Läufer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate
Aussichten auf dem Schweinemarkt 2. Halbjahr 2018
Hinweis auf interessante ZMP-Analyse
https://www.zmp.de/analysen/schwieriges-2-halbjahr-2018-fuer-den-schwei…
vom Läufer
Geschrieben von Läufer
am
Viehzählungsergebnisse 2018
siehe Rubrik ZMP-Analysen mit interessanten Vergleichen
https://www.zmp.de/analysen/viehzaehlung-ruecklaeufige-schweinebestaend…
meint der Läufer
Hallo,
"traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast". Einzig die Tendenz lässt sich hier ablesen. Die Zahlen sind so nichts Wert. Dazu kommt, dass auf der einen Seite die Zahl der Tierhalter rückläufig-, die Bestände aber weiter wachsen. Diese Tendenz könnte sich durch die Auflagen der neuen Düngeverordnung (Güllelagerung- und Phophorproblematik) umkehren. Hier sehe ich, für die Zukunft, weiter steigende Kosten. Ob diese durch Leistungssteigerungen aufgefangen werden können ist fraglich. In diesem Jahr kommen noch steigende Futterkosten hinzu. Auf eine sachliche Diskussion freut sich
Bigpig
mfg
Hallo BIGPIG
"Prognosen sind problematisch, insbesondere wenn sie auf die Zukunft gerichtet sind"
Der Umgang mit zahlengefütterten Vorhersagen ist nicht einfach. Falsch wäre es jedenfalls, das Datenmaterial schlicht für bare Münze zu nehmen. Andererseits: bloße Meinungsäußerungen ohne fundierte Untermauerung gleicht dem Stochern im Nebel. Was bleibt: sind Deine Worte: Die Tendenz lässt sich hier ablesen!
In unserer digitalisierten Welt arbeitet man nunmal mit Zahlen, mit sehr vielen Zahlen, immer in der Hoffnung, dass das Gesetz der großen Zahl auf der richtigen Seite steht. Im Schweinesektor fußen die Prognosen letztlich auf den Viehzählungsergebnissen. Nicht das Rechnen - die Erfassungsgenauigkeit ist das Problem. In einigen EU-Mitgliedstaaten wird von zentraler Stelle geschätzt, in anderen Ländern gibt es mehr oder weniger verläßliche Stichpobenerhebungen.
Iin Deutschland wird das Datenmaterial dezentral erhoben. In einer früheren Zeitspanne lieferte die Umstellung der erfaßten Einheiten über mehrere Jahre hinweg erhebliche Unstimmigkeiten. Angesichts der Angst vor der Afrikanischen Schweinepest sind die heutigen Angaben verläßlicher geworden. 100 %ige Exaktheit gibt es nicht. Auf die vergleichbaren Änderungen kommt es an.
Steigende Futter- und Güllekosten könnten kurzfristig den einen oder anderen (Mast)Stall leer stehen lassen, aber die Schweine, die im nächsten Halbjahr schlachtreif werden, sind alle bereits geboren. Diese Ferkel werden - wo auch immer in der EU - gemästet und an den Haken kommen.
Spürbare Änderungen der Schlachtzahlen stammen letztlich von den Sauen- bzw. Ferkelzahlen. Die jüngste Viehzählung in Deutschland ergab einen Sauenbestandsrückgang von 1,929 auf 1,877 Mio. Zuchtsauen. Rund 52.000 Sauen weniger bedeuten bei 23 Ferkel je Sau (weniger leistungstarke Betriebe steigen aus) rd 1,2 Mio Ferkel weniger. Dagegen bringt eine mögliche Produktivitätserhöhung von 0,15 Ferkel je Sau rd 300.000 Ferkel mehr. Das Nettodefizit beträgt überschlägig 0,9 Mio Tiere in Deutschland. Die Auswirkungen wird man erst in den letzten Monaten des Jahres spüren. Aber man sollte die Viehzählungen in den anderen Ländern noch abwarten, bevor man voreilige Schlüsse zieht.
