Richard Ebert
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Biogas: Landwirte warnen vor den Folgen des Booms

Landwirte warnen vor Biogas-Boom - Lebensmittelproduzenten fürchten um ihre Existenz

Von Markus Minten

nwzonline.de, Ganderkesee (24.07.10) - Kapazitätssteigerungen und Neubauten würden zu einem Verdrängungswettbewerb führen, befürchtet die Gruppe. Mais-Monokulturen und Straßenschäden seien weitere Folge.

Mit Sorge sieht eine Gruppe Lebensmittel produzierender Landwirte aus der Gemeinde der Entwicklung Ganderkesees zu einem „Biogas-Vorzeigeort“ entgegen. Die sieben Bauern, die sich erstmals in dieser Woche getroffen haben, fürchten sogar um ihre Existenz. Bis auf Weiteres wollen sie namentlich noch nicht in Erscheinung treten, sind der Redaktion allerdings bekannt. Die Landwirte wollen jetzt das Gespräch mit lokalen Politikern suchen, um diese über die Schattenseiten der Biogasproduktion zu informieren.

„Hoher Flächenbedarf“

„Die rosarote Darstellung der Biogasanlagenzukunft in Ganderkesee durch die Politiker ist völlig fehl am Platze!“, heißt es in einer Pressemitteilung der Landwirte, die aus verschiedenen Bereichen der Gemeinde kommen. Der hohe Flächenbedarf für den Maisanbau führe zu einem „enormen Verdrängungswettbewerb mit den Lebensmittel produzierenden Landwirten“. Und diese sehen sich angesichts der Förderungen für die Gas-Wirte auf Grundlage des Erneuerbare Energien Gesetz auf der Verliererseite.

Die Einschätzung der Kritiker beruht auf den aktuellen Planungen, wonach die Welsetal GmbH die Kapazität ihrer beiden Anlagen von ein auf drei Megawatt ausbauen sowie eine Ringleitung für Biogas um die Gemeinde zeihen will an die weitere Anlagen angeschlossen werden können. Mindestens sechs solcher Biogasanlagen mit einer Leistung von jeweils einem Megawatt sind im Gemeindegebiet geplant oder bereits bewilligt worden (die NWZ  berichtete).

Für den Betrieb der Biogasanlagen mit dann insgesamt neun Megawatt Leistung würden rund 3600 Hektar Maisacker benötigt, rechnen die Landwirte vor. Derzeit würden von der Gesamtfläche Ganderkesees (13 826 Hektar) rund 6000 als Ackerfläche und rund 3000 Hektar als Grünland genutzt. Rechne man den Bedarf an Mais an Viehfutter hinzu, entwickele sich „ein Großteil der Ackerfläche zu einer Art Monokultur mit all ihren negativen Folgen“. So gebe es im Winter überwiegend kahle Felder, neue Schädlinge und Unkräuter im Maisanbau würden hohe Kosten für den Pflanzenschutz nach sich ziehen. Auch sei ein deutliche Schwund an Tier- und Pflanzenarten zu befürchten.

Mehr Verkehr

Über diese Probleme hinaus sehen die Landwirte ein weiteres auf die Bevölkerung zukommen: den Verkehr. Um die „riesigen Mengen an Materialien“ (neben Mais andere pflanzliche Rohstoffe und Gülle) von insgesamt rund 432 000 Tonnen zu den Anlagen zu transportieren und die Reste wieder abzufahren seien rund 21 600 Fahrten notwendig. Die zu erwartenden Straßenschäden würden durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer bei weitem nicht gedeckt, prophezeien die Landwirte.    

(Quelle: http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Oldenburg/Ganderkesee/Artikel/2392525/Landwirte+warnen+vor+Biogas-Boom.html)

Geschrieben von Richard Ebert am
Bauer Bernie
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@ Richard Ebert [#1]

dazu wäre noch die Energiebilanz interessant. Wie viel Energie wird tatsächlich verbraucht um 1 kw aus der Biogasanlage zu erhalten?

