oblomow
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Staatsbankrott statt EU-Hilfen ?

Sorry, aber ich liebe es dumme Fragen zu stellen.

Wenn ein Land, nennen wir es mal Portugal, oder auch anders,
eines Tages erklärt:
Sorry, Leute und vielen Dank fuer die Hilfe aber wir möchten keine
EU-Gelder mehr.
Leider können und wollen wir unsere Auslandsschulden nicht mehr bedienen,unsere Staatsanleihen die Ihr da im Keller habt sind leider wertlos...

Das Land wäre zumindest im Ausland schuldenfrei und was will die EU
machen, einmarschieren ?

So stelle ich mir das Ende der Schuldenkrise vor.

Könnte es so kommen ?

Gruss !

Geschrieben von oblomow am
gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ oblomow [#1]
Wenn sogar ein Land wie die Schweiz einknickt und anfängt eines ihrer erfolgreichsten Geschäftsmodelle aufzuweichen, dann gibt es seitens der EU wohl erhebliches Druckpotential und ich könnte mir vorstellen, dass sich wohl niemand so einfach hinstellt und sagt: "Langt mir in die leere Tasche oder bleibt mir gleich vom Leib." Das Volk wird dank Entzug sämtlicher Reisefreiheiten und ohne Jobmöglichkeit im Ausland auf dem kargen Acker daheim verrotten und vorher noch die Regierung erschießen, die ihr das eingebrockt hat. So stellt man sich höchstens auf Seiten der EU das Ende vor und ärgert sich vielleicht ein wenig, dass man um einen Haufen Geld (In GR sogar dank heftiger Lügen) betrogen wurde.

Hannes
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Wann werden die Menschen endlich begreifen, dass das ganze EU-Konstrukt aufgebaut wurde, um billige Arbeitskräfte, niedrige Steuern für die Firmen und den Abbau aller Handelsbeschränkungen zu erwirken (plus Posteninflation für halbbegabte Politiker).

In Portugal gibt es bereits Leute, die ihren Kindern abends Zuckerlösung trinken lassen, damit sie nicht verhungern! Gespart werden soll bei den Arbeitslosen, Kindern, Behinderten - Schwäche ist ein moralischer Fehler.
Wo bleibt unser soziales Gewissen???

Gehälter runter, Preise rauf - wer's nicht überlebt ist der natürlichen Auslese zum Opfer gefallen.

Die Wirtschaft hat sich die Politik gekauft, aber Vorsicht: die Menschen haben sich immer dann zu wehren begonnen, wenn die Zustände unerträglich wurden und das ist leider sehr nah. Was dann kommt liegt in der Verantwortung der heutigen Politiker. Sie wollen die schwachen EU-Mitgliedsländer zu Kolonien umfunktionieren.

Eine Lösung wären gemeinsame Anleihen der EU-Länder gewesen. Die andere Lösung ist der Staatsbankrott einiger Länder.

Aber kein Problem, wie haben ja mehr Milliardäre und Millionäre als je zuvor. Das schaffe ich auch bald - also alles super.

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Hannes [#3]
"Sie wollen die schwachen EU-Mitgliedsländer zu Kolonien umfunktionieren."

... und das bedeutet - was genau ?

Envelo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Untenstehend die mittelfristige Rettung des Euro und der EU:

http://www.ftd.de/politik/europa/:kehrtwende-in-euro-krise-eu-verliert-glauben-an-griechenland/60035409.html

In den Euro-Ländern bahnt sich eine drastische Kehrtwende im Umgang mit Griechenlands Staatsschulden an. Vertreter mehrerer Regierungen bestätigten der FTD, dass eine Umstrukturierung der Schulden nicht länger ausgeschlossen wird. Grund sind wachsende Zweifel daran, dass Griechenland wie bislang erhofft im Laufe des Jahres 2012 an den Anleihemarkt zurückkehren und sich so teils selbst finanzieren kann. (...)

