Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Das kann man nur mit Bauern machen

Auf gutem Weg sieht der Vorsitzende des Fachausschusses „Schweinefleisch“ im Deutschen Bauernverband (DBV), Johannes Röring, die gemeinsam von der Wertschöpfungskette ins Leben gerufene „Tierwohlinitiaitive“. „Ich gehe davon aus, dass wir am 1. Januar 2014 starten werden“, sagte Röring gegenüber Fachjournalisten in Berlin. Seinen Angaben zufolge sind die notwendigen Vorarbeiten inzwischen weit gediehen. Vertreter der Landwirtschaft, der Fleischverarbeitung und des Lebensmitteleinzelhandels hätten sich inzwischen auf einen Kriterienkatalog verständigt, der die Grundlage für die teilnehmenden Schweineproduzenten darstelle. Gleichzeitig seien die Kriterien mit einem monetären Ausgleichsbetrag versehen worden.

„Wer die Kriterien erfüllt, bekommt entsprechend dem von unabhängigen Experten errechneten Aufwand einen Ausgleich“, erläuterte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV). Zu diesem Zweck werde ein Fonds eingerichtet, der vom Lebensmittelhandel gespeist werde. Röring wies darauf hin, dass die entsprechenden Produkte nicht gesondert an der Ladentheke ausgezeichnet werden. Die Branche mache allerdings deutlich, dass mit ihrem Bekenntnis zu mehr Tierwohl einem vielfach geäußerten Wunsch der Verbraucher Rechnung trage. AgE (18.06.2013)

Die Bauern bekommen den Aufwand erstattet und andere holen sich das Sahnehäubchen.

Wobei ich ehrlich gesagt eh nicht daran glaube, dass ein Großteil der Verbraucher sein Verhalten ändern wird und auf einmal nicht mehr auf den Preis schaut.
Da wird dann das fragile Konglomerat aus Schlachtern und Einzelhändlern so schnell zusammenbrechen wie die VDV Preismeldekommission.

Mfg
BB

Geschrieben von Bauer Bernie am
MissPiggy
Mitglied seit
12 Jahre 4 Monate

Vielleicht ist es besser eine "Entschädidigung" zu bekommen als gar nichts. Es besteht ja nun mal die Gefahr, dass gewisse Politiker die in der Tierwohlinitiative vorgesehenen Regelungen zum gesetzlichen Standard machen und dann gibt´s gar nichts für die Schweinehalter. Dann doch lieber die Einzelhandelsketten an den Kosten beteiligen, bevor ein kostenproduzierendes Maß an Tierschutzregelungen in einigen Jahren sowieso Standard wird, oder?

Gruß
MissPiggy

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Und da soll noch einer sagen; wir Bauern sorgen nicht für Arbeitsplätze...
Langsam ist es auskömmlicher; an der Landwirtschaft zu arbeiten als in der Landwirtschaft.
Die GAP Reform ist nichts anderes; hier 1000 Leute mehr; dort 2000 Kontolleure mehr.
Auf diesen Zug muss der Bauernverband aufspringen; denn die Beitragszahler werden immer weniger.
Also macht man sowas; damit man immer am Ball bleibt; im Gespräch ist; und die Posten wahren kann.
Ich sag es ja; dauert nicht mehr lange; und auf einen aktiven Landwirt kommen 2 Verwaltungsbeamte und 3 Kontrolleure.
@ MissPiggy [#2]

Die Regelungen werden so lange als Standart gelten; wie es noch Erzeuger gibt.Erst wenn es nicht mehr bezahlbar wird; dann wird es sich grundlegend ändern ( siehe Freihandelsabkommen).
Denn 80% der Bevölkerung wollen das Tier nicht über den Menschen stellen; sondern machen sich Sorgen um ihr eigenes Wohl.
Das wird dann so laufen wie die ersten Jahre nach der Wende mit den Bullenprämien ( im Osten gab es keine Obergrenzen; die Prämie war höher; also wurden die Bullen hier gemästet; dann in den Osten gekarrt um die Mindestzeit von seinerzeit drei Monaten als Anerkennungszeitraum zu bekommen bevor die dann zum Schlachten wieder hier landeten..); die Schweine werden bis 100 kg in Polen/Ungarn/Rumänien gemästet; kommen dann "als überschwere Läufer" hier her und dann geht das "Prämienjagen" los...
Die ganze QS Geschichte sollte uns doch zu denken geben; was da beschissen und betrogen wird.....( und der Bauernverband steht und profitiert noch davon)
Wahnsinn.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

sich über alles zu beklagen ist die eine Seite. Die andere ist die, die Gesellschaft mit ihren eigenen Forderungen zu packen: Eine eigene "Branchenlösung" wäre im Sinne aller, weil jeder frei entscheiden kann, wie stark er Auflagen erfüllen möchte und dafür einen Preisausgleich bekommt. So können wir mitgestalten und behalten ein rel Marktgleichgewicht zu den Nachbarn. Ich bin nur gespannt, wie der LEH das organisieren will, denn dann werden auch Verkaufsmengen der einzelnen Ketten auf den Tisch müssen, um den Topf mit Geld zu füllen.....Für uns ist das die einmalige Chance, die Bereitschaft klar zu dokumetieren!! Das Verbot der Schnäbelkürzung ist ein klares zeichen der politisch handelnden, was sie wollen- nach dem 22.09. wird dann im Fall des Falles ernst gemacht.

