Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate
* Absicherung des Diesel- und Düngermittelpreises
Hallo, wo kann man in Europa seinen Diesel und/oder Düngemittelpreis an der Börse absichern, und welche Kontraktgrössen werden dort gehandelt?
VG
Geno-Bauer
Geschrieben von Geno-Bauer
am
@ Geno-Bauer [#1]
Unser Diesellieferant wollte etwas machen, aber wie er sagte muß man mit einem Kontrakt 100 to absichern!
Stimmt das?
MfG Saubauer
Nein, stimmt nicht. Es gibt einige Variationen, Diesel KORREKT, d.h mit minimalem Restrisiko abzusichern. Auch kleinere Mengen.
Düngemittel funktioniert gescheiterweise nur mit Forwards (phyische Vorkäufen).
mfg
Martin Ziegelbäck
@ MZI [#3]
Welche Variationen sind dass, dass einzige was ich gehört habe ist, dass man beim Diesellieferanten mindestens 1 Mio l Bedarf haben muss, damit man einen Forward abschliessen kann. Bei den Banken sollen OTC möglioche sein. Mindestmenge aber auch hier 400.000 l.
Was gibt es sonst noch ?
Beim Dünger sind meine Versuche kläglich gescheitert, auf Termin z.b. für Lieferung November abzuschliessen. Man hätte das zwar zu jetzigen Preisen bestellen können, müste dann aber noch für die Finanzierungs- und Lagerkosten des Lieferanten bis November einen Aufschlag zahlen.
Gibt es noch andere bessere Erfahrungen?
MfG
Geno-Bauer
@ Geno-Bauer [#4]
Guten Tag
1.) Heizöl (Heating oil) korreliert sehr stark mit europäischen Diesel-Kassapreisen. Hier wäre ein Mini-Kotrakt denkbar (~79.500 Liter).
2.) Man könnte eine Call-Option (ebenfalls heating oil) mit entsprechendem Delta kaufen (je nach abzusichernder Menge - muss aber ständig angpasst werden).
3.) Zu Dünger: Bei JEDER Art von lagerfähiger Ware sind in Vorwärtsverträgen Finanzierung und Lagerkosten inkludiert. Das sollte Sie nicht überraschen. Bei Dünger ist Kauf und Einlagerung noch immer die beste Option.
mfg
MZI
@ MZI [#5]
"1.) Heizöl (Heating oil) korreliert sehr stark mit europäischen Diesel-Kassapreisen. Hier wäre ein Mini-Kotrakt denkbar (~79.500 Liter)."
Zwei Fragen dazu:
Gibt es dazu Grapfiken, die Ihre Aussage belegen?
Welche Börse ist da die richtige?
"3.) Zu Dünger: Bei JEDER Art von lagerfähiger Ware sind in Vorwärtsverträgen Finanzierung und Lagerkosten inkludiert. Das sollte Sie nicht überraschen. Bei Dünger ist Kauf und Einlagerung noch immer die beste Option."
Das an sich überrascht mich nicht. Ich hatte nur gedacht, man könne die Düngemittelfirmen auch zu einen WT-Kontrakt animieren. Aber dazu sind es wohl zu wenige, als das sie von ihrem hohen Ross runtersteigen.
MfG
Geno-Bauer
@ Geno-Bauer [#6]
Grafiken sind unzureichend. Eine Korrelation kann man seriöserweise nur mit Datensätzen bestätigen. Der Finanzberater Ihres Vertrauens wird das sicher erledigen können. (Falls nicht, senden Sie mir eine Email.)
Börse: z.B.: Nymex / Kürzel: QH
Vergessen habe ich noch die Zertifikate als Möglichkeit. Da müsste man sich gezielt auf die Suche nach einem geeigneten Produkt machen. (siehe: Finanzberater)
Schönen Sonntag
Martin Ziegelbäck
@ Geno-Bauer [#6]
Ich hatte nur gedacht, man könne die Düngemittelfirmen auch zu einen WT-Kontrakt animieren. Aber dazu sind es wohl zu wenige, als das sie von ihrem hohen Ross runtersteigen.
