Richard Ebert
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Biogas: Lässt Pachtpreise und Kosten der Landwirte steigen

Nichts gegen Biogas, aber ... - Sittenser Landwirt spricht über seine Sorgen mit Großanlagen

Von Stephan Voigt

Rotenburger Rundschau, Sittensen [auszugsweise] (31.03.10) - [...] Treiber warnt zudem vor zusätzlichen Kosten für die Landwirte. Durch den Anbau von Biomais steigen die Pachtpreise, weil mit dem Mais mehr Geld zu verdienen ist als mit Getreide, so Treiber. Bei ihm sei auch schon ein Verpächter vorstellig geworden, der mehr Geld verlangte. "Ungefähr 25 Prozent mehr wollte er haben. Da ich aber immer pünktlich gezahlt habe und lange mit ihm zusammenarbeite, konnte ich das erstmal abwenden. Wir reden nochmal, wenn die Anlage tatsächlich gebaut ist“, so der Landwirt.

Ebenfalls ein Grund gegen seine Investition in die große Biogasanlage ist, dass der Getreidepreis derzeit sehr niedrig sei und praktisch nur steigen könne. "Wenn der Getreidepreis im Vergleich zum Mais aufholt, hätte ich gleich beim Getreide bleiben können“, so Treiber.

Die Zunahme des Maisanbaus bringe unvorhersehbare Gefahren mit sich: Veränderungen in der Schädlingszusammensetzung und Probleme mit Wildschweinen.

Ein weiteres Problem für Treiber ist der Verlust seiner Flexibilität, weil er sich für 20 Jahre an die Biomethan Sittensen vertraglich hätte binden müssen. Ein langer Zeitraum. Er wäre dann verpflichtet, eine bestimmte Menge Mais für die Biogasanlage zu liefern. Wenn der Mais zum Beispiel durch Klimaveränderungen nicht wächst wie gewünscht, müsste mehr davon angebaut werden, um auf die vertraglich festgeschriebene Menge zu kommen. "Wenn ich meine ganzen Flächen in Gas verballere, kann ich meine Tiere nicht versorgen“, so Treiber. Dies würde zum Steigen der Futterpreise führen, was viele Landwirte finanziell stark belasten würde. Treiber: "Mit Gas kann ich keine Tiere mästen.“

Zudem sei nicht sicher, wie sich Gaspreis und Verbraucherverhalten in 20 Jahren entwickeln. "Gazprom baut eine Leitung nach Europa. Die werden günstiger sein als Biogas. Ich glaube nicht, dass die Verbraucher 20 Jahre lang mehr zahlen, nur weil es Biogas ist“, so Treiber.

(Quelle, auszugsweise: http://www.rotenburger-rundschau.de/redaktion/redaktion/aktuell/data_anzeigen.php?dataid=76974

Geschrieben von Richard Ebert am
Saubauer
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@ Richard Ebert [#1]

Ich habe seit Jahren auch immer in diese Richtung gedacht !! Aber es scheint immer mehr in die Richtung zu gehen,daß ich nur noch mit Biogas (und Schweinen) konkurezfähig bleibe!!
Ich war auf einem Intensivseminar für Biogas und habe mich auch mal in diese Richtung informiert.Es scheint auch vor 2012 keine Änderungen des EEG zu geben und somit ist die Rechnung für mittlere Anlagen bis 190 KW sehr gut und einfach.
Dort kann mich der LEH mal gerne haben! Wenn man uns mit Tierproduktion nichts verdienen lassen will sollte jeder LW eine Biogasanlage mit 50-100 KW haben.( Aussage eines Biogaspioniers).
Sogar die ersten großen Molkereien merken,daß etws nicht ganz stimmt und haben Sorge wo kommt in 5-10 Jahren die Milch her??
Betriebe mit 80-100 MK erweitern nicht mehr sondern bauen Biogas!
Bei fast jeder Pachtverlängerung sagen mir die Eigentümer " Wenn du nicht mehr bezahlen kannst gehe ich zum Biogaser!"
Mit + 100 Eur je ha muß ich "glücklich und dankbar"nach Hause gehen!

