COT Report an der Terminbörse Euronext Liffe in London
London bringt Licht in den Rohstoffmarkt
Von Tobias Bayer
Financial Times Deutschland, FTD (08.09.10) - Hedge-Fonds-Gründer Anthony Ward ist für den britischen Boulevard nur noch "Chocfinger". Er kaufte an der Londoner Börse sieben Prozent der globalen Kakaoernte auf, was den Preis heftig nach oben trieb. Nach Branchenprotesten handelt die Warenterminbörse Liffe.
Die Londoner Terminbörse Nyse Liffe reagiert auf die Kritik der Kakaoindustrie - und wird künftig nach dem Vorbild der USA die Positionen der Marktteilnehmer im Kakao-, Kaffee- und Zuckermarkt aufschlüsseln. Täglich würden alle Positionen, die 100 Einheiten überschreiten, veröffentlicht, teilte die Börse am Mittwoch mit: "Das ist unsere Antwort auf die Nachfrage des Marktes."
Am 28. September soll es losgehen. Unterschieden werde zwischen den Kategorien Produzent, Händler, Verarbeiter und Verbraucher, die als kommerzielle Marktteilnehmer zusammengefasst würden, sowie Swap-Händlern, Vermögensverwaltern und sonstigen Akteuren.
Die Londoner City sträubte sich lange gegen Positionsberichte, wie sie in den Vereinigten Staaten üblich sind. Zuständig in Washington ist die Terminbörsenaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die jeden Freitag den Commitment of Traders veröffentlicht. Er schlüsselt für Futures und Optionen auf Devisen und Rohstoffen auf, wie kommerzielle Marktteilnehmer und Spekulanten positioniert sind.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: -> http://ftd.ftd.de/)
Spekulanten von der Terminmärkten ausschließen forden die Vorstände der großen Getreidemühlen! Auch will man Frau Aigner mit unterstützen !
Agrar heute .Com - Wirtschaft!!
Was kommt dann? Festpreise für Weizen 12.- Eur!?
Um den Markt stabil zu halten brauchen wir doch Spekulanten, aber zu viel Spekulanten beeinflussen den oder die Märkte zu stark in deren gewünschte Richtung (siehe Kaffee und Kakao) ?
Könnte man nicht ein Max an Kapital je Anleger auf einen Rohstoff einführen?
Wer weiß Bescheid ?
MfG Saubauer
@ Saubauer2 [#2]
Das Problem ist nicht der Spekulant. Es ist der Vertrauensverlust in das Währungssystem. Immer mehr Kapital wird in Rohstoffe und Waren angelegt (Schattenwährung). Es sind die Long-Only-Found die die Preise treiben. Man könnte auch sagen Dollar und Euro will man nicht mehr. Das die Getreide volatieler reagieren liegt unter anderem an der komplizierteren Lagerhaltung (bedingte Lagerfähigkeit).
Wenn die Positionslimit verschärft werden, würde der Cashmarkt einen großen Teil kompensieren. Bei bedingt lagerfähigen Waren könnte das aber durchaus den gewünschten Effekt bewirken.
@ tantan [#3]
die Bestättigung deiner Aussage sieht an weiter steigenden "Neben-Devisen" (CHF, NOK, SEK, TRY,...) gegen € und $ . Grüsse SPOMI
@ Saubauer2 [#2]
Im Prinzip bin ich Deiner Meinung.
Es spricht manches dafür, striktere Beschränkungen der maximal gehaltenen Kontraktanzahl pro Marktteilnehmer festzulegen und dies konsequent zu überwachen.
Das würde sicher Spikes in den Terminmärkten (wie z. B. jetzt bei US-Mais) kappen und unnatürliche Übertreibungen der Cashpreise bei tatsächlichen Warenverknappungen (wie 2008 bei Minn.-Weizen) vermindern.
Ob dadurch die Liquidität der Märkte behindert würde ist, soweit mir bekannt, nicht bewiesen.
@ Saubauer2 [#2]
@ peterg [#5]
Die Frage ist, wie definiert man "Marktteilnehmer" ?
Es wird kaum eine Definition geben, um die eine große Investmentbank nicht legal herum kommt.
@ peterg [#5]
Es spricht manches dafür, striktere Beschränkungen der maximal gehaltenen Kontraktanzahl pro Marktteilnehmer festzulegen und dies konsequent zu überwachen.