Für Warenterminkontrakte sind die Terminbörsen wie die Eurex zuständig. Wenn genügend Potential zum Handel gegeben ist, gibt es dort auch Düngerfutures.
Mit Rössern hat das nichts zu tun.
Die Landwirtschaft hat leider nach mehr als 10 Jahren nicht gelernt, die Vorteile von Kontrakten für ihre individuelle Strategien zu nutzen und ruft statt dessen auch in dieser Woche wieder nach noch mehr Subventionen zu Lasten der Steuerzahler.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#8]
Es werden auch Subventionen bezahlt die nicht von der Masse der Landwirte gewollt sind!!
Zum Beispiel: Blühflächen - von Natur und Jägerverbänden gefordert!
Diese wurden nach starken Proteste auf 5 ha je Betrieb begrenzt
Jetzt haben wir in Bayern schon wieder ein neues Pogram wo man den ganzen Betrieb mit Gras bestellt für 5 Jahre mit hohem Ausgleich!!
Mir wurde gestern eine Pachtabsage für 16 ha mitgeteilt,da ein Staatliches Seenlandporamm mit bis 1000.- Eur je ha neu aufgelegt wurde!
In Zeiten von Überproduktion und Niedrigpreien kann man schwer da mithalten und muß man mitansehen,daß viele Aufgabebetriebe diese Poramme in Anspruch nehmen.
Schöne Woche
Saubauer
@ Richard Ebert [#8]
Die Landwirtschaft hat leider nach mehr als 10 Jahren nicht gelernt, die Vorteile von Kontrakten für ihre individuelle Strategien zu nutzen und ruft statt dessen auch in dieser Woche wieder nach noch mehr Subventionen zu Lasten der Steuerzahler.
Vielleicht fehlt einfach das Vertrauen darin, daß einem der Markt im Mittel der Jahre das Auskommen sichert.
Im übrigen wird jeder verantwortungsbewusste Betriebsleiter jetzt schon mit dem Gedanken beschäftigen müssen, wie er nach dem Ende der Agrarförderung über die runden kommt.
Eines steht jedenfalls fest, wenn sich an den jetzigen Kostenrelationen zugunsten der Erlöse nichts ändert, werden massiv auf den leichten Standorten Fläche stillgelegt werden müssen, sofern Biogasmais in Monokultur nicht die bessere Alternative ist, trotz Erträgen von nur 280-300 dt/ha. Kosten von mind 1200 €/ha für den Anbau bleiben.
MfG
Geno-Bauer
@ Geno-Bauer [#10]
Eines steht jedenfalls fest, wenn sich an den jetzigen Kostenrelationen zugunsten der Erlöse nichts ändert, werden massiv auf den leichten Standorten Fläche stillgelegt werden müssen, sofern Biogasmais in Monokultur nicht die bessere Alternative ist, trotz Erträgen von nur 280-300 dt/ha. Kosten von mind 1200 €/ha für den Anbau bleiben.
Bleiben die Kosten wirklich so hoch ? Hier im Forum war doch zu lesen, dass die Pachtpreise so in die Höhe gegangen wären, weil Subventionen bezahlt werden. Oder hat das mit den Flächenkosten nichts zu tun ?
Volkswirtschaftlich sollte es so sein, dass bei unbefriedigenden Erlösen das Angebot fällt, weil Anbieter ohne Gewinne aufgeben. Fallendes Angebot bei gleicher Nachfrage lässt dann die Preise steigen. Nur im Agrarbereich gelten andere Regeln: Wenn das Angebot an Schweinen hoch und die Preise niedrig sind, werden noch mehr Schweineställe gebaut. Das sind Dinge, die ich in vielen Jahren noch immer nicht verstanden habe.
So sehr ich Befürworter des verantwortungsvollen Terminhandels bin - bei dauerhaft niedrigen Preisen, gleichgültig was da gehandelt wird, bringt der Terminhandel keine Vorteile.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass durch Subventionen wirklich nachhaltige und lukrative Betriebsergebnisse ausgeschlossen werden. Und jeden Tag gibt es neue Forderungen (siehe Bauernverbands-Presse).
