Wir stehen kurz vor einem neuen Hype
"Wo alle das gleiche denken, da wird nicht viel gedacht" (Erich Kästner)
Ich habe ein wenig die Nase voll von den pessimistischen Prognosen und den ewigen Diskussionen über die Wirtschaftskrise, deren Bewältigung und des damit bevorstehenden Unterganges unserer Wirtschaft. Und ich habe nicht nur die Nase voll, sondern habe auch effektiv eine andere Meinung.
Die aktuelle Krise ist keine Krise im System, sondern das System selber ist im Umbruch. Die Weltordnung, die nach dem 2. Weltkrieg geschaffen wurde, bröckelt. Amerika verliert seine Vormachtstellung. Die Zeichen dafür sind offenkundig. Im Gegenzug gibt es neue Mitspieler, welche ebenfalls bekannt sind.
Im Umbruch ist auch die Energieversorgung. Auch hier reicht ein Blick auf die Rohstoffpreise, insbesondere die Ölpreise. Peak-Oil ja oder nein? Braucht man überhaupt noch Facts? Ist es nicht auch hier offenkundig, dass etwas nicht mehr stimmt?
Die aktuelle Finanzkrise ist doch bereits schon gegessen. Bernanke spricht davon, von den Banken Assets abzukaufen, damit sich der Interbankenmarkt nachhaltig entspannt. Etwas entspannt hat sich dieser schon. Und die FED wird nun dafür sorgen, dass auch der Turbo wieder startet. Weiter hat der Dienstleistungssektor die Erwartungen im letzten Quartal gar übertroffen und der Welthandel kommt auch wieder in die Gänge. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb die Rohstoffpreise wieder steigen. Angeblich fallen nun die aktuellen Quartalsberichte schlechter aus als erwartet. Im Ernst - ist nach dem letzten Horrorquartal irgendjemand überrascht, dass die Quartalsberichte "überraschend" schlechter ausfallen als "erwartet"?
Was hat dies alles mit dem nächsten Hype zu tun?
1. Es wurden und werden Unmengen von Geld in die Wirtschaft gepumpt. (Wobei das eigentliche Problem darin besteht, dass die Unternehmen zu gross sind. Too big to fail dürfte es in einer freien Marktwirtschaft nicht geben. Der Staat müsste dafür sorgen, dass die Unternehmen nicht so gross werden können, dass diese "Too big to fail-Status" erlangen.)
2. Die aktuelle Konjunkturkorrektur kann man nicht mit 1929 gleichsetzen. Wir erleben eine Konjunkturkorrektur und keine Weltwirtschaftskrise. Dafür befindet sich die Welt aber in einer Umbruchphase.
3. Die steigenden Ölpreise zwingen zur Anwendung von Alternativen. Um neue Technologien finanzieren zu können braucht es das Geld von Spekulanten. Das war schon beim Bau der Eisenbahnen in Amerika nicht anders.
4. Auch bei den aufstrebenden Märkten verhält es sich nicht anders. Auch diese brauchen das Geld von Spekulanten, um ihre Wirtschaft und ihre Infrastruktur finanzieren zu können.
5. Und vielleicht wird der nächste Hype auch von den USA ausgelöst werden. Bush hatte ja als Prioriät noch den Bau eines "intergallaktischen Raketenabwehrschildes" (kein Witz). Obama will nun in die Infrastruktur investieren. Ganz zu schweigen von der Automobilindustrie. Denn der Ölpreis steigt ja weltweit. Auch dafür braucht es das Geld von Spekulanten. - Wie bei der Dotcom-Blase, wo ebenfalls die Spekulanten den Wechsel in die neue Technologien ermöglichten und natürlich auch viele Pleiten mitfinanzierten.
Entweder so oder anders.
Meiner Meinung nach wird dieser neue Hype -nur gestützt auf meine Analyse der Staatsanleihefälligkeiten in den USA- spätestens Ende 2010 beginnen. 2010 wird das letzte Jahr mit nominell 600 Milliarden US-$ an fälligen Staatsanleihen sein.
