holz
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Baywa AG bietet Preisabsicherung für Getreide an

Die BayWa AG soll in diesem Jahr zwei neue Vermarktungsmodelle zur Preisabsicherung bei Weizen, Raps und Mais anbieten. Hat damit schon jemand Erfahrungen bzw. wie lauten die konkreten Bedingungen.

Geschrieben von holz am
Richard Ebert
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Die Agrarzeitung schreibt dazu:

Baywa bietet System zur Preissicherung

Agrarzeitung.de / HH (13.05.11) - Die Baywa AG, München, präsentiert ab der Ernte 2011 neue Vermarktungsmodelle. Sie reagiert damit auf den Trend zu volatileren Agrarmärkten. Die neuen Vermarktungsangebote gelten für Weizen, Mais und Raps. Sie sichern laut Baywa einerseits gegen fallende Preise ab. Andererseits bestehe damit die Chance, von steigenden Märkten zu profitieren. Das erste Produkt würde den Landwirt automatisch über die Berechnung eines Durchschnittspreises an steigenden Märkten teilhaben lassen. Beim zweiten Modell könne der Kunde selbst aktiv entscheiden, ob und wann er bei steigenden Märkten zusätzliche Erlöse realisieren will.

Beide Modelle würden gegen einen Kursverfall schützen. Grundlage für den Abschluss der Absicherungsprodukte sei lediglich ein normaler Warenkontrakt. Trotz der Koppelung der Produkte an die Warenterminbörse in Paris würde der Landwirt ausschließlich mit dem Münchner Konzern in Kontakt stehen. Nähere Informationen könnten beim jeweiligen Baywa-Ansprechpartner vor Ort erfragt werden. Baywa arbeitet bei den neuen Vermarktungsmodellen mit der Cargill GmbH zusammen. Das Unternehmen würde bereits über mehrjährige Erfahrung mit ähnlichen Produkten in den USA und Großbritannien verfügen.

(Quelle: http://www.agrarzeitung.de

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Absicherung gegen fallende Preise und gleichzeitig an steigenden Preisen weiter teilhaben lassen hört sich wie ein Wunder an.

Es könnte sich aber auch als eine Geld-kostende Wundertüte mit wenig Inhalt herausstellen, nämlich als Kauf einer Put-Option, deren Preise jeden Tag von der Terminbörse in Paris veröffentlicht werden.

Stellen Sie der Baywa die Frage, was die Preisabsicherung pro Tonne kostet. Bei bis zur Fälligkeit unveränderten Marktpreisen ist diese Zahlung Ihr Nettoverlust.

Meinungen von Fachleuten sind gerne willkommen !

Schöne Grüsse, Richard Ebert

MZI
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Herr Ebert, sie haben vollkommen recht. Dieses Modell stellt für den Erfasser ein gutes Verdienstmodell dar. Die Abschläge sind sehr großzügig berechnet, was für den Produzenten einen Nettoverlust bedeutet.

Ich kann ihnen aber berichten, dass andere Marktteilnehmer - vorwiegend Landhändler - wach gerüttelt wurden. Die Erfasser haben erkannt, dass solch eine Dienstleistung zum Standardangebot gehören muss, wenn man weiterhin Geschäfte machen muss.

Es sind flächendeckend Projekte in der Pipeline, die solche Risikomanagementsysteme für die Landwirte anbieten. Das wird die Arbitrage automatisch verschwinden lassen.

holz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ich bin ebenfalls der Meinung der "Vorredner". Meiner Meinung nach bietet es sich eher an z. B. über den Abschluss von Prämienverträgen nachzudenken, weil die Konditionen (niedrige Prämien) zurzeit gut sind.

Mit einem Prämienvertrag erhalten sich die Landwirte steigende Erlös-Chancen bei steigenden Kursen, aber natürlich auch das Risiko fallender Preise. Der Vorteil dieses Absatzinstrumentes liegt darin, bei guten Terminmarktkursen abrechnen zu können, während die Abnehmer auf dem Kassamarkt dann vielfach nicht in „Kauflaune“ sind. Jedoch auch hier gilt es wie bei den "normalen" Festpreisverträgen die mögliche Vertragsmenge zu berücksichtigen.

