ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Aldi und Lidl NL setzen ab 2009 auf unkastrierte Schweine

Jetzt habe ich hier mal eine Frage ?
Die betäubungslose Ferkelkastration soll ja anscheinend in absehbarer Zeit in Deutschland verboten werden.
Wir haben erste Kunden, die wollen nur noch Fleisch von weiblichen Tieren haben !
Welche Praktikablen Alternativen gibt es zu dem heutigen Verfahren?
Wer kann dazu etwas sagen ?

Gruss und Danke im Voraus

Geschrieben von ina am
Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

ina, das ist ja das große Problem! Es gibt kein Praktikables Verfahren!

- eine Betäubung (mit Gas oder durch Spritze in den Hoden) wird den Anforderungen an den Tierschutz nicht gerecht.
- Spermasexing ist theoretisch möglich, aber derzeit noch nicht für den Massenhaften Einsatz möglich und wäre auch wohl mit nicht unerheblichen Kosten verbunden...
- Eberschlachtung mit 70(?) kg- Dann hätten wir auch wieder ein Kostenproblem. Ich meine mal gelesen zu haben ,dass in DK noch viel niedrigere Tiergewichte diskutiert werden...

Der Tierschutzbund geht mit diesem Themenkomplex immer stärker an die Öffentlichkeit. Ich hatte gehofft, dass dieses Thema noch ein paar Jahre unten bleibt, damit dann mit Verfahren wie Sexing oder züchterische Auslese eine Chance auf Wirtschaftlichkeit gegeben wäre.
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Hier nochmal die Position der Tierschützer (Quelle:http://www.tierschutzbund.de/00215.html)

"Ferkel

Um das Entstehen des typischen Ebergeruchs zu vermeiden, werden männliche Ferkel im Alter von bis zu 8 Tagen kastriert. Dies geschieht routinemäßig ohne Betäubung. Dem deutschen Tierschutzgesetz zufolge ist das erlaubt. Das Ferkel wird dazu kopfüber in eine Apparatur geklemmt. Seine Beine werden auseinander gespreizt und fixiert. Die zarte Haut, die die empfindlichen Hoden des kleinen Tieres schützt, wird mit einem Messer aufgeritzt, die Hoden werden herausgezogen und mit dem Messer abgeschnitten. All dies geschieht im Akkord und in der Regel unter entsprechend grober Handhabung der Tiere.

Frisch kastrierte Ferkel zittern am ganzen Leib, müssen sich häufig auch übergeben. Da der Eingriff von Laien und oft unter hygienisch nicht einwandfreien Bedingungen durchgeführt wird, kommt es im Nachhinein häufig zu Infektionen. Es steht außer Frage, dass die Ferkel während und nach der Prozedur große Schmerzen erleiden.

Die Kastration könnte mit Betäubung durchgeführt werden. doch aus wirtschaftlichen Gründen wird dies unterlassen.

Nach dem Absetzen von der Muter (3. bis 5. Lebenswoche) kommen die Ferkel bis zum Alter von 10 bis 15 Wochen (25kg Gewicht) in den Ferkelaufzuchtstall. Häufig werden die Tiere gruppenweise in Flatdecks gehalten. Das sind Drahtkäfige mit einem 2 - 3 qm Lochboden. Pro qm sind darin 4-5 Ferkel untergebracht. Flatdecks können bis zu 3 Etagen übereinander gestapelt werden, man spricht dann von einer Ferkelbatterie.

Wir kämpfen dafür, dass Schweine nur mit Betäubung kastriert und artgerecht gehalten werden, und fordern:

* Gruppenhaltung für trächtige Sauen

* Trennung von Liege- und Kotbereich

* Ausreichend große Liegeflächen für Sauen, Ferkel und Mastschweine

* Liegefläche mit Stroh oder ähnlichem Material eingestreut

* Stroh nicht nur als Einstreu, sondern auch zur Nahrungsergänzung, zum Wühlen und zur Beschäftigung

* Abferkelbuchten mit freier Bewegungsmöglichkeit für Sau und Ferkel

* Absetzen der Ferkel frühestens mit 28 Tagen

Anschließend:

* Bildung stabiler Gruppen

* Kein späteres Mischen der Tiere

* Keine Flatdeck-Haltung für Ferkel

* Tageslicht

* Auslauf im Freien

* Kein Kupieren der Schwänze

* Kein Markieren der Tiere mittels Einkerben (besser: elektronische Kennzeichnung)

* Keine Kastration"

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Eine Diskussion auf fachlicher Basis ist mit Vertretern der Tierschutzbundes leider nur sehr schwer zu führen! Die werden sehr schnell polemisch und Ottonormalverbraucher ist auch recht schnell auf Seiten der Tierschützer, sobald er sich in die Rolle des männlichen Ferkels versetzt (verständlich, hat ja keine Ahnung von Ethologie).