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ MZI [#5]
Kauf und Einlagerung ist richtig, aber nur Einlagerung im eigenen Lager. Nicht dass es einem geht wie mehreren Kollegen hier als der Landhändler Pleite ging.
@ Richard Ebert [#11]
stimme mit Ihnen komplett überein. Es ist eine Mär zu glauben wir brauchen 300 € pro ha Subventionen wenn wir sie nachher dem Verpächter wieder geben.
Die gesündeste Entwicklung (vielleicht etwas langsamer) ist immer noch die ohne staatliche Zuschüsse und Subventionen. Hier wird Betriebsentwicklung nach Markteinschätzung gemacht. Wer sich´s zutraut macht es ohne das süße Gift der Subvention. Dann rennen nicht alle in´s gleiche Loch
Mfg
BB
Wo ist denn die Subvention?
Direkt in der Landwirtschaft?
Ich glaube kaum; oder wie war das doch gleich von Saubauer mit den Blühflächen?
Oder der NawaRo Bonus für die Biogasanlagen?
Oder die Solarförderung für Freiflächenanlagen?
Oder wie währe es mit einer Gleichstellung der Vieheinheiten für Ackerflächen; sprich eine einheitlich anzusetzende Summe /ha und nicht wie nun je mehr Fläche der Betrieb hat desto weniger Tiere darf dieser legal halten?
Wenn sowas kommen würde; und wir die Biogassituation mal ausser Acht lassen; dann würden in Süd-Oldenburg die Pachtpreise halbiert werden..
Wieso ist denn die Europaweite Flächenstillegung aufgehoben worden; die schonmal 15%; dann 10% zuletzt 7% betragen hat?
Weil es in der Agenda steht; dass oberste Gebot der EU ( eigentlich) die Sicherstellung mit Preiswerten Nahrungsmitteln sichergestellt ist; und das ist noch nicht überall in Europa so; bezogen auf die Einkommenskraft der durchschnitts-EU Bürger; denn nur weil wir in einem Schlaraffenland leben bezogen auf unser Einkommen und dem dazu gegenüber gestellten Lebenshaltungskosten aufgrund der hohen Landwirtschaftlichen Intensität als auch des dominierenden Lebensmitteleinzelhandels; kurzum sind die "Subventionen" ; die in wirklichkeit nicht höher geworden sind weil vorher für die stillgelegten Flächen ja dieselben Beträge bezahlt wurden das notwendigere kleinere Übel als dauerhaft hohe Preise für die Nahrungsmittel.
Denn trotz des Umstandes dass wir zur Zeit hohe Überschüsse haben; die relativ gesehen doch nicht so hoch sind ( verglichen mit ende der achziger Jahre) kann es jederzeit zu Verwerfungen am Markt kommen; sprich es bleibt volatil.
Was würde denn die EU sagen; wenn alle Mitgliedsstaaten dieselben Vorraussetzungen schaffen würden bezogen auf unser heiss geliebtes EEG?
Was währe wenn dann dauerhaft 10-15% der Flächen fehlen würden?
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Richard Ebert [#8]
Was sagen Sie denn mit gleichen Worten den Schlachtunternehemen, den Kartoffelverarbeitern, den großen Mühlen? So gut kenne ich die Geschichte der WTB, dass ich weiß, wie arrogant einige dieser Herren aufgetreten sind. Das Grundproblem landwirtschaftsseits habe ich Ihnen schon öfter beschrieben. Sie sollten das verstehen und wenn dann auch aktiv dahingehend etwas unternehemen! Dazu betreiben Sie erst einmal Aufklärungsarbeit bei den Geldinstituten, denn da haben die allerwenigsten Vorstände Ahnung von Preissicherungsgeschäften.
Sie machen es sich sehr, sehr einfach mit dieser, ich muss schon sagen, dummen Schelte. Ich glaube, es war ein Stöver, der vor drei Jahren mit einem Mal Probleme bekam. Warum wohl?
@ Ackerspezi [#14]
Sie sollten das verstehen und wenn dann auch aktiv dahingehend etwas unternehemen! Dazu betreiben Sie erst einmal Aufklärungsarbeit bei den Geldinstituten, denn da haben die allerwenigsten Vorstände Ahnung von Preissicherungsgeschäften.