Wenn die Schweine nicht bald in ein anderes langfristiges Preisgefüge d.h über 1,50 Eur steigen werde viele in Biogas machen um weiter bestehen zu können.

Frohe Ostern wünscht
Saubauer

P.S. Danke für die Bewertung bei der Umfrage

Spekulatius_Maximus
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@ Saubauer2 [#2]

Biogas ist politischer Wille. Ob man es mag oder nicht. Ich kenne Berufskollegen, die noch vor kurzem vehement gegen Biogasanlagen in unserer Gegend protestiert haben und nun selber ein bauen, weil z.B. die Milch nicht ausreichend Chancen für den Junior bieten würde. Sie resignieren und machen den Wahnsinn mit, weil er scheinbar sichere Rendite bringt.

--- Du hast Dir Dein Dreieck redlich verdient!

Muehlenbach
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Mal was nebenbei:http://www.ftd.de/wissen/natur/:erneuerbare-energien-schlammschlacht-um-guellekraftwerke/50095484.html

Dennoch; bei der Biogassituation kommt irgendwann genau das auf; was wir Schweinemäster schon haben: Enorme Konkurrenz.
Schon jetzt sind in unserer Ecke 30% der Ackerfläche für Biogasanlagen; nächstes Jahr 60%.
Dann ist Ende im Gelände; weil 10% hat ein Gemüsebauer; die restlichen 30% sind alles Eigentumländereien bestehender Betriebe; heisst die sind raus aus dem Pachtpoker; während in 2008 nur ganz vereinzelt Land zu verpachten war kann man nun wöchentlich grosse Mengen pachten.
Pachtzeiträume fünf Jahre.
Was kommt denn nun wenn noch mehr Anlagen kommen; bzw. bestehende vergrössert werden:
Dann kostet der ha in zwei Jahren nicht 1200 Euro; sondern 2000 Euro Pacht.
Dann kanibalisieren die sich gegenseitig.
Nur mit "Eigenland" ist die Situation recht sicher; denn "Eigenland" kann einem keiner nehmen.
Dieses mussten mehrere Schweinemäster hier nun auch erleben; als die Pachtflächen flöten gegangen sind; und die mangels Fläche Gewerblich wurden.
Die sind nun auch "am klagen"; was vorher nie so zu hören war.

So oder so sind vor allem die Schweinemäster die grössten Verlierer neben den Milchkühen.
Aber man sollte nicht mit Steinen werfen; wer im Glashaus sitzt.
Meine Einstellung zu Biogas hat sich auch geändert.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Ackerspezi
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12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#4]

Hauptsache, dass Herr Mä... die Preise auch weiter bezahlen kann. Hinzu kommt der wesentlich schlechtere Bodenzustand für sein Gemüsr nach Maisvorfrucht. Ich denke nicht, dass er dem entspasnnt zuschaut. Dann verdrängt tatsächlich die Planwirtschaft due Marktwirtschaft- und das im grossen Stil. Ich sehe diese Entwicklung mit grosser Sorge, gerade weil die Verpächter immer besser informiert sind und immer weniger auf langfristige Bindungen setzen denn auf die schnelle Mark. Das Problem ist: Dem Biogas ist einmal von der Politik geholfen worden- das werden die Biogaser in jeder schwierigen Lage wieder einforden können. Die Lobby dafür ist sehr stark. wenn man jetzt sieht, was mit dem Landschaftspflegebonus passiert, ist das schon aberwitzig. Jeder Milchviehhalter betreibt 10 mal mehr Landschaftspflege, bekommt gerade mal 40 €/ha aus dem Kuhschwanztopf. Bei 2 cent pro kwh Pflegebonus kassiert eine 500-er Anlage schlappe 80Tsd €. Man fragt sich, wer da bei der Clearingstelle sitzt.
Jedenfalls: Noch zwei solche Jahre mit niedrigen Getreidepreisen und wir haben eine andere Landwirtschaft in D, die wir die nächsten 20 vielleicht noch bereuen werden.