Besondere Aufmerksamkeit sollte man der Kategorie der deutschen Jungsauen mit einem Bestandsrückgang von 7,5 % widmen. Wen wundert's, da tut sich was in Zukunft,
meint der Läufer
Antwort auf Hallo BIGPIG von Läufer
Hallo,
"Ferkel die geboren sind kommen an den Haken" - die Aussage ist korrekt. Deine Aussage zu einer "rückläufigen Ferkelproduktion" kann ich so nicht unterschreiben!!. Die Dänen haben im 1. Quartal 2018, trotz rückläufigem Sauenbestand, 5,2 % mehr Ferkel exportiert als im Vergleichszeitraum 2017!!! - jetzt kommst Du?!. Rückläufiger Sauenbestand bedeutet nicht unbedingt rückläufige Ferkelproduktion - das zeigen uns die Dänen. Jeder Produzent ist bemüht die Stückgutkosten so gering wie möglich zu halten. So läuft es auch in der Landwirtschaft. Ist doch logisch oder?. Die Bestände in den Milchviehbetrieben sind rückläufig, sie produzieren aber auf dem gleichen Level, mit teilweise steigender Tendenz, wie vorher: 12.000 Ltr./Anno und mehr ist hier die Devise. Mein Fazit: weniger Sauen bedeuten nicht weniger Ferkel. Wenn am Ende doch weniger Ferkel in Deutschland und Holland zur Welt kommen sollten, dann werden die Dänen in diese Bresche springen und das Defizit ausgleichen.
mfg
Bigpig
Entwicklung in Dänemark
Nachstehend sind einige Grafiken angefügt, die Auskunft über die Entwicklung in Dänemark liefern. Die Daten stammen aus dänischer Quelle.
(1) Die Schweinehaltung in Dänemark hat wieder zugenommen. Insbesondere die Zahl der Sauen ist gestiegen. Die Ferkelleistung je Sau hat um 0,28 zugelegt.
(2) Entgegen früheren Entwicklungen verbleiben wieder mehr Tiere im eigenen Land.
(3) Im Durchschnitt der letzten 2 Jahre ist zu beobachten, dass die dänischen Ferkelexportsteigerungen deutlich nachgelassen haben.
Zunehmende Ferkel aus Dänemark (rd 4,5 Mio.) gehen in Richtung Polen, um das dortige steigende Ferkeldefizit auszugleichen.
Nochmal die Modellrechnung: Wenn bei einem Sauenbestand von 2 Mio die Sauenzahl um 2,5 % zurückgeht, sind 50.000 Sauen weniger vorhanden
mit einer Ferkelleistung von 23 Ferkel je Sau errechnen sich 1,15 Mio weniger Ferkel .
Dagegen gerechnet: wenn 2 Mio Sauen eine Produktivitätssteigerung von 0,2 Ferkel liefern, sind das 400.000 Ferkel.
Daraus ergibt sich ein Ferkeldefizit.
Das Rechenmodell ist auf jedes Land übertragbar, wenn die gleichen Voraussetzungen vorliegen.
Die Produktionskapazität Dänemarks ist aus dem gleichen Grunde begrenzt wie in Holland (n NL allerdings stärker ausgeprägt).
Quartalsdaten und Monate liefern keine verläßliche Trendentwicklungen. Dazu sind möglichst mehrere Jahre erforderlich.
Der Vergleich zum Milchmarkt: Von 2017 auf 2018 ist die Zahl der EU-Milchkühe von 22,9 auf 22,6 Mio. Tiere gefallen.
Die Milchleistung je Kuh ist von 7.066 auf 7.211 kg gestiegen.(genetische und Struktureffekte)
Modellrechnung: -0,3 Mio Kühe x 7.000 kg => - 2,1 Mio kg;
22,6 Mio Kühe x 145 kg Zuwachs => + 3,27 Mio. kg
Ergebnis: die Verhältnisse auf dem Milchmarkt sind anders.
Nochmals der Hinweis. Bevor nicht die größten Erzeugerländer ihre neuesten Zahlen zur Verfügung stelllen, sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber Tendenzen kann man erkennen,
meint der Läufer