Ich nehme mich Ihren Forderungen gerne an. Bitte informieren Sie mich welche Geldinstitute konkret eine Aufklärungsarbeit brauchen, am besten mit Ansprechpartner, gerne auch auf Vorstandsebene. Allgemeinschelte auf "die Banken" führen hier nicht weiter.
Nennen Sie mir bitte neben den Namen der Ansprechpartner auch konkret die Probleme, die im Verhältnis von Ihnen und der Bank / den Banken aufgetreten sind und was dagegen nach Ihrer Meinung getan werden kann. Ich werde mich entweder selbst nach Kräften einschalten oder diese an die Neue EWB, die EWB Agrarmanagement, zur Lösung weiter geben.
Ich glaube, es war ein Stöver, der vor drei Jahren mit einem Mal Probleme bekam. Warum wohl?
Der Sachverhalt ist mir nicht bekannt. Bitte informieren Sie mich, wenn Sie mehr Informationen haben.
Die Namen von Banken, Firmen und Ansprechpartnern aber bitte nicht im Forum, sondern per Mail.
@ alle
Wer Probleme mit Absicherungsgeschäften bei Geldinstituten hat, siehe oben, bitte an mich melden.
Sie machen es sich sehr, sehr einfach mit dieser, ich muss schon sagen, dummen Schelte.
Die Antwort von Bauer Bernie:
stimme mit Ihnen komplett überein.
Ich denke, die Verbandsvertreter machen es sich zu einfach mit ihren täglichen Forderungen. Wenn die ständige Schuldenmacherei des Staates so weitergeht (keinesfalls nur für die Landwirtschaft), landen wir eines nicht zu fernen Tages in der Inflation (mit der ich mich historisch beschäftige). Zuletzt betrug das Porto für einen Inlandsbrief 150 Milliarden Mark, oder ausgeschrieben 150.000.000.000 Mark.
Meine Forderung für alle Subventionswünsche, natürlich auch außerhalb des Agrarbereichs, ist dass diese immer gleich mit anzugeben, ob dafür die Staatsschulden erhöht werden sollen, die Steuern steigen sollen oder der Haushalt die Subventionswünschen durch Streichungen bei Renten, Hartz, Schulen und Kindergärten, Polizei und Feuerwehr usw. ausgeglichen werden sollen.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Eine Inflation währe für die Landwirtschaft das beste; was ihr je passieren könnte.
Wir haben seit Anfang der Achziger Jahre eine vorranschreitende Deflation; die bis Anfang 2000 einzig und alleine durch Wachstum und Fortschritt einigermassen ausgeglichen werden konnte.
Seitdem aber haben wir stark steigende Vorkosten bei fallenden Erlösen; verschärft durch die Einführung der Gemeinschaftswährung; die weder durch Fortschritt noch durch Wachstum kompensiert werden können (Stichwort Gentechnik - nicht erlaubt; Stichwort Stallwachstum - wenn; dann nur mit immens hohen Kosten).
Somit drehen wir uns im eigenen Kreis; und auch wenn wir weiterhin wachsen; was ja auch noch so ist; so ist das die Hoffnung auf längst vergangene Zeiten.
Ich will nicht damit sagen; dass es in der Landwirtschaft kein Geld zu verdienen gibt; die gibt es; nur leider gibt es die nur dann; wenn andere Probleme haben jegdlicher Art.
Im Weltweiten Vergleich kann man nur Vorteile haben; wenn man die Kostenführerschaft hat; oder aber der Protektionismus einen Riegel vorschiebt.
Kostenführerschaft haben wir in der westlichen EU schon lange nicht mehr; weil es uneinheitlicher in den einzelnen Gesetzgebungen nicht sein kann; also bleibt nur der Protektionismus ( den wir haben; denken wir an Gen-freie Ware; keine Wachstumshormone; keine Chlorbadbehandlungen usw.).
Allerdings haben andere dies auch; siehe Russland.
Zurück zum Anfang: Wenn alle über Inflation reden; dann wird diese nicht kommen; ganz bestimmt nicht.
