paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Eurex als Barometer für Preistendenzen?

Seit Jahren werden die Tendenzen der Eurex in Fachzeitungen, Betriebsberatungen, Anlageempfehlungen, Handelsempfehlung usw. zitiert und teils auch für kurzfristige Entscheidungen herangezogen.

Dieses Image wird von der Eurex nicht gepflegt.

Beispiel : tägl.Settlementpreis Junischweine.
Seit Tagen steht das Geld/Briefverhältnis bei 1,651 zu 1,740 .
Das macht rechnerisch ein Settlementpreis von 1,696,
tatsächlich wird ständig 1,665 veröffentlicht.
Das sind in der Bewertung mehr als 3 Cent unter rechn. Wert,

Ein Aussenstehender liest in der Tendenz keine Veränderung, er liest einen falschen Wert und er bekommt nicht mit, dass der Schweinemarkt in einer ordentlichen Aufwertstendenz steht.

Hat die Eurex andere Interessen?

Gruß Paul

Geschrieben von paul am
Thaddeus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo Paul,

bei der Berechnung der Settlementpreise wird normalerweise (wenn es
keinen Handel gegeben hat) der Durchschnitt zwischen Geld/Brief genommen.
Allerdings nur dann, wenn der Spread zwischen den beiden Kursen nicht zu breit ist.
Ansonsten wird dieser unverändert gelassen.
Der Effekt, wenn grundsätzlich die Mitte genommen würde, könnte sonst folgender sein:
Bsp. Orderbuch
Geldkurse Briefkurse
1,600
1,700 1,750
1,760
damit Mitte und Settlementpreis 1,725

Wenn am folgenden Tag nun der Geldkurs bei 1,700 rausgenommen wird (Bspw. weil der Auftraggeber in den Urlaub fährt), würde der Settlementpreis folgendermaßen berechnet
Geld 1,600 Brief 1,750 = Mitte/Settlementpreis 1,675.
Und das, ohne daß sich an den eigentlichen Marktverhältnissen was geändert haben müßte.
Das Problem welches sich daraus ergibt ist, daß das Clearinghaus der Börse die Margins auf Basis der täglichen Preisveränderungen der Settlementpreise berechnet. Solche Schwankungen würden also zu höheren Margins führen, da daß Clearinghaus ja nicht weiß, ob die Schwankung rein technisch oder aufgrund einer tatsächlichen Änderung der Marktverhältnisse beruht.

Insofern kann und will hier die Eurex keine Marktprognose abgeben und die Neutralität wahren. Also läßt man die Settlementpreise lieber unverändert, bis die Geld/Briefspanne eindeutig, also eng genung ist, oder eine Order eingestellt wird, die über bzw. unter dem letzten Settlementpreis liegt.
Diesen Vorgehen wird übrigends auch bei anderen Produkten angewandt (z.B. Aktienindexfutures) bei denen die Liquidität nicht so hoch ist.

Gruß
Thaddeus

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Thaddeus [#2]

Das Festlegen der Eurex ist für spätere Monate, auch wg. des geringeren Umsatzes verständlich. Die Frontmonate sollten aber dann doch zumindest die Tendenz erkennen lassen. Höhere Margins gilt für beide Seiten , und wer bis zuletzt seine Position hält muss auch für die Risiken gerade stehen.

Das Beispiel Junipreise zeigt doch dass aktuell keiner unter 1,74 verkaufen will und der Settlementpreis wird künstlich niedrig gehalten, den Regeln entsprechend, aber an aktuellen ,auch aktuellen Börsentendenzen vorbei. Donnerstag steht im LDW.Wochenblatt:" Schweinepreise stark steigend, Börse erwartet Rückgang". Man sollte drüber nachdenken.

Gruß Paul

Thaddeus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo Paul,

da an der Eurex ca. 2000 verschiedene Produkte gehandelt werden, kann die Berechnung der
Settlementpreise nicht für jeden Kontrakt manuell geschehen. D.h. das um verschiedene Formeln
Tools die Preise berechnen. Es muß also Wert eingestellt werden, bei dem der Geld/Brief-Spread
als ausreichend aussagekräftig angenommen werden kann.
Bei welchen würdest Du diesen hier sehen?
Bedenke aber dabei, dass diese Preisbewegung in beide Richtungen wirken kann.

Solange der Eurex keine eindeutigen, mathematisch auslesbaren Informationen zur Verfügung stehen,
wird der Preis lieber unverändert gelassen, da ansonsten eine "persönliche" Meinung bzw.
Wertung einfliessen müßte.

Du hast ja Recht, dass die Margin für Käufer und Verkaufer belastet wird, jedoch je stärker die
Kurse schwanken umso höher wäre die Margin und somit die Kapitalbindung für jeden, der eine Position
hat. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist Liquidität nicht immer unbegrenzt vorhanden und die
Broker bzw. kontoführenden Banken haben entsprechende Limite eingeführt, die die Zahl der
handelbaren Kontrakte für jeden Teilnehmer limitieren.

Gruß
Thaddeus

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ paul [#1]

So Paul, jetzt hast Du deine Steigerung im Frontmonat. Preis ist gestiegen von 166,50 auf 172,00.
Ist doch schon mal eine gute Vorlage für das Wochenende. Hättest Du dich schon früher daran beteiligt wäre der Preis schon früher gestiegen.

Gruß
Lukas

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ paul [#1]

Es scheint mir, als wenn alte Order einfach nicht gelöscht werden, auch nach Ablauf der Frist. Oder es sind uralte Order, von denen der Auftraggeber nichts mehr ahnt; Änderung nötig denke ich.
z.B. steht noch Juni u.a. Juni mit 1,55 gelistet.

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ papuawenzel [#6]

Ist doch völlig egal ob das eine uralte Order ist. Hab ein paar solche drin stehen. Warum sollte ich die rausnehmen?

Gruß
Lukas

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Lukas [#7]

Weil es zu falschen Zahlen/Settlementpreisen führt kapiert?

Thaddeus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo Papuawenzel,

Diese Order führen nicht zu falschen Settlementpreisen, da die Geld/Brief-Spanne so breit ist, dass nicht die Mitte genommen wird, sondern der Settlementpreis unverändert bleibt. D.h. Es ist unerheblich, ob die Order im Buch bleibt oder nicht.

Gruß Thaddeus

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