Sollte Ihr „vorerntiges Abschlusskontigent“ schon ausgereizt sein, kann man jetzt trotzdem verhandeln, aber die Menge erst bei hoher Ertragssicherheit kurz vor oder auch erst nach der Ernte festlegen. Die gesamte Vertragsmenge in Teilmengen abzurechnen wirkt ja letztlich wie eine Option.

halbsoschlau
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Ich habe zwei Kontrakte Weizen mit der Baywa gehandelt= 2x 150 to( kleinste Stückelung)
Ohne die Möglichkeit der Nachpreisung ,,, so wird das genannt,hätte ich einen Euro pro dt mehr erzielen können beim Abschluß am 27.01.2011.
Der Preis für B Weizen ab Stadion ist abgesichert für 208 Euro je Tonne.
Die Matif Notierung Nov 2011 war bei 233,50 Euro an diesem Tag.
Ich habe nun die Möglichkeit bei weiter steigenden Notierungen einmal Nachzupreisen und zwar bis zum 18.10.2011
Also die Veränderung zu 233,50 wird ohne weitere Kosten dazugeschlagen.
Ich denke das ist eine gute Alternative

Gruß

Geno-Bauer
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12 Jahre 6 Monate

Der eine Weg kostet bei der BayWa 25 €/ t (Preis fixierung bei Abschluß mit BayWa z. B. 400 €/t raps) 50 % der Kurssteigerung (Matif) werden dem Landwirt ausgezahlt. Preis sinkt nie unter 400 €/t (400 -25)

Der andere Weg kostet 29 €/t : Preisfixierung mit Abschluß des physischen Geschäftes, Nachpreisung nach Käuferswahl (Basis Matif).

Mfg
Geno-Bauer

holz
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@ halbsoschlau [#5]

Wenn ich es richtig verstanden habe, haben Sie für den Einsatz von 10 Euro/to die Möglichkeit von einem Anstieg des Nov. 11 Futures über 233,50 Euro/to voll zu partizipieren. D. h. zur Zeit liegt der Kurs bei 242,50 Euro/to und Sie bekämen 9 Euro/to mehr ausgezahlt? Selbst wenn sich das im Moment nicht rechnet, halte ich die Optionsmöglichkeit ebenfalls für gut. Bei Geno-Bauer kostet eine ähnliche Option schon 25/29 Euro/to.
Gibts noch mehr Erfahrungen?

halbsoschlau
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@ Holz
genau richtig verstanden,Ich sehe den Vorteil in diesem speziellen Fall das ich schon einen relativ hohen Preis Fix habe und entspannt abwarten kann was jetzt passiert. Beim Prämienkontrakt habe ich eine einzige Möglichkeit den Preis festzumachen , hier habe ich zwei!!! einen Joker sozusagen, und der ist mir einen euro/ dt Wert.

topigs
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo

ich komme aus der Weser-Ems Region, könnte ich bei der Baywa AG auch Preisabsicherung betreiben. Kann mir da jemand was zu sagen?

gruss topigs

Richard Ebert
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Das Angebot der Baywa liest sich unheimlich gut, wenn ich mir einige Beiträge ansehe.

Ich würde gerne auf eine Primärquelle zurück greifen. Kann mir jemand einen Link auf eine entsprechende Internetseite mit den gesamten Konditionen und / oder dem Vertrag geben oder beides hier ins Forum stellen ?

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Bild entfernt.

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Richard Ebert [#10]
@ Richard Ebert [#2]

" Beide Modelle würden gegen einen Kursverfall schützen. Grundlage für den Abschluss der Absicherungsprodukte sei lediglich ein normaler Warenkontrakt. Trotz der Koppelung der Produkte an die Warenterminbörse in Paris würde der Landwirt ausschließlich mit dem Münchner Konzern in Kontakt stehen. Nähere Informationen könnten beim jeweiligen Baywa-Ansprechpartner vor Ort erfragt werden. Baywa arbeitet bei den neuen Vermarktungsmodellen mit der Cargill GmbH zusammen. Das Unternehmen würde bereits über mehrjährige Erfahrung mit ähnlichen Produkten in den USA und Großbritannien verfügen.

(Quelle: http://www.agrarzeitung.de

Absicherung gegen fallende Preise und gleichzeitig an steigenden Preisen weiter teilhaben lassen hört sich wie ein Wunder an.

Es könnte sich aber auch als eine Geld-kostende Wundertüte mit wenig Inhalt herausstellen, nämlich als Kauf einer Put-Option, deren Preise jeden Tag von der Terminbörse in Paris veröffentlicht werden.