Das Thema ist für mich ein Damoklesschwert, das über uns hängt (hoffentlich noch lange!)

@ina: wie hoch sind die Zuschläge, die Sie dann für garantiert weibliche Schweine durchsetzen können?

MfG S_M

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Spekulatius_Maximus [#2]
@ina: wie hoch sind die Zuschläge, die Sie dann für garantiert weibliche Schweine durchsetzen können?
Da gibt es noch keine Zahlen. Nur wenn das Schule machen sollte, dann wird sicherlich eine preisliche Unterscheidung zwischen weibl und männl. kommen.
Für unsere Zielsteuerung wäre das auch kein Problem zu sortieren.
Die Schinkensalzer haben die männl. lieber, weil da das Rauscheproblem nicht aufkommt.
Eber für Frischfleisch kannste vergessen, da müssten die alle massiv beprobt werden, und die "Stinker" würden alle als" Genussuntauglich" verworfen.
Dann wird da wohl noch ein Problem auf uns zukommen.

Gruss

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Die Kampagne läuft- ich bin auf folgende Seite gestoßen: http://www.ferkelprotest.de/

Dort kann man leider gar nicht wählen- Schade, das hätte eine spannende Abstimmung werden können... ;)

MfG S_M

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Die Schweinehaltung aus dem Tief herausführen

DBV (24.09.08) - Mit Sorge verfolgt Möllers derzeit die Diskussion um die Ferkelkastration, die mittlerweile voll im Lebensmitteleinzelhandel angekommen sei. Die Landwirtschaft sei nach intensiver Abwä­gung aller Vor- und Nachteile zu dem Schluss gekommen, dass es „kurzfristig keine Alter­native zur Schmerzbehandlung gibt und wir alle gut beraten sind, diesen Weg gemeinsam zu gehen“, so Möllers. Die Schmerzbehandlung sei sinnvoll, da sie den Wundschmerz nach der Kastration nachweislich lindert. Diese Behandlung könne vom Tierhalter durchgeführt werden und die Kosten seien mit etwa 10 Cent je Ferkel vergleichsweise gering. Dabei müssten aber die Schmerzmittel den Tierhaltern zur Verfügung stehen und es sollte kurzfristig eine Anwendungs-anleitung für die Praxis erstellt werden, forderte Möllers. Er betonte die Notwendigkeit für ein gemeinsames Vorgehen mit Bund und Ländern, um zu verhindern, dass die Kastration zu einem Wettbewerbsargument wird.

(Auszug aus: http://www.bauernverband.de/index.php?redid=152813&mid=236255)

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ich verstehe ehrlich gesagt diese ganze Diskussion nicht; so schlecht ist die Ebermast auch nicht.
Würde für Verarbeitungsware vollkommen ausreichen; bei 80 kg am Haken.
Zudem gibt es erste Tests in Erprobung zur Entwicklung der Geruchserkennung schon in der Mast.
Das währe alles kein Problem; wenn da nicht die Wiederstände; die hinter vorgehaltener Hand seitens der Verarbeiter kommen; da erstens die Menge an Schweinen fehlt; zweitens die Sortierung und anschliessende Einteilung zur Verarbeitung natürlich Aufwand bedeutet; den man so nicht bezahlt bekommt ( z.Zt. nicht..)
Auch heute werden keine 80 kg Ausreisserschweine in die Tonne geworfen; die bringen nur nicht den Ertrag als Hälftenschwein ( obwohl dieser "Ausfall" doch weitergegeben wird....)

Aber wenn es wie Ina sagt die ersten Anfragen gibt ( nicht erst seit gestern..); dann wird es dafür auch ein Vermarktungsweg geben; und das Problem erledigt sich von ganz alleine.
Und wer wirklich glaubt; der Landwirt; respektive der Sauenhalter kommt ohne zusätzliche Kosten aus; der lebt in einer anderen Welt..

