Braugerste: Übervoll mit guter Ware
Braugerste kann Fläche nicht halten
Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, München (08.12.09) - Die Preise für die Braugerste sind auf neuen Tiefstständen, doch selbst die Brauer, die ja davon profitieren, können sich nicht so recht darüber freuen.
Werner Mayer, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Qualitätsbraugerstenanbaus in Bayern, skizzierte beim 11. Bayerischen Braugerstentag Anfang Dezember die Lage.
Die Märkte, sagte er, seien europaweit überfüllt mit guter Ware zu günstigen Preisen. „Doch wir wissen aus der Sicht auf die vergangenen Jahre, wie schnell sich das wieder ändern kann.“ Die tiefen Braugerstenpreise, warnte Mayer, würden langfristig für niemanden von Vorteil sein. Er erwartet, dass der Anbaurückgang anhalten werde. Doch was wäre, wenn Flächenrückgang und weniger gute Wachstumsbedingungen zusammen treffen würden, fragte der Brauer.
Die Flächeneinschränkung sei jetzt schon immens. In den letzten zwei Jahren seien 30 Prozent der Braugerstenfläche aufgegeben worden. Nur, weil heuer Ertrag und Qualität der geernteten Braugerste deutlich über dem langjährigen Schnitt gelegen haben, sagte der LfL-Gerstenexperte Markus Herz, wäre der Flächenrückgang wett gemacht worden.
Die Fläche diesen Jahres – nur noch 125 000 ha – hat heuer ein Braugerstenvolumen von etwa 400 000 Tonnen produziert. Die gleiche Fläche hätte im letzten Jahr gerade einmal die Hälfte an braufähiger Ware geliefert und auch im Schnitt der Jahre wäre nur eine Menge von etwa 250 000 t zu erwarten gewesen.
(Quelle: http://wochenblatt.agrarheute.com/nachrichten?redid=324187)