USA: FED-Minutes - Die Hauptaussage
http://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/fomcminutes20080430.htm
The Committee agreed that that the statement to be released after the meeting should take note of the substantial policy easing to date and the ongoing measures to foster market liquidity.
In light of these significant policy actions, the risks to growth were now thought to be more closely balanced by the risks to inflation.
Accordingly, the Committee felt that it was no longer appropriate for the statement to emphasize the downside risks to growth.
Given these circumstances, future policy adjustments would depend on the extent to which economic and financial developments affected the medium-term outlook for growth and inflation.
In that regard, several members noted that it was unlikely to be appropriate to ease policy in response to information suggesting that the economy was slowing further or even contracting slightly in the near term, unless economic and financial developments indicated a significant weakening of the economic outlook.
-----------------------
Denkt beim lesen des letzten Absatzes bitte an die "Roll-Over"-Problematik 2008, 2009 und 2010.
-----------------------
@ Paljusevic, Franjo [#1]
Was meinst Du mit "Roll Over Problematik"?
Gruss Sebastian
Hallo Sebastian.
Der Einfachheit halber anbei die folgenden Links:
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=58128&CP=0&F=47
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=80843&CP=1&F=47
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=83504&CP=0&F=47
Viele Grüsse
Franjo
@ Paljusevic, Franjo [#1]
Denkt beim lesen des letzten Absatzes bitte an die "Roll-Over"-Problematik 2008, 2009 und 2010.
Nur so ein Gedanke: Ist es noch nötig, die Zinsen zu senken um den Dollar zu entwerten, wenn das die Inflation schon erledigt?
Hallo. Grüss Dich.
Es kommt drauf an.....
Wir gehen von dem Szenario aus, dass dem Schatzamt seitens der Notenbank kräftig unter die Arme gegriffen wird.
Steigende Zinsen sind definitiv Gift für die Wirtschaftsentwicklung.
Die Zinsen werden meines Erachtens auch nicht mit dem Ziel gesenkt primär den Dollar zu schwächen, sondern um zu einen den Staat mit ausreichend günstigem Kapital zu versorgen und zum anderen auch die Wirtschaft mit ausreichend günstigem Kapital zu versorgen.
Diese Praxis zieht natürlich eine Dollar-Abwertung mit sich.
Würde die amerikanische Notenbank diese Praxis nicht beibehalten, kommt es zwangsläufig wieder zu einer Liquiditätsklemme, da die Roll-Overs fälliger Anleihen, wie auch die Neuemission neuer Anleihen Kapital absorbiert, das dann der Wirtschaft wiederum fehlt.
Diese "gewaltige Nachfrage" nach Kapital würde logischerweise die Kapitalmarktzinsen förmlich explodieren lassen.
Die Praxis der Federal Reserve verhindert dies offensichtlich. Allerdings mit einem -wie ich meine- verheerenden zukünftigen Effekt auf den Geldwert, dessen Anfangsstadium wir jetzt beobachten können.
Meiner Meinung nach muss man sich gerade deswegen von der Vorstellung verabschieden, dass an den Rohstoffmärkten eine Blasenbildung eingesetzt hat.
Nein. Viele Marktteilnehmer scheinen schonzu ahnen, dass einer restriktiven Geldpolitik, die nötig wäre um wieder zu stabilen geldpolitischen Verhältnissen zurückzukehren, viel im Weg steht. Und dies ist
a. Der gewaltige Kapitalbedarf des Staates bis tief in das Jahr 2010
b. Der gewaltige Kapitalbedarf der Wirtschaft
Daher haben wir es mit ganz normalen preislichen Anpassungen zu tun, die nicht mehr reversibel sein werden.
Eher sehe ich das ganze als neues preisliches Niveau, ähnlich Anfang der 1970er Jahre. Ein zurück zu den Tiefs gab es damals ebensowenig, wie es sie zuküntig meines Erachtens nicht geben wird.
Das scheint die Realität zu sein.....
Viele Grüsse
Franjo
@ Paljusevic, Franjo [#5]
"Eher sehe ich das ganze als neues preisliches Niveau, ähnlich Anfang der 1970er Jahre. Ein zurück zu den Tiefs gab es damals ebensowenig, wie es sie zuküntig meines Erachtens nicht geben wird."
Welche Güter Anfang der 70er werden gemeint?
Für Öl gilt Ihre Aussage jedenfalls nicht. Es hat sich real in den 80 und 90 er Jahren doch wieder sehr weit nach unten bewegt.
Hallo rodeo.
Aber doch nicht mehr auf die Jahrzehntelange Range zwischen 1 und 5 $ pro Fass, oder ?
Viele Grüsse
Franjo
@ Paljusevic, Franjo [#7]
nein, aber auf so um die 20 $/barrel. Ungefähr die Förderkosten für Nordseeöl, zumindest damals.
Der Preisanstieg seit damals, sagen wir 20$ (1977) bis heute 135 $ bedeute doch nur eine Preissteigerungsrate von 6-7 %/a. Ist das so was weltbewegendes. Und in Euro gerechnet ist der Anstieg noch geringer.
Grüss Dich rodeo.
Der Preisanstieg Anfang der 1970er hat alle Rohstoffe erfasst.
Nixon´s Abkoppelung des Dollars vom Gold war eine offensichtliche Kapitulation vor der Inflation.
Die Märkte reagierten automatisch mit einer Anpassung der Preise auf das höhere Niveau.
Kostete das Barell also Anfang der 1970er sagen wir 1,50 US-$ und Mitte der 1970er 15 US-$, so sehen wir einen Preisschub von 1000 % in nur 5 Jahren und das auch noch bei einer straffen FED Geldpolitik.