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#6]
Dann erkläre ich Dir die Diskussion mal. Irgendwie glaube ich, bist Du da nicht ganz im Thema. Das kann nämlich ein Riesenproblem werden.
Wir sprechen hier von FRISCHFLEISCH. Und alles was Frisch und Unbehandelt in die Theke geht.
Die Abnehmer werden das Risiko, das Stinker ,mit durch rutschen gar nicht eingehen.
Das kann für die ja dicke Reklamationen mit starkem Imageschaden nach sich ziehen.
Die werden dann nur noch Fleisch von weibl. Tieren kaufen.
Die 4-5 % Eber heute, die kriegen wir bei den Verarbeitern weg. Das ist kein Thema.
Aber 50-60 % aller Schlachtschweine in die Wurst oder Pökelei? Wer soll die denn kaufen ?
Theoretisch könnte dann Fleisch von weibl. Tieren deutlich teurer werden, und von männl. deutlich billiger.
Aber warten wir mal ab.

Gruss

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Ina
Wir sind beide beim richtigen Thema.
Nur unterschiedlicher Auffassung.
Denn der Geruch kommt erst wenn überhaupt ab einem Gewicht von (Lebend) 90 kg ( Ausbildung Geschleschtsreife)
Davor wenn überhaupt ganz selten.
Deshalb sage ich ja Schlachtgewichte deutlich runter bei männlichen Tieren; die Konsequenz natürlich geringerer Teilstückegrössen.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#8]
Du kannst schon bei 70 kg "Stinker" dabei haben.Da ist nur die Quote etwas niedriger. Und wenn Du dann bereit bist, dafür die Haftung zu übernehmen, und für alle Folgekosten , Retouren,stille Rückholaktion incl. dem Imageverlust den Schadenersatz an den LEH zu leisten, dann können wir sicher darüber reden.
Wir haben immer mal wieder solche Fälle, die kosten ein Schweinegeld.
Ich weiß aber nicht, wie lange Du dann noch der Eigentümer von deinem Hof bleibst.

Gruss

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Ina
Ohne dir nehe zu treten; ich weiss was dann kommt.
Oder auch nicht; aber das ist ein Thema; das gehört hier (anscheinend) nicht hin.
Fakt ist; dass das Thema so alt ist wie die Schweinemast.
Und seit längerem hochgekocht wird weil den "Organisationen" die Spendenkunden abhanden kommen; was einerseits mit der Konjunktur; andererseits mit deren Eigenverhalten zu tun hat.
Da wird für eine Spendenaktion schonmal Pamela Anderson hergeflogen; um in einem Oldtimer bei einem "Adeligen" mitzufahren; weil der ein gutes Sümmchen gespendet hat.

Desweiteren sollten sowohl dich als auch mich ganz andere "aktuellere" Sorgen zu weissen Haaren verleiten; alsda währen zum einen die Null-GVO-Tolleranz; und zum anderen das Pflanzenschutzverbot; welches bei der EU umhergeistert...
Egal welches Thema; diese werden uns mehr kosten als nur 50% (Verhältnis männlich/ weiblich)der Produktion...
Die Kastrationsgeschichte Pro/Contra ist wie alles andere auch ein "Luxusproblem"; von dem der Chinese nur träumen kann.
Dort können Lebensmittel tödlich sein..
Nur mal so nebenbei..

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#10]
Ob das Thema hier hin gehört oder nicht, das lass den Forum-Betreiber entscheiden. Wenn nicht, dann soll er es löschen.
Es ist nur so das, wenn man dieses Thema nicht Ernst nimmt(und Du nimmst es ja nicht ernst, Du bist dir anscheinend überhaupt nicht darüber im klaren, was da auf uns zukommen kann, ziehst das mit deinen Treat sogar ins lächerliche ), wir alle noch eine böse Überraschung erleben könnten.
Weil es könnte eine gravierende Veränderung sowohl in der Schlachtschweine, wie auch in der Ferkelvermarktung nach sich ziehen.

Gruss

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Ina
Ich glaube du verstehst mich falsch; natürlich nehme ich das Thema ernst; und mit dem hier hingehören meinte ich nicht das Thema; sondern die Handhabe seitens der Abnehmer.
Es gibt aber Themen; die wesentlich ernster sind; denn ohne Soja; welches demnächst nur noch aus GVO-besteht; können wir auf dauer keine Schweine mästen ( es gibt Alternativen; die keiner bezahlen will und kann); Geflügel schon garnicht.
Und wenn uns 50% des Ertrages flöten gehen; weil keine Pflanzenschutzmittel aufgrund event. Gefährdungen der Reinsubstanzen ( wer verbietet eigentlich dann die ganzen Lebensmittelzusatzstoffe; Putzmittel und wer weiss was noch..)mehr zugelassen werden; woher dann das Futter?

