* Taktik für Optionstrader
Was ist sinnvoller? Konsequent im Geld zu kaufen und als Ziel + 50% anzustreben oder aus dem Geld, underly ca. 10% vom aktuellen Kurs entfernt, und + 150% und mehr mit entsprechend höherer Verfallsquote anzustreben?
Kaufkriterien nach Chartregeln, angewendet auf den Basistitel, Options-Rest-Laufzeit 2 bis 8 Wochen, nur Eurex-Aktienoptionen.
Oder schlagen Sie ganz andere Taktiken ein?
MfG
hw
Nun, ich denke weit aus dem Geld zu kaufen und so 500 bis 1000% plus pro Position bei einer Ausfallrate von 0 bis 1% wäre okay! ;-)
Aber mal im Ernst: Optionsstrategien gibt es viele! Mit Optionen kann man sehr viel machen!
Um herauszufinden was geeignet für Dich ist, mußt Du schon mehr Details bekanntgeben! Das hängt nicht von den Optionen, sondern von Deiner Strategie ab.
@ Hardworker
Gemeint ist zum Beispiel:
Du rechnest mit dem totalen Powermove, Aktie steigt um 30% innerhalb von 3 Tagen ==> Aus dem Geld, Delta vielleicht >= 0.6
Du kaufst in einer Konsolidierungs Phase, möchtest aber die nächste Bewegung auf keinem Fall verpassen ==> Vola fällt, tief im Geld
Du gehst strategisch short im DAX, obwohl dieser sich von einem Hoch zum nächsten Hoch handelt ==> im Geld + lange Laufzeit
Du gehst von einer langsamen, stetigen Aufwärtsbewegung aus ==> Tief im Geld
usw. ....
Deine Strategie ist gefragt, bzw. Wie entwickelt sich der Basiswert?
@ RSPhoenix
Welche Details sind gefragt?
MfG
hw
@ hardworker
Nun, metatrader hat es ja schon angerissen: die optimale Strategie hängt von Deinem Basisszenario ab. Um eine optimale Optionsstrategie zu entwickeln, muß man ein Preis/Zeit-Szenario entwickeln. In welchem Zeitraum soll sich das Underlying in welchem Preis-Rahmen bewegen? Welche Ziele und Risiken sollen abgedeckt werden? Vielleicht könntest Du ja mal ein theoretisches Beispiel konstruieren, so daß man eine Vorstellung davon bekommt was Du genau meinst!
Problematisch könnte es sein, wenn man genau eine Standard-Strategie für verschiedene Aktien anwenden möchte. Bestimmte Aktien haben bestimmte Niveaus, auf denen sich die implizite Vola dauerhaft bewegt. Diese Niveaus variieren aber von Aktie zu Aktie und könnten unter Umständen verschiede Optimum-Strategien bevorzugen. Zudem müßte man wissen, ob z.B. immer die gleiche prozentuale Bewegung im gleichen Zeitrahmen angenommen wird, usw.
Gruß!
Aus Zeiten der klaren Trends: Meine ertragsreichsten Optionsstrategien in den frühen 90ern waren relativ einfach gestrickt: Einfache Longs oder Spreads, bei Longs mehr als genügend in-the-money und in der Regel nie unter 3 Monaten Restlaufzeit. Moneymanagement: Glattstellen bei 30% Prämienverlust oder bei 100% Gewinn (1:3).
Drei Exit-Strategien kombiniert: In jedem Fall Glattstellung bei -30% oder +100%, und/oder bei Erreichen eines Zeitlimits (ungefähr 4-6 Wochen), und/oder bei Falsifizierung der Chartanalyse. Dieses Exit-Signal wird meistens von den ersten beiden anderen vorweggenommen.
Hintergrund der Strategie: Chartanalyse klassisch (Ziel: Trend-Identifikation oder Test Support-Resistance) unter Berücksichtigung des Sentiments (Put/Call-Open Interest, Short Interest, Insiderverkäufe) und der impliziten Vola etc.
Kann mich nicht erinnern, daß ich Out-of-the-Money gekauft habe (außer bei Spreads). Ich hielt und halte Optionstrading heute noch für eine der konservativsten Tradingarten, die es gibt. Wenn man in-the-money ist und viel Restlaufzeit hat, selbstverständlich.