Allein 10% des produzierten Stroms werden benötigt um Rührwerke und Schnecken sowie die Einbringtechnik anzutreiben.

Dann die ganze Kraft für die Erzeugung des Maises. Die unbändige Kraft die benötigt wird um den Mais klein zu häckseln nicht selten sind Häcksler mit fast 1000 PS auf dem Feld.

Nicht zu vergessen den Transport. Die 936 er Varios mit Abschiebewägen bzw. Mulden laufen auch nicht von Luft und Liebe. Genauso die Radlader und Walzschlepper.
Wenn Getreide mit vergast wird muß geschrotet oder gequetscht werden. Pro Tonne braucht eine fahrbare Mahl und Mischanlage auch um die 4 Liter Diesel.

Wenn man das alles zusammenrechnet ist die Ökobilanz mit Sicherheit gar nicht so gut.

Es wäre interessant wenn hier jemand Zahlen hätte

Mfg
BB

PS.: Ich finde nicht, daß die Biogasgeschichte sinnlos ist. Im Gegenteil es ist wichtig hier weiterzumachen. Nur sollte es auch effektiv geschehen, und nicht gnadenlos übersubventioniert werden.

Richard Ebert
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Renditekiller heißer Sommer für Bio-Gasanlagen?

(26.07.10) - Haben Sie noch eigene Streuobst-Wiesen? Pflanzen Sie Kartoffeln an? Kleingärtner wie Groß-Bauern schlagen Alarm, denn die Ernte-Aussichten dieses Jahr sind in vielen Fällen äußerst unbefriedigend.

Was der Hobby-Gärtner durch den Gang in den Supermarkt wieder ausgleichen kann, ist für die Betreiber von Bio-Gasanlagen möglicherweise ein schwerer Schlag.

Nach Angaben des Fachverbandes Biogas versorgen derzeit in Deutschland rund 5.000 Biogas-Anlagen insgesamt ca. 3,5 Millionen Haushalte mit regenerativem Strom. Aufgrund energetischer Eigenschaften ist Mais zur Erzeugung von Biogas das beliebteste Grundmittel.

Vieles spricht aber derzeit für die Gelassenheit in der Branche. Zum einen ist Mais innerhalb von nur wenigen Wochen substituierbar. Er kann schnell durch die nahezu gleichwertigen Substrate Gras, Zuckerrübe oder Getreide ersetzt werden.

Zum anderen sind die Vorratslager durch die beiden überdurchschnittlichen Erntejahre 2008 und 2009 noch gut gefüllt. Das ist auch an der Preissituation absehbar, denn der Preis für Mais liegt noch immer deutlich unter dem Niveau von vor drei Jahren.

Für den Anleger, der in Biomasse-Fonds investiert ist, gilt also ruhig bleiben. Noch sind die Erträge nicht in ernsthafter Gefahr. Auch Fabian Lorenz vom börsennotierten Unternehmen KTG Agrar AG sieht keine Gefahr, denn zum einen sei es ohnehin zu früh, um über die Ernte reden zu können. Zum anderen sind die Bauern an wetterabhängige Ernten gewöhnt und hätten Vorräte gebildet.

Und im Zweifel klärt eine Nachfrage beim Fondsanbieter über die tatsächliche Situation auf.

(Quelle: http://www.blog.gruenesgeld.net/2010/07/renditekiller-heiser-sommer-fur-bio-gasanlagen/)

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hat wohl keiner belastbare Zahlen ?

Ich schätze mal man verbrät mindestens 2/3 an Energie um 1/3 herauszuholen.

Mfg
BB

bbw
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@ Bauer Bernie [#4]

Hallo,

sie wollen belastbare Zahlen.
Hier sind sie.

Eigenstromverbrauch 6 % incl. BHKW
Produktion Mais incl. Ernte 130 l / ha
Einbau ins Silo 15 l / ha

Rechnen wir jetzt weiter.