Nichts gegen das Thema; aber vielen Sauenhaltern steht das Wasser sowas bis zum Hals; da ist es verdammt egal; ob demnächst 50% der Ferkel zum Holla gehen oder nicht.Wenn dem so sein sollte; Schlüssel rund und ab dafür...
Da ist das Aktuelle Thema " Existiere ich noch Ende des Jahres; wenn sich der Ferkelpreis nicht bald erholt".

Auch das könnten gravierende Veränderungen nach sich ziehen....

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#12]

Folgendes Zenario:

Wenn Aldi, Lidl und Co. ab dem Tag X nur noch Fleisch von weibl. Tieren nehmen, dann wird der Anteil von Dänischen und Holl. Weibl. Schweinen in Deutschen Theken einen gewaltigen neuen Marktanteil bekommen.

Weil der LEH hat überhaupt kein Bock, sich mit evtl. nach Urin stinkenden Fleisch zu beschäftigen.Da sind die dann ganz schnell mit Fertig. Von den Tierschutzgründen noch mal abgesehen, das käme noch zusätzlich.

Und wenn der Gesetzgeber uns das vorgibt, dann können wir unsere kleine Eber alle gegen die Wand hauen !

Und hier geht es darum, wie gehen wir damit um, oder wie machen wir das beste daraus ? Oder welche Alternativen gibt es ?

Den anderen Kram den Du da schreibst mit GVO und Soja und Pflanzenschutz und hasse nicht gesehen ?

Was hat das hier mit DIESEM Thema zu tun ? Bitteschön ?

Gruss

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ina; ich gebe es auf...
Ich bin davon ausgegangen; dass du die Einkaufspolitik deiner Abnehmer meinst; die uns zu diesem Thema "hin drängen".
Und wenn Aldi und Co. nur noch weibliche Schweine nehmen; dann können wir rein garnichts dagegen machen.
Das wird dann nichts mehr mit Züchtung; Mastart oder sonstigem zu tun haben; sondern auf Idiologie ruhen.
Da können wir die männlichen Schweine ruhig auf die Wellnessfarm schicken; oder Auslauf geben; bei einer Idiologischen Einstellung ändert das nichts an der Tatsache des Kastrierens; egal was auch immer wir veranstalten.
Züchtung?
Dauert Jahrzehnte.
Gen Technik; no Problem; aber erwünscht?

Gegen Idiologie kann man rein garnichts machen; zudem haben dann nicht nur wir das Problem; sondern die Dänen; Holländer usw. ebendso.
Alles andere währe Heuchelei.
Ist aber nichts neues in dem Geschäft

Also werde ich zu deiner Beruhigung nur noch weibliche Tiere einstallen; kostet z.Zt. 2-3 Euro Aufschlag; haben wir vor Jahren schon für den Süden gemacht ( Metzgerschweine).
Aber dann sind wir beide wohl alleine; denn allen anderen im Forum scheinen wohl wirklich "ernstere " Probleme zu haben

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Das Kastrationsverbot mag vielleicht nicht das allerdrängenste Problem sein, aber dieser Komplex kann uns aber verdammt schnell ein- bzw. überholen! Die öffentliche Wahrnehmung ignoriert bisher noch weitestgehend dieses Thema, das kann sich aber schlagartig ändern- weil es um die Hoden geht, wird dann sehr emotional diskutiert werden.
Die Angst vor den Stinkern ist riesig aber auch eine Medienkampagne zum Thema Kastration -und beides könnte das Image von Schweinefleisch schaden, was wir alle verhindern sollten! In der Schweiz wurde folgende Studie zur Akzeptanz von Eberfleisch bei Verbrauchern gemacht:

http://www.shl.bfh.ch/fileadmin/docs/Weiterbildung/Fachtagungen/Durchgefuehrte_Tagungen/ProSchwein/Referat_Bee_Umfrage.pdf

Ich habe auch nicht den Königsweg parat, aber wir müssen eine kurz- und eine langfristige Lösung finden. Das blöde daran: es wird keine Lösung geben, die die Schweineproduktion nicht verteuert!

MfG S_M

Mona Lisa
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Ich weiß nicht, ob Sie´s schon wussten, aber das Kastrationsverbot wird (spätestens) zu dem Zeitpunkt politisch auf der Tagungsordnung erscheinen, wenn die Pharmaindustrie den passenden Impfstoff parat hat! Das wird dann wieder einige € in der Wertschöpfung kosten und die Produktion dementsprechend verteuern. Der größte Teil wird auch hier bei den Ferkelerzeugern hängen bleiben. Diese brauchen sich keine Hoffnung, die Impfung wird teurer sein, als die Kastration!

