° Weizen: Die Preise müssen sehr viel weiter steigen
Die Weizenpreise müssen sehr viel weiter steigen – Sorglosigkeit ist fehl am Platz
(31.10.2003) Weizen ist an den Agrarmärkten von der „grandiosen“ Hausse am Markt für Sojabohnen weit in den Hintergrund des allgemeinen Interesses gedrängt worden. Dies wird wohl nicht mehr lange so bleiben. Bei dem wichtigsten Nahrungsgetreide läuft der Zyklus noch ausreichenden Angebots nämlich sehr viel früher ab als bei Futtergetreide und Ölsaaten. Dafür beginnt er natürlich auch früher, doch bis dahin bleibt noch viel Zeit mit vielen Überraschungen.
Weizen ist knapp. An diese Aussage hat sich „alle Welt“ mit den Jahren bereits gewöhnt, ohne dass auf der Preisseite Gravierendes geschehen ist. Dieser Gewöhnungseffekt macht sorglos, und das ist eine Sinnesverfassung, die erfahrene Händler als sehr gefährlich bezeichnen.
Der Gewöhnungseffekt wird dadurch geschürt, dass in zahlreichen Ausblicken heute bereits eine stark steigende Produktion in der kommenden Saison 2004/05 (Juli/Juni) angekündigt wird. Dabei sind die neuen Winterweizenernten auf der nördlichen Halbkugel eben erst im Boden.
Der Blick auf die statistische Situation in der laufenden Saison 2003/04 eröffnet keine aufregenden neuen Perspektiven. Vielmehr bestätigt er, was bereits seit längerem bekannt ist. Auch dies trägt zur Sorglosigkeit bei.
Nehmen wir den gerade erschienenen Monatsbericht des Internationalen Getreiderats (IGC). Er schätzt die Weltproduktion 2003/04 nach dem Stand vom 29. Oktober auf 556 Millionen Tonnen. Gegenüber September stellt dies keine Abweichung dar. 2002/03 wurden 567 Millionen Tonnen erzeugt. Der Rat hat seine Schätzung des Weltverbrauchs gegenüber September um 2 Millionen Tonnen auf 587 Millionen Tonnen angehoben. 2002/03 wurden noch 600 Millionen Tonnen verbraucht.
Daraus ergibt sich für den IGC, dass der Weltvorrat an Weizen in der laufenden Saison von 163 Millionen Tonnen auf 131 Millionen Tonnen schrumpft.
Wir haben wiederholt unsere Zweifel an der Praxis sowohl des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) als auch des IGC geäußert, die Schätzungen des Weltverbrauchs von Monat zu Monat zu senken. Der Beweis dafür, dass dieses Vorgehen begründet war und ist, steht noch aus. Bis dahin behaupten wir, dass es sich um einen nicht hilfreichen statistischen Kniff handelt, um die Knappheit nicht zu deutlich zutage treten zu lassen. Möglicherweise werden die wahren Verbrauchszahlen erst im Laufe der kommenden Saison in kleinen Dosen nachgeliefert.
Jedenfalls hat der IGC jetzt mit seiner gegenüber September leicht angehobenen Verbrauchsschätzung einen ersten kleinen Schritt getan, um die Verhältnisse auf der Nachfrageseite realistischer darzustellen.
Mit Blick auf 2004/05 ist entscheidend, dass die Produktion, wenn man die neuen Zahlen des IGC zugrunde legt, dann um 31 Millionen Tonnen zunehmen muss, um wenigstens kein neues Defizit entstehen zu lassen. Und das auf der Basis des für 2003/04 vorausgesagten Verbrauchs.
Ein derart starke Zunahme der Erzeugung käme einem Wunder gleich. Um auf der sicheren Seite zu sein, dürfte es sich daher empfehlen, 2004/05 ein weiteres Defizit zu erwarten, das dann die „ultimativen“ Preissteigerungen beschert und die Produktion in der Folge kräftig steigen lässt.
Doch die Weltvorräte dann wieder auf ein als „normal“ anzusehendes Niveau zu bringen, ist nicht die Frage einer einzigen Saison, sondern mehrerer Erntejahre mit überdurchschnittlich hohen Preisen.
(Quelle: Arnd Hildebrandt, Taurosweb)
Weizen ist zZ die wohl schwächste Sorte der Körner. Die Bohnen haussieren, Mais zieht nach und alle Weizensorten zicken irgenwie nach dem UpGap herum. Nachdem auch der höherwerte KCBOT den Kräckerweizen von der CBOT nicht übertrift stellt sich die Frage, warum die Weizenknappheit nicht auf die Preise durchschlägt, zumal der CBOT Weizen auch als Futtermittel benutzt werden kann, wenn schon Mais so knapp ist.