Die weiteren Jahre weisen viel geringere fällige Beträge aus und schaffen dadurch dem US-Haushalt viel mehr finanziellen Spielraum (2011 schon 300 Milliarden weniger als 2010).
Da meines Erachtens ein Crash, den die Jahre 2007, 2008, 2009 und 2010 -die gekennzeichnet waren/sein werden von insgesamten Anleihefälligkeiten in Höhe von 2,5 Billionen US-$- unter normalen Umständen zweifellos verursacht hätten, durch eine gigantische Flutung mit Liquidität seitens diverser Notenbanken -allenvoran die FED- vermieden wurde (und diese Geldschwemme nicht mehr zurückzuholen sein wird, weil der Point-of-no-Return schon lange überschritten wurde), wird diese Liquidität einen neuen historisch nie dagewesenen Hype an allen Märkten produzieren.
Ganz einfach aus dem Grunde, da das Geld gewaltig an Kaufkraft verlieren wird. Diese offensichtliche globale Missachtung aller Geldwertstabilitätsorientierten Gesetze wird sich meiner Meinung nach dahingehend rächen.
Also meines Erachtens geht spätestens 2010 die Post so richtig ab.
Hallo, hier Frankfurt:
Aktuell noch keine Hype Anzeichen erkennbar...
;):)
Beste Grüße,
REDsnapper
@ redsnapper [#3]
Tja, also wenns an mir läge und ichs beeinflussen könnte, ich würde mich natürlich darum bemühen. :-))
Werde deine Mitteilung aber unverzüglich weiterleiten. ;-)
@ redsnapper [#3]
Hallo, hier SP
nach dem Tief in der zweiten Tageshälfte sonnig!
Alte Trader-Weisheit:
Die Börse ist kein Wunsch-Programm!
@ dhp05 [#5]
Denke ich auch, aber es ist wieder "Hau raus, es gibt kein Morgen!" Markt. Die Kerzen weisen den Weg....
@ Paljusevic, Franjo [#2]
hallo Franjo, bin sonst eher moderat, aber heute muß es mal raus. Von Dir kamen in den letzten Wochen oft Beiträge, die ich schwer nachvollziehen konnte. Heute sind das (aus meiner Sicht)hochinteressante facts. Kompliment! Mehr davon!Historische WP sind nicht so brisant.
mFg
HW
Anscheinend wurde der Titel nun doch wörtlich genommen. Dieser ist natürlich nicht wörtlich gemeint. In der Presse liesst man ja nur noch schlechte Meldungen. Und das teilweise von den gleichen Leuten, die vor der Krise mit ihren Prognosen völlig falsch lagen. Auf der anderen Seite gibt es Experten, welche die Krise haben kommen sehen und das Ausmass besser voraussagten. Interessanterweise können sich diese nun eher wieder eine Erholung vorstellen.
Wie auch immer. Mir ging es darum, eine andere Meinung zu vertreten. Vielleicht tritt ja 2010/2011 tatsächlich ein neuer Boom ein. Vielleicht aber auch erst 2020. Wer weiss das schon. Zum heutigen Zeitpunkt kann das niemand sagen. Das ist alles.
Ich glaube jedenfalls nicht daran, dass nun die ganze Welt dem Beispiel Japans folgen wird und wir eine über mehrere Jahre (Jahrzehnte?) andauernde Deflation erleben werden, welche durch dauerhaft sinkende BIP-Zahlen und Indizes begleitet wird. Ja - und wie in Japan werden die weltweiten Indizes auch 2030 noch 80% unter den alten Hochs liegen und die Hochs werden nie mehr erreicht werden. Und in ein paar Jahren wird auch auf europäischen Bahnhöfen stehen: "Bitte nicht während der Rush-Hour unter den Zug werfen."....
"Sei gierig in Zeiten der Angst und habe Angst, wenn alle gierig sind". Ihr seit doch hier die Profis. :-)
Ist doch sowieso nur Geld.
Lieber Gruss
Vielen Dank hardworker.
Ich werde mich weiterhin bemühen, meiner Meinung nach interessante Themen zu finden und mit der werten TMW-Leserschaft zu teilen.
