Richard Ebert
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° Weizen und Mais: Brisante Versorgungslage kommt zum Vorschein

Bei Mais und Weizen lässt der USDA-Bericht vom Mittwoch die Brisanz der Versorgungslage langsam zum Vorschein kommen – Doch die Zahlen offenbaren noch nicht die ganze Wahrheit

(13.11.2003) Wenn der am 12. November vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) vorgelegte „Erntebericht“ eine Aussage zulässt, dann diese: Die Situation bei Getreide und bei Ölsaaten hat sich nicht entspannt.

Im Gegenteil, es ist durchweg eine Zuspitzung der statistischen Bedingungen zu verzeichnen. Und wenn man bedenkt, was das USDA an bereits Bekanntem und zu Vermutendem noch nicht berücksichtigt hat, ergibt sich ein sehr kritisches Bild.

Die erste Reaktion der Märkte auf solche Ernteberichte muss nicht die letzte sein. Häufig dauert es einige Tage, bis sich die wahre Botschaft solcher Zahlen in den Preisen ausdrückt. Weizen und Mais waren diesmal aber nicht mehr zu halten. An beiden Märkten spitzen sich die Dinge in einem Maße zu, das eine drastische Verteuerung erzwingt.

Betrachten wir zunächst einmal Futtergetreide im allgemeinen und Mais im besonderen. Es sticht ins Auge, dass das ganze Gerede der vergangenen Monate über unerwartet hohe Erträge der Maisernte in den USA für die Beurteilung der Lage am Weltmarkt nicht die geringste Bedeutung hatte.

Dass das USDA die US-Ernte jetzt auf den Rekord von 261,07 Millionen Tonnen schätzt, berührt den Weltmarkt nur insofern, als die Vorräte an diesem wichtigsten Futtergetreide 2003/04 (Oktober/September) nicht noch drastischer fallen. Sie werden nach den Berechnungen des USDA von 100,31 Millionen Tonnen auf 76,45 Millionen Tonnen sinken. Im Oktober war noch ein Rückgang von 99,99 Millionen Tonnen auf 77,16 Millionen Tonnen angekündigt worden.

Die Weltproduktion von Mais wird in der laufenden Saison gegenüber der vergangenen von 602,44 Millionen Tonnen auf 609,79 Millionen Tonnen zunehmen. Der Weltverbrauch steigt aber nach den Erkenntnissen des USDA von 631,89 Millionen Tonnen auf 633,66 Millionen Tonnen. Damit erklären sich das Defizit und der daraus resultierende Rückgang des Weltvorrats.

Aber: Das USDA hat den zu vermutenden Rückgang der neuen argentinischen Ernte wohl noch nicht angemessen berücksichtigt. Vor allem jedoch sind die Zahlen für China gegenüber Oktober unverändert geblieben, wo sich doch seriös zu betrachtende Hinweise darauf mehren, dass die Produktion und die Exporte dort deutlich zurückgehen dürften.

Zu Weizen bleibt festzustellen, dass das USDA die schon fast konkret zu greifenden Einbußen an den Ernten in Australien und Argentinien nicht oder nicht angemessen in seiner Statistik berücksichtigt (siehe Getreide-Artikel vom 12. November 2003, im Archiv).

Dennoch sah sich das Ministerium gezwungen, die Schätzung der Weltproduktion an Weizen für 2003/04 (Juli/Juni) gegenüber Oktober von 549,54 Millionen Tonnen auf 548,25 Millionen Tonnen zurückzunehmen und seine Prognose zum Verbrauch von 584,38 Millionen Tonnen auf 585,66 Millionen Tonnen anzuheben.

Dies alles hat bewirkt, dass das USDA jetzt für die laufende Saison einen Rückgang des Weltbestands an Weizen von 163,72 Millionen Tonnen auf 126,31 Millionen Tonnen ankündigt. Im Oktober hatte es noch eine Abnahme von 165 Millionen Tonnen auf 130,17 Millionen Tonnen erwartet.

Nach Lage der Dinge wird das USDA seine Schätzung der Weltproduktion 2003/04 allein wegen der Einbußen in Australien und in Argentinien mindestens um weitere 3 bis 5 Millionen Tonnen senken müssen.

Fazit: Dieser Bericht des USDA erhärtet unsere seit langem geäußerte Überzeugung, dass bei Mais Sorglosigkeit fehl am Platz ist. Bei Weizen ist die Lage bereits hochbrisant. In beiden Fällen erscheint es nun ausgeschlossen, dass die Ernten 2004/05 hoch genug ausfallen können, um einen auch nur geringfügigen Wiederaufbau der Vorräte zu ermöglichen. Daher müssen sich Verarbeiter und Verbrauch auf eine lange Phase überdurchschnittlich hoher Preise einstellen.

(Quelle: Arnd Hildebrandt, Taurosweb)

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Fisch
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Hallo zusammen,

hat irgend jemand in Erfahrung gebracht, wieso Weizen gestern so unter die Räder kam?

Grüsse
SOLARI

Roland
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Die Hausse wurde getrieben duch die fundamentale Lage und (!) die Phantasie dass China US Wheat kauft.

Als nun die Amis den Textilchinesen den Handelskrieg erklärten hat die Chinesische Delegation, die schon zu Wheat Import Gesprächen in die USA unterwegs waren das Date gecancelt.

So jedenfalls hat es REFCO erklärt.

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