Muehlenbach
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Ackerspezi; dein besagter Herr hat in der Tat Probleme mit dem ganzen treiben in Süd-Oldenburg.Das ist der zweite Schuss gegen den Bug; der er in den letzten Jahren verkraften musste.
Der erste kam; als die Finanzämter die sog. Anbauverträge nicht mehr anerkannt haben; also konnten die Landwirte nicht mehr für ihn anbauen; sondern mussten verpachten.
Damit einhergehend haben diese dann die Vieheinheiten verloren; was ganz besondere Probleme verursacht.
Als Konsequenz daraus hat besagte Firma andere Flächen angepachtet; damit die Landwirte Tauschflächen bekommen konnten; da man nicht jährlich die Infrastruktur ändern kann ( Stichwort Beregnung/ Brunnenbau).
Dann gibt es noch bestimmte Gebiete; da kann die Firma garnicht mehr anpachten zum Gemüseanbau; da bestimmte Industriebetriebe aus dem Landwirtschaftlich nachgelagerten Bereich enorme Mengen an Wasser abziehen und es dort keine Bewässerungsrechte mehr gibt.
Jetzt kommen die ganzen Biogasanlagen...

Aber egal; auch wenn die Getreidepreise weiterhin so bleiben ( ich könnte jetzt sagen hoffentlich für uns Schweinemäster; allerdings muss man sagen; wenn etwas am Preis höher ist bedeutet das eine bessere Wertschöpfung für die Landwirte); es werden genügend Landwirte weitermachen; warum auch nicht.

Interessanter wird es ab 2013.
Dann stellt sich für mich die Frage; ob es zwei Arten von Landwirten geben wird; wenn die GAP-Zuzahlungen aufgrund der Harmonisierung in der EU abgeschmolzen werden.
Da währen zum einen die Biogasbetreiber; die irgendwann auf irgendwelche
CC-Anforderungen verzichten werden wenn es deutlich weniger Flächenprämie gibt; und zum anderen die "konventionellen" Landwirte; sich sich; um die 150 Euro GAP zu sichern sich dumm und dämlich dokumentieren müssen mit einem sehr hohen Aufwand an Technik ( Stichwort Pflanzenschutzbehandlungen mit GPS in Echtzeit zur Datensicherung); um für einen Hungerlohn Getreide zu produzieren; wohin gegen sich der Landwirt aus der Ukraine; oder Russland; oder Brasilien diese Art der "Gängelung" nicht zu Fürchten braucht ( gut; die haben dann immernoch andere Probleme).
Oder wird es dann die ganzen Zuschläge nur auf Basis CC-Vorgaben geben?

Auch wenn es in naher Zukunft auch für Biogas die Nachhaltigkeit zu beweisen gillt; dann ist es immernoch die Frage ob für den gesammten Input oder nur die Zukaufware.
Und ob es bei Nicht-Erfüllung Abschläge gibt?
Normal ist Vertrag Vertrag aufgrund der dann geltenden Bestimmungen.
Wenn dem so währe; dann hätten wir den o.g. Punkt der Zwei-Klassen-Landwirte.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#4]

@ Muehlenbach [#6]

Ich stimme Dir voll und ganz zu.
Zu Deinem Szenario, wer die freien Pachtflächen bewirtschaftet:

