georg2
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12 Jahre 9 Monate

Biogas vs. Veredelung

Ich möchte hier mal fragen wie es euch in euerer Region mit den Berufskollegen geht die in die Biogasbranche eingestiegen sind. Bei uns hier entsteht mächtig Druck auf die Ackerflächen, Pachtpreise steigen, neue Flächen sind kaum zu bekommen.

Versteht mich nicht falsch, dies soll hier keine Neiddiskussion sein, aber so wie die Einkommensunterschiede sind sehe ich eigentlich für die nächste Zeit keine Zukunfstsperspektive mehr. Das freie Spiel der Kräfte das uns immer so gerne vorgehalten wird ist in diesem Fall außer Kraft gesetzt und total in eine Richtung verschoben. Wir "normalen" Landwirte stehen nur noch staunend davor was z.Z. um uns herum in der Biogasbranche passiert.

Natürlich kann man jetzt sagen jeder hätte die Chance gehabt, aber ich finde dieses Argument springt einfach zu kurz.

Der Staat hat teils gewollt, teils aus Unwissendheit heraus die Parameter so verschoben, dass wir Veredler bei doppeltem Arbeitsaufwand nicht mal die Hälfte des Ertrags haben. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit ziemlich stark in Schweineproduktion investiert und so ein schnelles umsteuern in eine andere Richtung ist nicht möglich. Meinen Sohn kann ich auf alle Fälle nicht mit ruhigem Gewissen dazu raten in diesre Richtung eine Ausbildung zu beginnen.

Wie seht ihr die Dinge in eurer Gegend. Habe auch schon mit mehreren Politikern gesprochen die hinter vorgehaltener Hand mir durchaus Recht geben, aber betonen das z.Z. regenerative Energien für alle Parteien ein absolutes muß sind und sich keiner etwas dagegen sagen will.

Georg2

Geschrieben von georg2 am
D
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12 Jahre 9 Monate

Das Problem scheint mit vielmehr zu sein, daß
1) viele Biogaser schlicht nicht vernünftig rechnen können, denn sonst könnten sie nie und nimmer überhöhte Pachten zahlen. Aber Reparaturen, Ersatzinvestitionen, neuer Motor usw. fallen natürlich nicht in den ersten Jahren an. Da kann man dem Nachbarn mit diesen Rücklagen ja ruhig mal zeigen, wo der Hammer hängt... Zudem haben scheinbar einige auch nicht begriffen, daß die Vergütung fix ist und die nächsten zwanzig Jahre reichen muß. Wenn man die Kosten mal mit 2, 3, 4, 5 % jährlicher Inflation berechnet, löst sich vielen über die JAhre in Luft auf...
2) die Kosten/Erlös Relation in den übrigen Geschäftsfeldern der Ldw. schlicht unter aller Sau ist. Kein vernünftiger Unternehmer würde solche Geschäfte machen, wie wir Ldw. sie täglich tun. Aber auch hier tut die Politik nichts (z.B. für fairen Wettbewerb sorgen), weil nur so die Verbraucherpreise relativ unten gehalten werden.

Wie man seinen Betrieb entwickelt, hängt wie immer von vielen Faktoren ab. Wichtig scheint mir zu sein, das Hofvermögen zu erhalten und da kann es auch vernünftig sein, bei ungünstigen Rahmenbedingungen die eine oder andere Investition zu unterlassen, wenn sie sich nicht ausreichend rentiert.

Geno-Bauer
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12 Jahre 9 Monate

@ Futtermeister [#2]

Dem ganzen ist glaube ich nichts hinzuzufügen. Es fällt aber verdammt schwer nicht der Meute hinterherzurennen.

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Kleine Ergänzung: Ein BGA hat bei uns angefragt ob wir für 1,4 €/t das Silieren und für 0,5 €/t unseren Siloraum zur verfügung stellen. So wären die preise bei anderen. Ich sage bloß, dann können sie sich für diese Preise eine eigene Siloanlage bauen, wenn sie es denn können.

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Futtermeister [#2]

Ja auch ich als Landwirt mit Biogasanlagen möchte mich dem Beitrag anschließen.

Meiner Meinung nach sind aber nicht einzelne Biogasanlagen schuld an den steigenden Pachtpreisen sondern dass in manchen Regionen einfach zu viele davon stehen.

Hier möchte ich nochmals auf unser Modell verweisen. Wir haben Anlagen projektiert und dann alle !!! Landwirte im Umkreis von 10 km um die Anlage herum angesprochen ob sie sich beteiligen möchten. So konnten wir mit 46 Landwirten jetzt 3,5 MW erstellen und der Pachtpreis ist nicht gestiegen. Schließlich haben diese 46 Bauern genug Fläche um auch die
3,5 MW satt zu bekommen ohne auf dem Pachtmarkt zuschlagen zu müssen.

Die Biogasanlagen erwirtschaften zwar gute Gewinne, da wir aber als GmbH und Co KG firmieren werden zuerst die Verbindlichkeiten beglichen und danach werden die Gewinne ausgeschüttet.

@ georg2 [#1]
Kann ihre Argumentation verstehen.
Besteht aber vll auch die Möglichkeit, dass sonst immer nur die Schweinehalten die hohen Pachtpreise zahlen konnten und die anderen in die Röhre schauten?
Könnte mir vorstellen, dass diese es den Pachtpreistreibern der Vergangenheit jetzt heimzahlen wollen.

Thomas

georg2
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@Futtermeister
Vergütung ist fix und die Inflation wird kommen

Dazu kann ich nur sagen, das die Mastsau auch schon seit ungefähr 30-40 Jahren ziemlich den selben Erlös bringt und die Schweinehalter gezwungen waren durch Wachstum dieses auszugleichen. Vielleicht gehts ja bei den Biogaslern genau so!!

Mfg

lotta
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ georg2 [#6]

Vieleicht wäre wäre dieses hier eine Alternative.http://www.agriconsult-veddern.de/
Anscheinend werden immer noch sehr atraktive Verträge angeboten.

lotta

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