Bauenverband fordert Subventionen für die Landwirtschaft
Krisenstimmung bei den Bauern
News.de (08.01.09) - Der Präsident des Deutschen Bauernverbands fürchtet, dass die Verbraucher bei anhaltender Verunsicherung verstärkt zu billigen Lebensmitteln greifen. Die weltweite Rezession wird seiner Meinung nach auch dem deutschen Export schaden.
Zumindest die Verbraucher müssen sich keine Sorgen machen, die Preise sollen erst einmal stabil bleiben.TextZumindest die Verbraucher müssen sich keine Sorgen machen, die Preise sollen erst einmal stabil bleiben.
Sonnleitner forderte von der Regierung, dass sie die Bauern beim geplanten zweiten Konjunkturpaket berücksichtigt. Unter anderem verlangte er, die Besteuerung von Agrardiesel auf europäisches Niveau herabzusenken. Die verbesserte degressive Abschreibemöglichkeit für Investitionen in Maschinen müsse auch auf Gebäude ausgedehnt werden. Außerdem brauche der ländliche Raum eine Verbesserung der Infrastruktur bei Straße, Schiene und Datennetzen.
«Wir erwarten kein Milliardenprogramm, aber wir erwarten schon eine gezielte Begleitung unserer Betriebe als Initialzündung, um die Land-, Forst-, Agrar- und Ernährungswirtschaft auf dem erfreulichen Wachstumskurs der letzten Jahre zu halten.» Der Bauernverbandspräsident beklagte, dass sich die Markt-, Einkommens- und Preisentwicklung nach einer vierjährigen Erholungsphase im Laufe des Jahres 2008 wieder auf Talfahrt begeben habe.
Bei Milch, Getreide und Raps lägen die Erzeugerpreise inzwischen wieder auf dem Niveau des Jahres 2000. Gleichzeitig seien die Preise für Düngemittel gestiegen. Nur die Energiepreise seien wieder gesunken. Sonnleitner äußerte die Erwartung, dass sich die Märkte für Milch, Getreide und Raps Mitte des Jahres wieder stabilisierten. Die Verbraucher hätten aber kaum mit steigenden Lebensmittelpreisen infolge der Stabilisierung zu rechnen, denn der Rohstoffanteil an den Nahrungsmittelpreisen betrage weniger als ein Viertel. «Der deutsche Verbraucher wird sich nach wie vor mit am billigsten von der ganzen Welt ernähren», sagte Sonnleitner.
Die Finanzkrise habe in der Landwirtschaft bislang noch nicht zu einer Kreditklemme geführt, sagte Sonnleitner. Der Verschuldungsgrad sei relativ gering. Wenn die Ängste vor Arbeitslosigkeit aber weiter um sich griffen, dann sei mit einer Kaufzurückhaltung der Verbraucher zu rechnen. Es sei zu erwarten, dass dann wieder verstärkt preisgünstige Lebensmittel verzehrt würden. Sonnleitner befürchtete auch Exporteinbußen, wenn beispielsweise die Nachfrage aus Russland, dem wichtigsten Absatzmarkt für Schweine und Fleischprodukte, einbrechen sollte.
Für die Schweinehalter rechnete Sonnleitner nach dem desaströsen Wirtschaftsjahr 2007/08 grundsätzlich mit besseren Erlösen. Es gebe dort Entlastung bei den Futter- und Energiekosten. Allein im letzten Jahr gaben 16 Prozent der Schweine-Betriebe auf.
(Quelle: http://www.news.de/wirtschaft/1216752350029/krisenstimmung-bei-den-bauern.html)
@ Richard Ebert [#1]
Er fordert eine Senkung des Agrardieselsteuersatzes auf europäisches Niveau. Ist OK.
Eine verbesserte degressive Abschreibemöglichkeit für Investitionen in Maschinen müsse auch auf Gebäude ausgedehnt werden. Ist OK.
Der Wettbewerbsnachteil soll aufgehoben werden beim Diesel. In meinen Augen dann in Ordnung, denn wir sind Europa und nicht Deutschland.
Abschreibungsmöglichkeiten verbessert werden: Bedeutet jetzt weniger Steuern und zugleich bessere Liquidität. Für später natürlich mehr Steuern wenn der Landwirt nicht investiert. Also ist dieses keine Subvention, sondern die Steuereinnahmen werden nur verschoben. Natürlich dem miesen Konto der Veredlungsbranche hilft es nicht.
MfG
Lukas
@ Richard Ebert [#1]
Bei aller kritischen Auseinandersetzung mit dem was der Bauernpräsident ab und zu fordert. Die Überschrift ist im Stile "Bildzeitung".
Warum wird in der Überschrift nicht mal der Sonnleitner positiv zitiert?
z.B.: Der deutsche Verbraucher wird sich nach wie vor mit am billigsten von der ganzen Welt ernähren», sagte Sonnleitner.
Oder passt das nicht ins Bild ?
Gruß Paul
ausgezeichneter kommentar von paul - es bliebe nur noch hinzuzufügen : am billigsten und am besten kontrollierten
Bezogen auf den Preisindex der Gesamten EU (=100) liegt Deutschland bei 106; am teuersten ist es in DK (143); am günstigsten in Polen (67).
Aber; welcher Deutsche hat noch Zeit oder Können zum Kochen; bei über 30% Single-Haushalten?
Insofern Gesellschaftlich verfälschte Zahlen; die Wahrheit ist wesentlich höher.
Wasser schnittfest machen; ist immernoch die Beste Geschäftsidee...
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#5]
Preisindex für Lebenshaltung oder für Nahrungsmittel?
Dann gehört die Relation zum Einkommen z.B.Polen, dazu.