Ein Haircut würde Privatinvestoren treffen

Die Last einer Umschuldung - ob in Form längerer Laufzeiten der Anleihen, ihrer Abwertung oder der Aussetzung von Zinszahlungen - trügen hauptsächlich Privatinvestoren wie Banken und Versicherungen. Heftige Kritik an einer möglichen Abwertung kam vom Versicherer Generali Deutschland: "Ein Haircut auf einzelne Länder wäre in der derzeitigen Situation das falsche Signal", sagte Finanzchef Torsten Utecht der FTD. Die negativen Auswirkungen auf andere Länder und den Finanzsektor seien "kaum zu beherrschen". (...)

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Hannes [#3]
"Wann werden die Menschen endlich begreifen, dass das ganze EU-Konstrukt aufgebaut wurde, um billige Arbeitskräfte, niedrige Steuern für die Firmen und den Abbau aller Handelsbeschränkungen zu erwirken (plus Posteninflation für halbbegabte Politiker)."

Hast du mitgeplant oder woher weißt du das so genau?

Envelo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Professor Dieter Spethmann, ehemaliger Vorstandschef der Thyssen AG, hat den Euro und die Folgen für Deutschland längst durchschaut.

Spethmann im Gespräch mit der FAZ:

http://www.faz.net/-01nbs1

Wie erklärt sich der Erfolg der deutschen Wirtschaft im Moment, spielt der Kurs des Euro eine Rolle?

Der heutige Außenkurs des Euro ist für Deutschland eindeutig zu niedrig. Die deutsche Volkswirtschaft müsste, nachdem sie Jahre lang Leistungsbilanzüberschüsse in Höhe von vier bis sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes geliefert hat, längst aufgewertet haben. Denn nur eine Aufwertung führt zu einem so großen Wohlstandszuwachs, wie wir ihn bis zum Fall der Berliner Mauer über 20 Jahre hinweg beobachten konnten.

Ein tiefer Eurokurs ist schlecht für Deutschland - das widerspricht den meisten Argumenten, die man sonst hört - vor allem von der Exportindustrie?

Er ist für uns unangebracht, denn dadurch müssen wir Wirtschaftsleistung von bis zu zehn Prozent pro Jahr verschenken.

Wie muss ich das verstehen?

Deutschland schenkt die Überschüsse, die es im Außenhandel erzielt, der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB benützt diese Überschüsse, um damit die Defizite von Griechenland, Italien, Frankreich und so weiter zu bezahlen. Wir verschenken jedes Jahr im Abrechnungskreislauf der Zentralbanken fünf bis sechs Prozent unseres Sozialproduktes, Waren gegen Papier. Im Bereich der Geschäftsbanken verschenken wir noch einmal zwei bis drei Prozent. Dazu kommt ein Nettobeitrag an die Europäische Union (EU) in Höhe von einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Wir verschenken jedes Jahr zehn Prozent unseres BIP. Das sind 250 Milliarden Euro - und das hält keine Volkswirtschaft aus.

Was ist der Umkehrschluss? Sollte sich Deutschland zurückziehen aus dem Euroraum?

Ja, natürlich müssen wir heraus aus dem Euro, so schnell wie möglich. Die Niederlande und Österreich befinden sich in einer ähnlichen Lage. Wir brauchen so etwas wie einen Nord- und einen Südeuro.

Wäre das politisch überhaupt machbar?

Ja, gemäß Artikel 50 des Lissabon-Vertrages, Aussatzklausel D, kann jeder heraus. Der Euro ist tot. Er ist eine politische Zwangsjacke. Er ist keine der Realwirtschaft dienende Währung, sondern ein Herrschaftsinstrument. Das zeigt sich unter anderem daran, dass José Manuel Durão Barroso den Euro um jeden Preis retten will.

Wie soll und wird die Eurokrise denn weitergehen?

Solange ich zurückdenken kann, haben Staaten Moratorien erklärt. Es ist so normal wie der Alltag, dass ein Staat erklärt, ich kann nicht mehr. Darauf folgt dann in der Regel ein modifiziertes Rückzahlungsangebot an seine Gläubiger.

