Braugerste: Preisschwankungen verhageln vielfach das Ergebnis
Langfristige Vereinbarungen dominieren zunehmend Malz-Märkte
Globalmalt.de (14.06.10) - Die Getreide- und Malz-Märkte können immer schwieriger eingeschätzt werden. Während früher der Blick auf den lokalen Braugerstenanbau ein guter Preisindikator für die nächste Ernte war, ist heute beispielsweise für eine fränkische Brauerei mitunter eine Missernte in Australien, ein schwacher Euro oder die Förderung von nachwachsenden Rohstoffen in den USA für den Malzpreis weitaus bedeutender als beispielsweise die Braugerstenfläche in Unterfranken.
Aus dieser Erkenntnis heraus gehen die Brauereien vermehrt dazu über, mehrjährige Malzkontrakte zu schließen, um Preisschwankungen zu minimieren und eine höhere Planungssicherheit zu erlangen. Die Preisschwankungen der letzten Jahre haben nämlich schon mancher Brauerei das Jahresergebnis verhagelt oder einen unverhofften „windfall profit“ verschafft.
Wie Brancheninsider schätzen, sind für das Ernterjahr 2010/2011 bereits deutlich mehr als 80% der Malzmenge fest kontrahiert. Auch für die darauf folgenden zwei Jahre wurden bereits größere Mengen vertraglich gebunden. Die Kehrseite von langjährigen Verträgen ist natürlich, dass in Baissemärkten wie in diesem Jahr der Marktpreis auch unter dem langjährigen Mittel liegen kann. Allzu leicht wird dann vergessen, dass man eventuell noch im Vorjahr mit einem Mehrjahresvertrag deutlich günstiger als der Markt lag.
Langfristverträge sind aber meist so konzipiert, dass sie zumindest den Gerstenpreis offen lassen, da die wenigsten Lieferanten bereit sind, das Rohstoffrisiko alleine zu tragen.
(Quelle: http://www.globalmalt.de/joomla1011/?option=com_content&task=view&id=3645&Itemid=32)
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Als Alternative würde sich der Braugerste Terminmarkt in Paris eignen sowie die EFP (Exchange for Physical) Kontrakte.
Die Grafik zeigt überzeugende Argumente, um sich über Verträge (direkt, EFP und Futures) gegen unerwünschte Preisschwankungen abzusichern.