Richard Ebert
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Braugerste: Als Zweitfrucht im Juni anbauen ?

Braugerste als Zweitfrucht im Juni?

Agrarheute.com / pd, Isernhagen (09.01.08) - Im Jahr 2007 setzte die Getreideernte früher als üblich ein. Auf Grund dessen bauten einige Landwirte Sommergerste als Zweitfrucht an.

Anfang Mai 2007 war abzusehen, dass die Getreideernte besonders in den Frühdruschregionen ca. 2-3 Wochen eher als üblich einsetzen wird. Dies rief laut Angaben der Saaten-Union einige experimentierfreudige Landwirte auf den Plan, die es mit einem Zweitfruchtanbau mit Sommergerste versuchten. Auf einzelnen Schlägen im Rhein-Erft-Kreis seien daher im Oktober 2007 zwischen 30 und 40 dt/ha geerntet worden. Auch im Landkreis Limburg-Weilburg seien vier Tonnen bei einer Erntefeuchte von 17 Prozent geerntet worden.

Eine andere Fruchtfolgevariante habe ein Landwirt im Landkreis Heilbronn verfolgt. Er pflanzte Frühkartoffeln z.T. unter Folie, die jedes Jahr frühzeitig das Feld räumen. Seine Flächen liegen im Wasserschutzgebiet, daher müsse er den Reststickstoff vor Auswaschung schützen. Dies sei in den vergangenen Jahren über den Anbau von Zwischenfrüchten erfolgt. Ende des vergangenen Jahres habe er mit einem Insektizid gebeizte Sommergerste gedrillt. Aufgrund des massiven Läusedrucks 2007 habe sich diese Maßnahme als besonders wirksam erwiesen. Auf die Stickstoffdüngung sei aufgrund der Stickstoffreserve der Vorfrucht verzichtet worden. Mitte Oktober erntete er im Schnitt 35 dt/ha bei 19 Prozent Feuchte, einem Rohproteingehalt von 11,9 Prozent und einem Vollgerstengehalt über 90 Prozent.

Nicht alle Zweitfruchtversuche seien erfolgreich oder gar wirtschaftlich verlaufen. Die Druschreife sei nur in Regionen mit Weinbauklima sicher erreicht worden. Befriedigende Erträge seien nur mit erforderlichen Pflanzenschutzmaßnahmen möglich. Sollten die Rahmenbedingungen wie hohe Marktpreise und eine frühe Ernte der Vorfrucht für einen nachfolgenden Braugerstenanbau sprechen, seien einige Punkte, wie zum Beispiel eine Anhebung der Saatstärke auf ca. 500-600 Körner/m2 und die passende Sortenwahl, zu beachten.

(Quelle: http://agrarheute.com/index.php?redid=201942)

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Geschrieben von Richard Ebert am
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