War eine schöne Zeit damals, geruhsam. Frag mich, warum ich das nicht wieder tu. Allerdings waren das auch die goldenen Neunziger. Es war alles etwas einfacher.
Gruß,
Berliner
Freut mich, dass in den Turbozeiten noch ein Paar Optionsfans übrig sind. Das kam eben per Mail:
Optionshandel ist keine Hexerei - Johannes Magar
Optionen sind für die meisten erfahrenen Trader längst Alltag. Sie nutzen diese Instrumente, um ihre Positionen zu hebeln, den Kapitaleinsatz zu verringern oder ihre bestehenden Positionen abzusichern. Zudem bieten sie den Vorteil, dass es in allen Marktphasen Optionsstrategien gibt, mittels derer sich profitieren lässt. Wir haben uns mit Johannes Magar unterhalten. Er ist Fondsmanager in Luxemburg und hat kürzlich ein Buch zum Thema Stillhaltergeschäfte veröffentlicht.
Sie mögen Optionen. Warum?
Optionen haben mich seit meiner Lehre fasziniert. Mich begeistert vor allem die Logik des Optionsgeschäftes und die Möglichkeit, allen Marktgegebenheiten durch entsprechende Strategien Rechnung tragen zu können. Insbesondere die Möglichkeit, auch in lustlosen Märkten Geld verdienen zu können, hat mich immer beeindruckt. Außerdem sind natürlich die enormen Gewinnmöglichkeiten für alle Optionstrader motivierend.
Welche Vorteile sehen Sie denn im Vergleich zum Aktienhandel?
Die Möglichkeit, auch ohne vorhandenen Trend Geld zu verdienen. Außerdem kann man mit geringerem Kapitaleinsatz den gleichen oder sogar einen höheren Profit erzielen wie im Aktiengeschäft. Der größte Vorteil liegt in meinen Augen jedoch darin, mit Optionen auf alle möglichen Marktszenarien bezüglich einer Aktie oder eines Indexes spekulieren zu können. Beim Aktienhandel kann der Anleger nur auf steigende, eventuell noch auf fallende Kurse spekulieren.
Sehen Sie auch Nachteile?
Auf Grund des geringeren Kapitaleinsatzes besteht die Gefahr des Overleverage, d.h. der Investor kauft bzw. verkauft mehr Optionskontrakte als er es sich vom Kapitaleinsatz her leisten könnte. Die enormen Gewinnmöglichkeiten verleiten viele Investoren zu genau diesem Fehler. Optionstrader müssen den Einfluss der Volatilitäten auf Optionspreise genau kennen. Ebenso müssen sie wissen, was Zeitwertverfall bedeutet. Denn Optionen haben im Gegensatz zu Aktien nur eine begrenzte Laufzeit. Beide Faktoren spielen im Aktienhandel keine Rolle. Insgesamt gesehen ist das Investieren in Optionen komplexer, zeitintensiver und es bedarf theoretischer Kenntnisse der Optionstheorien.
Wenn sich jemand für den Einstieg in den Optionshandel interessiert, wie sollte er vorgehen?
Zunächst möchte ich den Leser zu diesem Schritt ermutigen. Optionshandel ist keine Hexerei. Mit gesundem Menschenverstand können viele Fehler vermieden und gute Ergebnisse erzielt werden. Am Anfang ist es wichtig, sich mit der Theorie auseinanderzusetzen. Welche Rechte und Pflichten haben der Käufer und der Verkäufer einer Option? Was bedeutet Volatilität? Welche Faktoren haben Einfluss auf den Preis einer Option?
All diese Grundlagen kann man sich mit guter Literatur schnell aneignen. Auch das Internet ist sehr hilfreich. Dann sollte man sich eine Aktie aussuchen, die einen hohen Umsatz mit Optionen aufweist, z.B. Nokia, Deutsche Telekom, Siemens, Deutsche Bank, DaimlerChrysler. Die Optionspreise der ausgesuchten Aktie sollten dann einen Monat lang genau verfolgt, fast möchte ich sagen studiert werden. Wie reagieren die Optionspreise auf Kursänderungen der Aktie? Wie reagieren die Optionen mit unterschiedlichen Basispreisen? Wie reagieren die Optionen mit unterschiedlichen Laufzeiten? Anhand der aktuellen Optionspreise sollte sich der Anfänger die verschiedenen Optionsstrategien in einem Gewinn-Verlust-Diagramm aufmalen. Fühlt er sich halbwegs sicher, kann er mit dem Handel beginnen, zunächst nur mit einfachen Long Positionen (Long Call, Long Put).
Wie gesagt ist es außerordentlich sinnvoll und empfehlenswert, sich am Anfang auf eine Aktie zu konzentrieren. Über diese Aktie sollte sich der Investor in Optionen dann sehr genau auskennen. Diese Aktie sollte er täglich sowohl vom Kurs als auch von den Nachrichten sehr genau verfolgen. Wann ist Dividendentermin, wann werden Quartalszahlen veröffentlicht, welche Großaufträge konnten an Land gezogen werden? Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür für den Kursverlauf der Aktie, man weiß, wie die Aktie reagiert, wo wichtige Widerstands- und Unterstützungspunkte sind.
Es gibt Daytrader, die ihr Leben lang ausschließlich nur eine Aktie traden. Fühlt sich der Beginner mit dem Handel von Longpositionen sicher, kann er mit dem Verkaufen von Optionen beginnen. Allerdings zunächst mit kleinen Positionen.
Was ist noch wichtig zu beachten?
Ohne Tradingplan sollte man nicht in das Optionsgeschäft einsteigen. Gerade zu diesem Thema gibt es einige interessante Bücher. Lesen Sie auf jeden Fall Magier der Märkte von Jack Schwager und Clever traden mit System von Van Tharp.
Gibt es Eigenschaften, die einen guten Optionshändler von einem schlechten Optionshändler unterscheiden?
Ja. Hier möchte ich an erster Stelle Disziplin nennen. Erfolgreiche Optionshändler sind unheimlich diszipliniert. Es gelingt ihnen über Jahre ausgezeichnete Ergebnisse zu erzielen, da sie sich strikt an feste Regeln halten. Sie begehen nie den Fehler des Overleverage. Sie haben alle worst case Szenarien durchgespielt und berücksichtigt. Die Optionspositionen werden ständig überwacht. Außerdem verfügen sie über lange Erfahrung an den Märkten. Häufig haben sich diese Optionshändler auf einzelne Aktien bzw. Indizes oder einzelne Optionspositionen spezialisiert. Gute Trader, die vom Optionshandel leben, haben zudem einen Businessplan erstellt, der alle Aspekte, die das professionelle Trading mit sich bringt, berücksichtigt. Dazu zählen: Erklärung des Geschäftsmodells (womit verdient man sein Geld), notwendige Investitionen, Steuern, Einnahmenplanung usw. Mindestens 95% der schlechten Optionshändler haben einen solchen Businessplan nicht. Außerdem glaube ich, dass gute Optionshändler über analytisches und strategisches Denken verfügen.
Nehmen wir an, diese Eigenschaften sind bei jemandem nur durchschnittlich ausgeprägt. Hat er trotzdem eine Chance in diesem Geschäft zu bestehen? Oder anders gesagt, kann auch ein solider Arbeiter bestehen?
Diese Frage möchte ich mit einem klaren Ja beantworten. Man muss kein toller Mathematiker sein, um ein guter Optionshändler zu werden. Viel wichtiger ist Disziplin und ein gesunder Menschenverstand. Mit gesundem Menschenverstand sind alle Leser dieses Interviews ausgestattet. Und Disziplin kann man lernen. Der eine schneller, der andere langsamer. Diese Lehrstunden müssen alle undisziplinierten Optionshändler über sich ergehen lassen. Das garantiere ich Ihnen.
Was genau verstehen Sie unter Disziplin im Handel mit Optionen?
1) Sich exakt an seinen Tradingplan zu halten; 2) Nicht mehr Optionskontrakte kaufen/verkaufen, als es vom zur Verfügung stehenden Kapital her sinnvoll ist; 3) Keine Prämien aus Stillhaltergeschäften als Gewinne verplanen, solange die Position noch nicht geschlossen ist; 4) Komplizierte Optionsstrategien nur dann zu traden, wenn man auch die notwendige Zeit zur Überwachung der Position hat, und 5) Stopps konsequent setzen und einhalten.
Ist denn das Setzen von Stopps im Optionshandel überhaupt sinnvoll?
Ich erachte es als sinnvoll, den Stopp nicht bezogen auf den Optionspreis zu setzen, sondern in Bezug auf das Underlying. Wenn ich beispielsweise eine Option auf den Dax gekauft habe, der Optionspreis zurückgeht, ohne dass sich der Dax maßgeblich bewegt hat, kann dies auch auf sinkende implizite Volatilitäten zurückzuführen sein. Unterschreitet der Dax jedoch gewisse Unterstützungspunkte, ist es sinnvoll, Long Call Optionen an diesem Punkt zu schließen.
Denken Sie, dass Optionen ein geeignetes Mittel sind, um ein zusätzliches Einkommen zu generieren?
Vom Prinzip ja, es kommt jedoch darauf an, ob sich der Optionstrader als Daytrader, Swingtrader oder Langfristtrader sieht. Denn zusätzliches Einkommen bedeutet ja, dass man mit regelmäßigen, am besten monatlichen Einnahmen rechnet. Dies kann beim Daytraden und Swingtraden durchaus gelingen. Dabei ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, Gewinne relativ schnell mitzunehmen und mit einem exzellenten Money Management zu arbeiten. Das gelingt meiner Ansicht nach am besten mit Optionen im Geld, also Optionen, bei denen der Hebel nicht zu hoch ist. Optionen im Geld reagieren nicht so heftig auf Kursveränderungen des Underlyings, das Risiko ist überschaubarer. Möchte der Optionstrader ein zusätzliches Einkommen mit Optionsgeschäften erzielen, sollte er sich auf jeden Fall mit Stillhaltergeschäften (also dem Verkaufen von Optionen) auskennen. Denn dann kann er auch in Marktphasen, in denen sich das Underlying nur wenig bewegt, Gewinne erzielen.
Sind komplexe Strategien für Nicht-Profis geeignet, oder sagen Sie von vorneherein, der Amateur soll bei Puts und Calls bleiben und vielleicht mal einen Spread probieren?
Hier sprechen Sie ein wichtiges Thema an. Persönlich bin ich ein großer Freund des KISS Prinzips (Keep it simple, stupid). In der Tat bin ich der Meinung, dass kombinierte Optionsstrategien dem Profi überlassen werden sollten. Ein Profi ist dabei für mich jemand, der sich hauptberuflich mit Optionen beschäftigt. Dies kann also auch ein Daytrader sein. Dem durchschnittlichen Optionstrader, der einem Beruf nachgeht und einmal täglich seine Optionspositionen überwacht, rate ich von kombinierten Optionsstrategien ab. Ich habe schon häufig erlebt, dass ein Kunde verschiedene Optionen im Depot hielt, also beispielsweise Long Calls, Short Puts, Strangles und vielleicht noch einen Spread. Im Depot wird ja der Spread nicht als solcher ausgewiesen, sondern als Long Call und Short Call auf den gleichen Basiswert. Damit beginnt die erste Schwierigkeit, nämlich den Überblick zu behalten, welche Optionen nun einfache Long oder Short Positionen sind und welche Teil einer Optionskombination sind. Nur zu schnell passiert es dann, dass der Trader seinen gekauften Call schließt, den verkauften Call noch behält, und schon ist aus der Optionskombination eine einfache Option geworden, das ursprüngliche Risiko ist aber nun deutlich höher. Optionskombinationen sind für den Amateur nur sinnvoll, wenn es sich um Spreads handelt, sich der Trader auf diese Kombination spezialisiert hat und gewährleistet ist, dass er stets den Überblick behält. Butterfly, Condor usw. sind Kombinationen, die dem Profi vorbehalten bleiben sollten.
Halten Sie Straddles und Strangles für effektive Strategien?
Ja durchaus, ich bevorzuge allerdings grundsätzlich die Longseite. Straddles und Strangles zu verkaufen scheint mir nicht sehr sinnvoll, denn der Verkäufer hat hier bei stark fallenden Kursen ein erhebliches Verlustrisiko, bei stark steigenden Kursen sogar ein unbegrenztes Verlustrisiko, während sein Gewinnpotenzial stark begrenzt ist. Beim Straddle tritt der Maximalgewinn genau beim Basispreis ein, ihn zu erreichen ist reiner Zufall. Auf der Longseite halte ich Straddles und Strangles durchaus für sinnvoll, da der Käufer bei begrenztem Risiko unbegrenzte Gewinnmöglichkeiten hat. Ich kaufe Straddles sehr gerne, kurz bevor ein Unternehmen Quartalszahlen veröffentlicht. Häufig gibt es dann gute oder böse Überraschungen mit entsprechenden Kursausschlägen. In beiden Fällen profitiere ich als Käufer des Straddles.
http://www.finanzbuchverlag.de/aktuelles/interviews.php?toshow=13
Danke für Ihre Antworten. Habe schon an der alten DTB Optionen planlos gekauft und trotz einiger sehr guter Jahre per Saldo nie etwas verdient. Derzeit kaufe ich nur out of money-Optionen und gehe beim Basiswert etwa nach den Turtles-Regeln vor: Kauf bei 2-Monats-high oder bei einer 2-Monats-Trendlinie mit mindesten 3 Punkten. Ich schaue mir dazu die Charts der ca. 65 Papiere an, für die es Eurex-Optionen gibt. Bei Consors kostet ein half-turn ca. 20 €. Die Kontoeröffnungsprozedur und die Mindestkontogröße bei billigeren Anbietern von 25.000 € sind mir für das Optionskonto zu aufwendig. Wenn es klappt, wird auch ein kleines Konto groß und wenn nicht, war der kleine Einsatz sowieso besser.
Welchen Prämieneinsatz pro Position halten Sie für sinnvoll bei 20 € halfturn?
Mein MM gebe ich lieber nicht bekannt, weil ich sonst gesteinigt werde. Nur so viel: Ich rechne mit regelmäßigen Zuflüssen aus Arbeitseinkommen und gehe mittelfristig von einem Mehrfachen des heutigen Kontostandes als Kapitaleinsatz aus. Deshalb ist auch immer ein sehr hoher Anteil des heutigen Bestandes investiert. Bisher hat meine Strategie in 3 Monaten 50% des Guthabens aufgezehrt.
Vielleicht kann ich meine Performance doch noch positiv gestalten. Wenn ich mal aus dem Arbeitsleben ausscheide, kann ich wegen verschiedener körperlicher Behinderungen wohl nur noch am PC sitzen. Weil mir das traden Spaß macht, möchte ich unbedingt so weit kommen. daß ich damit im Plus bleiben kann.
Bisher habe ich nur mit buy and hold bei Aktien Geld verdient. Allerdings seit 1968 und verschiedene Werte wurden natürlich im Laufe der Jahre ausgetauscht. Diesen Bestand möchte ich aber nicht angreifen und werde die Töpfe weiterhin strikt trennen.
Ich glaube fest daran, daß man dauerhaft zu den Leuten oberhalb der Null-Linie des trading-break-even gehören kann. Dieses Forum hat mich auf dem Weg dorthin schon ein ganzes Stück vorangebracht.
Mfg
hw
Hallo,
ich glaube auch fest daran, dass man mit Optionen (und auch mit kleineren Konten) an der Börse langfristig zu den Gewinnern zählen kann, bin mir aber ziemlich sicher, dass es mit dieser Strategie (Turtle + Out of money) extrem schwierig sein dürfte. In der Regel dürfte ein großer Teil der möglichen Gewinne durch den sehr wahrscheinlichen Vola Verlust vollständig aufgefressen werden.
Zu den Kommissionen:
http://www.interactivebrokers.com/index.html?html/generalAccount/commission.html~top.body
Einfach einen Blick drauf werfen, Roundturn 4 Euro. Zudem kann man auch die schönen US Optionen handeln, was das Universum der handelbaren Optionen dann um das zigtausendfache erweitert.
@ hardworker
Ich kann nur unterstreichen, was Metatrader geschrieben hat und eventuell auf meine anderen Optionsdarstellungen hier im Forum verweisen.
Über Interactive kostet eine US-Option zur Zeit glaube ich um 1 $. Der US-Optionsmarkt ist tatsächlich ein ganz anderes Universum. Da finden Sie fair gestellte Optionen auf nie gehörte Werte (Asien etc.). Es gibt rein elektronische Börsen, ISE zum Beispiel, die bündeln die günstigsten Spreads aller grossen fünf O-Börsen und stellen den Markt. Kein Vergleich zu EUREX!
Ich hab bei über fünf Jahren US-Optionshandel kein Jahr im Minus geschlossen. Der höchste Jahresgewinn lag bei 50%, der niedrigste bei 12%. Allerdings war das eine zeitaufwendige Sache, die ich mir jetzt wegen meines Hauptberufs nicht leisten kann. Deshalb scalpe ich hin und wieder den Euro FX oder lasse ihn als Position laufen. Im Vergleich zur Filigranarbeit des O-Tradings komm ich mir jetzt wie ein Holzfäller vor!
Wenn Sie wegen Ihrer körperlichen Beeinträchtigungen zur PC-Arbeit verurteilt sind, was mir persönlich für Sie sehr leid tut, dann ist O-Trading wirklich eine spannende Sache. Allerdings würde ich Ihnen wirklich die konservative Seite der Optionen empfehlen, d.h. nur im Geld, mindestens am Geld, genug Restlaufzeit, einfache Konstruktionen, bei 100% Gewinn glattstellen, sonst geht die Vola runter und der Gewinn ist wieder hin, trotz Underlyings.
Ich hab ein paar mal Butterflies gehandelt, aber das war nichts für mich. Wurde hier im Forum auch schon dargestellt warum. Stichwort: Market-Maker und Emittenten-Vehikel, kein Tradingvehikel.
Wenn Sie 10-20 % Prozent Ihres verfügbaren Tradingkapitals zu O-Prämien machen und Ihren Strategien 2-6 Wochen Entwicklungszeit geben, haben Sie immer noch mehr als 80% Cash übrig, um permanent nach neuen Chancen zu suchen und sie auch umzusetzen. Da ist der Tag mit Recherchen und Analysen total ausgefüllt, das Handeln selbst ist nur noch ein Click und Beobachtung der Position/des Underlyings. Wenn Ihnen das mental zusagt zusagt, viel Glück!
Gruß,
Berliner
@ Berliner
Danke für das Nachfassen. Habe Ihrem gestrigen Beitrag folgend schon für meine bestehende Limits die Preise so angepaßt, daß im Geld gekauft wird. Bisher bin ich noch nicht zum Zug gekommen.
Der wertvollste Tip war der mit den 10 bis 20%. Also doch 5 bis 10 Positionen mit je 2%?
Soll man wirklich mit 2 von 8 Positionen in die Gegenrichtung gehen, oder gleich nur 6 in einer Richtung ? Oder nur stur nach der Chartauswertung der einzelnen Titel handeln?
MfG
hw
@ Hardworker
"5 bis 10 Positionen a 2%"
So ungefähr. Ich selbst habe eigentlich nie mehr als 6 unterschiedliche Positionen gehalten, allein schon wegen des Zeitaufwandes und Überblicks.
"Soll man wirklich mit 2 von 8 Positionen in die Gegenrichtung gehen, oder gleich nur 6 in einer Richtung oder nur stur nach der Chartauswertung der einzelnen Titel handeln?"
Aktienoptionen sind ja nichts anderes als Leverage auf Aktien. D.h. möglichst Titel suchen mit geringer positiver Korrelation. Wenn Sie nur Optionen auf Bankentitel im Depot haben, wird bei einem Crash des Bankenindex alles in die Hose gehen. Also: die gleichen Diversifikationsstrategien anwenden, die man auch bei einem normalen Portfolio zugrunde legen würde. Wobei man natürlich die Möglichkeit der bearischen Einstellung hat, z.B. sie glauben die Banken werden zulegen, nur nicht z.B. Bank of New York wegen Verschuldungsgrad oder anstehender Zahlen. Aber das wäre eine sehr dezidierte schwierige Analyse und Wette.
Ich bin und war ein reiner Contrarian. D.h. simpel gesagt: war das Call-Open Interest in einem Wert historisch ultra-hoch, ich aber fand, daß gleichzeitig das Chartbild nicht mitspielte und z.B. die Insiderverkäufe sehr hoch waren, hab ich puts gekauft. die dazu noch wegen des niedrigen Volumens unterdurchschnittlich bewertet waren.
Gruß,
Berliner