Die Weltwirtschaft schlitterte damals in die Krise, weil die Notenbank ihr Augenmerk primär auf Erhaltung des Geldwertes gerichtet hatte. War das falsch ?
Nun das Ergebnis war unter anderem ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosenzahlen.
Von 1977 bis 1999 blieb -bis auf einige durch kriegerische Aktionen ausgelöste Spikes- der Ölpreis auch in einer relativ stabilen Range.
Bis 2003 dann der Anstieg einsetzte, der sich seit 2005 dramatisch verschlimmert und letztendlich seit einem guten Jahrt seine Fratze zeigt.
Was ist das ? Was sind die Gründe ?
Alle Welt sagt die Spekulanten und bildlich versucht einem die Medienwelt wahrscheinlich auch schon den dicken Mann mit Zigarre, der in feinem Stoff am Schreibtisch sitzt und sich über die steigenden Preise freut als wahren Grund zu präsentieren.
Ich sage nochmal, die Spekulanten haben nichts mit dem Anstieg der Rohstoffpreise zu tun.
Die Preise steigen aus dem Grund, weil die Nachfrager bereit sind und auch die Mittel haben immer höhere Preise zu zahlen. Das Geld kommt aus der Notenpresse.
Wenn auf einem Markt zwei Interessenten den angebotenen Preis nicht zahlen wollen oder können und ein dritter und vierter Interessent das angebotene Gut brauchen und kaufen wollen, sich dabei auch noch überbieten, so wöre der Verkäufer doch blöd, nicht die Preise zu erhöhen.
So lange keine restriktive Geldpolitik -die auf längere Sicht absolut unwahrscheinlich ist- einsetzt, werden die Preissteigerungen weitergehen.
Wo die Schmerzgrenze ist, ist schwer zu sagen, da bei Erreichen dieser Schmerzgrenze (= Liquiditätskrise etc.) sofort die Notenbank mit Geld einspringt und die Märkte damit wiederum flutet. Ergo, die Spirale dreht sich und die Preise steigen weiter, bis zur nächsten "Schmerzgrenze".
Aktiengesellschaften erwirtschaften dieses Schwemmgeld (ob im In- oder Ausland ist egal) und dieses lässt auch deren Bilanzen "anschwellen". BASF ist nur ein Beispiel. Der nominale Buchwert steigt und ich bin wirklich gespannt, wie lange es dauern wird, bis der allgemeine "Aha-Effekt" am Markt einsetzen wird.
Aber um Deine Frage zu beantworten. Ich sehe den damaligen Preisanstieg definitiv als irreversiblen Sprund auf ein höheres Preisniveau und das gleiche haben wir auch heute.
Es mag sich vielleicht blöd anhören, aber wenn wir davon ausgehen, dass 100 heutige Dollar = 10 Dollar der 1970er sind, so könnte diese neue heutige Preisrange zwischen 100 und 300 $ liegen (=10 bis 30 $).
Viele Grüsse
Franjo
@ Paljusevic, Franjo [#9]
Zitat: Aktiengesellschaften erwirtschaften dieses Schwemmgeld (ob im In- oder Ausland ist egal) und dieses lässt auch deren Bilanzen "anschwellen". BASF ist nur ein Beispiel. Der nominale Buchwert steigt und ich bin wirklich gespannt, wie lange es dauern wird, bis der allgemeine "Aha-Effekt" am Markt einsetzen wird.
Auch wenn es etwas off-topic ist: Änderst du jetzt deine Meinung zu Aktien als Sachwerten?
@ Paljusevic, Franjo [#9]
@ schnueffelnase [#10]
"Aktiengesellschaften erwirtschaften dieses Schwemmgeld (ob im In- oder Ausland ist egal) und dieses lässt auch deren Bilanzen "anschwellen". BASF ist nur ein Beispiel. Der nominale Buchwert steigt und ich bin wirklich gespannt, wie lange es dauern wird, bis der allgemeine "Aha-Effekt" am Markt einsetzen wird."
Als BASF-Aktionär interessiert es mich, was genau diese Aussage bedeuten soll.
Hallo scorpion.
Ich halte zwar ziemlich wenig von dieser "Zeitung" aus dem Hause Springer, aber das kurze Interview mit Jürgen Hambrecht ist trotzdem interessant.
http://www.bild.de/BTO/news/2007/02/05/klimaschutz-interview/basf-chef-hambrecht.html
---------------------------------------------
BILD: Die Wirtschaft brummt, aber die Löhne schrumpfen. Warum sind die Konzerne so geizig zu ihren Mitarbeitern?
Hambrecht: Das stimmt nicht! Die Unternehmen zahlen gutes Geld, aber die Abgaben lassen immer weniger davon übrig. Tatsache ist auch, dass viele Gewinne von deutschen Unternehmen gar nicht in Deutschland erwirtschaftet werden, sondern im Ausland. Wir dürfen das Pflänzchen Aufschwung nicht mit übertriebenen Lohnerhöhungen zertreten.
---------------------------------------------
Die BASF profitiert direkt unter anderem vom hohen Ölpreis.
Kali und Salz profitieren von der Tatsache, dass weltweit eine imense Nachfrage nach Düngemitteln besteht und diese auch noch weiter steigen wird etc.
Viele Grüsse
Franjo
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=newsarchive&sid=aC1.ozWRxx5I
.....ach ja ? Wirklich ?
.....und dazu kommt noch eine "gefährliche Kumulierung" im kurzfristigen Bereich, da länger laufende Bonds immer unattraktiver werden. Zur "Attraktivitätssteigerung" nötige Zinserhöhungen können aus den bekannten Gründen ebenfalls nicht vorgenommen werden.
http://www.reuters.com/article/bondsNews/idUSNYG00109020080529