Mein Interesse ist, Aussagen zu den in Frankfurt gehandelten Kontrakten (Kartoffeln, Schweine, Ferkel) und zu Weizen Paris zu erhalten.
Was wäre Ihr Vorschlag (konkrete Zahl) zur "strikeren Beschränkung der maximal gehaltenen Kontraktzahl pro Marktteilnehmer" ?
Wer sollte die "konsequente Überwachung" durchführen ?
Wie wird "Marktteilnehmer" definiert, pro Person, pro Firma, pro Firmengruppe ?
Sollte die Zahl gelten für Weizen Paris alleine oder sollten die US-Weizen Märkte in der "strikten Beschränkung" mit eingebunden werden ?
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Ein COT Report ähnlich dem aus den USA würde der Eurex und dem Terminmarkt in Paris in der Argumentation weiter helfen. Zunächst einmal müssten Fakten untersucht werden statt mit irgendwelchen Vorschlägen im Nebel rum zu stochern.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#7]
Bin noch bis 8.10. in Urlaub, habe deshalb keine Unterlagen dabei:
Ich glaube man müsste nicht ein komplett neues Überwachungsprinzip einführen und zuerst untersuchen. Man könnte m. E. sicher Vieles aus den USA übernehmen.
Das System der CFTC ist, soweit ich es beurteilen kann sicher nützlich.
(Manche Schwachpunkte wie z. B. die Einteilung: Wer ist Commercial sind sicher diskutabel).
Ich bin überzeugt über kurz oder lang ist ein ähnliches System v. a. bei illiquiden Märkten, auch in Europa erforderlich.
@ peterg [#8]
Vielen Dank. Wenn Sie zurück aus dem Urlaub sind, können Sie ja noch auf meine Fragen eingehen. Nochmal: Diese beziehen sich nicht auf die USA, sondern speziell auf die vier von mir genannten Märkte.
Ich möchte auch nicht wissen, was in den USA verbessert werden kann oder von dort übernommen werden kann, meine Fragen beziehen sich auf die Agrarfutures der Eurex und zum kleineren Teil auf die Nyse-Euronext Paris, an der ich Weizen handle.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Ohne entsprechende Argumente bringen konkrete Zahlen nichts. Jede Intressengruppe hat andere Zahlen im Kopf. Um einer Lösung näher zu kommen ist es wichtig festzustellen wo durch das Problem verursacht wird und zu definieren was man erreichen will. Verursacher sind doch nicht die Spekulanten. Spekulanten sind letztenende Preisneutral. Das Horten von Waren und Rohstoffen treibt die Preise. Das Horen ist eine Kapitalflucht die die Politiker und die Notenbanken zu verantworten haben. Unser Problem ist eine Lösung zu suchen ohne die Ursache zu verändern. Das geht nur mit dem Holzhammer und wird sofort neue Probleme schaffen. Die Holzhammermetode die sich auf die Begrenzung der offenen Kontrakte an den Terminbörsen bezieht, müßte sehr konsequent sein. Also pro Person oder Instutition. Ein Fond darf nicht mehr Positionen halten wie eine einzelne Person. China als größter Horter wird man damit nicht beeindrucken. Und für die großen Commerziellen Häuser müste ein Cashmarktrabatt-System eingeführt werden. Zum Beispiel: Pro Umsatzeinheit an den Cashmärkten gibt es 5 Zusatzeinheiten an den Terminbörsen. Die Zusatzeinheiten dürfen nicht auf andere Marktteilnehmer übertragen werden. Da ein großteil des Hortens auch über die Cashmärkte läuft sind die Zusatzeinheiten schon wieder sehr inkonsequent. Allerdings kann man die Börsen ohne die großen Commerziellen auch ganz in Frage stellen.
Mir persönlich geht es gegen den Strich wenn man ein Problem nicht bei der Ursache löst. Man tauscht dann doch nur ein Problem gegen ein anderes aus. Dabei werden die Probleme auch immer noch etwas größer.
@ tantan [#10]
Die Holzhammermetode die sich auf die Begrenzung der offenen Kontrakte an den Terminbörsen bezieht, müßte sehr konsequent sein.
Wie alle anderen (siehe weiter oben und kommender Beitrag) haben Sie keine konkreten Vorschläge gemacht. Ich kann das auch nicht.
Ein Fond darf nicht mehr Positionen halten wie eine einzelne Person.
Wie viele Positionen wären das zum Beispiel bei Eurex Kartoffeln ? Tantan maximal 10 Kontrakte und Goldman Sachs auch 10 ? Müssten die Rohstoff-Fonds (long only) dann aufgelöst werden ?