Staaten wie Griechenland, Spanien et cetera müssen also ihre Schulden restrukturieren?

Wie sollen die Griechen oder die Spanier ihre Schulden bedienen können? Sie haben eine hohe Arbeitslosigkeit und sie kommen am Weltmarkt nicht mehr an, weil sie zu teuer sind. Ihr inländisches Kostenniveau ist zu hoch. Die Spanier müssen abwerten, um wieder eine ausgeglichene Handelsbilanz zu erhalten. Deswegen müssen sie heraus aus dem Euro. Dasselbe gilt für Griechenland, Italien, Portugal und andere auch.

Selbst wenn die Deutschen zehn Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes verschenken, wie Sie sagen, scheinen sie doch recht geduldig zu sein.

Ich bin nicht so sicher. Nehmen wir als Beispiel die Deutsche Bundesbahn. Sie ist ausgeblutet, weil ihr sicherheits- und betriebserhaltende Investitionen vorenthalten worden sind. Die Autobahnen auf der anderen Seite werden durch starken LKW-Transitverkehr außerordentlich belastet, ohne kostendeckende Einnahmen zu erbringen. Irgendwann wird der Zustand der Infrastruktur so schlecht werden, dass sich der Eindruck verdichtet, es könne etwas nicht stimmen.

rodeonrwdeo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

das ist ja mal schöner Klartext

Envelo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Envelo [#5]

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,754673,00.html

02.04.2011
Währungsfonds drängt auf Umschuldung von Griechenland

Eine Umschuldung Griechenlands wird immer wahrscheinlicher. Nach SPIEGEL-Informationen drängt nun auch der Internationale Währungsfonds darauf, die Gläubiger an der Rettung des Landes zu beteiligen. Inhaber von Anleihen des Krisenstaates müssten auf einen Teil ihrer Rendite verzichten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zweifelt am Erfolg der Rettungsbemühungen für Griechenland und drängt auf eine baldige Umschuldung des Landes. Diese Forderung vertraten hochrangige Vertreter des Währungsfonds in den vergangenen Tagen bei Gesprächen mit Beamten europäischer Regierungen.

Im IWF bahnt sich damit ein Kurswechsel an. Nun glaubt der Fonds offensichtlich selbst nicht mehr daran, dass sich das Land mit den bisherigen Maßnahmen sanieren lässt. Notwendig sei eine Verringerung der Schuldenlast von derzeit rund 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, argumentierten IWF-Vertreter gegenüber den Europäern. Denkbar sei ein Schuldenschnitt, die Verlängerung der Laufzeiten von Anleihen oder niedrigere Zinszahlungen.

Alle drei Alternativen laufen darauf hinaus, dass Inhaber griechischer Staatsanleihen auf einen Teil ihrer Rendite verzichten müssen. Nach den Vorstellungen des IWF soll die griechische Regierung schon bald Gespräche mit ihren Gläubigern aufnehmen und ihnen die geplante Umschuldung mitteilen.

Der IWF schreckt allerdings noch davor zurück, seine Überlegungen öffentlichzumachen, weil er fürchtet, das ebenfalls angeschlagene Portugal dadurch in noch größere Schwierigkeiten zu bringen.

Envelo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Envelo [#9]

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-04/19893785-streit-zwischen-finanzministern-und-ezb-praesident-trichet-ueber-umschuldung-griechenlands-003.htm

09.04.2011 09:47
Streit zwischen Finanzministern und EZB-Präsident Trichet über Umschuldung Griechenlands

Die Überlegungen für eine Umschuldung Griechenlands sind viel weiter gediehen, als die Verantwortlichen in der Euro-Zone bislang offiziell zugeben mögen. Das Thema spielte im Rahmen einer Telefonschaltkonferenz am vergangenen Samstag eine wichtige Rolle, wie der "Spiegel" berichtet.