Anlage mit BHKW 625 kw el.
Substratbedarf 12410 to / a
Flächenbedarf bei 50 to / ha 248 ha / a

Energieaufwand auf dem Feld 35.989 l / a
Eigenstrombedarf 312.075 kwh / a

Dem stehen gegenüber:

Stromproduktion: 5.201.250 kwh / a
Wärmeproduktion: 5.721.000 kwh / a

Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass wir ca. 70 % der verfügbaren Wärme aktiv verkaufen, dann entspricht dies einer Heizölersparnis bei den Kunden von

400.477 l / a

So, dies sind die belastbaren Zahlen.

In Zukunft sollten sie vielleicht erst rechnen und dann polemische Artikel schreiben.

Viele Grüße

Thomas

picprofi
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@ bbw

Du rechnest Dir aber ja auch gut was vor .
Für 625 Kw brauchste mehr wie 250 ha , bei uns sagen alle für 500 KW 250 ha.
Erntest Du im durchschnitt 50 to/ ha , na dann herzlichen Glückwunsch .
Das mit dem Diesel glaub ich auch nicht. Die fahren doch bis zu 20 km weit den Mais her.
Hast gar nicht geschrieben wo das Gärsubstrat bleibt, dat kostet und braucht keinen
Diesel ?
Und zuguter letzt , wieviele der bestehenden Anlagen nutzen oder verkaufen 70 % der Wärme.
Aber so wird jedem vorgerechnet das man so ein Ding bauen muss.

mfg picprofi

bbw
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@ picprofi [#6]

Wir gehen bei unseren Konzepten folgendermaßen vor.

1: Akquise des Wärmekunden und Vertragsabschluss mit diesem.
2: Danach werden alle Landwirte im Umkreis von 10 km !!! zu einer Infoveranstaltung
eingeladen. Die durchschnittliche Entfernung Anlage / Feld beträgt 6,8 km.
3: Bau der Anlage in der Nähe der Wärmekunden.

Auf diese Weise nutzen wir in unseren Anlagen zwischen 60 und 100 % der freien Wärme. Wer es nicht glaubt ist herzlich eingeladen.

Erträge Mais.
Stimmt nicht alle Jahre werden 50 to / Mais je ha geerntet. Trotzdem reichen die 250 ha aus. Der Grund ist einfach. Neben Mais werden HTK, fusariumbelastetes Getreide, Kornkäferpartien und natürlich Gülle eingesetzt.

Gärsubstrat:
In unserer Region ist der Gärrest wertvoller Dünger. Wenn wir ihn nicht in der BGA hätten so müsste dieser erst unter hohem Energieaufwand erzeugt und dann durch halb Europa gekarrt werden, je nachdem wo die Prod.anlagen stehen. Insofern habe ich diesen aus der Bewertung raus gelassen.

Zu guter Letzt. Auch ich bin Landwirt und insofern verstehe ich den Ärger der aufkommt, wenn man als Schweinemäster nicht mehr alleine der Platzhirsch auf dem Pachtmarkt ist.

mfg
Thomas

Muehlenbach
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Selbst in unserer Gegend wird der Mais aus max 5-10 km Entfernung hergeholt; es sei denn; der Anlagenbetreiber ist so hochnäsig und bekommt kein Mais von den umliegenden Landwirten.
Bei der Schweinemast wird auch nicht von bis gerechnet; alleine der Aufwand für das Soja aus Brasilien.
Und wenn wir schon am schlecht rechnen sind; dann müssen wir auch sämtlichen Energieaufwand von der Herstellung der Biogasanlage bis hin zum Abbruch rechnen.
Ich denke mal; aufwändiger "Energie" vergeuden kann man nur mit Bullenmast.
Wir müssen eindeutig (leider) die Fakten sehen:
Der Verbraucher will Strom; und keine Lebensmittel; für ersteres wird er bezahlen ( müssen); für zweiteres nicht.