Und was wäre mit McCain als Hedger ? Dürften die als Hedger unbegrenzte Zahlen handeln oder auch nur 10 Kontrakte ? Wenn sie dann mehr oder weniger alleine handeln, werden die Preise noch mehr als bisher schwanken.
Mir persönlich geht es gegen den Strich wenn man ein Problem nicht bei der Ursache löst. Man tauscht dann doch nur ein Problem gegen ein anderes aus. Dabei werden die Probleme auch immer noch etwas größer.
Eben. Hundert Prozent Zustimmung.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Wieder eine Verbandsmeldung, in der ich außer der Offenlegung aller Termingeschäfte keine konkreten Vorschläge finde
(... Die Süßwarenbranche verlangt von der Politik in der EU und weltweit, dass sie endlich handelt. Der rein spekulative Handel mit Lebensmittelrohstoffen muss eingedämmt und entsprechende Transaktionen für die Marktteilnehmer offengelegt werden ...)
Wie muss ich mir das vorstellen ? Jeden Tag Listen welche Long- und Short Positionen, Calls und Puts Long und Short jede einzelne Person oder jede einzelne Firma hält. 10.000 Seiten Zahlenreihen ?
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Freier und fairer Wettbewerb auf den Agrarmärkten
Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI), Bonn (29.09.10) - Auf den Märkten für Agrarrohstoffe soll freier und fairer Wettbewerb herrschen. Dies ist eine zentrale Forderung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI). Spekulationen von Banken und Fonds mit einem rein finanziellen Interesse an Lebensmittelrohstoffen wie Kakao oder Weizen sollten so weit wie möglich begrenzt oder müssen zumindest offengelegt werden. Die jüngsten Ereignisse im Sommer an der Londoner Warenterminbörse NYSE Liffe, wo der Kakaopreis für kurze Zeit auf ungeahnte Höhen schnellte, sind für diese Besorgnis erregende Entwicklung nur ein Beispiel. Spekulativ getriebene Höchstpreise schädigen sowohl Süßwarenhersteller als auch die Endverbraucher.
Die internationalen Agrarmärkte sind schon seit geraumer Zeit in Turbulenzen geraten. Finanzinvestoren, die die gehandelten Agrarrohstoffe gar nicht als Lebensmittel weiterverarbeiten, sondern nur Profite abschöpfen wollen, haben die Märkte für Kakao, Weizen und andere Agrarkulturen erheblich durcheinandergewirbelt. Die üblichen Marktmechanismen wurden außer Kraft gesetzt. Dr. Dietmar Kendziur, Vorsitzender des BDSI, schildert die Situation: "Nicht Angebot und Nachfrage bestimmen zunehmend die Rohstoffpreise für Lebensmittel, sondern der Finanzmarkt. Wenn nicht mehr Ernteerwartungen einerseits und Bedarf und Konsumverhalten andererseits für den Handel mit Agrargütern die entscheidenden Faktoren sind, dann geraten freie und faire Marktmechanismen aus den Fugen."
Die Süßwarenbranche verlangt von der Politik in der EU und weltweit, dass sie endlich handelt. Der rein spekulative Handel mit Lebensmittelrohstoffen muss eingedämmt und entsprechende Transaktionen für die Marktteilnehmer offengelegt werden. Nur dann ist ein freier und fairer Wettbewerb auf den Agrarmärkten für die Erzeuger und ihre Abnehmer möglich. Die Initiativen der zwischenstaatlichen Internationalen Kakao-Organisation ICCO sowie Deutschlands und Frankreichs für mehr Transparenz an den Rohstoffmärkten dieser Welt sind ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Auch bei der anstehenden EU-Agrarmarktreform für 2013 erwartet der BDSI diesen Weitblick. "Eine Marktreform allein mit Blick auf die Anliegen der europäischen Landwirte durchzuführen, wäre in einem Weltmarkt für Agrarprodukte zu kurzsichtig", so Kendziur. "Die Agrarreform muss auch den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Lebensmittelindustrie im Auge haben. Marktgerechte EU-Rohstoffpreise verbessern die weltweiten Exportchancen der deutschen und europäischen Süßwaren- und Lebensmittelindustrie, gerade auch im Export. Das kommt auch den europäischen Landwirten zugute. Das ist aus unserer Sicht nachhaltige Agrarpolitik." Daher ist es für die Süßwarenindustrie unabdingbar, dass neben der jetzt anstehenden Agrarreform auch die Reform der EU-Zuckermarktordnung zu mehr Wettbewerb und Marktorientierung, wie sie 2006 begonnen wurde, weiterhin vorangetrieben wird.
Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI), Schumannstr. 4-6, 53113 Bonn,
Telefon: (0228) 26007-0, Telefax: (0228) 26007-89,
eMail: bdsi@bdsi.de, Internet: http://www.bdsi.de
Wie schnell eine Bank wohl ein "Kakaohandels- und Verarbeitungshaus" gegründet hat und dann kein böser Spekulant in den Statistiken mehr ist?
Da boomen vielleicht bald die Schokoladenverarbeiteraktienmäntel :)
Kommt, wir gründen schnell ein paar und verscherbeln die später.
Weshalb ausgerechnet die hoch subventionierte Zuckerbranche den Mund aufmacht, wenn es um korrekte Märkte geht, ist mir ein Rätsel.
@ Richard Ebert [#11]
Ich dachte da eher an 1000 oder 5000 Kontrakte. Und Hedger würden Bonuskontrake über den Cashmarkt erhalten. Bei 10 Kontrakten kann der Börsenhandel ja gleich eingestellt werden.
@ tantan [#14]
Ich dachte da eher an 1000 oder 5000 Kontrakte. Und Hedger würden Bonuskontrake über den Cashmarkt erhalten. Bei 10 Kontrakten kann der Börsenhandel ja gleich eingestellt werden.
Ich habe nicht allgemein, sondern ganz konkret nach Eurex Kartoffeln gefragt. Dort entsprechen 5.000 Kontrakte ungefähr 100 % Marktanteil.
Und Hedger würden Bonuskontrake über den Cashmarkt erhalten.
Wie denn ? Wenn jemand 25.000 Tonnen am Kassmarkt handelt (wer soll das überwachen - es kann auch zwischen drei Händern als Dreiecksgeschäft laufen ohne dass Ware bewegt wird), entsprechend 1.000 Kartoffel Futures oder 280.000 Euro Gegenwert, hätte er nach Ihrem Vorschlag das Recht, 5.000 zusätzliche Futures = 125.000 Tonnen für 1, 4 Millionen Euro zu handeln ?
Alle Vorschläge, von denen ich hier oder in der Presse gelesen habe, sind praktisch nicht umsetzbar (keine Kontrolle / Umgehung) oder bringen nichts bzw. nur das Gegenteil vom dem, was erreicht werden sollte.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#15]
Ich kenne den Kartoffelmarkt nicht. Aber eine Marktbeeinfussung orientiert sich doch nicht an den Preisen eines illiquiden Marktes. Die Beschränkung muß sich an der Verfügbaren Ware insgesamt orientieren und die Obergrenze aller Kontrake an allen Börsen sein. Es darf auch keine Regelung nur für Eurex-Kartoffeln geben.
@ tantan [#16]
Aber eine Marktbeeinfussung orientiert sich doch nicht an den Preisen eines illiquiden Marktes.
Kartoffeln hat einen Anteil von über 95 % an allen 6 Agrar Futures der Eurex. Damit ist mit weitem Abstand der liquideste.
Es darf auch keine Regelung nur für Eurex-Kartoffeln geben.
Einverstanden, wir können auch die anderen drei von mir genannten Beispiele nennen. Ich habe nur mit dem umsatzstärksten Produkte begonnen.
Bei anderen bekannten Futures, wie Pork Bellies an der CME, liegt die Zahl der offenen Kontrakte bei unter 20.
Die Beschränkung muß sich an der Verfügbaren Ware insgesamt orientieren und die Obergrenze aller Kontrakte an allen Börsen sein.
Bleiben wir beim Beispiel Kartoffeln: Gehandelt wird der April 2012. Wie hoch ist die verfügbare Ware ? Die Kartoffeln dafür kommen erst im kommenden Jahr in den Boden. Wie viel angebaut wird und wie hoch die Ernten werden ist erst in 9-12 Monaten bekannt. Zählt die deutsche Ernte, die europäische Ernte oder die Welternte ? US-Kartoffeln dürfen zum Beispiel nicht nach Europa exportiert werden, europäische in die USA.
Gehandelt werden Kartoffeln an der Eurex und an indischen Terminmärkten. Glauben Sie, dass sich Indien den Handel per Obergrenze beschneiden lässt ?