Jeder Leser sollte sich vom allgemeinen Mediendiktat lösen und Schlagzeilen immer selbst hinterfragen und analysieren.
Es geschieht ja öfters, aber gestern wurden doch die Leute Schlichtweg für Dumm verkauft. Deutschlands Wirtschaft hat mit einem BIP-Plus von 1,3 % (!!!) einen schweren Einbruch in seiner Wirtschaftsleistung erlitten.
Überlegt mal, was für ein Gefasel.
Nein, ich sehe das anders. 2008 -und nur das Jahr -nicht die Quartale- zählt letztendlich bei einem Kassensturz- ist Deutschlands Wirtschaft um gut 26 Milliarden € gewachsen und nicht geschrumpft.
Was in 2009 sein wird sehen wir dann einmal. Aber auch im Vorgriff darauf. Schaut Euch die gewaltigen Summen an, die inflationär in die Wirtschaft gepresst werden. Wie kann da 2009 schlecht ausfallen ?
@ Paljusevic, Franjo [#10]
Baltic Dry Index als vorauslaufender Konjunkturindikator:
http://www.investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm
Commodity Shipping Index Advances the Most Since at Least 1985
Feb. 4 (Bloomberg) -- The Baltic Dry Index, a measure of shipping costs for commodities, rose the most since at least 1985 in London as the number of idled capesizes fell to almost zero, indicating strengthening demand for iron ore.
Capesize rates have risen more than ninefold from a record low of $2,316 a day on Dec. 2. Steelmakers may be replenishing stocks in China after they fell 22 percent by mid-January from a record in September. Producers abroad, faced with an oversupply of iron ore, may also be shipping ore to China for storage.
“This has been the first day of the year when the buzz has been back,” Michael Gaylard, strategic director at Freight Investor Services Ltd., a shipping-derivatives broker, said by phone from London. “There’s no doubt that enquiry for physical tonnage is consistent and strong.”
Ganzer Artikel: http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=aiE9Cavy3HzY&refer=home
Viele werden sich noch umschauen. Nämlich dann, wenn es doch nicht zum befürchteten globalen wirtschaftlichen Mega-Kollaps kommt. Der Kollaps des Geldwertes wird allerdings nicht mehr aufzuhalten sein. Und genau da liegt der feine Unterschied in der Betrachtungsweise.
@ Paljusevic, Franjo [#12]
"Der Kollaps des Geldwertes"
Du meinst Inflation?
Ja genau.
@ Paljusevic, Franjo [#12]
"Der Kollaps des Geldwertes wird allerdings nicht mehr aufzuhalten sein"
"Die Inflation wird allerdings nicht mehr aufzuhalten sein"
Inflation wird also nicht aufzuhalten sein.
Naja, das war aber schon meistens der Fall und alle leben noch.
Wollte ja auch noch nie jemand ernsthaft tun, denn ansonsten würde Geld nur noch gehortet werden und nicht mehr als Zahlungsmittel fungieren können.
Was genau willst Du mit "Kollapps" sagen?
Galoppierende Inflation?
@ gautama2 [#15]
Wird sich weisen. Einige Punkte machen aber schon nachdenklich. Wenn man die Entwicklung beim Baltic Dry Index anschaut, so hat sich doch beispielsweise der Ölpreis ganz gut gehalten? Bei früheren Krisen fiel der auf 5$. Und nun bei 40$. Ich kann mir gut einen Anstieg bis 80$ vorstellen - nur alleine in der Phase der Erholung. Und was passiert dann in der nächsten Boom-Phase?
Fazit: Die Rohstoffpreise werden in Zukunft wohl nicht billiger.
Wenn sich die Wirtschaft nun erholt und die Rohstoffpreise unverhältnismässig stark wieder ansteigen, wird das eine Inflation zur Folge haben. Gleichzeitig wird dies die Gewinne der Unternehmen wieder belasten. Hinzu kommt die Inflation der Industrieländer durch das "billige" Geld und das Notendrucken der USA. Von diesem Problem sind die asiatischen Wachstumsländer aufgrund der Finanzkrise nicht stärker betroffen.