Wie war noch der Kommentar der Biogasbranche bezüglich der Dikussion um die Kartoffelflächen von Wernsing:" Wenn die weiterhin Kartoffeln haben wollen; dann müssen die dafür mehr bezahlen.Dann reglet sich alles von selbest".
Und genauso wird es auch kommen; Biogasanlagenbetreiber müssen dieses und v.a. nächstes Jahr tiefer in die Tasche greifen; weil die Vorzüglichkeit von z.B. Raps gegenüber Energiemais viel höher ist; auch Körnermais wird sehr hoch gehandelt.
Interessanterweise kommt die "Miesmacherei" immer nur von "vorgeschobenen" Landwirten und v.a. von der Industrie; die ihre Felle davon schwimmen sieht ( sprich das Geld verdienen).
Bis vor zwei Jahren war hier der Pachthirsch der grosse Gemüsebauer; der hat sämtliche Preise um 30% überboten.
Heute muss dieser Betrieb seine Flächen aus weitaus grösserer Entfernung anpachten, weil er ebend nicht mehr die höchsten Preise bezahlt; und den Boden nebenbei ganz schön auslaugt.
Viele Schweinemäster hier sagen sich "s......egal"; weil die meisten eh gewerblich sind; die bauen dann noch Energiemais an; weil keine Arbeit; viel Gülle; sicheres Geld.
Und die meckern komischerweise garnicht.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Bauer Bernie
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12 Jahre 6 Monate

@ bbw [#5]

Ich bat um Zahlen, da ich die nicht habe. In meinem "polemischen" Artikel habe ich lediglich den für jedermann sichtbaren Energieaufwand aufgezählt.
In einem Artikel vom Süddeutschen Biogasfachmann Manfred Dederer spricht dieser von 9 % Eigenstromverbrauch als gutem Wert. Da sind sie mit Ihren 6 % ja spitze.

Zur Wärme: Ich kenne einige Anlagen, die ihre riesige Maschinenhalle heizen, oder pro forma eine Hackschnitzelwagentrocknung gebaut haben nur um der Kontrolle zu genügen.

Mfg
BB

bbw
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12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#9]

Ja die Anlagen kenne ich auch.

Aber nach dem neuen EEG hat man da nen Riegel vorgeschoben und das ist auch gut so.

Es ist wie überall. Ein paar schwarze Schafe machen die ganze Branche mies. Aber dafür hat man ja jetzt die Umweltgutachter. Hoffentlich bringts was.

Viele Grüße

Thomas

Franz
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12 Jahre 6 Monate

@ bbw

Meiner Meinung nach muss beim Biogas aus Mais noch sehr viel mehr berücksichtigt werden als das bisschen Diesel. Das hat noch niemand gemacht, weil es wohl recht kompliziert ist.

1. Durch zusätzliche N-Düngung verursachtes Lachgas 1-2% Emission mal Faktor 300Kg CO2
2. Durch zusätzliche N Produktion verbrauchte Fossile Energieträger. 1Kg N benötigt ca. 2 Kg Erdgas/Biogas
3. Weltweiter Ersatz von NR-Ackerflächen auf Kosten des Regenwaldes. Beispiel Ölpalmenanbau Indonesien, legale Urwaldrodungen in Brasilien
4. Wohlstandverluste des Konsumenten durch Einspeisevergütung und steigende Lebensmittel.
5. Pflanzenschutzmittel Einsatz

Biogas aus Abfällen und Gülle macht unbestritten Sinn. Aber wie der Chemie Nobelpreisträger Paul Crutzen schon vor Jahren den Unsinn der Biospritproduktion entlarvte (reine Mengenanalyse ohne Nachfrageeffekte) könnte das dem Biogas auch blühen, wenn Nachfrage und Substitutionseffekte einbezogen werden.

Als Landwirt ist Biogas aber ja eine Überlegung wert. Der eine oder Andere sollte sich das echt überlegen nicht lieber eine Biogasanlage zu bauen, anstatt sich auf den 2000 Maststall zu fixieren. Fragt mal eure Steuerberater aus. Im letzten Jahr absolut super Renditen.