Wenn etwas kommen werden sollte; dann eine Art Währungsschnitt über Nacht; mehr nicht.
Und in der Landwirtschaft werden wir uns "freuen" dürfen über weitere Jahre Deflation; denn nichts anderes hat die eigentliche Inflation des Statistischen Bundesamtes über die letzten fünfzehn Jahre; die schon immer; besonders seit der Einführung des Euros; bei über fünf Prozent gelegen hat ( und damit schon über den angeblich geführchteten vier Prozent die führende " Experten" für möglich halten) auf ein statistisches unter zwei Prozent gedrückt.
Wir Landwirte versuchen dagegen Anzuarbeiten; indem wir uns auf "neue" Märkte stürzen; wie Solar und Biogas; die nichts weiter als Subventionen sind.
Lassen wir uns überraschen.
Ach ja; Herr Ebert; tolles Bild.
Wenig Text; viele " Wertmarken".
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Richard Ebert [#15]
Da trauen Sie sich ja viel zu:
Sämtliche Volksbanken und Kreissparkassen sind Hausbanken der Landwirte- ausser vielleicht KTG- wenn Sie Glück haben, hat die Bank sogar einen Agrarexperten. Eine Volksbank im Zentrum Niedersachsens z.B. hat sogar eineinhalb Stellen- bei einer Bilanzsumme von weit über 1 Mrd €.
Das interessiert die überhaupt nicht. Und wenn Sie s sich die Mühe machen, um eine variable Kreditlinie für Sicherungsgeschäfte anzufragen, dann ist spätestens beim Vorstand oder im Kreditausschuß Schluß. Das macht Arbeit, Ärger und bedeutet jede Menge komischer Fragen bei den vielen internen Prüfungen: Viel Spaß dabei, ich wünsche Ihnen viel Erfolg und nennen Sie mir eine Bank, die einen festen Rahmen gewährt, der variabel in Anspruch genommen werden kann und dabei noch ein vertretbares Zinsniveau aufweist. All das natürlich mit der Sicherheitsleistung der eigenen Produkte.
Wenn Sie was erreichen wollen: Schaffen Sie die Tagesmarginpflicht für reine HEDGER ab. Das ist hier schon zur Genüge diskutiert worden, aber Sie wollen sich mit Leuten ohne Geld gar nicht abgeben.
Jeder, der Kartoffeln anbaut, kennt im übrigen den Namen und das Problem, was der besagten Firma wiederfahren ist. Ihre Kontakte sollten gut genug sein, um sich darüber informieren zu können.
Mag sein, dass eine gewisse Schärfe in meinen Ausführungen liegt, aber ich meine, dass ich eine sehr realistische Einschätzung der Lage darstellen kann.
@ Muehlenbach [#16]
Eine Inflation wäre für die Landwirtschaft das beste; was ihr je passieren könnte.
Ja, für alle mit Grundbesitz ist die Inflation wenig schädlich und vermutlich auch für alle Mit Schulden. Die kleinen Leute aber, die in Jahrzehnten per Sparbuch, Sparbrief oder Bundesanleihe die Mittel für ihr Alter zurückgelegt haben, stehen mittellos dar.
@ Ackerspezi [#17]
Sämtliche Volksbanken und Kreissparkassen sind Hausbanken der Landwirte- ausser vielleicht KTG - wenn Sie Glück haben, hat die Bank sogar einen Agrarexperten. Eine Volksbank im Zentrum Niedersachsens z.B. hat sogar eineinhalb Stellen- bei einer Bilanzsumme von weit über 1 Mrd €.
Sie können selbst am Zähler ablesen, wie oft meine Aufforderung gelesen wurde, ganz konkret die Namen der Bank und des zuständigen Mitarbeiters zu nennen. Ich zitiere mich selbst:
Ich nehme mich Ihren Forderungen gerne an. Bitte informieren Sie mich welche Geldinstitute konkret eine Aufklärungsarbeit brauchen, am besten mit Ansprechpartner, gerne auch auf Vorstandsebene. Allgemeinschelte auf "die Banken" führen hier nicht weiter.
