Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ferkel: Aufzucht lohnt sich für gut aufgestellte Betriebe

Ferkelaufzucht lohnt sich für gut aufgestellte Betriebe - Porcus Sanus diskutiert Zukunft

Neue Osnabrücker Zeitung, Klein Berssen (25.04.11) - Über den „Schweinemarkt 2020“ referierte Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf der Mitgliederversammlung der Ferkelerzeugergemeinschaft Porcus Sanus in Klein Berßen. Ferner gab die Geschäftsführung den Jahres- und Tätigkeitsbericht und den Jahresabschluss bekannt. Neuwahlen zum Vorstand ergänzten die Versammlung.

Geschäftsführer Ansgar Deermann gab einen Rechenschaftsbericht ab. Dabei blickte er auf ein „ereignisreiches Jahr“ zurück, das vom Anbau des Bürogebäudes des Vereins in Herzlake, der Dioxinkrise im Januar und der zum 1. April eingeführten Änderung der Preisnotierung für Ferkel geprägt war. Die Ferkelpreisnotierungen waren derart wechselhaft, sodass „langfristige Planungen unmöglich sind“, erklärte der Geschäftsführer. Im Durchschnitt habe der Preis für den Verkauf in der Ferkelerzeugergemeinschaft Porcus Sanus 58,64 Euro betragen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010 wurden von den 83 bei Porcus Sanus organisierten Betrieben 294000 Ferkel abgeliefert. Dies stelle einen „leichten Anstieg“ zum Vorjahr dar. Im Durchschnitt halten die Sauenhalter 185 Sauen. Der Trend zu mehr Tieren in weniger Betrieben setze sich weiter fort, erklärte Deermann.

Als Ziele des Vereins gab Deermann eine Erhöhung der Lieferpartien für Ferkel von mehr als 300 Stück je Lieferung, einheitliche Gewichte der Tiere, gesunde Ferkel und die Aufnahme zukunftsträchtiger Betriebe in den Verein aus. Ferner solle die Beratungsintensität für die Betriebe weiter erhöht werden.

Herausforderungen

Über die Herausforderungen für Ferkelerzeuger und Schweinemäster im Hinblick auf den Schweinemarkt 2020 referierte Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Bundesrepublik Deutschland hat im Bereich der Schweinefleischproduktion eine „Erfolgsgeschichte geschrieben“, erklärte der Referent. Europaweit seien die deutschen Schweineproduzenten klar führend. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 58,3 Millionen Schweine geschlachtet. Dies war gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 3,5 Prozent. In diesem Jahr zeigten die jetzigen Zahlen kumuliert bereits einen Anstieg von etwa vier Prozent. „Wenn in der Schweinemast kein Geld verdient worden wäre, wäre diese Entwicklung so nicht da“, unterstrich Dr. Hortmann-Scholten.

Wachstumsstark

Der Selbstversorgungsgrad in der Bundesrepublik liege bei 110 Prozent. 15 Prozent der Schweinefleischprodukte werden in mehr als 100 Länder exportiert. Besonders die Märkte in Japan, Russland, Südkorea, Hongkong und China sind wachstumsstark.

Der Fachmann machte den anwesenden Landwirten Mut, die Entwicklung auf dem Schweinemarkt „nicht pessimistisch“ zu sehen. Allerdings forderte er einen höheren Preis für Schweine ein. Der Preis je Kilogramm müsse auf 1,80 Euro steigen, damit gewinnbringend erzeugt werden könne. Ferner müsse auch die Schlachtgewichtsgrenze auf 93 bis 94 Kilogramm je Schwein gesenkt werden. Bei den ab dem1. Oktober dieses Jahres neu eingeführten Klassifizierungsregeln werde ein größeres Augenmerk auf die Bestandteile Schinken, Lachs (Kotelettstrang), Schulter und Bauch der Schlachttiere gelegt.

Vor den neuen EU Haltungsvorgaben brauchten sich die Landwirte in Deutschland nicht zu fürchten, meinte Dr. Hortmann-Scholten. Bereits jetzt seien 70 Prozent der Betriebe in Niedersachsen fit für die EU-Haltungsvorgaben. In vielen anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel in Polen und Spanien sei dies nicht der Fall. Mit Blick auf das Jahr 2020 bekräftigte der Referent, dass Deutschland der größte Schweineverbrauchermarkt innerhalb der EU sei und bleibe. „Die Betriebe haben mit optimaler Leistung nach wie vor gute Chancen, mit Schweinen Geld zu verdienen“, meinte der Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Bei der turnusgemäß anstehenden Vorstandswahl kandidierte der bisherige stellvertretende Vorsitzender Paul Gerdes nicht wieder. Gerdes gehörte seit 1998 dem Vorstand an. Zu seinem Nachfolger wurde Ludger Meer gewählt.

Vermarktung

Im Juni 1995 hatten sich mehrere Landwirte zur Ferkelerzeugergemeinschaft Porcus Sanus w. V. zusammengeschlossen. Ziel ist die gemeinsame Vermarktung von Ferkeln nach einheitlichen Qualitätsstandards. Nur so sei eine Ablieferung in großen Partien an die Schweinemäster zu gewährleisten.

(Quelle: http://www.noz.de/archiv/vermischtes/artikel/79409/ferkelaufzucht-lohnt-sich-fur-gut-aufgestellte-betriebe )

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Register now

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich
Hilfe?

Sie haben Fragen zu ZMP Live? Unser Team steht gerne hilfsbereit zu Ihrer Verfügung. Senden Sie uns gerne eine Nachricht:

Es gilt unsere Datenschutzerklärung