Vielleicht sieht die Zukunft ja so aus, dass die Börsen der wirtschaftlichen Industrieländer abgesehen von Schwankungen seitwärts verlaufen und die asiatischen Börsen boomen. Das verrückte Jahr 2008 war doch nur möglich, weil heute alle Anleger so gut informiert sind und der Herdentrieb heute weltumspannend und schnell erfolgt. Wo fliesst das Geld hin, wenn die Industrieländer mit 0-Wachstum und Inflation kämpfen und Länder wie Indien und China mit 8% wachsen? Wobei die Probleme dieser Länder auch nicht gerade klein sind.
Wie auch immer - langer Rede kurzer Sinn - ich halte eine Inflation auch für wahrscheinlicher und auch das grössere Problem. Mir fehlt zwar jegliche Relation um das Ausmass abschätzen zu können. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass die ganzen Massnahmen, welche im Zuge der Panik getroffen wurden, sicher nicht ohne Effekt sein werden. Und da diese erfahrungsgemäss ja immer zu spät ihre Wirkung entfalten, werden diese wahrscheinlich zu einem Zeitpunkt, wo sich die Wirtschaft aus eigener Kraft erholt, zusätzlich inflationär wirken - das war ja in der Vergangenheit immer so.
Irgendwo hab ich mal eine Studie gelesen, dass Aktien in stark inflationären Phasen (vielleicht war das auch bei TMW) nicht stark ansteigen. Vermutlich weil eine zu grosse Inflation nicht gut ist für die Wirtschaft. Das würde dann für ein Szenario sprechen, das Aktienmärkte begünstigt, sobald das Problem der Inflation wieder im Griff ist (etwas weit in die Zukunft gedacht). Und hier kommen dann wohl auch wieder neue Technologien ins Spiel. Neue Durchbrüche in der Energiegewinnung würden das Problem der Rohstoff- Energiegetriebenen Inflation entschärfen.
Das Medium Geld beruht auf Kredit. d.h. auf der Erwartung, dass auch unwahrscheinlichere Erwartungen einlösbar sein werden. "Einlösbar sein" will sagen: dass Erwartungen verstanden und befolgt werden, auch wenn sie auf Widerstand stoßen, z.B. mit Interessen od. Erfahrungen kollidieren.
Dies Phänomen wurde erstmals um 1700 am Falle des englischen "public credit" am Beispiel der Staatschulden diskutiert (der Begriff Kredit hatte allerdings damals nochn breiteren Sinn; noch viel früher im Mittelalter wurde sogar eine Amtsübertragung mit "creditur" bezeichnet).
Bevor ich nun von Kredit auf Inflation/Deflation komme, nochmal:
In der Wirtschaft ist Kredit ein Mechanismus des Erwartens von Erwartungen anderer in dem Geldmedium - und Vertrauen ins Geldmedium ist deshalb unerläßlich, wenn es darum geht, den Erwartungen anderer Kredit zu geben. Als Kredit ist die Rekursivität eines Vorgreifens und Zurückgreifens wirtschaftlichen Handelns im Handlungsprozeß selbst mit drinnen.
Hierbei ist ein Basaltatbestand, der mitm Geldmedium auftritt und dessen Steigerungsleistungen begründet, grundsätzlich zu unterscheiden von Übertreibungen und Untertreibungen. Eine Übertreibung nennt man Inflation und eine Untertreibung nennt man Deflation.
.... Fortsetzung folgt, falls mirs keiner verbietet ...