Teilnehmer waren Finanzminister wichtiger Länder der Euro-Zone, darunter der Deutsche Wolfgang Schäuble, seine französische Amtskollegin Christine Lagarde sowie EU-Währungskommissar Olli Rehn und Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

In dem Gespräch äußerten einige Finanzminister Zweifel daran, dass Griechenland trotz strenger Sanierungsprogramme künftig seine Schuldenlast allein werde tragen können und sich schon im Frühjahr nächsten Jahres wieder selbst Geld an den Kapitalmärkten beschaffen könne. Einige Finanzminister stellten die Frage, ob es angesichts dieser Lage nicht sinnvoll sei, eine Umschuldung des Landes anzugehen.

EZB-Präsident Trichet blockte den Vorstoß kategorisch mit der Bemerkung ab, er sei nicht bereit, darüber zu reden. Trichet befürchtet, dass das Vertrauen in die gesamte Euro-Zone Schaden nimmt und dass Banken, die griechische Staatspapiere halten, in Schieflage geraten könnten.

Finanzminister Schäuble hält die Rücksicht des Notenbankers gegenüber den Kapitalmärkten für übertrieben und wenig glaubwürdig. Währungskommissar Olli Rehn erklärte vergangene Woche in der Sitzung der EU-Kommission, über eine Umschuldung Griechenlands dürfe man nicht öffentlich sprechen, man müsse sie irgendwann einfach machen.

© 2011 dts Nachrichtenagentur

Gast

@oblomow
Den Fall "Argentinien" nachlesen... So wird es sicherlich auch bei manchen Ländern in Europa kommen.... Argentinien hat sich damals mit diesen Mafiamethoden blitzartig entschuldet.... Auf kosten der ausländischen Privatanleger. Das ist nun einige Jahre her. Und Argentinien hatte dann zwar einen Aufschwung, ist aber nun schon wieder mit dem Rücken an der Wand!!! Hier wird das nicht anders kommen....Was denen in den Rachen geschmissen wird ist für immer und ewig weg...

xtrade
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Optrade [#11]

wer hier mit Mafiamethoden arbeitet, ist noch nicht geklärt.
Wir sind nur etwas geschickter, wie Du bemerkst, sind sie schon wieder an der Wand.
Und Argentinien ist nun sicher gewiss kein faules Land.

"Weltmacht ohne Skrupel" kann man mal gelesen haben ..

http://www.amazon.de/Weltmacht-ohne-Skrupel-Globalisierung-Entwicklungsl%C3%A4nder/dp/363601448X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1302347504&sr=8-1

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Optrade [#11]

"Auf kosten der ausländischen Privatanleger."

Warum waren selbige in argentinischen Anleihen investiert? Möglicherweise, um die saftigen Zinsen zu kassieren. Warum waren die Zinsen hoch? Weil der Markt das Ausfallrisiko berücksichtigt.

Man muß an der Börse wissen, was man tut. Zinsen sind nicht ohne Grund hoch.

-----------------------------------------------------
Es steht jedem frei, sich jetzt griechische Anleihen zuzulegen. Aber nicht hinterher jammern, wenn Griechenland defaulted.

xtrade
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat [#13]

genau .. wer andere für sich arbeiten lassen will, (billige Kredite hier, saftige Zinsen in Argentinien) sollte sich dann zum Schluss nicht beschweren, wenn die Menschen ihren Dienst dort verweigern :-)

(Stichwort: "Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten" .. haben Sie Geld schonmal arbeiten sehen? .. dann bitte her mit dem Foto )

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Optrade [#11]

Wenn ein Land oder ein Gläubiger seine Zinsen nicht mehr bedient oder sogar die endfälligen Anleihen nicht bedient bleibt der Gläubiger der Depp, so ist das.

Im Normalfall heisst das aber für den Schuldner das er den Bonus eines soliden Schuldnerstaates eingebüsst hat und keiner mehr diesem Land Geld leiht.