Auf den allermeisten Flächen wird auch weiterhin Mais angebaut werden und wenn dann (bald?) sich Maiszünsler oder gar Maisstengelbohrer breit machen und deshalb eine Fruchtfolge auf den Äckern vorgeschrieben wird, was dann? Muss dass EEG dann wieder novelliert werden? Gibt es dann einen Bonus für Transporte von Mais von Flächen die über 200 km entfernt sind?
----
Ich sehe die Biogasanlagen immer noch sehr skeptisch, kann aber meine Berufskollegen verstehen, die in diesem Bereich investieren. Wenn die Pachtpreise weiter steigen, werde ich einen Großteil meiner Flächen verpachten und meine komplette Viehhaltung gewerblich fahren. Die Pachtverträge, die in den nächsten Jahren auslaufen, werde ich wahrscheinlich nicht zum aktuellen Pachtzins weiter bewirtschaften.

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

An die Nachhaltigkeit der Flächenbewirtschaftung hat noch kein Verpächter gedacht, der jetzt auf kurzfristige Pachtverträge setzt. Dannist es wie bei einem kneipenpächter, dessen Pachtvertrag immer nur um ein Jahr verlängert wird. Der wird eine Teufel tun und nur das nötigste in die Kneipe investieren. Der Pächter vonm LN wird demzufolge nichts für die Humus und nur wenige für die Grundnährstoffversorgung tun.Warum soll mein Nachpächter sich mit fremden Lorbeeren schmücken dürfen.

Wir hatte 2007 Baurecht für eine 350 KW- Biogasanlage. Die Pläne haben wir eingestampft. Warum soll ich jetzt eine unrentabelen Bereich (Milchkühe) mit Hilfe einer Biogasanlage subventionieren. Wenn die erstmal steht, ist das wie eine Lebensversicherung für die Milchproduktion. Und dann noch das EEG. Ich habe kein vertrauen in die Politik, das nicht vielleicht doch die derzeitige Vergütung auch für bestehende Anlagen abgesenkt wird.

und was CC betrifft. Wenn die Daumenschrauben nicht mehr ausreichend über die Flächenprämien angezogen werden können, dann geschieht das eben per Gesetz. Deshablb ist es trügerisch sich in sicherheit zu wiegen, wenn man eben ohne Prämien wirtschaftet. Dafür ist die Lobby der sog. naturschutzverbände zu groß. Die ideologische Verblendung nimmt zu.

In diesem Sinne
Fröhliches Osterfest
Geno-Bauer

wollewatz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Wer kennt sich denn aus mit der Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen? Gibt es irgendwelche Beispielsrechnungen oder tatsächliche Betriebszweigauswertungen?

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

wollewatz; es gibt viele Soll-Berechnungen; aber wenige neue Ist-Berechnungen( alte mit dem alten EEG gibt es zuhauf; und dort liefen 70% der Anlagen im Minus).
Es werden zwar die "zahlbaren Substratptreise" berechnet; aber schon sagen wir mal einen Dieselpreis anstatt von 1 Euro auf 1,20 Euro bei dementsprechenden Feldentfernungen kann eine eng gestrickte Kalkulation schon über den Haufen werfen.
Zudem sind die Ausfallkosten nicht ohne; die Standzeit vereinzelter Komponenten sind zu hinterfragen; die Umwelthaftpflicht wird mit Zunahme immer teurer ( expotentielle Steigerung der Anlagengrössen; zudem leider immer mehr "Missgeschicke"); auch nach diesem Winter werden vor allen hier im Landkreis die Lagerungsmengen wohl deutlich erhöht werden müssen; weil die es nicht gut gesehen haben; dass einige Betreiber Anfang Febr. auf Schnee gefahren haben; die haben zum Ordnungswiedrigkeitsverfahren die Auflage zur Erhöhung der Lagerkapazität bekommen...
Kurzum es ist wie so vieles in der Landwirtschaft: Je mehr man selber hat ( sei es Acker; oder Abnehmer der Wärme); desto gelassener kann man in die Zukunft sehen; und deshalb laufen v.a. die sog. Hofbiogasanlagen meist besser wie die ganz grossen Anlagen.
"Schädlich" ist leider immernoch ( wie in der Schweinemast) die Kostenseite der Anlagen; so ist eine 500kw "kaum" teurer wie eine 250kw ( wobei unter kaum teurer nur rund 400000 Euro liegen....).
Wenn du die "Berechnungen" der Anlagenhersteller zu Grunde legst; dann kannst du dir daraus deine eigene zaubern; indem du bestimmte Dinge real berechnen kannst ( vor allem die Substratpreise); die Abnahme der Wärme; die Abfuhr der Reststoffe ( ich hab in wenigen Berechnungen deren Kostenblock gefunden); verdoppele die Reperaturkosten und die Beratungskosten ( für den Güllebonus); dann hast du eine ungefähre Zahl.
Dennoch ist die Biogaserzeugung sehr interessant.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Aktuell zum Thema. Habe vor kurzem noch eine 7 ha Ackerfläche (30-35 Punkte S bis LS Boden) verloren. Habe bislang 600€/ha bezahlt, der Pachtvertrag läuft dieses Jahr aus. Im Nachbardorf sucht eine neu erbaute Biogasanlage noch neue Flächen. Diese soll für die jeweilige Fläche 1.200€/ha zahlen.