Auch wenn offiziell niemand darüber spricht oder niemand auf die Idee kommen würde, so muss man doch den Aspekt von aufgestauter Inflation durch verdeckte Preiskontrollen im Auge haben. Ein Staat kann durchaus Liquidität generieren und dieses auch in die Volkswirtschaft pressen, ohne das zunächst inflationäre Tendenzen auftreten. Im 3. Reich waren die sogenannten Mefo-Wechsel ein beliebtes Finanzierungsinstrument des Staates, das "Verschuldungs-Neutral" zu managen war. Wer will denn behaupten, dass es nicht sein kann, das an den internationalen Rohstoffmärkten von staatlicher Seite "Luft abgelassen" wurde, die damaligen "Spitzen-Preise" aber absolut gerecht waren und diese sich jetzt im Verhältnis zur aufgeblähten globalen Geldmenge in einer "Untertreibungsphase" befinden. Jede aufgestaute Inflation ist allerdings nur von begrenzter Dauer und sie tritt ab einem bestimmten Punkt dann aber umso stärker zu Tage. Um Zeit zu gewinnen ist diese Methode allerdings sehr gut, da sie das allgemeine Preisgefüge nicht belastet und Proteste seitens der Verbraucher im Zaum gehalten werden. Und die Aktionen die uns allen aktuell geboten werden sind für mich eine offensichtliche Kapitulation bzw. Bankrotterklärung vor der Inflation. Durch diese Phase der Geldentwertung muss man allerdings durch, um bei einem wirtschaftlichen Neuanfang bzw. einer Neuordnung "reinen Tisch" zu haben.
http://www.econlib.org/library/Enc/PriceControls.html
Hi Franjo,
nehmen wir mal an es wird zu einer Hyperinflation kommen, wie viele vermuten.
Wie willst Du Dich davor schützen?
Goldbarren? Münzen? Immobilien? Aktien?
Die Frage ist was bekommts Du dann für Deine Sachwerte wenn Papiergeld nichts mehr wert ist
1 Goldbarren für 1 Sack Kartoffeln?
2 Münzen für 2 Leibe Brot
1 Einfamilienhaus für 2 Sack Kartoffeln, 3 Stangen Zigaretten und 5 Leibe Brot?
@ Kobban [#17]
.... Fortsetzung folgt, falls mirs keiner verbietet ...
Wir (ich) sind gespannt..... (Aber bitte nicht zu kompliziert formulieren). ;-)
Lieber Gruss.
@ Kobban [#17]
@ Von Klopfenstein [#20]
Fortsetzung:
... Eine Übertreibung nennt man Inflation und eine Untertreibung nennt man Deflation.
Es ist möglich, ja sogar recht wahrscheinlich, dass Kreditmöglichkeiten überzogen und somit hochgradig stör- und auch sabotieranfällig werden. Plötzliche, unerwartete Zusammenbrüche ganzer Vertrauensbereiche können dann anzeigen, dass genau dies der Fall ist. Doch andererseits kann es auch durchaus passsieren, dass Möglichkeiten des Mediums Geld zur Generalisierung nicht ausgeschöpft werden
(Generalisierung soll die Vollfunktion eines Symbols, hier Geld bezeichnen - ein anderes Beispiel wäre Sprache: Sprache ist nicht nur ein Mittel der Kommunikation, denn die fungiert im einzelnen Bewußtsein auch ohne Kommunikation; ihre eigentliche Funktion liegt in der Generalisierung von Sinn mit Hilfe von Symbolen. So erlaubt Sinn-Generalisierung, dass alle logischen Probleme, praktisch gelöst werden können; denn auch Paradoxien und Widersprüche haben ja Sinn (Logik ist ja nur deshalb überhaupt möglich), sonst würde man doch bei einem erstbesten Widerspruch in ein Sinnloch hineinfallen und drin verschwinden. Ende des Beispiels)
,dass also verfügbarer Kredit nicht in Anspruch genommen wird - dass zur Verfügung stehende Kapazität in kritischen Situationen nicht genutzt und damit verspielt wird - dass gute Theorieansätze nicht nachhaltig (wie man heutzutage sagt) , nicht weitreichend ausgeschöpft werden, dass man sie z.B. oft zu dicht an (selbstfabrizierten bzw. selbstselektierten) Daten formuliert od. dass die Theorieansätze in ihren Erfolgsaussichten in puncto interdisziplinärer Anwendung gar nicht erkannt werden.
Wollen wir nun von Inflationen u/o Deflationen sprechen, muß es sich aber notwendig um eine Überbeanspruchung u/o Unterbeanspruchung des Gesamtmediums Geld (incl. funktional-äquivalenter Annexe) handeln und nicht nur um Extravaganzen (Aus-dem-Normalrahmen-Herausgefallenheiten) bzw. Furchtsamkeiten einer einzelnen Theorien.