Ich zitiere mich noch mal selbst: Alle Vorschläge, von denen ich hier oder in der Presse gelesen habe, sind praktisch nicht umsetzbar (keine Kontrolle / Umgehung) oder bringen nichts bzw. nur das Gegenteil vom dem, was erreicht werden sollte.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#17]
ich persönlich würde einen COT Bericht für Paris bzw EUREX den CFTC Berichten gleich gestalten, um einen internationalen Vergleichsmasstab zu haben. das kann man ja noch durch einen Zusatzbericht verfeinern. Positionslimits schrecken grundsätzlich grosse Teilnehmer ab. ein ausführlicher COT Bericht zeigt mir als Interessierten die Konzentratioen des OI auf wieviel Prozent der Marktteilnehmer. legistische Beschränkungen führen immer zu Umgehungen und sind aus meiner Sicht verantwortlich für Asymmetrien im Marktgefüge.
Grüsse SPOMI
@ SPOMI [#18]
Ist Ihnen bekannt WIE (von wem) die Daten in den USA technisch erhoben werden ?
Bei der Eurex ist eine Trennung in die verschiedenen Gruppen (wie in den USA) nicht möglich, weil sie nicht über die Daten verfügen kann. Alleine daran würde die Datenerhebung schon scheitern.
Ansonsten bleib die Frage offen, ab welchem Kontraktbestand die Erhebung stattfinden sollte (pro Person, pro Firma, pro Gruppe oder Open Interest gesamt), z.B. für Kartoffeln, Schweine und Ferkel an der Eurex.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#19]
meines Wissens nach wird das von den Brokern erhoben. man muss auch bei der Kontoeröffnung anführen ob man Hedger ist. so eine Vereinbarung kann auch später noch unterzeichnet werden. so was kann bei Hedgen von Fremdwährungkrediten Margin sparen.
wie die EUREX ihre Daten erhebt ist mir nicht bekannt.
Grüsse SPOMI
@ Richard Ebert [#7]
Bin wieder zurück.
Wie Sie ja mittlerweile selbst schon anklingen ließen, ist es uns hier im Forum aufgrund unserer fehlenden Kompetenz und fehlender Daten nicht möglich konkrete Vorschläge zu machen.
Der einzige konkrete Vorschlag ist zunächst die transparente Veröffentlichung der COT-Daten aller gehandelten Warenfutures und Optionen analog der CFTC-Berichte. SPOMI hat ja schon darauf hingewiesen.
Auf den folgenden Seiten findet man viele interessante Hinweise zu bisher gestellten Fragen hinsichtlich Erhebung, maximalem Kontraktbestand etc. in den USA. Viele Dinge könnten auch in Europa oder Deutschland übernommen werden, ohne dass man das Rad neu erfinden muss:
www.cftc.gov/ucm/groups/public/@forms/documents/file/cftcform40.pdf" target="new">http://www.cftc.gov/ucm/groups/public/@forms/documents/file/cftcform40.pdf
http://www.cmegroup.com/trading/agricultural/files/Spec_Limits_and_Hedge_Fund_Exemptions_070708.pdf
http://ecfr.gpoaccess.gov/cgi/t/text/text-idx?c=ecfr&sid=319c7aaee8a8c26484f199ae0ed93cac&rgn=div5&view=text&node=17:1.0.1.1.45&idno=17#17:1.0.1.1.45.0.7.1
Ganz allgemein sind die Seiten der CFTC sehr informativ und lesenswert.
In den USA haben Aktivitäten der großen spekulativen Trader und Index-Fonds das Wesen der Warenterminmärkte (z. B. hinsichtlich Saisonalität und Kursverläufe) ja bekanntlich verändert. Die Beobachtung der Verhaltensweisen dieser Akteure gehört ja mittlerweile notwendigerweise zu einer Fundamentalanalyse dieser Märkte. Auch in Europa wird das zu beobachten sein. Heute schon z. B. bei Weizen, sicher noch kaum bei Kartoffeln.
Ich bin überzeugt, das zukünftig häufiger Marktteilnehmer ohne Interesse an der Ware, wie oben in diesem Thread beschrieben, kritisiert werden den Preis zu „manipulieren“.
