-Wachstumsprognosen für 2009 um 150.000 Barrel und für 2010 um 140.000 Barrel täglich an. Der erwartete Nachfrageanstieg falle mit 500.000 Barrel täglich jedoch äußerst schwach aus, insbesondere angesichts des starken Rückgangs in den letzten zwei Jahren, strich die Wiener Organisation heraus.
(Quelle und weiter lesen: -> http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/rohstoffe/:destillate-im-ueberfluss-3-2-1-crack-belastet-oelpreis/50010364.html?page=2)