Viele Deutsche scheuen Leben im Sozialismus nicht
Was die DDR in 40 Jahren nicht geschafft hat, haben die Geldgeilen Kapitalisten in 10 Jahren geschafft.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,683548,00.html
Sozialismus statt Demokratie: Eine große Mehrheit der Deutschen kann sich laut einer Umfrage vorstellen, in einem sozialistischen Staat zu leben. Fast jeder Vierte wünscht sich demnach sogar hin und wieder die Mauer zurück.
Berlin - Für die meisten Deutschen ist ein Leben im Sozialismus offenbar keine Schreckensvorstellung. Solange für Arbeitsplätze, Solidarität und Sicherheit gesorgt wäre, könnten sich 80 Prozent der Ostdeutschen und 72 Prozent der Westdeutschen ein Dasein in einem sozialistischen Staat vorstellen, ergab eine Emnid-Umfrage, aus der die "Bild"-Zeitung zitierte.
Auch Freiheit spielt für viele Befragte demnach keine zentrale Rolle. So sehen nur 28 Prozent der Ostdeutschen, aber immerhin 42 Prozent der Westdeutschen darin ein wichtiges politisches Ziel. Insofern verwundert es nicht, dass fast ein Viertel sich unter bestimmten Umständen wieder eine Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland wünscht.23 Prozent der Ost- und 24 Prozent der Westdeutschen sagten, es sei "manchmal wünschenswert, es gäbe die Mauer noch". Der Aussage "Etwas Besseres könnte gar nicht passieren" stimmten im Osten 15 Prozent zu, im Westen sogar 16 Prozent zu.
Auch beim Thema Wahlen zeigten einige der mehr als tausend Befragten ein zweifelhaftes Demokratieverständnis. Demnach würde jeder siebte Ostdeutsche und jeder zwölfte Westdeutsche seine Stimme für 5000 Euro an eine Partei verkaufen - ohne Rücksicht auf die politische Ausrichtung.
mmq/apn/AFP
@ benedikt54 [#1]
Ich behaupte einmal, dass die gesamte deutsche Bevölkerung heute besser lebt, als vor 1989. Besonders die Ostdeutschen und zwar nicht fokussiert auf die "Opfer", sondern auf der kompletten Gesellschaftsebene betrachtet.
@ select [#2]
Wenn ja, (glaube ich zwar nicht) dann aber auf Pump! Die Perspektive ist schlechter. Renten, Gesundheitswesen und Infrastruktur sind ausgelaucht und Geld für Ersatz fehlt. Unser Sozialsystem wurde misshandelt und verkauft. Die Politik wird geprägt durch Machtgier, persönliche Vorteilsnahme und Lobbyismus. Rechtbeugung ist heute an der Tagesordnung.
@ select [#2]
Wenn dem so wäre, warum wünschen sich die Menschen dann den Sozialismus?
Was den Westen angeht, kann das für den Teil der Besserverdiener schon stimmen, aber sicherlich nicht für die breite Masse.
Totaler Quatch ist so etwas. Aus einer Umfrage mit 1000 Menschen kann doch nicht Aussage wie "die meisten Deutschen" ableiten! Damit wird nur Schlagzeilen produziert. Wenn es danach ginge hätten wir eine Regierung der Linke/PDS oder gar NPD. Jetzt könnte ein Verschwörungstheoretiker auch noch sagen die Wahlen wären manipuliert.
"Demnach würde jeder siebte Ostdeutsche und jeder zwölfte Westdeutsche seine Stimme für 5000 Euro an eine Partei verkaufen"
Naja für 1000 geht das Ding auch weg:-)
Nach allem was bisher so lief, Rettung verschiedenster "systemrelevanter" Firmen und politischer Arbeitsplatzrettungsaktionen, Rettungsschirme an allen Ecken und Enden, Verfolgung von Steueroptimierern mit Hehler-CD's etc., wähnte ich mich eigentlich längst im Sozialismus.
Genießen wir den Kapitalismus, der Sozialismus wird hart.
(Ulrike Meinhof)
@ Teletrader [#6]
"Demnach würde jeder siebte Ostdeutsche und jeder zwölfte Westdeutsche seine Stimme für 5000 Euro an eine Partei verkaufen"
Naja für 1000 geht das Ding auch weg:-)
Ok, ich mach ein Angebot: 500.- EUR pro Stimme!
Dann mach ich bald "alleine" direkte Demokratie in DE! ;)
@ Livetour [#8]
Genießen wir den Kapitalismus, der Sozialismus wird hart.