Gruß

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Eine Impfung gibt es doch quasi schon. Damit wird die Produktion des Sexualhormons unterbunden. Das große Problem dabei ist, dass die Wirkung sich nicht nur auf dasSchwein beschränkt...

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ alle

Laßt dann mal einen Unfall entstehen und stecht euch selbst. Dann ist es bei euch auch vorbei. Ich mag garnicht daran denken was die Frauen dann noch von uns wollen? Aber Viagra hilft dann vielleicht mit viel Glück?

MfG
Lukas

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ ina [#11]

"Ob das Thema hier hin gehört oder nicht, das lass den Forum-Betreiber entscheiden. Wenn nicht, dann soll er es löschen."

Alles was in irgendeiner Weise mit Märkten und Preisen zu tun hat, ist in diesem Forum gerne als Thema gesehen.

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Mona Lisa [#16]

Der Impfstoff ist längst fertig, und heisst "Improvac". Er wird seit Jahren schon z.B. in Neuseeland eingesetzt.

Aber es sprengt absolut meine Vorstellungskraft, das der Politisch und emotional in Deutschland auch nur eine kleine Chance haben wird.

Sie müssen dem Verbracher mal genau erklären, was dieser " Impfstoff" in dem Schwein bewirkt, und das er dieses Fleisch dann noch essen soll. Sehe ich als nahezu unmöglich an.

Gruss

pigtrader
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Es ist absolut erschreckend wie verwöhnt, fett und zufrieden der Verbraucher ist (damit schließe ich mich nicht unbedingt aus).

Kastrieren nein, Impfen nein, frühzeitiges Schlachten nein, alles nicht sicher genug für den satten Verbraucher, das nennt man Wohlstandsprobleme. Und im Endeffekt fliegen die männlichen Ferkel an die Wand, sowie die männlichen Kücken durch den Mörser gehen.

pigtrader

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Zu allen Diskussionen meine Frage zum Marktpreis für Schweine:

Wie könnten sich die aufgezeigten Alternativen auf die Schweinepreise in vielleicht 2 Jahren auswirken ?

Wie auf die Ferkel ?

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Das kommt darauf an; was vorherrscht; die Idiologie oder der (Un-)Sachverstand. Bei ersterem wird es; sofern nicht zusätzlich gesetzlich verboten zwei Märkte geben; für die wie pigtrader sagt "satten" Verbraucher sowie den Auslandsmarkt; so ähnlich wie es ihn heute schon gibt (magere Schweine / fette Schweine).

Dann ist Preisentscheidend die Handhabe der Vermarkter; in Deutschland wird auf lange Sicht in einem "Überschussmarkt" kein zusätzliches Geld bezahlt; die Frage ist dann werden die "Auslandsschweine" besser bezahlt; sodass der Idiologie der Rohstoff ausgeht; bzw. mehr bezahlt werden muss.

Das kann z.Zt. keiner beantworten; wenigstens nicht von der grünen Seite; da währe es interessanter z.B. von Ina zu erfahren; welches "Aufschläge" es bei heutigen Anfragen gibt; die werden uns aller Voraussicht nach aber nicht verraten.

Bei zweiten Verfahren (dem Un-Sachverstand) wird es so sein; dass die Zusatzkosten voll die Produzenten zu bezahlen haben. Das war immer so und das ist immer so.

Also gilt hierbei nach wie vor die erste Grundregel des Marktes.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Tierschützer: Protest gegen Ferkel-Kastration ohne Betäubung

Aachener Zeitung / dpa, Bonn (02.10.08) - Der Deutsche Tierschutzbund hat ein Ende der millionenfachen Kastration von Ferkeln ohne Betäubung gefordert und ruft zum «Ferkelprotest» auf.

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober wollten auch viele Prominente wie Starregisseur Wolfgang Petersen, TV-Moderatorin Ines Krüger oder Schauspieler Hannes Jaenicke die Aktionen des Tierschutzbunds unterstützen, teilte die Organisation am Donnerstag in Bonn mit.

Um das Entstehen des typischen Eber-Geruchs zu verhindern, würden jedes Jahr in Deutschland mehr als 22 Millionen männliche Ferkel kastriert. «Ohne Betäubung - bei vollem Bewusstsein und vollem Schmerzempfinden - werden den Ferkeln beide Hoden mit einem scharfen Messer entfernt», hieß es in der Mitteilung.

