UPDATE: Constancio will zentrale Finanzaufsicht für Euroraum

DJ UPDATE: Constancio will zentrale Finanzaufsicht für Euroraum (NEU: Weitere Aussagen des EZB-Vizepräsidenten ab fünftem Absatz)

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Vitor Constancio, hat sich dafür ausgesprochen, die Finanzaufsicht im Euroraum stärker als derzeit auf EU-Ebene geplant zu zentralisieren. Die für die makro- und mikroprudenzielle Aufsicht erforderlichen Instrumente, die Europäischen Bankenaufsicht (EBA) und der European Systemic Risk Board (ESRB), hätten innerhalb des existierenden dezentralen Systems eine weitgehend koordinierende Funktion, was angesichts der unterschiedlichen geldpolitischen Arrangements und der lockeren wirtschaftspolitischen Aufsichts, besonders in Bezug auf die Fiskalpolitk, für die EU auch ausreiche, sagte Constancio am Freitag bei der Konferenz "The ECB and its Watchers" in Frankfurt.
Constancio fügte wörtlich hinzu: "Diese Werkzeuge gewährleisten aber möglicherweise nicht die notwendige makro- und mikroprudenzielle Aufsichtsintensität, die im Euroraum mit seiner einheitlichen Geldpolitik, einheitlichen Liquiditätsversorgung, seinem einzigen Lender of last Resort, einem völlig integrierten Geldmarkt sowie eng verflochtenen Finanzinstitutionen, Märkten und Marktinfrastrukturen geboten wäre." Constancio sprach sich dafür aus, die geplante wirtschaftspolitische Aufsicht im Euroraum um die Säule Finanzstabilität zu ergänzen.
Der EZB-Vizepräsident sprach sich dafür aus, der EBA im Euroraum mehr Kompetenzen zu übertragen. So solle es der EBA gestattet werden, juristisch verbindliche Entscheidungen mit Blick auf nationale Aufsichtsbehörden und Finanzinstitutionen zu treffen.
Möglich wäre auch, die Zentralbanken des Eurosystems mit mehr Befugnissen bei der Aufsicht auszustatten. Das sei vor allem mit Blick auf große, grenzüberschreitend tätige Institute wünschenswert. Zentralbanken sind Constancio zufolge in Sachen Bankenaufsicht "so unabhängig wie eine Institution nur sein kann". "Das darf aber nicht das primäre Mandat der Zentralbank, die Gewährleistung von Preisstabilität, beeinträchtigen", sagte er.
Constancio plädierte darüber hinaus für die Schaffung eines einheitlichen Auflösungsmechanismus für Banken und regte die Schaffung eines Auflösungsfonds an. "Die Schaffung eines im Vorhinein vom Privatsektor gespeisten Euro Area Resolution Fund ist ein Weg, der geprüft werden könnte und sollte", sagte Constancio.
Mehr Kompetenzen wünschte der EZB-Vizepräsident zudem dem ESRB. Empfehlungen und Warnungen seien nicht genug, möglicherweise brauche der ESRB auch "direkte Instrumente".

-Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, Hans.Bentzien@dowjones.com DJG/hab/apo

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June 10, 2011 05:31 ET (09:31 GMT)
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