Wenn zutrifft, dass Geld zuviel od. zuwenig gebraucht werden kann in Bezug auf tatsächliche Motivationserfolge, genügt dann eine Verankerung in "Realien", die das Handeln ermöglichen? Man befindet sich doch in einer nicht nur theoretisch schwierigen Situation. Was heißt denn zuwenig u. zuviel erfolgreiche Motivation?
Behauptung: Sowohl die Inflation als auch die Deflation erzeugt/erhöht Zeitdruck!
... Fortsetzung kommt ...
@ Kobban [#21]
Seien Sie auch demnächst wieder dabei wenn es heißt:
"Kobban erklärt die Welt!"
Also diese Beitragsreihe finde ich sehr gut.
Viele Grüße
@ gautama2 [#22]
Auf deinen lieben Beitrag (fast wär mir leichtfüßig u. -sinnig Senf rausgerutscht(aber nochmals zur Klarstellung: alle, aber auch alle meine Anwortworte auf deine Worte sind nie als böse Kritik gemeint!) erlaubst du mir doch bestimmt, mit einem Zitat aus dem Vorwort meines ältesten "Geldbuches", nämlich das von Johann Heinrich Jung mit dem Titel "Lehrbuch der Finanz=Wissenschaft" (Leipzig, in der Weidmannischen Buchhandlung, 1789.) zu antworten:
Bei diesem meinem Lehrbuch hab ich weiter nichts zu erinnern ... : es ist ein roher Entwurf, und kan (kann schrieb man früher mit nur einem n) auch meiner Lage nach, noch zur Zeit nichts anderes seyn ... als es mir in einer Welt, wo unser Wissen nur Stückwerk ist, möglich ist.
Dieses so oft gesagte Geständnis, diese gutmüthige Bekenntnis der Unvollkommenheit meiner Werke, die Nothwendigkeit sie doch so zu schreiben, das alles sollte denn doch so viel Eindruck auf die Herren Rezensenten machen, daß sie wenigstens sanft und ohne Vorwürfe meine Fehler anzeigten; das kan ich mit Recht fordern. ...
Man zeige mir meine Fehler mit Schonung und ohne Bitterkeit, damit ich nicht Veranlassung bekommen möge, den schwarzen Gedanken des Gelehrten=Neids (Gedankenstrich war früher doppelt) bekämpfen zu müssen. Ich liebe und ehre alle meine Leser von ganzem Herzen; der Fortgang der guten Sache sey unser Stolz, jeder baue soviel er kan, jeder sey treu in seinem Theil und gönne dann auch dem spätkommenden Arbeiter seinen Groschen; den auch (man selbst) zu seiner Zeit erwartet
Marburg, den 15.Sept.
1788
der Verfasser
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Das warn noch Zeiten!
@ Kobban [#23]
Danke. Bei Google gibt es seine Sämmtliche Werke als PDF Download. Weiß aber nicht, ob damit alles erfasst ist. Mir scheint eher nicht(?)
http://books.google.de/books/pdf/Johann_Heinrich_Jung_s__genannt_Stilling.pdf?id=nPESAAAAYAAJ&output=pdf&sig=ACfU3U0Tlgd6B2t7RH8JhTMJYtCj7NZ65g
@ gautama2 [#24]
Da gehts bloß um seine Lebensgeschichte und pietistich-religiösen Kram
"Einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte Jung durch seinen Freund Johann Wolfgang Goethe, der ohne Jungs Wissen den ersten Band dessen Lebenserinnerungen veröffentlichen ließ: Heinrich Stillings Jugend. Eine wahrhafte Geschichte, eine zeitüblich verschlüsselte Autobiographie und wichtiger Vorläufer des Entwicklungsromans."
Hab ich vor vielen Jahren, sogar zweimal gelesen, um mich in die "gute alte Zeit" reinzuversetzten. Das würd ich heut keinem empfehlen: über soviel Naivität kann man nur schwer drüberhinwegsehen - da ist z.B. Anton Reiser von Moritz schon etwas besser (auch son Goethefreund, der ist glaub ich durch Goethe später Ästhetikprofessor geworden).