Gruß

bbw
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12 Jahre 6 Monate

@ Franz [#11]

Ich möchte kurz Stellung zu den einzelnen Punkten nehmen.

1. Im Betrieb der Biogasanlagen bleiben alle Nährstoffe erhalten. Erst wenn die Gärreste
auf die Felder ausgebracht werden, kommt es beim N zu Verlusten, die es sicherlich durch
optimierte Ausbringverfahren noch zu verringern gilt. In unseren Anlagen wird die
N-Bilanz jedoch dadurch ausgeglichen, dass wir HTK aus Überschussregionen bekommen.
Dieser bringt zum einen Methangas welches sonst die Umwelt belasten würde und zum
anderen gleicht es bei uns wie gesagt die Ausbringverluste des N aus.
2. dto.
3. Hm, Regenwald wird schon seit Jahrhunderten abgeholzt. Ob man den Biogasanlagen das
jetzt in die Schuhe schieben soll? Fakt ist aber auch. Vor 5 Jahren hatten wir in D
noch Flächenstillleugngsprogramme in der Größenordnung von 5 - 10 %. Die Fläche, die in
D momentan für Biogasanlagen gebracht wird liegt bei ca. 3 % der Ackerfläche. Selbst der
Rapsanbau für die Biodieselproduktion liegt noch darüber. Wieso schimpft eigentlich
niemand darüber.
Schließlich bringt der im Vergleich zu Biogas nur ein Drittel der Energie. Und N wird
noch deutlich mehr gedüngt.
4. Dies ist schwer zu greifen. Zwei Gedanken dazu.
a; Durch Biogas steigen keine Lebensmittelpreise. Wieso? Ganz einfach. Wir haben
weltweit noch viele Millionen ha Ackerfläche die nicht bestellt werden weil es sich
einfach nicht rentiert. Erst wenn die Preise ( leicht ) steigen, dann werden diese
Flächen in Produktion genommen. ( Siehe WW-Preise 2007 ) Und just in dem Moment in
dem es sich nicht mehr rentiert werden die Flächen eben nicht mehr bebaut. Wir dürfen
hier nicht von unseren hohen Preisen in Europa ausgehen wo der W 12,-- € kostet.
In der Ukraine bekan der Landwirt in letzten Jahr gerade mal 7,-- €.
b; Unbestritten ist, dass die fossilen Energieträger zur Neige gehen. Aus diesem Grunde
müssen wir lernen. Lernen wie wir die Lücke in den nächsten 20 Jahren schließen
können. In Zukunft wird unsere Energieproduktion aus einem Mix bestehen. Dieser wird
sich zusammensetzten aus Wind, Wasser, Sonne, Biogas, Gezeitenkraftwerken, Geothermie
usw. . Dazu kommt dann noch der Rest der bis dahin verbliebenen fossilen Vorkommen.
Aber wenn wir heute nicht anfangen zu lernen, dann werden wir es in den nächsten
Jahren nicht schaffen die Lücke zu schließen.

Der von Ihnen beschriebene Wohlstandsverlust wird dann erheblich stärker ausfallen als wenn man heute bei der Stromrechnung 1 cent/kwh mehr bezahlt.

Ihre Aussage, dass sich Biogas rentiert stimme ich voll zu wenn das Konzept vernünftig ist.
Einfach mal machen funktioniert hier allerdings genauso wenig wie in anderen Bereichen. Wer sich in der Substratversorgung nicht sauber aufstellt oder die Wärme nicht nutzt bekommt schneller ein Problem als ihn lieb ist.

Grüße
Thomas

hfx0
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Hallo,

ein anderer Aspekt bzgl. Biogas wäre derzeit noch die Empfehlung der Clearingstelle von Mitte Juli.

Lt. Empfehlung sollten alle Erweiterungen von bestehenden Anlagen die über die Jahresfrist (ähnlich PV) erfolgen als Neuanlage mit VOLLER !! Vergütung (also bis 150 hoher Strompreis) gerechnet werden. Wenn das so kommt dann Viehhaltung gute Nacht. Dann werden sicherlich jedes Jahr 600-1000 Anlage(erweiterungen) hinzukommen.

