Richard Ebert
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Acker als Geldanlage - Unternehmen kaufen weiter auf

Der Acker als Geldanlage - Kritiker sehen Gefahren

Von Dorothée Junkers

n-tv / dpa (20.01.09) - Goldgelbe Ähren wiegen sich im Wind, Kühe weiden auf saftigen Berghängen, der Blick schweift über fruchtbares Ackerland: Solche Aussichten lassen nicht mehr nur die Herzen der Bauern und Reiseveranstalter höher schlagen, sondern auch von Anlegern und Spekulanten. In Zeiten galoppierender Nahrungsmittelpreise, von Finanzkrise und Klimawandel investieren Regierungen, Unternehmen und Anleger weltweit zunehmend in Kauf und Bestellung von Feldern, Wiesen und Wäldern. Während die Anleger hohe Renditen erhoffen, warnen Kritiker vor der Bedrohung von Artenvielfalt und heimischer Landwirtschaft und dem Ausverkauf von Land an Konzerninteressen.

"Mit großer Sorge beobachten wir die Tendenz, dass zunehmend Aktienunternehmen und zahlungskräftige Industrielle in großem Maßstab in Kauf und Pacht von Agrarflächen einsteigen", erklärt Martin Hofstetter, Agrarexperte bei der Umweltorganisation Greenpeace.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.n-tv.de/1088700.html)

Geschrieben von Richard Ebert am
Muehlenbach
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Zwischen Kollaps und Balance

Von Achim Giersberg

Westfälische Nachrichten, Saerbeck/Kreis Steinfurt (21.10.08) - „Brasilianisierung“ klingt ja gar nicht schlecht, nach Fußball, Samba, Zuckerhut. Doch gemeint ist etwas anderes, daran lässt Franz Josef Radermacher keinen Zweifel: Die massive Verarmung der reichen Länder, die im Übrigen längst begonnen habe. Einer „hauchdünnen reichen Schicht“ steht dann ein Proletariat der Habenichtse gegenüber. Was das für die Bauern im Kreis Steinfurt bedeuten würde? „Die meisten werden zu Tagelöhnern“, sagt Radermacher ungerührt. Der Normalbürger in dieser neofeudalen Welt fahre kein Auto und esse kein Fleisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Szenario eintrifft, sei recht hoch: 50 Prozent. „Keine besonders gute Perspektive für die Landwirtschaft“ sagt Radermacher noch, damit es auch alle verstehen.

Das soll die Zukunft der Landwirtschaft sein? 600 Bauern in Hövels Festhalle in Saerbeck lauschen gespannt den Ausführungen des Wissenschafts-Stars (zur Person), der auf Einladung der Kreissparkasse gekommen ist und Umweltminister Eckhard Uhlenberg an diesem Abend locker die Show stiehlt. Auch wenn er seine Zuhörer ganz schön fordert mit Anglizismen und Fachbegriffen. Für dumm hält er die Bauen nicht.

Es könnte auch noch viel schlimmer kommen. Dann droht der „totale Kollaps“. „Es geht fast nur noch um Essen“, weiß Radermacher und tröstet, „bezogen auf die Landwirtschaft“: „Dann lebt man besser hier als in New York“. Eine immer hungrige „Soldadeska“ werde den Bauern allerdings das Leben schwer machen. Eintrittswahrscheinlichkeit: 15 Prozent.

Gut, dass es da noch ein drittes Szenario gibt mit immerhin einer 35-Prozent-Chance: Die Welt in Balance. In dieser Mittelstandswelt sind (im Jahr 2050) zehn Milliarden Menschen relativ wohlhabend. Nahrung spielt eine zentrale Rolle – ein „höchst attraktives Umfeld für die Landwirtschaft, in das viel Geld fließt.“

Was aber ist zu tun, damit es dazu kommt? Das „größte Problem“ sei derzeit nicht die Finanzkrise, sondern die „explodierende Anzahl der Menschen auf diesem Globus“ doziert Radermacher. 10 Milliarden würden es 2050 sein. Viele Menschen seien im Prinzip kein Problem – „solange sie arm sind“. „Nur Reiche schaffen Probleme“, sagt der Professor. Reichtum für alle sei natürlich eine Frage der Ressourcen: Nahrung, Energie, Wasser. Deshalb sei Landwirtschaft eine Überlebensstrategie. In der Entwicklung zu einem reichen Globus gewinne Landwirtschaft enorm an Wert, seien erhöhte Preise unvermeidbar. Reichtum für alle entstehe aber nicht am freien Markt oder durch immer mehr Technik. Sondern? Rademacher spricht von der „Durchsetzung von Grenzen kollektiven Tuns“, einer globalen Grenzsetzung, die er „global governance“ nennt.

Da kommt natürlich doch noch die Finanzkrise ins Spiel. Natürlich: Alle Steuerparadiese müssten sofort geschlossen werden. Und: „Zehn zentrale Fonds“ stünden hinter den Banken und verwalteten „assets“, also Vermögen, von 25 Trilliarden Euro. Das Problem laut Rademacher: Diese „Premium-Akteure“ zahlen keine Steuern. Zahlten sie nur 20 Prozent Steuern auf eine fünfprozentige Rendite, seien das alleine für Deutschland im Jahr 25 Milliarden Dollar und mehr als die Neuverschuldung. Nur so könne die hohe Verschuldung der öffentlichen Seite gelöst werden. Ansonsten gebe es in 20 Jahren einen wirklichen Kollaps des Finanzsystems. Und dann? „Dann kommt ein Währungsschnitt . . .“ sagt Radermacher und überlässt es jedem selbst, sich die Folgen auszumalen.

Die Bauern im Saal hat es die Sprache verschlagen. Nicht einer hat eine Frage. Was gestern noch unvorstellbar war, heute erscheint es erschreckend nahe.

(Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/kreis_steinfurt/741202_Zwischen_Kollaps_und_Balance.html

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In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

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