Warum man Argentienen wieder Geld geliehen hat kann doch eigentlich nur damit erklärt werden das der Anleger nichts gelernt hat, oder einfach das Risiko eines Totalausfalles einkalkuliert und dafür eben seine Zweistelligen Renditen will.

Also

xtrade
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#15]

das liegt an der Asymmetrie der Empfindungen.
gleich wahrscheinliche negative Ereignisse werden zu gering bewertet, positive Ereignisse dagegen zu stark überbewertet.

Wenn die Wahrscheinlichkeit zweier Ereignisse gleich wäre, an einem Unfall oder Krankheit zu sterben, oder im Lotto zu gewinnen, dann trifft der Mensch die Annahme, dass ein so unwahrscheinliches negatives Ereignis ihn schon nicht treffen werde, der Gewinn wird jedoch überbewertet und jeder glaubt nächste Woche einen 6er im Lotto sei durchaus möglich.

So kommt, es dass die Leute rauchen, in der Annahme, dass sie der Lungen oder Darmkrebs schon nicht treffen würde.
Auch um eine Argentinienkrise herrscht der Glauben, "mir wird das schon nicht gerade passieren .."

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ xtrade [#16]

So sind Menschen normalerweise gerade nicht gestrickt. Sie bewerten Negatives stärker als Positives (die Nutzenfunktion ist im negativen Bereich steiler als im positiven). Wenn ich Dir eine 50:50-Wette über 10.000 EUR anbiete, wirst Du sie als normaler Durchschnittsmensch ablehnen, weil Dich ein Verlust von 10.000 EUR mehr schmerzt als Dich der entsprechende Gewinn freut.

Das mit dem Rauchen kommt eher daher, daß viele einer sofortigen Gratifikation nicht wiederstehen können, in Verbindung damit, daß jede einzelne Zigarette an sich nicht gefährlich ist, nur auf Dauer und in Summe.

xtrade
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat [#17]

puh .. ich könnte nochmal suchen, welche Psychologen sich damit beschäftigt haben.
Jedenfalls meinen wir unterschiedliche Dinge.

Das was Du meinst ist die Wertfunktion aus der Prospect Theory

http://www.goldwynreports.com/?p=1693

Diese beschreibt Dinge, die Menschen schon haben, also wenn ein Mensch schon einen Gewinn hat, oder wenn ein Mensch gerade einen Verlust hat und fühlt.

Das was ich meinte, war das Falschbewerten von Wahrscheinlichkeiten.
Aber auch in der Wissenschaft der Psychologen gibt es immer Experimente die etwas betätigen und andere die das Gleiche widerlegen :-)

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ xtrade [#18]
Richtig, genau dieses Bild hatte ich im Kopf. Es beschreibt etwas Wahres, jeder kann das an sich ausprobieren.

----------------------------------------------------
Daß Menschen - völlig unabhängig davon - ziemlich schlecht darin sind, aus dem Bauch heraus unwahrscheinliche Ereignisse zu bewerten, ist natürlich auch richtig. Für verkettete Wahrscheinlichkeiten gilt dies auch, dafür haben wir ebenfalls kein Gefühl.

Hannes
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat

Wikipedia:
"Als Kolonialismus bezeichnet man eine Herrschaftsbeziehung zwischen Kollektiven, in der die zentralen Entscheidungen über das Leben der Kolonisierten durch eine kulturell verschiedene und nicht anpassungswillige Minderheit von Kolonialherren unter hauptsächlicher Bezugnahme auf deren Interessen beschlossen werden. In der Neuzeit kommen noch sendungsideologische Rechtfertigungsdoktrinen seitens der Kolonialherren hinzu, die von ihrer eigenen kulturellen Höherwertigkeit überzeugt sind."

In der EU werden die wirtschaftlich starken Länder den schwachen vorschreiben, wie sie zu leben haben. Sendungsbewußtsein, Höherwertigkeit (wirtschaftlich)...klarer Fall von Kolonialismus.