Das sind ganz andere Dimensionen! Seit Jahren gibt es hier Konkurrenzkämpfe zwischen großen Gemüsebauern und Biogaserzeugern. Da bleiben die Ackerbauern vollkommen auf der Strecke, diese können max. die Hälfte zahlen! Vieheinheiten gehen verloren und die gewerbliche Schweinemast wächst stetig an.

Wo das noch alles hinführen soll?

MfG

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo Leute,

interessant eure Beiträge zu lesen.
Auffallend ist aber, dass bisher nur Beiträge von Forumsteilnehmern geschrieben wurden die keine Biogasanlagen besitzen.
Vielleicht kann ich hier ein wenig Abwechslung reinbringen.
Zur Info:
Bin beteiligt seit 2005 an einer 625 kw Anlage ( zusammen mit 35 anderen Landwirten ).

Habe dann in 2007 zwei weitere 625kw Anlagen ans Netz gebracht und die eine davon schon in 2009 auf 1200 kw erweitert. Die andere Anlage wird noch in 2010 um eine Gaseinspeiseanlage um 1400 kw ergänzt. Diese zweite Gesellschaft ist auch eine Gemeinschaftsanlage die von 45 Landwirten gemeinsam betrieben wird.

In meinem thüringer Betrieb baue ich z.Zt.ebenfalls eine Einspeiseanlage mit 2000 kw el. Leistung. Hier sind wir nur zu zweit. Mein Nachbar und ich.

Und soll ich das beste sagen. Die Pachtpreise sind bisher nicht gestiegen. Man sollte sich halt vorher Gedanken machen was man tut.

Aber von vorne.
Wieso steigen bei uns die Pachtpreise nicht. Nun, der eine oder andere hat sich vielleicht gewundert, wieso so viele Bauern bei den Gesellschaften dabei sind.
Ganz einfach. Jeder beteiligt sich mit der Fläche und dem Kapital das er übrig hat. Dadurch ist gewährleistet, dass auf dem Pachtmarkt Ruhe herrscht. Obwohl die Anlagen gute Gewinne abwerfen werden die Landwirte nicht größenwahnsinnig. Der Grund ist folgender.
Es gab bisher noch keine großartigen Auszahlungen weil die Anlagen mit 75 % Frendkapital finanziert wurden und somit zuerst mal die Bank bedient werden muss. Auch verbrauchen die Erweiterungen immer wieder viel Eigenkaptital.