D
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12 Jahre 6 Monate

@ hfx0

Dem wird sicherlich nicht so sein, da die meisten Anlagen auf priv. Basis im Außenbereich, (sprich 500 kWel) genehmigt und auch schon mit dieser Leistung betrieben werden. Für eine Erweiterung ist also in jedem Fall eine Ausweisung als Sondergebiet erforderlich. Und hier ist der Anlagenbetreiber vom politschen Willen der jeweiligen Gebietskörperschaft abhängig. Außerdem breauchen die auch bei gutem Willen "Zeit". Daher sehe ich keine "dramatischen" Auswirkungen dieser Auslegung, zumindest nicht in den betroffenen "viehdichten Regionen".

hfx0
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ futtermeister

Das mit den 500 kw Anlagen lasse ich gelten, aber die "Hofbiogasanlagen" mit 150-190, die nicht geplant hatten grösser zu werden stocken dann auf 500 kw auf. 2010 einmal 190 und 2011 nochmal 190 (ein Reservemotor).
Lassen dann die 500 kw abgzl Eigenstrom also 450 kw zu je 3 Aggregate (3*150 kw Verkaufsstrom) laufen. Und fahren dann 140000 € mehr Stromgeld rein, als die bestehenden 500 kw Anlagen, die auch 30% Gülle einsetzen.

Das war eigentlich nicht im Sinne der Erfinder des Güllebonus!

Saubauer
Mitglied seit
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In meiner Region wollen auch 3 Anlagen von 500 auf 800 KW erweitern und müssen die Hofstelle im Außenbereich als " Sondernutzungsgebiet" genehmigen lassen mit örtlicher Auslage der Pläne usw.usw.
Aber mal die Frage,bei Getreidepreisen über 16.- Eur soll es doch nicht mehr Wirtschaftlich sein Getreide einzusetzen und unsere Maisbestände haben auch unter der Trockenheit gelitten und bringen sicher 10-20 % weniger Masse!
Beginnen hier die Probleme für die " Großanlagen"?

MfG Saubauer

Franz
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@ Saubauer

wohl noch nicht. Die Einspeisevergütung ist doch beim letzten Preishoch für Agrarrohstoffe angepasst worden, und beim letztem Tief nicht wieder abgesenkt worden. Gute Anlagen sollen den Mais letztes Jahr mit ca. 2000 €/ha verwertet haben (Aussage meines Buchhalters).
Das sollte noch Rund laufen. Außerdem sind in den Trockengebieten sicherlich günstig Bestände zu bekommen bei denen sich das dreschen als CCM oder Körnermais nicht lohnt. So war es jedenfalls hier in (nagel mich nicht auf das genaue Jahr fest) 2006.

Gruß

Richard Ebert
Mitglied seit
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Biogasanlagen nicht schuld an höheren Pommes-Preisen

Strom-Magazin.de, Berlin (29.07.10) - Die Biogasbranche wehrt sich vehement gegen Vorwürfe, Biogasanlagen seien schuld an höheren Kartoffelpreisen. In der vergangenen Woche hatte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) mit dem Verweis auf steigende Pachtpreise eine entsprechende Meldung verbreitet.

Schlagzeilen wie "Biogasanlagen machen Pommes teurer" waren die Folge. "Der Vorwurf ist unhaltbar und gefährdet die Arbeitsplätze einer Branche, die entscheidend zur klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung sowie zur Wertschöpfung im ländlichen Raum beiträgt", erklärte Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Biogasrates, und forderte die Kartoffelindustrie zum konstruktiven Dialog auf. Eine Verunglimpfung der Biogasbranche und eine Verunsicherung der Verbraucher wegen eines Preisanstiegs von einem Cent pro Kilogramm Kartoffeln sei "nicht förderlich".

