Rohstoffe: Spekulanten durchkreuzen Prognosen
[B]Rohstoffe: Spekulanten durchkreuzen Prognosen - Rohstoffpreise galten als Konjunkturindikator. Das war einmal. Jetzt bestimmen Spekulanten den Preis von Kupfer und Co. Für zuverlässige Prognosen sind die Kurse nicht mehr geeignet. Doch Rohstoff ist nicht gleich Rohstoff.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/rohstoffe-spekulanten-durchkreuzen-prognosen/3298530.html?p3298530=0)
Der Artikel widerspricht sich laufend selbst. In einen Abschnitt sagen jeweils zwei aufeinanderfolgende Sätze das genaue Gegenteil.
"Ein Beispiel für die Verzerrungen durch Spekulationen im Rohstoffbereich bietet der Rückblick auf die jüngere Vergangenheit. Mit dem hohen Grundstoffbedarf von Schwellenländern wie China und Indien waren die Preise seit Ende 2001 mit steigendem Tempo nach oben geklettert."
Scheint mir völlig normal. Was ist hier durch Spekulanten verbogen?
"Im Zuge der Finanzkrise brach zur Jahresmitte 2008 weltweit die Nachfrage nach Grundstoffen ein und damit auch deren Preise."
Scheint mir völlig normal. Was ist hier durch Spekulanten verbogen?
"Seit Beginn dieses Jahres haben sich die Rohstoffe wieder erholt, notieren aber noch unter den letztjährigen Höchstständen. Doch getragen wird der Preisanstieg vor allem von Entwicklungsländern wie China; die Volkswirtschaft hat im dritten Quartal fast neun Prozent zugelegt."
Ja, und?
Scheint mir völlig normal. Was ist hier durch Spekulanten verbogen?
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*Kopfschüttel*
Ich behaupte ja nicht, daß Spekulanten nicht negative Preiseinflüsse haben können. Aber dreimal als Argument zu bringen, wo es richtig funktioniert, das ist schon ein besonderer Fall von Blindheit.
@ Asamat [#2]
Genau aus diesem Grund lese ich solche Artikel nicht mehr. Der Böse Spekulant, das Böse Wetter, der Böse Dollar.
Immer gibt es einen Bad GUY der die Analyse verhagelt. So was.
Vielleicht sollte der Verfasser einmal die Geldmenge in Betracht ziehen die dafür sorgt das massenhaft Liquididität nach Anlagemöglichkeiten sucht.
Im Verhältnis zum Aktienmarkt ist der Rohstoffmarkt ein Zwerg. Selbst minimale Veränderungen im Kapitalstrom reichen doch schon aus um die Rohstoffe zum steigen zu bringen.
Ich bin es leid Kommentare lesen zu müssen in denen man sich Rechtfertig warum die Spekulation in die Hose ging.
So widersprüchlich der Artikel auch in manch einem seiner Argumentationsstränge scheint, und auch was die zeitliche Abfolge betrifft, nicht immer richtig liegt:
Der Artikel bezieht sich doch auf das Tätigkeitsfeld der Konjunkturforscher.
Und da sagt er etwas richtiges, gleich im ersten Satz:
Rohstoffpreise sind ihrer bisherigen Indikatorenfähigkeit bezüglich Konjunkturentwicklung (zu mindest teilweise) entkleidet!
Für manchen Rohstoffspekulanten, der das in seine Handelsentscheidung bisher eingebaut hatte, gibt der Artikel den nützlichen Hinweis, warum es in manchem Konto die letzten 2-3 Jahre vielleicht nicht mehr stimmt, obwohls vorher stimmte.
Widersprüchlich wird der Artikel auch, weil er verschiedene Meinungen zu Wort kommen läßt. Das ist aber normal, wenn man drüber streitet, wie es nun weiter geht.
Den gesamten Artikel muß man nicht unbedingt als Schuldspruch "Kopf ab, den Spekulanten" lesen.
@ dhp05 [#4]
"Rohstoffpreise sind ihrer bisherigen Indikatorenfähigkeit bezüglich Konjunkturentwicklung (zu mindest teilweise) entkleidet! "
Wie kommst Du darauf?
Ich behaupte das Gegenteil.
@ scorpion260 [#5]
Vorab. Es geht nicht darum. ob ich auf etwas komme und du das Gegenteil behauptest.
Es geht bei dem Artikel darum, das etwas. was bisher wie ein common sense wirkte, auch wenn unterschiedliche Fraktionen perspektivisch unterschiedliches theoretisch vorhersagten, nicht mehr zutrifft.
Am Beispiel Öl:
Die Preisbewegung von 70 auf 140 auf 35 retour verhagelt halt dem Volkswirtschaftler bisher verläßlich funktionierende Indikatoren zu unverläßlichen (sei es auf Zeit, sei as auf Dauer).
Darum ging es in dem #1.
Zum praktischen:
Du fragst, wie kommst du darauf?
Ich geb ich dir ne praktische Antwort:
Ich bin seit 25 Jahren Kupfereinkäufer. Und natürlich hat sich der Handel in den letzten 3 Jahren verändert. Es gilt erstmal nicht mehr, was 10 Jahre lang vorher gegolten hat. (geh mal davon aus, dass ich nicht der Blödeste bin im Einkauf, der das auch nicht bejammert, sondern halt damit umgehen muß!)
Ich komm da nicht darauf, ich erlebs einfach.
Es ist Banal. Märkte, die zu Zeiten, in denen sich Liquidität nicht in ihnen aufhält, sind andere als zu den Zeiten, in denen es sich drinnen aufhält.
Schreib du mal etwas zu deiner Gegenteilsbehauptung!