Nennen Sie mir bitte neben den Namen der Ansprechpartner auch konkret die Probleme, die im Verhältnis von Ihnen und der Bank / den Banken aufgetreten sind und was dagegen nach Ihrer Meinung getan werden kann. Ich werde mich entweder selbst nach Kräften einschalten oder diese an die Neue EWB, die EWB Agrarmanagement, zur Lösung weiter geben.
Bisher habe ich nicht eine einzige e-Mail, einen Brief oder ein Fax erhalten, wo konkret auf eine Bank und den zuständigen Mitarbeiter verwiesen wurde. Warum ?
Wenn Sie was erreichen wollen: Schaffen Sie die Tagesmarginpflicht für reine HEDGER ab
Die Marginpflicht sorgt seit weit über 100 Jahren weltweit dafür, dass Ihnen, garantiert von der Clearingbank, am Terminmarkt erzielte Gewinne aus Spekulationen oder Sicherungsgeschäften ausgezahlt werden. Die Abschaffung der Marginpflicht würde bedeuten, dass (a) Verluste von Ihnen nicht bezahlt würden und (b) Gewinne an Sie nicht ausbezahlt würden. Wollen Sie das ?
Wenn Sie Termingeschäfte ohne Marginpflicht wollen, dann können Sie dies außerbörslich direkt mit jeder anderen Person oder Firma privatrechtlich tun. Diese außerbörslichen Geschäfte sind exakt der Hauptgrund für die weltweite Bankenkrise der letzten Jahre gewesen und einige Jahre früher schon der Grund für den Untergang der Metallgesellschaft, die (wie die Degussa und ich selbst) Mitglied der Terminbörse Nymex waren.
Also: Termingeschäft ohne Marginpflicht sind bereits möglich.
Ansonsten bleibt mein Freitag und heute gemachtes Angebot weiterhin gültig. Schreiben Sie mich konkret per Mail, Fax oder Brief an - nicht telefonisch - unter Nennung der Bank und der dort zuständigen Person, und ich werde sehen, ob sich etwas ändern läßt.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@alle
Ich für meinen Teil möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die versucht haben mit konkreten Tipps auf meine Fagestellung einzugehen.
Manch andere hier in der Diskussion sind sehr viel allgemeiner geblieben, sind nicht auf konkrete Fragen anderer konkret eingegangen.
und
ich verfalle auch manchmal dieser Unart.
Wenn wir über die Landwirtschaft generell diskutieren wollen, sollten wir eine neue Diskussion eröffnen.
Wenn man nämlich diese Diskussion mal im ganzen liesst, stellt man fest, das wir ganz weit vom Anfang weg sind.
Ich diskutiere gerne weiter, aber wer hat für mich hier, auf Grund meiner Fragestellung noch weitere Anregungen oder eigene Erfahrungen gesammelt? Die Tipps und Anmerkungen habe ich übrigens dikret an unseren Berater weiter gegeben. Der hat erst mal große Ohren bekommen (war´n telefonat)
VG
Geno-Bauer
@ Richard Ebert [#18]
Ich habe Ihnen eine Adresse zukommen lassen. Da bin ich selber neugierig, wie die Gespräche sein werden.
Zur Marginpflicht:
Was ist mit dem Minneapolisweizen vor zwei Jahren passiert??
Die Preise sind ins unermessliche gestiegen und wahrscheinlich sind viele rausgeflogen aus Liquiditätsgründen. Da wird jede Preisabsicherung ad ab surdum geführt.
Hat nur was mit den besseren Nerven und dem dickeren Geldbeutel zu tun.
Ich muss hier nochmals auf Termingeschäfte ohne Marginpflicht zurück kommen:
Solche Verträge - wie ich geschrieben habe sind diese außerbörslich und privatrechtlich jederzeit möglich - beinhalten ein Ausfallrisiko, welches bei börslichen Termingeschäften weltweit von den Clearingbanken seit 150 Jahren und ohne Ausnahme verhindert wurde.