Häufig wird dies nicht zutreffen. Siehe hierzu folgende Studie:
http://farmdoc.illinois.edu/presentations/flash/IFES09%20-%20Irwin/player.html
Aufgrund legitimer Interessen von Spekulanten kann deren Aktivität aber zumindest zu wochenlangen Kursübertreibungen führen, so dass z. B. Hedger die gemäß der eigentlichen Funktion des Terminmarktes ihr Risiko absichern wollen, aus dem Markt gedrängt werden (siehe z. B. Minneapolis-Weizen 2008).
Bei einer Interessenabwägung sollten sicher in erster Linie die Commercials geschützt werden, zum Nachteil von spekulativen Interessen.
Welche Maßnahmen stehen denn überhaupt zur Verfügung um „Manipulationen“ zu vermeiden?
Spontan fallen mir zwangsläufig eine ganze Reihe von ganz unterschiedlichen Maßnahmen ein:
-Festsetzung von Maximalkontrakt Zahlen je Marktteilnehmer
-Variable Margin bei Kursanstiegen
-Variable tgl. Preislimite
-Variable Lagerkosten/Änderung der Andienungsorte (siehe US-Weizen)
Also auch hier kann ich keine konkrete Auskunft hinsichtlich der Eurex geben sondern nur allseits Bekanntes, mit einem Wort Blabla – Leider.
Um Anmerkungen, Kritik, etc. wird gebeten!
PS.
Sie haben ja bereits mehrfach erwähnt, dass Sie nur an der Eurex handeln.
Mir ist bis heute nicht ganz klar warum? Vielleicht könnten Sie kurz mal dazu ein bisschen was sagen. Im Vergleich zu den amerikanischen Agrarmärkten ist Eurex nicht sehr liquide. Ich gehe davon aus, dass Sie diese Positionen in der Regel länger (Wochen/Monate) halten ? Sind diese Märkte besser hinsichtlich saisonaler Verläufe zu handeln ? Wie würde sich das Szenario nach Ihrer Ansicht ändern, wenn zunehmend Fonds auf diesen Märkten aktiv werden?
@ peterg [#21]
Sie haben ja bereits mehrfach erwähnt, dass Sie nur an der Eurex handeln.
Mir ist bis heute nicht ganz klar warum? Vielleicht könnten Sie kurz mal dazu ein bisschen was sagen. Im Vergleich zu den amerikanischen Agrarmärkten ist Eurex nicht sehr liquide. Ich gehe davon aus, dass Sie diese Positionen in der Regel länger (Wochen/Monate) halten ? Sind diese Märkte besser hinsichtlich saisonaler Verläufe zu handeln ? Wie würde sich das Szenario nach Ihrer Ansicht ändern, wenn zunehmend Fonds auf diesen Märkten aktiv werden?
Gerne. Ich handle an der Eurex, weil die Märkte wie Schweine und Ferkel von mir besser eingeschätzt werden können. Derzeit halte ich 5 Kontrakte Schweine und Ferkel auf beiden Seiten, nicht jedoch als Spread eingegangen.
Die geringe Liquidität ermöglicht mir bessere Ausführungen zu erhalten, indem ich Orders unterhalb der letzten Settlementpreise zum Kauf und oberhalb zum Verkauf eingebe. Entweder es gibt Ausführungen, die dann sehr gut sind, oder überhaupt keine.
Die Laufzeiten liegen bis 12 Monate, manchmal darüber, viele werden bis kurz vor dem letzten Handelstag gehalten oder gar nicht glattgestellt, eher selten erfolgt die Glattstellung nach einigen Tagen. Da ich fast täglich über diese Märkte schreibe auf http://www.rmx-forum.de, gehe ich keine Positionen in den nahen Monaten ein, um nicht den Verdacht einer Marktbeeinflussung zu kommen.
Saisonale Daten (10 Jahres Durchschnitt der Kassapreise auf Tagesbasis) habe ich auf der o.g. Seite veröffentlich mit einer Prognose für die jeweils kommenden 12 Monate für Schweine und Ferkel. Es kommt zu vielen Abweichungen, die nach meiner Meinung genutzt werden können. Bitte dort ansehen, ist für einen Monat kostenfrei.
Wenn Fonds tätig werden wird meine Methode hinfällig werden, da sie ab einer bestimmten Zahl von Marktteilnehmern nicht mehr funktioniert.
Bei Eurex Kartoffel Futures ist der fundamental orientierte Kassamarkt beherrschend, dort habe ich den Handel erfolglos eingestellt, bei Butter und Milchpulver gab es gelegentlich Orders von mir, die aber nicht ausgeführt wurden.
Schöne Grüsse, Richard Ebert