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#3]

Ich sag es ja; dauert nicht mehr lange; und auf einen aktiven Landwirt kommen 2 Verwaltungsbeamte und 3 Kontrolleure.
Nicht nur in der Landwirtschaft, auch in vielen anderen Bereichen im produzierenden Gewerbe ist das so. Nicht umsonst warnen Experten vor einem Kollaps hier bei uns. In Deutschland herrscht seit praktisch 10 Jahren Entwicklungsstillstand, wird nur noch verwaltet und reguliert.
So haben immer mehr Beamte und Angestellte in allen möglichen Behörden, Ämtern, Instituten und was es da alle gibt, Beschäftigung. Und das nur, damit man den noch "Willigen" auch noch den Wind aus den Segeln nimmt.
Es wird nicht viele Jahre dauern, dann werden die jetzigen "Notleidenden" der EU mit dem Finger auf den Lehrer Deutschland zeigen. Warum: Weil hier die Hausaufgaben nicht gemacht werden, die wir unseren Partnerländern aufdicktiert haben.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Ackerspezi [#4]

Kein Problem.
Dann sollen mir aber die Schlachthöfe genau sagen; was zu machen ist; und mir VOR dem Einstallen einen angemessenen Preis dafür festsetzen;dann kann ich entscheiden; ob ich das will oder nicht.
Nicht; dass nachher die tollen "Bio-light" Schweine nach Polen im Schnitt verkauft werden; weil unseren Abnehmern das Schwein nur 1 Euro zzgl. 30ct für drei Seiten Aúflagen wert sind.
Nochmal; wenn Schweine knapp sind; werden alle guten Vorsätze über den Haufen geworfen; ich bekomme genauso viel Geld fürs Schwein; ob mit oder ohne QS; ob Samonellen Kat 1 oder 3; ob kurzer oder langer Schwanz.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#6]

so wird es sein: für genau definierte Maßnahmen wird es Zuschläge geben und jeder kann für sich entscheiden, ob es für ihn passt. Ist doch gut, wenn Mäster, die ihre Tiere immer schon auf Stroh gehalten haben, weil der Stall eben so war, nun endlich auch mehr für ihre Schweine bekommen, wobei das wiederum sicherlich schon Premium plus plus sein wird. Wie gesagt: interesant wird es werden, wenn die großen Einzelhandelskonzerne ihre finanziellen Beteiligungen aushandeln: Dann wird genau geschaut, wie viel Umsatz jeder mit Fleischwaren macht. Das wird noch das größte Problem werden in meinen Augen.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Ackerspezi [#7]

Ich meine damit nicht die Zuschläge; sondern einen festen Preis.
Kein V-Preis plus x; plus y; minus Z mal Faktor 5,4 bei HKLSuper S minus 3 bei 2,5 mal Faktor 7 minus 3....

Das schlimmste ist; dass eine "Expertengruppe" sich derer annehmen muss; sprich nochmals 10000 Arbeitsplätze.
Das muss einzig und alleine der Markt richten; sprich jeder Abnehmer wird seinen Absatzmarkt haben und sich dementsprechend seine Lieferanten suchen müssen.( ein Metzger; der besondere Schweine braucht; findet die auch heute ohne solch ein System; genauso geht das mit den Tetra-freien Schweinen für Russland..)
Nur so schiebt man dann den schwarzen Peter auf den Verband; übernimmt überhaupt keine Verantwortung und lässt andere für sich die Arbeit machen.
Das war(ist) bei QS genauso.
Ein Grund; warum der Bio-Anbau in Deutschland doch rückläufig ist; ist der Grund; dass die Verbände und Zertifizierungsstellen wie solche Geschwüre überall rumwuchern; was zu sagen haben wollen und schlimmer für keinerlei Leistungen abkassieren wollen.
Fragt doch mal die Bio-Kollegen; die wollen alle keine höheren Subventionen ( = Auflagen; Kosten für die "Einhaltung" durch deren Verbände); sondern ehrliche Marktpreise.
Nur daran verdient der Krebs dann nicht...

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

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