(Ulrike Meinhof)
Warte mal "meine" direkte Demokratie ab! ;))
@ ameier [#5]
Solange für Arbeitsplätze, Solidarität und Sicherheit gesorgt ist.
Sie können sich nicht vorstellen das die Breite Masse der Bevölkerung ein solches Streben hat?
und dafür den Sozialismus akzeptieren würde?
Ich schon.
@ benedikt54 [#10]
Solange für Arbeitsplätze, Solidarität und Sicherheit gesorgt ist.
Genau diese Worte bringen es auf den Punkt.
Hier wird die ganze Zeit über materielle Dinge (Höhe des Lebensstandards) diskutiert, diese sind aber nur bedingt ausschlaggebend für die Zufriedenheit von Menchen.
Wesentliche "Glücksfaktoren", die Zufriedenheit hervorrufen, sind laut Studien bei den meisten Menschen die Folgenden:
1) Sicherheit über die Zukunft
Unbeschwertheit, keine finanziellen Ängste, keine Not oder Angst vor Krankheit (ggf. Absicherung anderer (Familie) über die man sich Sorgen machen muss)
2) Soziale Kontakte (Viele Bekannte aber vor allem auch gute Freunde, evtl. Lebenspartner.)
3) ein Gefühl von Kompetenz auf zumindest einem Gebiet (sei es bei der Arbeit oder einem Hobby)
Das Ergebnis hängt hier also, wie so oft, von der Art der Fragestellung ab. Solange all meine Bedürfnisse optimal erfüllt werden, ist mir das politische System egal.
Der Sozialismus den sich die Menschen wünschen und letztendlich nur eine Theorie von Karl Marx ist, ist nicht durchsetzbar. Er wird immer ein Wunschtraum bleiben.
@ Paljusevic, Franjo [#12]
Und die Demokratie zerstört sich selber! Nowbody is perfect! Wenn Kapitallismus und Demokratie zu unsozial werden, kommt der Wechsel. Jeder Einzelne sollte wissen, das es eine imaginäre Linie gibt. Einen Point of no return. Moral, Ehre und Gerechtigkeit sind wichtiger als Sicherheit. Alle Ängst wurden regelmäßig überwunden wenn die Grundpfeiler der Freiheit fehlen.
@ benedikt54 [#10]
Die DDR hatte doch das alles. Welche Westdeutsche sind den in die DDR ausgewandert? Ein paar RAF-Terroristen ja aber wohl auch nicht ganz freiwillig. Die DDR ist untergegangen weil die Menschen FREIHEIT wollen!
@ tomxy [#10]
Dann kann man auch Sklaven oder Haus- oder Nutztier sein. Die Herrschaften sorgen ja für einen. Oder nach Kuba oder Nordkorea auswandern. Nach China geht ja nicht weil dort jetzt eher Kapitalismus der schlimmsten Ausprägung herrscht.
@ select [#2]
---Ich behaupte einmal, dass die gesamte deutsche Bevölkerung heute besser lebt,
ich sehe nicht mehr viel deutsche Bevölkerung
ich denke eher ich lebe im Ausland in diesem Land
@ ameier [#14]
"Dann kann man auch Sklaven oder Haus- oder Nutztier sein. Die Herrschaften sorgen ja für einen."
Ob Sklaven und Nutztiere ein unbeschwertes Leben ohne Not und Angst führen mag ich bezweifeln. Bei Haustieren könnte es schon anders aussehen ;-)
Auf jedem Fall aber besteht kein direkter Zusammenhang zwischen Einkommen und Zufriedenheit. Höheres Einkommen hat nur dann einen Nutzen, wenn es nicht zu sehr zu Lasten anderer Faktoren geht.
Wie groß die Solidarität im Osten war, kann man ja deutlich an der Anzahl der IM's. Ob also Sozialismus Arbeitsplätze (die sinnvoll waren) und Solidarität (für wen eigentlich?) und Sicherheit (für wen denn?) im Sinne der Bevölkerung gesorgt hat, bezweifele ich sehr. Die Mauer stand nicht umsonst.
Dass Eigentverantwortung nicht bequem ist stimmt, aber wer die lieber aufgibt und Roboter sein möchte, der sollte weiter nach Osten ziehen und hier nicht auf Kosten der anderen herumjammern.
@ tomxy [#11]
Früher hieß das Brot und Spiele.
@ benedikt54 [#1]
das mit der Stimme an eine Partei verkaufen, sollte man nicht so tragisch sehen. Die Befragten antworteten zwar so.
Sie machten eine Abwägung; einerseits die 5000, jedoch mit dem Bewustsein, am Ergebnis der Lieblingspartei sowieso nichts verschlechtern zu können.
Grüsse
Marzell