Der Tierschutzbund will möglichst einen kompletten Verzicht auf die Kastrationen erreichen, zumindest aber einen schmerzfreien Eingriff. «Bei Hunden oder Katzen würde niemand eine solche Tortur zulassen», kritisierte Präsident Wolfgang Apel.

In den Welttierschutzwochen rund um den 4. Oktober protestiert die Organisation mit ihren gut 700 Mitgliedsvereinen und in mehr als 500 vereinseigenen Tierheimen gegen die Quälerei der Ferkel. Die Bundesregierung und die Länder müssten das Tierschutzgesetz ändern und dürften «Tricksereien und Scheinargumenten des Deutschen Bauernverbands und der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands» nicht weiter nachgeben.

(Quelle: http://www.az-web.de/lokales/euregio-detail-az/673552?_link=&skip=&_g=Tierschuetzer-Protest-gegen-Ferkel-Kastration-ohne-Betaeubung.html)

Bauer Leo
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Seit letzter Woche gibt es eine gemeinsame Erklärung von Bauern, Verarbeitern und Handel:

Hier der offizielle Wortlaut:

"Mit der Zielsetzung auf die Ferkelkastration baldmöglichst verzichten zu können, haben sich der Deutsche Bauernverband (DBV), der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) und der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am 29.09.2008 in Düsseldorf für ein gemeinsames Vorgehen ausgesprochen.

Im Einzelnen verständigten sich die Verbände auf folgende Punkte:

1. Die Kastration männlicher Ferkel ist ein anerkanntes, traditionelles Verfahren zur Sicherung der Fleischqualität.

2. Um neben dem Verbraucherschutz auch den Tierschutz zu gewährleisten, wird vereinbart, die Entwicklung eines alternativen Verfahrens zur traditionellen Kastrationsmethode, das in Deutschland flächendeckend angewendet werden kann, zu beschleunigen. Die erforderliche Entwicklungsarbeit soll gemeinsam betrieben und finanziert werden. Ziel ist es, unter Ausschluss jeglicher Risiken für die Verbraucher und die Tiere auf die Kastration gänzlich verzichten zu können.

3. Bis ein praxistaugliches Verfahren zur Verfügung steht, ist die Ferkelkastration in Verbindung mit einem schmerzstillenden Mittel durchzuführen.

4. Die Arzneimittelhersteller und die zuständigen Behörden werden aufgefordert, hierfür schnellstmöglich die Voraussetzungen zu schaffen und eine routinemäßige Anwendung von Schmerzmitteln durch die Tierhalter, unter Anleitung des Tierarztes, zu ermöglichen (spätestens I. Quartal 2009).

5. Die Umsetzung dieses gemeinsamen Vorgehens soll umgehend über die QS GmbH erfolgen.

6. Die Gesprächsteilnehmer laden den Tierschutzbund ein, sich an der wissenschaftlichen Überprüfung und Weiterentwicklung der verschiedenen Methoden zu beteiligen."

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Diese Vorgehensweise finde ich überzeugend! Ich befürchte nur, dass der Tierschutzbund noch nicht genügend Spendengelder eingesammelt hat und weiter Forderungen stellt.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Niederlande: Aldi und Lidl setzen auf unkastrierte Schweine

http://www.bauernzeitung.ch (20.10.08) - Die Discounter Aldi und Lidl wollen in den Niederlanden ab 2009 nur noch Schweinefleisch von unkastrierten Tieren vermarkten.

Das meldet die holländische Stiftung "Schweine in Not". Die Organisation beruft sich dabei auf eigene, monatelange Verhandlungen mit den beiden Discountriesen, wie der Ernährungsdienst schreibt. Grund ist die anhaltende Tierschutzdebatte um das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln. Die niederländischen Handelsketten Albert Heijn und C1000 wollen den Schritt laut "Schweine in Not" nicht vollziehen. Darum will die Organisation die beiden Unternehmen vor Gericht bringen. Sollten Aldi und Lidl in den Niederlanden tatsächlich auf Fleisch von unkastrierten Schweinen umsteigen, wäre dies ein Dammbruch für den europäischen Markt.

In den Niederlanden gibt es ähnlich wie in Deutschland eine freiwillige Branchenvereinbarung, ab dem kommenden Jahr Ferkel nur noch unter Betäubung zu kastrieren.

(Quelle: http://www.agrarmedien.ch/?page_id=1&l=2&node=1&lvl=&navi_array=1&mod=news&news_id=3699)

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