Wenn man weiss, dass die 500 größten multinationalen Konzerne in letzten Jahr 52,8 Prozent des Weltbruttosozialproduktes kontrollierten, dann erkennt man, dass nur ganz wenige die Richtung vorgeben. Deren Kunst ist es, den eigenen Willen der Politik schmackhaft zu machen, die es dann den Wählern einredet. Der erste Schritt wird via Geld und vermeintliche Macht realisiert, der zweite unter Verwendung psychologischer Methoden umgesetzt.
Jean Ziegler: "Am 22. Oktober 2008 haben die 15 Staats- und Regierungschefs der Eurozone 1700 Milliarden Euro bereitgestellt, um das Kreditgeschäft der Banken wiederzubeleben. Und bevor das Jahr um war, wurde das Budget des World Food Programms, das 71 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe gibt, von sechs auf drei Milliarden Dollar gekürzt. Das heißt: keine Schülerspeisungen mehr in Bangladesch, die einzige Nahrung dort für eine Million Kinder. Die dafür Verantwortlichengehören vor ein Nürnberger Verbrechertribunal."

So kanns doch nicht weitergehen...

Envelo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Hannes [#20]

Wir Menschen sind auf das Leben in überschaubaren Gruppen bzw. Stämmen ausgeleget und dementsprechend hat sich auch unser "soziales Gewissen", wie du oben schreibst, entwickelt. Unsere Emotionen wie Mitgefühl, Mitleid und der damit verbundene Hilfsimpuls haben sich so wie sie sind in zehntausenden Jahren Evolution herausgebildet, um die Überlebenschancen der Gruppe zu verbessern.

Nun haben technologische Fortschritte in den letzten Jahrhunderten und noch stärker Jahrzehnten unsere Lebenswirklichkeit aber radikal verändert, ohne dass die Evolution damit Schritt halten hätte können. Wir sind nicht darauf ausgelegt, in einer Welt mit sieben Milliarden Menschen zu leben und die damit einhergehenden Probleme emotional zu lösen. Wird dieses soziale Gewissen trotzdem auf heutige Probleme im Weltmaßstab angewandt, obwohl nicht dafür ausgelegt, ergeben sich Trugschlüsse und Irrtümer, wie man sie auch in deinen Beiträgen und bei Gutmenschen allgemein beobachten kann.

So glauben einige, man müsse Drittweltländern Nahrungsmittelhilfe zukommen lassen. Tatsächlich aber ist das kontraproduktiv, weil dadurch das Problem der dortigen Überbevölkerung nur verschlimmert und zukünftiges Leid in erheblich größerem Umfang verursacht wird. Das ist zwar logisch einleuchtend, allerdings unserem sozialen Gewissen zuwiderlaufend, weshalb sich einige so schwer damit tun, es zu begreifen.

Ginge es nach den Gutmenschen, würde sich das weltweite Bevölkerungswachstum auch weiterhin exponentiell fortsetzen, mit all den daraus sich ergebenden Problemen wie Umweltverschmutzung, Ressourcenknappheit und den damit einhergehenden Konflikten, woran die Menschheit letztendlich zugrunde ginge.

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Hannes [#20]

Generalisierungen machen alles recht einfach.

Ich arbeite in einem dieser 500 weltgrößten Konzerne. Ich kann nicht erkennen, wo meine Firma irgendwem in irgend eine Weise wie Du sagst
- eine Richtung vorgibt,
- den eigenen Willen der Politik schmackhaft macht,
- oder etwas den Wählern einredet.

Meine Firma versucht, Geld zu verdienen, und den Konkurrenten Marktanteile abzunehmen. Sonst gar nichts.

Bereits mit der Aussage, daß meine Firma einen Teil " des Weltbruttosozialproduktes kontrolliert", kann ich nichts anfangen. Wir kontrollieren wenig, und schon gar nicht unseren Umsatz. Wenn Kunden unsere Produkte kaufen, verdienen wir, und haben damit natürlich einen Anteil am deutschen und am Weltsozialprodukt. Aber was soll denn heißen, wir kontrollieren das? Wenn Microsoft oder Oracle besser Software bauen, werden die Kunden die kaufen. Nix Kontrolle.

