Butter: Handel auf hohem Niveau
Butterhandel weiter auf hohem Niveau
Agrarheute.com, Kempten/Hannover (04.11.09) - Die grundsätzlich positive Entwicklung am Milchmarkt hält an. Eine der momentan entscheidenden Fragen ist, ob es gelingt den Trend für 2010 zu konservieren.
"Maßhalten" war ein erfolgreiches Motto in den aufstrebenden Wirtschaftsjahren der noch jungen Bundesrepublik. Nachholbedarf ist allerdings auch ein Argument, vor allem der Milchlieferanten. Trotz niedriger Einkaufspreise hielt sich der private Kunde in den ersten Quartalen 2009 beim Einkauf von Milchprodukten gegenüber dem Vorjahr zurück, Ausnahme war dabei lediglich die Butter. An der Häufigkeit der Milchthematik in den Medien kann das zurückgegangene Interesse nicht gelegen haben, eher an der Imagepflege.
Käse und Butter
Während das Buttergeschäft mit guten Absatzmengen und anziehenden Preisen floriert, weisen höhere, teils erheblich höhere, Vertragsabschlüsse auf die künftigen Preisrahmen. Entscheidender Faktor ist die Laufzeit der Kontrakte. Obwohl die Spitzenwerte der Rahmpreise zuletzt wegbrachen, bringen kurzfristige Verträge Anstiege ähnlich wie vor zwei Jahren. Die Werte der Kemptener Preismeldungen bewegten sich zuletzt anhaltend aufwärts, ein Anziehen der aktuellen Notierungen ist die Folge: mit 3,35 – 3,65 €/kg erhöhte sich der Mittelwert der Notierung um über 30 Cent bei abgepackter Ware. Ein weiterer künftiger Anstieg wäre nicht überraschend. Beeindruckend ist dabei der Zeitsprung. Denn ausgehend von den Werten des Monats August 2009 – mittlere Notierung 2,50 €/kg – die dem Butterpreis von 1950 entsprechen, wurde mit der aktuellen mittleren Notierung nun das Jahr 1974 erreicht.
Das Geschäft mit Emmentaler ist beeinflusst von Bemühungen, beim allgemeinen Aufwärtstrend der Preise nicht allzu viel an Boden zu verlieren. Die zuletzt verbesserten Absatzmengen beleben das über einige Zeit recht ruhige Geschäft. Bei uneinheitlichen Preisen verharren die Emmentaler-Notierungen auf der Stelle, während andere sich nicht unwesentlich verbessern.
Milchdauerwaren
Milchpulver und Süßmolkenpulver Abseits der Erfüllung von laufenden Verträgen herrscht eine ständige Nachfrage bei jedoch geringem Angebot. Wenn auch aktuell die Notierungen mit Ausnahme von Vollmilchpulver nochmals erhöht wurden, ist die Dynamik der Vorwochen nicht mehr zu finden. Die Einflussnahme schwer zu kalkulierenden Faktoren steht weiter im Raum. Mit der Rücknahme von Exporterstattung hat Brüssel bereits auf die Preisentwicklung reagiert. Auch wenn der Willen der EU-Kommission bisher klar artikuliert war, dahingehend dass eine Auslagerung der intervenierten Mengen derzeit nicht zustande kommt, weiß man: Politik ist ein Balanceakt.
(Quelle: http://www.agrarheute.com/?redid=322281)