Schriften/Einzelwerke von Johann Heinrich Jung-Stilling:
* 1775 Die Schleuder eines Hirtenknaben
* 1776 Die große Panacee wider die Krankheit des Religionszweifels
* 1776 Die Theodicee des Hirtenknaben
* 1777 Heinrich Stillings Jugend
* 1778 Heinrich Stillings Jünglingsjahre
* 1778 Heinrich Stillings Wanderschaft
* 1779 Die Geschichte des Herrn von Morgenthau
* 1779 Versuch einer Grundlehre sämmtlicher Kameralwissenschaften
* 1783 Versuch eines Lehrbuchs der Landwirthschaft der ganzen Welt
* 1784 Versuch einer Grundlehre sämmtlicher Kameralwissenschaften
* 1785 Versuch eines Lehrbuchs der Fabrikwissenschaft
* 1785 Versuch eines Lehrbuchs der Vieharzneikunde (2 Teile)
* 1786 Anleitung zur Cameral-Rechnungs-Wissenschaft
* 1787 Lehrbuch der Forstwirthschaft (2 Teile)
* 1788 Lehrbuch der Staats-Polizey-Wissenschaft
* 1789 Lehrbuch der Finanz-Wissenschaft
* 1789 Heinrich Stillings häusliches Leben
* 1790 Lehrbuch der Cameral-Wissenschaft oder Cameral-Praxis
* 1791 Blicke in die Geheimnisse der Natur-Weisheit
* 1792 System der Staatswirthschaft
* 1793 Über den Revolutions-Geist unserer Zeit
* 1794-1796 Das Heimweh
* 1795-1801 Scenen aus dem Geisterreich
* 1799 Lehrbuch der Handlungswissenschaft
* 1799 Die Siegsgeschichte der christlichen Religion
* 1804 Heinrich Stillings Lehr-Jahre
* 1808 Theorie der Geister-Kunde
* 1809 Apologie der Theorie der Geisterkunde
* 1816 Lehrsätze der Naturgeschichte für Frauenzimmer
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Jung_Stilling
Das Finanz=Wissenschaftsbuch ist in 453 Paragräpheleins eingeteilt, von denen vielleicht 20% lesenswert sind. Über den Rest ist die Zeit gnadenlos hinweggefegt. Son Paragräphelein besteht jeweils aus nur 2 bis 5 Sätzen. Wenn ich was belehrendes od. lustiges finde, stell ichs einfachmal nur so zu Spaß hier rein!
Übrigens:
Nach einem kurzem Medizinstudium in Straßburg, wo er Johann Wolfgang Goethe und Johann Gottfried Herder begegnete, ließ er sich als praktischer Arzt in Elberfeld nieder. Dort begann er auch mit der augenärtzlichen Chirurgie; bis an sein Lebensende operierte Jung-Stilling an die 3.000 Patienten.
http://www.augenarzt-hueber.de/jung/index_deutsch.html
Was die Leute früher so alles parallel gemacht haben!
"... war seine Praxis zwar ausgedehnt, doch brachte sie ihm nur wenig ein. Er selber war in Elberfeld "als Mann, der kein Vermögen hat" in den wohlhabenden Kreisen wenig geachtet. Umgekehrt war er den pietistischen Freunden zu weltoffen und unkonventionell, so daß auch sie sich von ihm zurückzogen. Seit 1774, nachdem er an einer starblinden Frau auf heftiges Drängen seiner Freunde und der Patientin selbst die erste Augenoperation mit gutem Erfolg ausgeführt hatte, wandte er sich der operativen Augenheilkunde zu, doch obwohl er als Staroperateur über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wurde, besserte sich seine finanzielle Lage nicht. Vielfach waren seine Patienten arm und konnten nur wenig oder nichts bezahlen."
@ Kobban [#25]
Ich dachte beim gesammeten Werke ist auch der Finanzteil drin :(
Da er aber anscheinend selber nicht sehr geschäftstüchtig war, kann man das wohl auch verschmerzen.