DEerredux
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Der Staat kontrolliert in D circa 50% des BIP. In anderen Ländern dürfte es ähnlich sein. Das ist unser aller Tod.

Hannes
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ envelo

Gutmensch ist für mich ein Schimpfwort, da dies für mich Personen sind, die mit Ersatzverhalten ihr eigenes Gewissen beruhigen, klassisches Beispiel: die Feminisierung der Sprache, die mit der Gleichberechgtigung der Frau gar nix zu tun hat. Ich geh auch nicht mit Birkenstock-Sandalen spazieren, sondern bin selbst erfolgsorientiert und Teil dieser Vernichtungsmaschine.

Ich gebe Ihnen fast zu 100% recht, aber ich bin sehr betroffen von dem was derzeit vorgeht. Ich kann nicht glauben, dass die Wirtschaftswelt nicht anders sein könne, weil sie von Naturgesetzen determiniert sei. Der Mensch sollte doch fähig sein, Irrwege zu erkennen und eine bessere Form des Zusammenlebens sich zumindest vorstellen und darauf hinuarbeiten können.

Die Organisation des Zusammenlebens läuft immer zur absoluten Effektivität bei der Erreichung des vorgegebenen Ziels - und das ist eben derzeit allein der wirtschaftliche Erfolg. Jede Schwäche des Menschen wird immer effektiver ausgenützt, um dieses Ziel zu erreichen. Bis zur Selbstvernichtung der Gattung Mensch.

Ich weiss keine Antworten, ich stelle nur Fragen und hoffe, dass sich immer mehr diese nach meiner Meinung wichtigen Fragen stellen.

@ asamat

Natürlich werden die eigentlichen Ziele und Wege dahin nicht offen deklariert. Vielleicht können Sie einmal Ihren CEO privat kennenlernen und Sie werden merken, dass seine berufliche Positionen das Verfolgen anderer Ziele als die Gewinnmaximierung nicht erlaubt, so ist eben derzeit das System. Ich kann das hier leider nur sehr verkürzt darlegen, aber charakterliche und psychische Einseitigkeiten sind oft der Schlüssel zu großem wirtschaftlichen Erfolg. Dass in der Außendarstellung die Verantwortung für Mitarbeiter, Land, Standort etc. als sehr wichtig und entscheidend dargestellt werden ist ein Trick, wir dürfen da nicht naiv sein. Für einige Prozent mehr Jahresertrag werden sie mit einem Federstrich geopfert. Der Verkäufer lächelt immer!

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Hannes [#24]

Bitte korrigiere mich, wenn ich Dich falsch verstanden habe.

Du sagst, die Geschäftsleitung meiner Firma habe eine versteckte Agenda, nämlich Politik und Wähler zu manipulieren, sowie Portugal und andere Länder in Kolonien zu verwandeln, sagt dies aber nicht öffentlich. Statt dessen geben sie sich rein für die Außendarstellung große Mühe, Verantwortung für die Mitarbeiter und Kunden zu zeigen.

Ist das soweit richtig? Dann hätte ich die Frage:

Wenn ich nur den Teil mit der Verantwortung für Mitarbeiter und Kunden mitbekomme und erlebe, daß sich die Firma da in der Tat große Mühe gibt, woran konkret erkenne ich den anderen Teil mit der versteckten Agenda?

Woran erkenne ich "die eigentlichen Ziele und Wege, die nicht offen deklariert" werden? Bitte konkret am Beispiel meiner Firma, die einer der oben erwähnten "500 größten multinationalen Konzerne" ist ?

DEerredux
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat [#25]

;-)

Hannes
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat

Ich weiß nicht, in welcher Firma Sie angestellt sind. Aber ich nehme an, dass das Budget für die Selbstdarstellung (Vorstandssprecher, Imagepflege, Werbung usw.) eine entsprechende Dotierung aufweist.