Alles in Allem bin ich gespannt wie es weiter geht. Bis jetzt bin ich sehr zuversichtlich.
Wie gesagt. Bei einer BGA ist das Konzept das man erarbeitet viel wichtiger als z.B. bei einem Schweinestall. Auch ich bin davon überzeugt, dass bei der nächsten Preishausse einige Anlagen kippen werden und damit ist nicht die Biologie gemeint. Denn wer 1200,-- € Pacht bezahlt braucht schon verdammt gute Einnahmen um dies für eine BGA zu rechnen.

Soviel fürs erste. Wenn Fragen einfach melden.

Thomas

BIGPIG
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo,

ich habe auch schon mal Überlegungen angestellt, mit einem oder zwei weiteren Landwirten in die Biogasproduktion einzusteigen. Doch bislang kommt von den Anderen kein positives Echo.

Wichtig ist bei einer Biogasanlage die Restwärmenutzung. Einige Biogasanlagen haben Schulen, Treibhäuser usw. als Abnehmer gefunden. Andere trocknen Feldfrüchte oder die Substrate der Anlage. Andere speisen das Gas in das öffentliche Netz ein. Dazu kommt die Beschaffung der Substrate. Ich bin der Meinung, dass eine Flächenpacht (1000 Euro und mehr/ha.) für eine Biogasanlage nicht von Vorteil sein kann, da die Anbau- und Erntekosten hinzu gerechnet werden müssen. Die Beschaffung durch Anbauverträge ist wesentlich kostengünstiger. Hier in unserem Gebiet hat man im vergangenen Jahr ca. 900-1000 Euro/ha. gezahlt.

Meine Fragen:

1.) lohnt sich eine Trocknungsanlage, oder ist die Einspeisung des Biogas in ein Netz rentabel?. Dabei sollen höhere Aufwendungen für die Gasreinigung verbunden sein. Die Reinigungsanlage soll sehr kostspielig sein!.

2.) durch die vermehrte Anzahl von Biogasanlagen, wird der Wettbewerb um die Ware Silomais zunehmen. Dadurch könnte der Anteil von Körnermais abnehmen. Dieses würde zu einer Preissteigerung im Sektor Körnermais führen. 2009 war dafür ein gutes Beispiel. Da der Preis für Silomais oftmals an den Preis für Körnermais gebunden ist, wird sich dadurch die Wirtschaftlichkeit der Anlagen verschlechtern?

3.) wie sieht die Zukunft aus, wenn die Fruchtfolge- oder Vielfalt vorgeschrieben wird?

4.) Gewerbebetriebe in der Landwirtschaft müssen in Zukunft Flächen für die Gülleverwertung nachweisen. Gilt dieses auch für die BGA?

5.) wenn ich jetzt in die Plannungen für eine BGA einsteige und die Anlage in 1-2 Jahren gebaut wird, ist dann nicht schon der Zug hierfür abgefahren?

mfg

Bigpig

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ BIGPIG [#13]

Hallo,

zu deinen Fragen:

1: Eine Einspeisung ist dann sinnvoll, wenn man die Wärme nicht verkaufen kann. Sollte es jedoch möglich sein, mehr als 50% der Wärme aktiv zu verkaufen, dann ist die direkte Verbrennung und Auskopplung der Wärme die bessere Alternative.

2: Die Wirtschaftlichkeit der Anlagen verschlechtert sich immer wenn die Substratpreise steigen.

3: Kommt auf die Gegend an. Bei uns ist Mais momentan noch eine Bereicherung für die Fruchtfolge (ca. 10 % der Gesamtfläche). In anderen Gegenden sieht es wohl anders aus.

4: Wahrscheinlich. Schließlich hat das Gärsubstrat ja auch Nährstoffe. Dies war übrigens eines der Argumente für mich, dass ich in Biogas eingestiegen bin. So konnte ich mein Düngerkonto entlasten. Hört sich für Betriebe in Südoldenburg sicherlich komisch an.

5: Wenn das Anlagenkonzept passt dann ist bis Ende 2011 noch alles im grünen Bereich. Was nach der Novellierung kommt weiß momentan noch niemand.

Thomas

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