@ Von Klopfenstein [#1]
Hype
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hype bezeichnet:
* Hype: The Time Quest, von Ubisoft entwickeltes Adventure-Computerspiel
* Hype-Zyklus, stellt die Phasen der öffentlichen Aufmerksamkeit für eine neue Technologie bei deren Einführung dar
* Marc Hype (* 1973), deutscher DJ und Musikproduzent
* Hype (Film), Musik-Dokumentarfilm
* das englische Wort für Medienrummel
Also: Wir stehen kurz vor einem neuen Medienrummel ?
Oder "eine" Bezeichnung für Medienrummel.
Folgendes findet sich unter anderem in einem online Wörterbuch:
to hype sth. --- etw.Akk. aufbauschen | bauschte auf, aufgebauscht |
to hype --- künstlich stimulieren
@ Richard Ebert [#27]
Wikipedia kann man ja noch ergänzen. Ansonsten würde ich von der obigen Liste folgende Definition nehmen:
"Hype-Zyklus, stellt die Phasen der öffentlichen Aufmerksamkeit für eine neue Technologie bei deren Einführung dar"
Mögliche neue Technologien:
Autos:
- Elektroautos für die Masse
- Parkplätze, wo man sein E-Auto aufladen kann (siehe Pilotprojekt in Israel)
- Leichtbauweise bei den Autos
- Neue, leistungsfähigere Batterien
Energiegewinnung:
- Solarenergie immer leistungsfähiger (dünnere Platten, die man an jede Wand kleben kann)
- Durchbruch, da konkurrenzfähig mit anderen Energieformen
- Umweltverträglichere Energiegewinnung aus Kohlekraftwerken usw...
Alles was mit Computer, Software usw... zu tun hat:
- Kommunikation via Computer, online wird noch wichtiger
- Dienstleistungsangebot nimmt zu
- Neue Sparpotentiale usw....
Und dann erleben vermutlich die Schwellenländer wie China und Indien einen neuen Hype. Aus ihrer Sicht Einführung westlicher Technologie.
Man muss doch nur ein wenig die Augen aufmachen. Wenn man heute Skifahren geht, sieht man Menschen aus Indien, Sri Lanka usw.... Vor 10 Jahren undenkbar. Skifahren in einem westlichen Land ist ja nicht gerade billig. Und dann merkt man doch einfach auch, dass in Punkto Energie etwas nicht mehr stimmt. Als der Ölpreis bei 140$ war, konnte das unmöglich so weiter gehen. Deshalb kauft auch kein Mensch mehr Autos. Dann die ganze Umwelt- und Energieproblematik im Allgemeinen.
Das alles braucht neue Technologien. Die Frage ist nun, ob man das Thema optimistisch oder pessimistisch angeht. Aber eines ist für mich klar - in 10 Jahren haben wir eine völlig andere Welt als heute.
Zurück zur Definition: "Medienrummel" trifft es wohl auch. Die Massenmedien verbreiten heute Nachrichten sehr schnell. Ich bin überzeugt, es gibt Journalisten, die auch in "Experten"-Forums Infos abschauen, die sie für die breite Masse gebrauchen können. So wissen die Anleger heute was ein "Verfallstag" ist oder kennen die Bedeutung des Baltic Dry Index (der fast wieder auf Höhe vom Tief von 2005 ist). Das führt dann wohl zu diesen unglaublichen Übertreibungen in die eine oder andere Richtung. Man erkennt das auch in den Volatilitäten. Vor 20 Jahren waren BlueChips nicht so volatil wie heute.
Also würde ich sagen: Hype für die Börse = Neue Technologie gepaart mit Medienrummel.
clicktionary hab ich schon seit Jahren aufm PC installiert - ist für ein Sprach-Paar kostenlos (immer noch?) - bin sehr zufrieden damit
http://www.clicktionary.com/de/index.html
@ Kobban [#30]
und das legt der Duden offen:
"Hype [], der; -s, -s <engl.> (aggressive Werbung; Betrug) "
Nun die passende Bedeutung raussuchen?:-)