Es ist übrigens normal und auch durchaus honorig, dass Sie als "Verteidiger" auftreten, das zeigt Ihre Firmentreue. Schulterklopfen und einige Krümmel vom Kuchen erhalten. Allerdings wird in vielen Firmen in Seminaren den Mitarbeitern ein Korpsgeist antrainiert der natürlich keine kritischen Fragen "nach innen" mehr erlaubt.

Nicht ich, Sie sollten herausfinden, wie Ihre Firma so groß wurde, die Konkurrenz übertrumpfen konnte und die Stellung behaupten kann. Ob die Methoden immer sauber waren, ob es keine Absprachen zur Monopolbildung, eingekaufte Politiker, ausgenützte und abservierte Mitarbeiter usw. gibt. Wenn Sie glauben, dass der Erfolg nur darauf beruht, dass Sie eben die besten Produkte produzieren, die günstigsten Preise für die Kunden anbieten und das beste Service bieten, dann gratuliere ich Ihnen. Bravo und weiter so!

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Hannes [#27]

Die Argumentation kann ich nachvollziehen. Da Erfolg nur mit verwerflichen Mitteln erzielt werden kann, sind alle erfolgreichen Firmen schlecht. Je erfolgreicher, um so schlechter.

Und da sie hauptsächlich davon leben, ihre Mitarbeiter und Kunden auszusaugen, ist jeder Profit Unrecht und gehört ihnen abgenommen. Eigentlich sollte man alle Firmen verstaatlichen, da sie per se böse sind.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Hannes [#27]

Ich denke das ASAMAT in der Softwarebranche tätig ist, und da kann es schon sein das die Attribute die er anführt greifen.

Nur eines ist klar, je grösser und mächtiger Unternehmen werden, desto mehr sind Sie ein Politikum.

HIer findet die Vergabe von Aufträgen usw. nach anderen Kriterien statt.

Es gab vor kurzen im TV einen Beitrag genau zu diesem Thema.

So Ford. Henry Ford war der glühenste Verehrer von Adolf Hitler und der grösste Antisemit der USA. Selbst Hitler hatte in seiner Resedenz ein riesiges Bild vom grossen Gönner aus den USA.

Ford hat auch die Wehrmacht mit LKW beliefert und die Lieferung an die Engländer verweigert.

Auch bei der Bombadierung von Köln blieben die Fordwerke unangetastet.
Für die bei einer Bombardierung nie ganz auszuschliessenden Kollateralschäden erhielt Ford von der US-Regierung 7 Mio Dollar entschädigung.

DEerredux
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Hannes [#27]

"Nicht ich, Sie sollten herausfinden, wie Ihre Firma so groß wurde, die Konkurrenz übertrumpfen konnte und die Stellung behaupten kann."

He! Das ist lustig!!! Das erinnert mich an meine 68er Geschichtslehrerin, die uns in der 7. Klasse aufgefordert hat, unsere Großväter inquisitorisch zu befragen, was sie eigentlich zwischen 1933-45 gemacht haben. Ich habe da nix zu Tage fördern können außer der Erkenntnis, daß der deutsche Oberlehrer-Zeigefinger kein Mythos ist, sondern wirklich existiert!;-))

Hannes
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat & Berlinerredux

Wer nicht verstehen will, der wird auch nicht verstehen.
Ich spreche nicht der Verstaatlichung das Wort, ich lasse mich auch nicht ins kommunistische Eck drängen.

Ihre Großvater und deren Einstellungen sind mir auch egal.

Erfolg kann nicht nur mit verwerflichen Mitteln erreicht werden, aber das ist Vielen neu. Und Viele werden auch nie satt.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Register now

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich
Hilfe?

Sie haben Fragen zu ZMP Live? Unser Team steht gerne hilfsbereit zu Ihrer Verfügung. Senden Sie uns gerne eine Nachricht:

Es gilt unsere Datenschutzerklärung