Uni Immo Global: Schnäppchen fast ohne Risiko ?
Immobilienfonds macht wegen Japan-Krise dicht
Von Reiner Reichel, Anke Rezmer, Anne Wiktorin
Handelsblatt Düsseldorf/Frankfurt (17.03.11) - Die Fondsgesellschaft Union Investment Real Estate schließt ihren offenen Immobilienfonds Uni-Immo Global vorübergehend. Grund ist, dass die in Japan stehenden Immobilien des Fonds zurzeit nicht bewertet und deshalb keine Anteilspreise festgestellt werden können. Anders als bei der Schließung von Fonds wegen Liquiditätsmangel während der Finanzkrise wird nicht nur die Anteilsrücknahme, sondern auch die Anteilsscheinausgabe ausgesetzt.
Die Fondstochter der Genossenschaftsbanken hatte die unabhängigen Sachverständigen gebeten, die Gebäude in Japan nach dem Erdbeben in Japan und wegen der nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen des Unfalls im Atomkraftwerk Fukushima neu zu bewerten. Der zuständige Sachverständigenausschuss habe jedoch heute mitgeteilt, dass eine Bewertung unter den gegebenen, außergewöhnlichen Umständen vor Ort zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sei, teilte Union mit.
Die Gebäude im Tokio repräsentieren einen Wert von 14 Prozent am Immobilienvermögen des Uni-Immo Global. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sei über die zeitlich befristete Aussetzung unterrichtet worden, heißt es weiter. Die Schließung sei so lange notwendig, bis eine ordnungsgemäße Verkehrswertermittlung möglich ist.
"An den ausnahmslos in Tokio gelegenen japanischen Immobilien des Fonds sind in Folge des Erdbebens vom 11. März 2011 und des nachfolgenden Tsunamis keine größeren sichtbaren Schäden entstanden", teilte Union mit Für die anderen in Tokio investierten Immobilienfonds von Union Investment seien keine vergleichbaren Maßnahmen erforderlich, da diese dort keine wesentlichen Investments halten.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: -> http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/fonds-uni-immo-global-immobilienfonds-macht-wegen-japan-krise-dicht/3961732.html )
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Der Fonds wird an der Fondsbörse im Hamburg gehandelt. Am Freitag gab er um 11,1 % auf 45,60 Euro nach, in der letzten Woche von 54 auf 45,60 Euro, also um 15,6 %. Sollte er nur noch um etwa 1 % nachgeben, wären die Japan Immobilien praktisch um 100 % ihres Wertes abgewertet, obwohl es bisher zu keinerlei Schäden an der Substanz der Gebäude gekommen ist.
Denken Sie mal darüber nach, wie hoch Sie Risiken und Chancen bewerten. Es könnte sich lohnen, auch zur Diversifizierung von Anlagen.
http://kurse.boersenag.de/fonds/chart/DE0009805556
Ask ist jetzt ja wieder(?) über 48. Insofern vielleicht schon zu spaet. OK, eventuell kann man ein paar Stuecke für 47 bekommen und nächste Woche bei 50 wieder verkaufen?
@ sbendel [#2]
Wo ist das Bid?
Eventuell ein Limit aufs Bid setzen und gucken ob gefillt wird, vielleicht klappts ja. Allerdings denke ich, daß bei Fonds das Orderbuch viel dünner ist als bei liquiden Aktien, somit wirds wohl schwer, einen Deppen zu finden, der Dir Dein Bidlimit mit ner Market fillt. ;-)
Man kann es ja mal probieren.
@ scorpion260 [#3]
Gerade bei Märkten mit kleinen Umsätzen sind manchmal überraschende Ausführungen zu bekommen. Zum Beispiel am Dienstag:
22.03 15:30 48,50 bez 700 33.950,00 22.03 14:48 47,10 bez 243 11.445,30 22.03 13:35 48,45 bez 66 3.197,70Innerhalb von 2 Stunden um 2,8 % runter und wieder um 3,0 % nach oben.
Meine Empfehlung: Kauflimit um 0,10 über dem vom Makler Schnigge. Entweder es kommt keine Ausführung oder aber eine im Tagesverlauf sehr gute.
Am Montag waren die Fonds sogar mit 45,65 Euro zu bekommen.
http://kurse.boersenag.de/fonds/chart/DE0009805556?b=ham;i1=;i2=;ct=Line;v=;z=DAY7
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Christoph Rottwilm vom Manager Magazin berichtet in seiner Ausgabe vom 21.03.11 über Immobilienfonds in der Japan-Krise.
Beim Deka Immobilien Global Fonds oder beim Grundbesitz Global der Deutschen Bank wird die Lage in Japan ganz anders gesehen als beim Uni Immo Global:
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Ein anderes ist der "Immobilien Global" vom Sparkassen-Fondsanbieter Deka. Vier Objekte im Portfolio der Beteiligungsgesellschaft befinden sich auf japanischem Boden, eins in Tokio, eins in Yokohama und zwei in Osaka. Am Gesamtvermögen haben diese Gebäude nach Angaben des Anbieters einen Anteil von 14,5 Prozent. Oder, in absoluten Zahlen: Von drei Milliarden Euro Fondsvolumen sind 422 Millionen in Japan gebunden.
Eine Fondsschließung kommt aber für die Deka derzeit nicht in Frage. "Die Immobilien des Deka-Immobilien Global sind, sofern keine dauerhaften Strahlenschäden auftreten, zeitnah und marktgerecht bewertet", sagt Geschäftsführer Torsten Knapmeyer. "Nach aktuellem Informationsstand sind alle vier Objekte des Fonds durch das Erdbeben und die weiteren Folgen nicht beschädigt." Dazu sei auch Rücksprache mit den für Japan zuständigen Sachverständigen des Fonds gehalten worden, so Knapmeyer.
Ähnlich erscheint die Situation bei der Deutsche Bank-Tochter RREEF. Der Japan-Anteil im Portfolio des hauseigenen Fonds "Grundbesitz Global" beträgt mehr als 16 Prozent, ein branchenweit unerreichter Wert. Dennoch gibt sich der Anbieter gelassen. "Die aktuellen relevanten Eckdaten der Japan-Immobilien lassen keine signifikanten Abwertungen erwarten, zumal wenn man Katastrophen-Szenarien vernachlässigt", so ein Sprecher der Deutschen Bank zu manager magazin. "Alle Immobilien sind ohne Schäden und können von den Mietern uneingeschränkt genutzt werden." Für eine Schließung, so der Sprecher, sehe man keine Veranlassung.
Ob das die Anleger beruhigt? Entscheidend wird sein, wie sich die Situation im Kernkraftwerk Fukushima weiter entwickelt. Am Wochenende gab es ein wenig Anlass für Hoffnung. In vier von sechs Reaktoren wurde wieder eine Stromversorgung hergestellt, zwei der Blöcke befänden sich in stabilem Zustand, hieß es. Für eine Entwarnung bestehe aber noch kein Anlass.
(Quelle und sehr ausführlich lesen: -> http://www.manager-magazin.de/finanzen/immobilien/0,2828,751823,00.html )