Dahinter stehen tatsächlich Optionsmodelle. Mit der BayWa habe ich den Warenvertrag und die Cargill GmbH liefert die dazu gehörigen Optionen - Angeblich haben die über 300 verschiedene Modelle (in den USA)- davon hat sich die BayWa 2 rausgesucht. Je nach dem wie man die Optionen einsetzt kann das ganze auch 30 €/t zusätzlich kosten, ähnlich wie man auch an der Matif selber unterschiedliche preise für Optionen zahlen muss. Letztlich will die BayWa nur an die Ware kommen. Den Rest überlässt sie Cargill.

MfG
Geno-Bauer

halbsoschlau
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Dahinter stehen tatsächlich Optionsmodelle. Mit der BayWa habe ich den Warenvertrag und die Cargill GmbH liefert die dazu gehörigen Optionen - Angeblich haben die über 300 verschiedene Modelle (in den USA)- davon hat sich die BayWa 2 rausgesucht. Je nach dem wie man die Optionen einsetzt kann das ganze auch 30 €/t zusätzlich kosten, ähnlich wie man auch an der Matif selber unterschiedliche preise für Optionen zahlen muss. Letztlich will die BayWa nur an die Ware kommen. Den Rest überlässt sie Cargill.

Soweit ist das richtig, aber das sehe ich als legitim!

Und ich muß im Einzelfall abwägen was mir die Option Wert ist.

Bei mir war es wie schon vorher erwähnt.

Da wurde im Frühjahr allerdings nur wenigen Kunden angeboten weil es auch für die Baywa sehr neu war. Ich werde mir morgen mal die Bedingungen für die Ernte 2012 geben lassen. Das wäre doch eine optimale Ausgangsituation jetzt, oder nicht?

@ topics

Ich denke bei euch ist die Baywa nicht so zu Hause oder, und hier soll ja auch Ware geliefert werden und nicht nur Papier vollgeschrieben!

Gruß

holz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Allen muss doch klar sein: wer für einen Anderen ein Risiko übernimmt, will das Risiko bezahlt haben, ein Dienstleistungsentgelt erhalten und noch einen Gewinn erzielen.
Wenn der Landwirt das Risikomanagement nicht beherrscht oder sich nicht darum kümmern will muss er halt zahlen. In jedem Fall ist, wenn die Prämie stimmt, der Mindespreiskontrakt besser als mit der kompletten Ware zu spekulieren.

halbsoschlau
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@holz
Das hört sich ja an als hätte man die Möglichkeit Risikomanagement kostenlos zu betreiben wenn man es nur beherrscht! Kostet Risikomanagement bei dir kein Geld? Verkaufszeitpunkt splitten ja das ist das einfachste ,,,was gibt es sonst noch in der Preisklasse?

Gruß

holz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ topigs [#9]

Die Agravis bietet ebenfalls ähnliche Modelle für Raps und Weizen an.

@ halbsoschlau [#14]

Richtig, ein Risiko zu begrenzen kostet Geld, auch den Landwirt. Wenn er das Risikomanagement aber selbst betreibt kann er sich jedoch das Dienstleistungsentgelt und den Gewinn des Dienstleisters selbst verdienen.

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ holz [#15]
@ halbsoschlau [#14]

Richtig, ein Risiko zu begrenzen kostet Geld, auch den Landwirt. Wenn er das Risikomanagement aber selbst betreibt kann er sich jedoch das Dienstleistungsentgelt und den Gewinn des Dienstleisters selbst verdienen.


Kleine Ergänzung:
Und das geht umos besser,je größer die Mengen sind, die er handelt. Und er braucht Zeit, die sehr häufig knapp ist.

halbsoschlau
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

So langsam kommen wir auf den Punkt.

Mit 500 ha ist man in Sachen Optionen auf Getreide nämlich ein Kleinbauer. Die Mengen sind einfach zu klein und er Aufwand relativ zu groß.

Da nehme ich gerne ein Angebot eines Dienstleisters an.

Gruß GG

holz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Laut Presseveröffentlichungen bieten alle Hauptgenossenschaften und viele andere Händler Mindestpreisverträge für Weizen und Raps an. Gibt es da auch schon etwas für die Ernte 2012, oder noch aktuelle Angebote für die Ernte 2011?

Wenn ja, wäre es schön mal die genauen Konditionen zu erfahren. Wer will es hier kundtun? Danke.

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