Hier ein aktuelles Beispiel, in welchem Forward-Verträge eingegangen wurden, nichts anderes sind Bestellungen für künftige Lieferungen, und einseitig (von den Landwirten) per Zahlung eine Sicherheit geleistet wurde, während der Vertragspartner (Zirn) bisher nicht nur nicht geliefert, sondern auch noch die Zahlung vereinnahmt hat.
---
Zirn-Pleite: Beratung für Bauern - Durch die Insolvenz der Firma Zirn Landhandel sind viele Landwirte verunsichert. Bauernverband und BDM laden nun zu Info-Veranstaltungen ein.
Südwest Presse, Geislinger Alb (20.03.10) - Die Insolvenz der Zirn Agrar GmbH in Giengen/Brenz trifft viele Landwirte aus der Region. Die Firma für Landhandel betreibt außer der Zentrale in Giengen noch 13 Lagerhäuser - unter anderem in Altheim, Beimerstetten, Nellingen, Gerstetten, Eislingen, Böhmenkirch.
Die Nachricht der drohenden Pleite hatte sich am 3. März wie ein Lauffeuer verbreitet. Bauern fuhren noch in der Nacht zu den Lagerhäusern, um ihnen zustehende Waren herauszuholen, bevor sie zur Insolvenzmasse erklärt werden (wir berichteten).
Üblicherweise laufe das Geschäft so, dass die Landwirte Düngemittel oder Getreide im Voraus kaufen und im Lagerhaus lassen, bis sie die Ware brauchen, erläutert Karl-Eugen Kühnle, Teamleiter des BDM (Bund Deutscher Milchviehhalter) im Alb-Donau-Kreis. Andersrum sei es auch so, dass Landwirte an die Firma Getreide verkauft haben. Dieses werde in der Regel nach etwa zehn Tagen bezahlt - falls nicht die Insolvenz dazwischen gekommen ist.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist inzwischen die Ulmer Rechtsanwaltskanzlei Pluta bestellt worden. Sie steht erst am Anfang ihrer Arbeit, ihr Ziel ist es aber, die Firma fortzuführen.
(Quelle und weiter lesen: -> http://www.swp.de/geislingen/lokales/geislinger_alb/art5567,411491)
@ Richard Ebert [#21]
Man kann nur hoffen, dass die Leute einen Einlagerungsvertrag haben. Sonst sieht es schlecht aus.
MfG
Geno-Bauer
@ Geno-Bauer [#19]
Sie sprechen mir aus der Seele. Danke.
@ Geno-Bauer [#22]
Hier geht's weiter zur Zirn-Pleite:
http://www.rmx-forum.de/cgi-bin/index.pl?ST=179895&CP=0&F=48
Bitte dort zum Thema Zirn weiter schreiben, falls gewünscht.
@ Richard Ebert [#18]
Nachdem nun bald drei Wochen vergangen sind, würde es mich interessieren, ob Sie schon bei Ihren Bemühungen weitergekommen sind.
Momentan sind bei uns die Banker alle damit beschäftigt, Biogasanlagen zu finanzieren. Die Anfragen häufen sich wöchentlich, so der wortwörtliche Ausspruch.
@ Ackerspezi [#25]
Das Problem der unflexiblen Banken scheint nicht sehr groß zu sein, da mir lediglich die eine (!) Mail von Ihnen zugegangen ist. Also bisher nur ein Einzelfall, der mir vorliegt.
Ich habe einige allgemeine Telefonate geführt um mehr aus dem Umfeld zu erfahren. Das Gespräch mit der einen mir genannten Bank werde ich allerdings nicht selbst führen.
Wenn es etwas entscheidendes zu berichten gibt, werde ich es hier im Forum schreiben.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#26]
Die Kurse bei Kartoffeln werden irgendwann ein Niveau erreichen, dass ich über Absicherungsmaßnahmen nachdenken muss. Da wäre es mir schon sehr hilfreich, wenn Sie mir nun ganz konkret Banken nennen könnten, die Shortpositionen auch mitgehen und Marginverpflichtungen decken, denn ab einem bestimmten Preisniveau zocke ich nicht mehr, dann will ich Gewinne absichern, ohne nachts Sorge haben zu müssen, dass die Bank meine Positionen zwangsliqudiert!!!!!