Kuh;Bioenergie Bislang gebe es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der Errichtung von Biogasanlagen und dem Anstieg des Pachtpreisniveaus, so Schultz mit Bezug auf eine Umfrage des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums vom Sommer 2009. Selbst in Regionen mit einer hohen Konzentration an Biogasanlagen hatten betroffene Landwirte in der Befragung in erster Linie die zunehmende Zahl großer Betriebe, hohe Viehbesatzdichten sowie den vergangenen "Boom" in der Landwirtschaft als Ursachen für den Anstieg der Pachtpreise genannt. In vielen Regionen mit hohen Pachtpreisen war zudem bereits ohne Biogas ein hohes Preisniveau gegeben, wie vergangene Erhebungen belegten.

"Das vergangene Preishoch auf den Agrarrohstoffmärkten hat ganz klar dazu beigetragen, dass viele landwirtschaftliche Betriebe durch höhere Erlöse in der Lage waren, höhere Pachten zu zahlen. Dies hat einen Preisauftrieb bei Ackerflächen verursacht", so Biogasrat-Geschäftsführer Schultz. Der Biogasbranche dafür die Schuld in die Schuhe zu schieben, sei unredlich, zumal Biogasanlagenbetreiber in der Summe nur drei Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für den Anbau von Biogaspflanzen zur Biogaserzeugung nutzten.

Mehr zum Thema Biogas nicht schuld an höheren Pommes-Preisen auf http://www.strom-magazin.de

(Quelle: http://www.strom-magazin.de/strommarkt/biogasanlagen-nicht-schuld-an-hoeheren-pommes-preisen_28734.html)

Saubauer
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12 Jahre 6 Monate

Laut einem Pressebericht für den Landhandel ist eine Senkung des "Nawarobonus" sehr sicher nur die Höhe der Senkung ist noch nicht klar.

Zuerst wurde sogar von einer Streichung gesprochen,was aber sicher einige Insolvenzen nach sich ziehen würde!

MfG S.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Saubauer2 [#19]

Meine Meinung ist unverändert: Investitionen in was auch immer nur dann, wenn sich diese auch ohne Subventionen aller Art lohnen.

Der Staat wird künftig immer weniger subventionieren können - die Kassen sind leer.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Sehen Sie Herr Ebert; wenn man nur in etwas investieren sollte; was ohne Subventionen auskommen wird; dann wird so manches auch in der Industrie nicht gemacht.

Zudem; der Staat "subventioniert" die Biogasbranche nicht; er schafft nur die Rahmenbedingungen.

Gezahlt wird das vom ganz normalen Verbraucher; ob nun Biogas oder Strom aus AKWs; beide Verfahren sind im Gesamtkonzept sehr teuer.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Richard Ebert [#20]

Weil ich bisher der gleichen Meinung war, haben wir noch keine Methangasanlage gebaut!
Obwohl wir seit 2000 eine Anlage geplant haben ( damals 80 KW )
Aber ich habe in den letzten Jahren erlebt,daß diese Biogaslobby und der Bau der Anlagen von der Bevölkreung und der Politik gewünscht sind!
Wenn ich 2000 Schweinemastplätze errichten will kommen kommen Behördenvertreter ohne Ende auf den Hof und fast jeder hat irgend ein " Hirngespinst "
- Waldabstand
- Abstand zum Nachbar ( ist ja OK und Wichtig aber Waldabstand muß 50 mtr mehr betragen!)
- Gülleflächen
- Rodung der eigenen angrenzenden Wald und Unlandfläche
- Einzäunung mit Wilschweinsicheren Zaun 1,80höhe +0,20 tiefe in den Boden
- 2 getrennte Stallduschen für mänl und weibl. Mitarbeiter oder Tierärzte!

Jetzt höhre ich auf !sonst wird es bunt!

Außerdem bezahlt den teueren Strom doch nicht der Staat sonden der Verbraucher direkt.
Die Entsorgung der Transport von Atomaren Rückständen und diese Lagerung bezahlt der Staat,ja sogar die Läger gehöhren den Stromgiganten und WIR alle zahlen für die Lagerung !

MfG Saubauer

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