Jetzt kommt da wieder die gegensätzliche Meinung ins Spiel; warum zieht Weizen nicht nach, wo es doch eigentlich sollte. Andererseits ist das Gap nach 7 Tagen immer noch offen.
USDA has confirmed that Chinese officials that are representatives of Sinograin (the entity that manages Chinese grain reserves) are scheduled to meet with USDA officials. This story fuels ideas that China may have an interest in importing US wheat.
Na wer sagts denn, es wird ja doch noch was.
Es wird ja doch noch was:
REFCO: 7:43 * US Export Sales: Commodity Highlights-Nov 6
Weekly export sales very strong across the board
Wheat: Net sales of 946,700 MT improved from the previous week's low level
and were two and three-quarters times the prior 4-week average. Major
increases were reported for unknown destinations (366,700 MT), Nigeria
(134,700 MT), the Philippines (87,100 MT), Japan (74,700 MT), Cuba (50,000
MT), and Romania (32,000 MT--the first activity since the 1993/94 marketing
year). Exports of 515,800 MT were 9 percent below the week earlier and 14
percent under the prior 4-week average. The primary destinations were Nigeria
(79,100 MT), Egypt (65,800 MT), Mexico (60,700 MT), Japan (57,700 MT), Taiwan
(45,800 MT), and Thailand (32,800 MT).
Nachdem in den letzten Tagen an den Plätzen für Wheat in Michigan, Kansas und Chicago versucht wurde die Stops unter dem Boden zu fischen, hat man sich nun vor dem kommenen Erntebericht der USDA oben plaziert.
Das war schon wie im Lehrbuch, am 4. November notierten die Kurse nur kurz ca 10 Minuten unter dem Boden, um sofort reversal zu gehen. In Chicago war es am 5. November noch kürzer. Das war eindeutiges herausdrängen der Longs.
Sollte Herr Hildebrandt mal wieder recht haben und die Preise würden weiter steigen müssen. Es gibt seit einiger Zeit nicht nur Gerüchte, sondern auch Verhandlungen Chinesischer Delegationen in den USA Wheat einzukaufen, wie ich Quellen von REFCO entnehmen kann. Sollten wirklich grössere Exporte anstehen, werden wir Preise jenseits der 4.00 $ Marke sehen.
Mir solls recht sein, aber weiss jemand mehr oder widersprüchliches ?
Gerade eben lese ich dass Argentinien bei seiner Weizenernte fortwährend seine Ertragsprognosen wegen der Trockenheit nach unten revidiert. Ferner sind den Chinesen ihre Weizenläger schneller als gewollt leergelaufen. Deshalb haben sie bereits Exportgeschäfte glattgestellt. Dafür gehen sie hin und kaufen ihre eigene Ware, wenn auch teurer, zurück.
Dagegen verzeichnet Australien eine Superernte. Dort knallen deshalb bereits die Sektkorken, dass man es bis hierhin hört.
Genau! Aber was haben wir schon mit den Südamerikanischen Bohnen gelernt? Der AU $ ist teuer geworden, desshalb das AU Weizen auch, was wiederum den US Wheat verteuern kann und die Rekordernte in AU in den Silos verweilen lässt.
Genauso war es mit den Bohnen vor Kurzem.
Für die noch dabei sind stellt sich die Frage, wohin die Preise noch gehen können? In vielen Researches ist zu lesen, dass falls der erwartete Katalysator China ausbleibt, eine Korrektur zu erwarten ist. Insbesondere vor dem Besuch des Chinesischen Premiers in den USA.
Das würde zum Bild passen, denn nicht nur die verschärfte Versorgungslage, wie in den Artikeln von Herrn Hildebrandt analysiert, sondern auch die Phantasie, dass China als Importeur von US Weizen auftritt haben die Preise so steigen lassen. Wird diese "Phantasie" in Kürze nicht bedient, kann ich mir die Korrektur lebendig vorstellen.
Anbei die letzten Notes von REFCO dazu:
In an exclusive MarketVoice broadcast from Beijing, China at 1:45 AM CST this morning, Rich Feltes reported that he had spent most of his first day in the country Meeting with USDA’s FAS, the American Soybean Association, and the Feedgrain Council. Feltes said that input from officials at all three meetings indicated that ‘something is imminent’ in respect to the Chinese purchase of U.S. wheat in conjunction with the Chinese Premier’s visit to Washington in early December.