Ferkel Cockpit, 30.09.2014 - Diskussion
ZMP-Meinung:
Aktuell fallende Schweinepreise und geschobene Schlachtpartien sowie die Erwartung jetzt aufgestallte Ferkel zu niedrigen Jan-15-Preisen Schlachtschweinepreisen verkaufen zu müssen, halten Mäster zurück, mit der sonst üblichen Zügigkeit die Ställe wieder zu belegen. Die Ferkelpreise fallen auf ein seit Jahren nicht mehr gekanntes Herbstpreistief über das übliche saisonale Niveau hinaus. Eine realistische Änderung kann nur ein Wiederansteigen der Schweinpreise bewirken. Das geht jedoch nicht von heute auf morgen.
Zum Beitrag (Premium):
http://www.zmp.de/cockpit/ferkel-cockpit-30092014/71573
Was meinen Sie?
Ferkelschlachtungen:
Hallo ZMP,
könntet ihr mal Zahlen zu den Ferkelschlachttungen veröffentlichen.....
Wieviele Ferkelschlachter gibt es eigentlich noch im In und Ausland....
Danke
Hallo ZMP, warum werde ich ignoriert?....
Gruß
@ Unique09
Manchmal dauern Recherchen "unendlich" lange und häufig kommt in solchen Fällen wenig Zufriedenstellendes heraus. Die bisherigen Ergebnisse lauten:
1. Eine Statistik über Ferkelschlachtungen existiert offenbar nicht, weder hinischlich der Zahlen von Schlachtbetrieben noch der Ferkelzahlen selbst. Die Erklärung besteht darin, das nach dem Vieh- und Fleischgesetz Schlachtbetriebe erst ab einer Größenordnung von 200 wöchentlichen Schlachtungen meldepflichtig sind. Veröffentlicht werden die Schlachtzahlen im Zusammenhang mit der Handelsklasseneinstufung nach dem SEUROP-System. Ferkel passen da nicht hinein.
2. Schlachtbänder - eigens auf Ferkel ausgerichtet,- gibt es nach verschiedene Auskünften von Herstellern nicht. Die Schlachtzahlen seien viel zu gering.
3. Mitteilungen der Metzger-Innungen besagen, dass Ladenmetzger - soweit sie noch einen Schlachtbetrieb selber betreiben - auf Einzelanfragen Ferkelschlachtungen vornehmen und im Regelfall auch die nachfolgende Aufbereitung organisieren.
4. Die Reaktionen aus den Internet laufen darauf hinaus, das der Begriff "Spanferkelschlachtungen" ein weites Feld abdeckt . Die Gewichte beginnen mit 15 kg und reichen bis zum 70/80 kg -Schwein je nach Teilnehmergröße und Geschmackskennern.
5. Auf dem Land und in Umfeld von Städten mit Landumkreis werden häufiger Spanferkelessen veranstaltet. Ein Schwerpunkt ist dabei der süddeutschen Raum besonders in Baden-Württemberg , während im nördlichen Raum trotz großer Schweinezahlen die Häufigkeit geringer ausfällt.
Soweit das Ergebnis der bisherigen Recherchen. Wir bleiben aufmerksam
MfG ZMP-Redaktion
Die Nachfrage nach Ferkeln belebt sich. Auch am Schlachtschweinemarkt ist der Druck weg. Zumindest im Moment.
MfG
Antwort auf @ Unique09 von ZMP-Redaktion
Moin ZMP,
Danke!
Aber ehrlich .......eure Antwort ist schön ausführlich und doch ohne Wert!
Hier mal ein Link http://spanferkel-beck.de/ zu eurer Information.
Es gibt in Deutschland mehr als einen Ferkelschlachter.....
In den letzen Wochen wurde von einigen Ferkelerzeugern zügeweise Spanferkel zum Schlachthof gefahren....hörte ich bei den Viehspeditionen,...
Natürlich wird dieser Markt gern verheimlicht...... da hier abgrundtiefe Preise für Ferkel gezahlt werden,
Vielleicht könntet ihr wenigstens mal die Meldezahlen veröffentlichen.....z.b. Beck schlachtet sicherlich mehr als die von Euch angeführten 200 Ferkel.....
Danke
Ja als größter Ferkelschlachter der Welt bestimmt...
Ich denke bestimmt 1500 bis 2000 pro Tag!!!
@ Unique
Zitat: Aber ehrlich .......eure Antwort ist schön ausführlich und doch ohne Wert!
Auch ganz ehrlich: Ihre Informationen sind für uns von hohem Wert, weil sie unbekannte Perspektiven eröffnet und motiviert, die Recherchen zu intensivieren.
Wir sind dran geblieben.
Weitere Ergebnisse:
(1) Spanferkelbetrieb BecK in Hohenlohe (BW)
Auf der Spanferkel.beck-Site wird von einer Kapazität von täglichen 4.000 Ferkelschlachtungen und 2.500 t Lagerkapazität berichtet. Im Jahr 2013 sollen 800.000 Schlachtungen zusammen gekommen sein. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über mehrere EU-Mitgliedstaaten. