Trading with Buddha

Bevor man sein Geld an den Terminmärkten dieser Welt riskiert, Zertifikate oder Optionsscheine kauft und im Verlustfalle in Wehklagen verfällt, empfehle ich im Vorfeld die kontemplative Betrachtung des eigenen Tuns.

Bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus erlangte Buddha bei seiner Erleuchtung unter dem Pappelfeigenbaum, die Erkenntnis, dass es im Leben Leid gibt, unsere Existenz bisweilen frustrierend und unvollkommen ist. Dieses Leid entsteht durch Begierde, Sich-Anklammern und Egoismus. Es ist jedoch möglich, sich vom Leid zu befreien, sofern man einige als wichtig erachtete Regeln beachtet.

Zum einen gibt Buddha den Ratschlag, die Dinge möglichst wahrheitsgetreu so zu sehen wie sie sind. Oft sieht man etwas so, wie es sein sollte, statt so, wie es ist. Um der Wirklichkeit nicht ins Auge blicken zu müssen, wenn sie einem nicht passt, gibt es verschiedene psychische Abwehrmechanismen, wie z.B. verdrängen, nicht wahrhaben wollen, beschönigen, verleugnen etc.

Des Weiteren rät Buddha, man solle sich seiner eigenen Motive bewusst werden, aus denen heraus man handelt. Die Motivationen sollen zuerst untersucht und die Gedanken gereinigt werden. Die Gesinnung sollte klar sein, bevor man sich in Aktivitäten stürzt. Es geht darum, dass man weder sich selbst noch anderen etwas vormacht.

Das Handeln sollte auf Einsicht, Verstehen und innerer Überzeugung basieren. Um in der jeweiligen Situation richtig zu handeln, geht es nicht darum, stur Regeln zu befolgen, sondern mit einem unabhängigen Geist, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen. Rechtes Handeln ist furchtlos.

Zitiert nach: Verena Reichle: Die Grundgedanken des Buddhismus

Ein guter Ratschlag zum Schluss: „Sei achtsam und erwache; sei dir der Tatsache bewusst, dass deine Psyche an der Erschaffung dessen beteiligt ist, was dir als äußere Wirklichkeit erscheint.“

Viele Grüße

Wülle

Geschrieben von wuelle am
Gast

@ wuelle [#1]

"Dieses Leid entsteht durch Begierde, Sich-Anklammern und Egoismus."

Da sollte man sofort Parallelen zur Entwicklung der heutigen Gesellschaft sehen:-) Die Frage ist, was mit "Sich-Anklammern" wohl gemeint ist? Materieller Besitz? Oder auch Liebe bzw. eine Beziehung? In den Werken von Erich Fromm wird die Liebe in der heutigen Zeit ebenfalls mit Besitz (Meine Frau, Mein Kind usw.) in Verbindung gebracht.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Teletrader [#2]

Sich-Anklammern bezieht sich nicht auf irgend was bestimmtes was geklammert wird, sondern auf den Klammerer. Und wenn nahezu alle die selben Probleme haben, schlägt das natürlich auch auf die Geselschaft durch. An einer buddhistischen Lösung (Weg) arbeitet man aber alleine. Bestenfalls kann man sich Ratschläge von Weiseren geben lassen. Der Buddhismus ist ein sehr induvidueller Weg. Ohne feste Regeln und ohne Bevormundung.

zentrader
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

...Literaturtip zum Thema:
Edward Allen Toppel "Zen an der Börse" (US Original: "Zen in the markets")

"...die Vergangenheit ist für die Gegenwart bedeutungslos,
konzentriere Dich auf die Gegenwart,
fliesse mit dem Augenblick,
folge dem Trend,
zerstöre Dein Ego,
lausche mit allen Sinnen dem, was ist..."

In der Theorie einfach - die praktische Umsetzung ist die Herausforderung... :-)

ciao,
zentrader

wuelle
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Teletrader [#2]

Frau Reichle schreibt (in leicht abgewandelter Form) dazu: Zum Leben und zu den Märkten gehört Wandel, Veränderung, Vergänglichkeit. Der Mensch möchte sich aber an Zustände, Dinge oder Menschen klammern, wenn sie ihm angenehm sind, Sicherheit bieten, wenn ihm etwas vertraut ist oder er etwas gewohnt ist. Dieses Anklammern und Festhalten gilt als die eigentliche Ursache des Leidens, denn wenn man nicht anklammerte, wäre der Wandel nicht leidhaft.

Das Ziel kann also nicht sein, sich gegen die Veränderlichkeit zu stellen oder an irgendeinem angenehmen Zustand festhalten zu wollen. Buddha empfiehlt, sich innerlich von den Wechselfällen des Lebens und der Abhängigkeit der Befriedigung seiner Wünsche, so weit zu lösen, dass man einerseits die glücklichen Umstände seines Lebens genießen kann, andererseits aber nicht unglücklich wird oder außer Fassung gerät, wenn das Blatt sich wendet oder etwas Erwünschtes nicht eintritt.

Sicherheit auf dieser Welt ist eine Illusion, und es hat gar keinen Sinn, sie zu suchen, da man sich sonst dem Fluss des Lebens bzw. dem Strom der Märkte entgegenstellt. Wenn man keine Angst mehr vor der Zukunft hat, die sowieso anders daherkommt, als man denkt, und nicht mehr glaubt, sich gegen den Lauf der Dinge wehren zu müssen, sondern sich dem Lebensfluß ganz hingeben kann, wird man frei, Gelegenheiten wahrzunehmen und zu ergreifen, wenn sie sich bieten.

Buddhisten möchten ohne Angst, gelassen und heiter alles bewältigen können was das Leben bringt. Je weniger man sich an Dinge, Verhältnisse, Menschen, Vorstellungen, Kursziele etc. klammert, desto unabhängiger wird man von ihnen und desto eher kann man sie auch mit Freude annehmen, wenn sie ins Leben treten.

sbendel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Als ich noch jung (jedenfalls jünger) war, da wollte ich auch unabhängig und frei sein. Niemandem, auch sich selbst nicht, einen Erfolg zu schulden und sicher sein, sich an jede Situation anpassen zu können. Wobei genau genommen, klammert man sich da ja auch an seine Felxibilität.
Soweit hat das auch gut funktioniert (im Sinne frei sein, Chancen zu ergreifen). Je älter ich werde, desto weniger flexible will ich aber sein müssen. Man baut sich sein kleiner Reich, in dem man sich auskennt. Man will halt nicht mehr unbedingt, jeden Tag neue Herausforderungen meistern müssen. Jedenfalls keine mit hohen Risiko, oder bei denen man keinen Startvorteil hat. Man will im Grunde aus einer Position der Stärke (die man sich über die Jahre aufgebaut hat; materiell oder intelektuell) heraus handeln.

Aber eigentlich ist das doch ein schöner Widerspruch. Leben ist zu dem geworden was es ist, weil es sich anpassen und verändern kann. Trotzdem versucht jedes einzelne Lebewesen sich von der Umwelt zu separieren, um für sich selber stabile Verhältnisse zu schaffen (das geht mit der Zellwand los und endet noch lange nicht mit dem Gartenzaun)

UNd um die Kurve zum Trading zu bekommen: Etwas mehr Gelassenheit hilft dabei, denn die besten Investments sind meisten sdie geworden, bei denen man zwischenzeitlich die grösste Angst hat.

AAA
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ wuelle [#5]
Sicherheit auf dieser Welt ist eine Illusion, und es hat gar keinen Sinn, sie zu suchen, da man sich sonst dem Fluss des Lebens bzw. dem Strom der Märkte entgegenstellt. Wenn man keine Angst mehr vor der Zukunft hat, die sowieso anders daherkommt, als man denkt, und nicht mehr glaubt, sich gegen den Lauf der Dinge wehren zu müssen, sondern sich dem Lebensfluß ganz hingeben kann, wird man frei, Gelegenheiten wahrzunehmen und zu ergreifen, wenn sie sich bieten.

Also beim Trading hab ich es wohl etwas hin bekommen... aber im übrigen Leben ist es so übelst schwierig. Ständig will das Ego ( die Ratio) bestimmen wo es langgeht, aber damit kommt man nicht in den Einklang mit dem Lebensfluß. Das zu erkennen und zu erleben, dass man es nicht so einfach ändern kann, ist wirklich harter Tobak.

Ein Hilfe finde ich auch die Synchronizität.
Als Synchronizität (von griechisch synchron, gleichzeitig) bezeichnete der Psychologe Carl Gustav Jung relativ zeitnah aufeinander folgende Ereignisse, die nicht über eine Kausalbeziehung verknüpft sind, vom Beobachter jedoch als sinnhaft verbunden erlebt werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Synchronizit%C3%A4t

Mit der "Sinnhaftigkeit" einer Synchronizität verstehe ich zB. das Erleben des Lebensflusses, ohne die "Krücke" einer "rationale/quantitativen" Kausalbeziehung. Das ist ein Schritt sich von oben [#1] genanntem "Sich-Anklammern und Egoismus" zu lösen.

Gast

@ wuelle [#5]

Schöner Beitrag, vielen Dank. Diese alternativen Lebensphilosphien stehen allerdings im krassen Gegensatz zu den Prioritäten unserer gegenwärtigen Gesellschaft bzw. das einfließen lassen einzelner Bestandteile in das alltägliche Leben zu einer großen Herausforderung.

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SPOMI
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ sbendel [#6]

ich glaube mit deinem Kommentar sprichst du vielen -nicht nur Börsianern- aus der Seele.

SPOMI

select
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ wuelle [#1]

Man kann es nicht besser formulieren. Großen Dank.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ wuelle [#5]

Buddhisten möchten ohne Angst, gelassen und heiter alles bewältigen können was das Leben bringt.

Eigentlich will ich das auch, aber leider klappt das nie.

Sobald man Eigentum hat, Verantwortung für andere hat, ist man nicht mehr frei.

Somit hat sich die Gelassenheit erledigt. Zumindest für mich.

Ronin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Und - ist das Leben dort, wo hunderte von Millionen Buddhisten leben, ohne Angst, gelassen und heiter? Das wär ja ganz was Neues.

Statt dessen: der totale oberflächliche Konsumwahn und Leistungsdruck in Japan, die Entwicklung in diese Richtung und eine nach wie vor unmenschliche Diktatur in China, verbunden mit einem unglaublichen Raubbau an der Natur, und ein höchst fragwürdiges Kollektivdenken und ein augenfälliger Mangel an starken Individuen in beiden Ländern - von Erleuchtung keine Spur!

Laßt Euch bloß nicht verarschen. Zeigt mir mal einen erstklassigen Trader, dessen Leben auf dem Buddhismus basiert, ich habe in den letzten 30 Jahren keinen einzigen kennengelernt.

zentrader
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@Ronin,

"...Zeigt mir mal einen erstklassigen Trader, dessen Leben auf dem Buddhismus basiert, ich habe in den letzten 30 Jahren keinen einzigen kennengelernt..."

Ich schätze Deine Beiträge hier im Forum sehr, aber diesmal hast Du ein wenig das Thema verfehlt...also: "Gehe zurück auf Los!" - Du kennst das diesbzgl. Spiel ja... :-)

ciao,
zentrader

AAA
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ronin [#12]
Und - ist das Leben dort, wo hunderte von Millionen Buddhisten leben, ohne Angst, gelassen und heiter? Das wär ja ganz was Neues.

Es geht doch nicht um die Konfessionszugehörigkeit, sondern um spirituelle Praxis. "Samadhi" etc. erreicht man nicht, nur weil man bisschen "Kirchensteuer" zahlt. ;)

Mönche im Labor (1/6) Neurowissenschaften entdecken die fernöstliche Meditation
http://www.youtube.com/watch?v=_mud-L6b0nM

Gast

Das vielleicht wichtigste buddhistische Prinzip wurde gar nicht genannt: Das Konzept der Wiedergeburt. Nur wenn man sein jetziges Leben rechtschaffen meistert, egal ob als Bettler oder Küchenschabe, kann man im nächsten Leben eine Stufe nach oben klettern.

Das ist nicht ungeschickt, um die Massen im Zaum zu halten. Auch die Christen stellen das Paradies erst im Jenseits in Aussicht. Nur der Sozialismus war so naiv und versprach den Himmel bereits auf Erden, darum hat er auch versagt. :)

@ Ronin [#12]

Wird das jetzt das maßgebliche Kriterium in allen Deinen Postings: Daß Du immer einen erstklassigen Trader sehen willst, bevor irgendetwas Deine Anerkennung findet? Und daß einen "erstklassigen" Trader ohnehin nur das ausmacht, was anderen "erstklassigen Tradern" plausibel erscheint, nämlich einen hohen RRR-Quotienten?

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Livetour [#15]

Das Themas heisst

TRADING WITH BUDDHA

also ist doch der Beitrag aufs Traden bezogen und nicht auf andere allgemeine Betrachtungsweisen.

Somit gebe man Ronin, was Ronins ist.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#11]

Eigentlich will ich das auch, aber leider klappt das nie.

Der Weg ist das Ziel. Oder anders ausgedrückt, sollte man sich ein paar Leben lang Zeit lassen, um es hin zu kriegen.

@ Ronin [#12]

Japan ist kein buddhistisches Land. Auch wen Zen dort als Meditation Anwendung findet. Der Shintoismus hat mit dem buddhistischem Ziel, das Ende der Evolution zu erreichen und nicht mehr wiedergeboren zu werden, nichts zu tun. Erfolg läst sich nicht eindeutig zuordnen, weil ein Leben zu wenig ist und die Wiedergeburt durchaus in einem nichtbuddhistischen Land erfolgen kann.
Es gibt auch keine Trader die auf Buddhas weg wandern, weil deren Ziel weder Geld noch Macht sind.

Ronin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ zentrader [#13]
@ Livetour [#15]

Think twice!

Dieses Forum heißt Terminmarktwelt.

In der Welt der Terminmärkte geht es ums Traden, um Geld zu verdienen. Für die guten Trader geht es darum, weiterhin erfolgreich zu bleiben, möglichst noch erfolgreicher zu werden und möglichst viele Risiken (auch von Seiten des Bankensystems und staatlicher Eingriffe) zu vermeiden. Für die weniger guten Trader geht es darum, besser zu werden. Der Informationsaustausch mit anderen Tradern ist dabei sehr hilfreich, sonst bräuchte man kein Forum.

Es ist also nicht nur legitim, sondern naheliegend, in diesem Forum die Interessenlage eines Traders zu artikulieren, als Trader zu argumentieren und den internationalen Erfolgsmaßstab guter Trader anzulegen, wenn es um die Beurteilung von angeblichen oder tatsächlichen Investmenterfolgen geht. Von Livetour zum wiederholten Mal exakt dafür angegriffen zu werden, ist höchst befremdend. Ich frage mich, wer hier in einem Terminmarktwelt-Forum regelmäßig das Thema verfehlt. Den Zusammenhang zwischen Buddhismus und Tradingerfolgen kann ich den Postings hier jedenfalls nicht entnehmen, und er wird auch kaum darstellbar sein. Die naheliegende pragmatische Frage eines Traders, ob das denn funktioniert, welcher bekannte Top-Trader mit Buddhismus zum Erfolg kam, sie wird hier schon wieder in empörtem Geschnatter untergehen.

xforce
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Einige Dinge die Wülle schreibt kann ich nachvollziehen, so zb das man sich nicht gegen den Wandel und Veränderung (an den Märkten) stellen soll sondern adaptiv ist. Aber muss man deshalb direkt einen Zusammenhang zum Buddhismus suchen? Ist es nicht generell in der Evolution so, das wer sich seinem Umfeld anpasst höhere Überlebenschancen hat?

Die Terminmärkte sind fressen oder gefressen werden. Kapitalismus in seiner reinsten Form. Wie sich das mit Buddhismus vereinbaren lässt muss mir noch einer erklären.

AAA
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ronin [#18]
Den Zusammenhang zwischen Buddhismus und Tradingerfolgen kann ich den Postings hier jedenfalls nicht entnehmen...

Und woran liegt das? An den Postings, oder an dir selbst? Ich glaube die Antwort ist sehr eindeutig und einfach. ;)

wuelle
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Es geht mir darum, einzelne Aspekte und die Denkweisen der Buddhisten, die sich für mich als nützlich erweisen haben, darzustellen. Dem Aspekt der Wiedergeburt zum Beispiel kann ich dabei noch nichts abgewinnen. Die unvoreingenommene Auseinandersetzung mit buddhistischem Gedankengut hat mir persönlich im Leben und an der Böse schon sehr geholfen.

Ronin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ AAA [#20]

Es liegt an den Postings. Für die Darstellung eines konkreten und konstruktiven Zusammenhangs zwischen Buddhismus und Tradingerfolgen müßte anhand einer von buddhistischen Lehren abgeleiteten und ganz konkret beschriebenen geistigen oder auch körperlichen Methodik nachvollziehbar gezeigt werden, wie und warum diese Methodik zu Erfolgen im Trading führt. Ergänzend wäre hilfreich, wenn ein bekannter Top-Trader, dessen konkrete Erfolge auch schon publiziert wurden, sich z.B. in einem Interview zum Buddhismus bekennen und beschreiben würde, wie der Buddhismus seine Lebens- und Arbeitsweise konkret verändert hat und warum er dadurch zu einem besseren Trader wurde.

Ich bin kein Buddhist und kein Top-Trader, aber ein langjährig in vielen Märkten erfolgreicher Trader. Um meine Konzentrationsfähigkeit und mein Energieniveau für das Trading zu optimieren, meditiere ich mit Mantren und mit Atemübungen, entweder im Liegen oder während langer Spaziergänge. Diese Methodik stammt zwar aus dem östlichen Kulturkreis und hat religiöse Wurzeln, aber das ist irrelevant für mich als Trader. Relevant ist ausschließlich, daß sie regelmäßig den angestrebten Zustand herbeiführt, also zweifellos funktioniert, und daß sich dies auch humanmedizinisch, also naturwissenschaftlich, begründen läßt. Ein pragmatisches Verfahren, das jeder erlernen kann.

Alles andere ist letztlich Geschwafel. Es hat hier im Forum vor ein paar Monaten sich einer wichtig gemacht, indem er behauptete, der ontologische Dualismus mache ihn zu einem besseren Trader. Die Begründung blieb er allerdings schuldig. Er verstieg sich schließlich zu der erbärmlichen Position, er sei den anderen hier im Forum an Intelligenz und Bildung überlegen und daher seine Ausführungen für jene nicht nachvollziehbar. Ich glaube, es ist grundsätzlich erbärmlich, einem anderen zu unterstellen, er kritisiere ein aufgeblasenes, gefühlsschwangeres und vage gehaltenes Geschwafel nur deshalb, weil er es nicht verstehe. Was gibt es groß zu verstehen an dem, was hier zum Buddhismus gepostet wurde oder vorher zum ontologischen Dualismus? IQ 100 reicht für jeden Dämpftopf der Gefühle locker aus.

Om mani padme hum!

zentrader
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ronin [#18]

ich habe mich in meinem Beitrag auf die Erfahrungen eines professionellen Traders mit "Zen"-Prinzipien an den Märkten (siehe Buchtip) bezogen. Das hat methodisch ja durchaus etwas mit den "Terminmarktwelten" zu tun.

Da Du aber immer wieder auf diesem "ominösen Top Trader" abhebst - folgende Fragen:

Wie definiert man "Top Trader"?

Gibt es normierte Kriterien und Langzeitranglisten etc.?

Oder ist die Kategorie-Einstufung "Top Trader" eher vergleichbar mit "Top Manager" oder "Top Politiker"?

Sollte letzteres zutreffen, habe ich ja nichts wesentliches verpasst... :-)

ciao,
zentrader

dhp05
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ronin [#22]
"meditiere ich mit Mantren und mit Atemübungen"

"Relevant ist ausschließlich, daß sie regelmäßig den angestrebten Zustand herbeiführt, also zweifellos funktioniert, und daß sich dies auch humanmedizinisch, also naturwissenschaftlich, begründen läßt. Ein pragmatisches Verfahren, das jeder erlernen kann."

Vielmehr anderes schreibt wuelle in #1 auch nicht.

Dem einen hilft ein langezogenes ommmm, dem anderen die Auseinandersetzung mit den sinnsprüchen Buddhas.

Der eine steuert über die Physiologie die Psyche, der andere über die Psyche die Physiologie.

Es ist grad egal wieherum und mit welcher "Technik" man den Puls senken möchte, wenn denn der Pulsschlag sich tatsächlich senkt.

Und egal welche Technik man anwendet, eine vergleichende Spur auf dem Kontoauszug hinterläßt die eine sowenig wie die anderen. Zumindest nicht im nachweisbaren Bereich.

"Trading without TMW"

könnte auch ne Überschrift lauten.
Für den einen kanns stimmen, für den anderen nicht.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ronin [#22]

Wenn dir ein Thema nicht past, ignoriere es bitte einfach.

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ich vermute dass die meisten Religionen Geldgier ablehnend gegenüber stehen. Deswegen wundert mich wie man auf spirituelle Unterstützung beim Traden hoffen kann.

Gast

@ benedikt54 [#16]
@ Ronin [#22]

Ich bin eigentlich sehr nah am Thema geblieben, aber gut möglich, daß Euch das entgangen ist. Obwohl es eigentlich nicht schwer zu durchschauen war.

Mein erster Einwand bezog sich darauf, daß die Ziele des Buddhismus eher vom Trading wegführen.

Mein zweiter Einwand richtete sich gegen Ronins reflexartige Frage nach dem für ihn offenbar alleingültigen Wahrheitskriterium: Zeigt mir erst mal einen Top-Trader, sonst bleibt doch alles nur Geschwafel!

Diese Denkweise an sich ist schon eindimensional genug, aber einen "Top-Trader" dann auch noch über diese eingeschränkte Kennzahl RRR zu definieren...

xforce
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ autokor [#26]

Das habe ich mich auch schon gefragt, siehe oben. Man brauche sich doch nur mal den Kleinkrieg anschauen der früher Tag ein Tag aus im Pit stattfand. http://www.youtube.com/watch?v=Dtc58sTsTpE

Diese Auseinandersetzung hat sich zwar durch die elektronischen Märkte in die Handelsräume, Büros und Server verschoben aber das Grundprinzip ist ja das gleiche. Jeder gegen jeden, jede Schwäche wird sofort von der Gegenseite ausgenutzt und muss mit barer Münze bezahlt werden. Der stärkere, clevere und härtere gewinnt. Ob Buddha das gutgeheißen hätte? Ich habe da meine Zweifel.

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ xforce [#28]

wuelle
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ronin [#22]

Die "Darstellung eines konkreten und konstruktiven Zusammenhangs zwischen Buddhismus und Tradingerfolgen" ist irrelevant. Sie zeugt davon, das jemand nicht einmal die Fragestellung erkannt hat.

"Buddha geht es nicht um irgendeine Philosophie oder Spekulation, sondern ganz pragmatisch, nützlichkeitsbezogen um Erkenntnisse, die den Menschen weiterhelfen." (V. Reichle a.a.O.)

Da Börsenhändler Menschen sind, lohnt sich unter Umständen auch für diese Menschen ein Blick über den Tellerrand der Börsenwelt im Hinblick darauf, in wie weit sich dieses Gedankengut für die Börsen- und Geschäftswelt als nützlich erweisen kann. Darum, um mich zu wiederholen, geht es mir in diesem Thread.

Den Beitrag zur Renditesteigerung meines Handelskontos nach der Beschäftigung mit dem Buddhismus in Prozentpunkten vermag ich nicht zu beziffern.

@ zentrader [#23]

Was zeichnet Top-Trader aus? Siehe dazu u.a. Charles Faulkner im Interview mit Jack Schwager "Zen und die Kunst des Trading":

J.S.: Welcher Unterschied besteht zwischen einem Top-Trader und der großen Masse der Trader?
C.F.: Ein entscheidendes Element stellt der Glaube an sich selbst dar. Eine wesentliche Gemeinsamkeit der Menschen die Spitzenleistung erbringen, ist der absolute Glaube an die Wahrscheinlichkeit ihres eigenen Erfolgs. ... Top-Trader setzen absolutes Vertrauen in ihre Fähigkeit Gewinne zu erzielen. ... Im Vergleich dazu fehlt den meisten Tradern das Vertrauen in ihr System bzw. ihre Methode.

Bei der Gelegenheit entdecke ich einen Punkt auf Faulkners Liste mit sechs wesentlichen Schritten auf dem Weg zum (Börsen-)Erfolg: "Konzentrieren Sie sich voll und ganz auf den jeweiligen Augenblick, das heißt auf die gerade anstehende Teilaufgabe, nicht auf das Fernziel."

Bei Buddha lautet diese Erkenntnis wie folgt: "Sie bereuen nicht die Vergangenheit, auch grübeln sie nicht über die Zukunft. Sie leben in der Gegenwart. Weil sie über die Zukunft grübeln und die Vergangenheit bereuen, vertrocknen die Narren wie grünes Schilf, das in der Sonne geschnitten wurde."

Ronin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ autokor [#26]
@ xforce [#28]

Das ist genau der Punkt.

@ zentrader [#23]
@ Livetour #27

Man kann sich natürlich auf das "Top" kaprizieren, wenn einem sonst nichts einfällt, hat Livetour auch schon recht despektierlich im Buffet-Thread gemacht. Jedermann weiß, daß "Top" Spitze bedeutet. Jedermann kann auch aus dem Stand ein paar Spitzenpolitiker, Spitzenmanager und Spitzensportler nennen. Ein bekanntes Magazin veröffentlicht regelmäßig Hitlisten von "Top-Anwälten" und "Top-Ärzten", sortiert nach Fachgebieten. Und es gibt gute Gründe, sich einem Top-Anwalt anzuvertrauen, wenn ein Top-Vermögen auf dem Spiel steht.

Aber ausgerechnet ein Zen trader in einem Terminmarktforum erkundigt sich spitzfindig nach der Definition von "Top-Trader". Schreib mal die zahllosen Journalisten und Buchautoren an, die den Begriff regelmäßig verwenden, vielleicht bekommst Du eine Auskunft, die Du nicht weiter zerpflücken kannst. Daß das "Top" im Trading in den Augen der Fachwelt (aber wie definiert man die möglichst spitzfindig?) und first and foremost in den Augen der Großanleger (wie sind die eigentlich definiert?) doch ziemlich eng korreliert ist mit dem RRR, würde Livetour durch gründliche Recherche, wie sie z.B. ein Fachautor unternehmen würde, nach einiger Zeit zweifelsfei herausfinden.

Nur soviel aus der Praxis: Ich hatte immer mal wieder Anfragen von Hedge-Fonds-Initiatoren, die mich als Trader gewinnen wollten oder als möglichen Vermittler für geeignete Trader ansprachen. Die Gespräche drehten sich ausnahmslos zuvörderst um RRR. Kein Großanleger läßt sich von 50 % p.a. beeindrucken, wenn dem ein MDD von ebenfals 50 % gegenübersteht. Aber jeder Großanleger ist begeistert von 15 % p.a. in Verbindung mit RRR = 3,0. Ein Manager brachte es mir gegenüber folgendermaßen auf den Punkt: "Sonst könnten wir ja gleich in Aktien investieren, da laufen uns dann alle Kunden davon!". Wenn ich diese Denkweise "eindimensional" genannt und was von Buddhismus und "die Dinge möglichst wahrheitsgetreu zu sehen, wie sie sind" gefaselt hätte, dann wäre ich als Geschäftspartner für solche Leute für alle Zeiten erledigt.
So sieht die freie Wildbahn für uns Trader aus, und Damen wie Livetour würden dort nach meiner Einschätzung nicht eine einzige Verhandlung überleben, geschweige denn auch nur einen Monat als Traderin

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