Sonnleitner hat in seiner Äußerung recht,
in Deutschland wollen das nur wenige wahr haben.
Es passt nicht zu den Vorurteilen,die man ständig unserem Berufsstand entgegenbringt.
@Paul
Das ist bezogen auf das Einkommen.
Geh doch mal Einkaufen; nur Fast-Food und Fertigwaren.
Dann weisst du was ich meine.
Oder gehe Essen; z.B. zum magischem M; oder sonstwo.
Ich gib dir als Beispiel mal das Stichwort Kaffee...
Wer trinkt denn noch sowas?
Was ist eine Kaffeemaschine?
Den Kaffee gibt es auch Pfundweise?
Wie; du hast keine " Eintausend-verschiedene-Koffeinhaltige-wartungsintensive-min.-ab 500 Euro aufwärts teure Supermaschine"?
Na dann doch lieber zu Starbucks; Kaffee to go; drei Euro...
So ist das mit vielen Dingen...
Die Leute regen sich auf; wenn die Milch 10ct teurer wird; kaufen sich aber massenhaft die Mini-Flaschen mit "Probiotischen Joghurt"; zu Literpreisen; da würde sich jeder Milchbauer freuen...
Ist aber ja gesund.
Oder aber Kartoffelchips; das Kilo zu guten 10 Euro...
Aber egal; heute gabs bei Real mal Stielkotelett für 2,99 Euro/kg...
Ist ja schon mal was...
Bloss wie werden die noch gleich zubereitet?
Die Grundnahrungsmittel sind sau billig; da hat der ulkige Typ aus Bayern recht; das Endresultat ist aber ein ganz anderes.
Er hätte sich anders ausdrücken müssen:
Der Rohstoff Nahrungsmittel ist seit 50 Jahren im Preis konstant; und hat damit eine weitreichendere Inflation verhindert.
Denn wenn die Landwirtschaft nur die Hälfte der Üblichen Inflation mitgemacht hätte; dann würden die Deutschen wesentlich mehr wie knappe 10 % ausgeben müssen; und die Industrie hätte ihre Preise längst nicht so hoch heben können.
Aber ich sage auch; in dieser "Wirtschaftskriese"; sofern es eine geben wird (ich glaube nur das ganze ist ein riesen Fake zum Abkassieren..) kann auch eine Chance sein; die Leute wieder auf das "wesentliche" zurück zu führen...
Ich meine damit die Ursprünge; die man jährlich bei hohen Temperaturen sieht; wenn das Mannsbild den Grill anwirft...
Übrigens; heute folgende Meldung:
"Die Auszahlungspreise können nochmals zurückgenommen werden; was sich belebend auf die Nachfrage auswirken kann.Die Gewährung von Exportsubventionen wird die EU entlasten; ende Januar wird es vorraussichtlich Notierungsgewinne geben".
Will heissen: Zahltag für die nachgelagerten Industrien...
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ paul [#3]
Bei aller kritischen Auseinandersetzung mit dem was der Bauernpräsident ab und zu fordert. Die Überschrift ist im Stile "Bildzeitung".
Die Bildzeitung ist die meistgelesene und wirtschaft erfolgreichste Zeitung Deutschlands. Dies liegt nicht zuletzt an den Überschriften, die dazu animieren, die Beiträge zu lesen.
Warum wird in der Überschrift nicht mal der Sonnleitner positiv zitiert?
Sonnleitner wird pausenlos positiv zitiert, jede paar Stunden kommt ein neuer Presseartikel per Mail, per Link oder aus der Presse bei mir an.
Mir fällt aber auch, dass von landwirtschaftlicher Seite immer wieder nicht nur Subventionen, sondern fast täglich Beihilfen, Erstattungen, Unterstützungen, Ausgleiche, Erleichterungen und vieles mehr gefordert werden.
Nicht nur von der Landwirtschaft, sondern auch von Banken und Versicherungen, vom Automobilbau und wahrscheinlich bald von allen Branchen in unserem Land mit Hinweis auf mehr Gerechtigkeit: Wenn über Einem das Füllhorn ausgeschüttet wird, sollen alle Anderen.
Im letzten Jahr fehlten an einem ausgeglichenen Haushalt noch 10 Milliarden, in diesem Jahr werden es 50 oder 100 Milliarden sein, die Staatsverschuldung nimmt immer mehr zu und alle fordern nur.
Ansonsten: Diese vielen Subventionen muss ich als Steuerzahler jetzt oder später beim Staat abliefern, um die gigantische Geld-Umverteilungs-Maschine am laufen zu halten.
Viele sollten ihre eigenen Ansprüche etwas zurücknehmen, statt nur immer eine Umverteilung zu Lasten Dritter zu fordern.
So, das war etwas mehr als ich schreiben wollte.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#8]
Ursache für die derzeitigen Forderungen ist die Weltwirtschaftskrise, die die Liquidität vieler Abnehmer einschränkt.
Da muss man sich fragen, wer ist dafür verantwortlich? Die Landwirte,die Autoindustrie, die übrige wertschöpfende Industrie,das Handwerk?
Oder sind es die, die in den letzten Jahren ,ohne für die Gesellschaft gewinnbringende Wertschöpfung, einfach mitverdient haben? Die Banken? Die Zocker an den Börsen? Die Luftblasenerzeuger im Immobiliengeschäft?
Wo setzt der Staat an um "Arbeitsplätze" zu sichern?
Da die wirklichen Verantwortlichen und Abkassierer nicht zur Kasse gebeten werden, zahlt wieder einmal der normale Steuerzahler die Reperaturmaßnahmen.
Im übrigen, auch wenn Sonnleitner fordert, es wird keine Sonderleistungen für die Bauern geben.
Gruß Paul