Richard Ebert
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BVA: Agrarwirtschaft braucht funktionstüchtige Warenterminbörsen

Die Agrarwirtschaft braucht funktionstüchtige Warenterminbörsen - Eingriffe in den Handel nur mit Augenmaß / Politik darf Preisabsicherung nicht gefährden

bv-agrar.de, Berlin (22.03.12) - Vor fehlgeleiteten Eingriffen in den Warenterminhandel hat der Präsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA), Bruno Fehse, heute in einem Pressegespräch in Berlin gewarnt. „Warenterminbörsen sind für die Agrarwirtschaft und besonders für den Agrarhandel ein unverzichtbares Instrument zur Absicherung von Preisrisiken. In dieser Funktion dürfen sie von der Politik nicht gefährdet werden“, betonte Bruno Fehse.

Anlass für seinen Appell sind die Beratungen der Europäischen Union über eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte. Nachdem die EU-Kommission im Oktober 2011 dazu ihre Vorschläge vorgelegt hat, berät nunmehr das Europaparlament über das Legislativpaket. Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber wird seinen Berichtsentwurf zu der überarbeiteten Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID-Richtlinie) voraussichtlich in Kürze vorlegen.

BVA-Präsident Bruno Fehse äußerte seine Unterstützung für das Anliegen der Politik, extreme Preis- und Kursschwankungen einzudämmen und die Markttransparenz zu erhöhen. In dem begrüßenswerten Bestreben, Auswüchse im Handel mit riskanten Finanzmarktprodukten einzuschränken, dürfe aber nicht über das Ziel hinausgeschossen werden. Mit großer Sorge sieht der BVA vor allem die Diskussion über eine Meldepflicht für den außerbörslichen Handel. Es müsse genau definiert werden, welche Bereiche des OTC-Handels (OTC - over the counter) erfasst werden sollten. Der physische Handel dürfe auf keinen Fall einer Meldepflicht unterworfen werden. Sonst würde nicht nur eine Welle der Bürokratie sowohl über Handel, Industrie und Landwirte als auch über die Meldestellen in den Behörden hereinbrechen. Zudem würde auch das Ziel der Transparenz verfehlt. Schon eine einzelne Partie Weizen, die von der Erfassung bis zur Verarbeitung mehrmals gehandelt werde, müsste mehrmals gemeldet werden. Das sei das Gegenteil von Transparenz, überfordere alle Beteiligten und bringe keinen Erkenntnisgewinn.

Die Festlegung von Preislimits und maximalen Positionsgrößen für die Marktbeteiligten sieht der BVA ebenfalls kritisch. Für die Unternehmen des Agrarhandels sei eine Einschränkung der Handelbarkeit ihrer Warenbestände gleichbedeutend mit einer Verschlechterung ihres Kreditratings. Darum rief BVA-Präsident Fehse die Politik auf nationaler und europäischer Ebene auf, wenn überhaupt, dann nur mit Augenmaß in das bestehende Regelwerk für den Warenterminhandel einzugreifen. Hedgegeschäfte seien für den Erfassungshandel, die verarbeitende Industrie und die Landwirtschaft gerade nach dem Abbau der EU-Marktstützungsmaßnahmen ein unabdingbares Werkzeug zum Management von Preisrisiken.

(Quelle: http://www.bv-agrar.de/bvagrar/presse/pressemitteilungen/2012/20120322/pm_22032012_02.htm )

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Geschrieben von Richard Ebert am
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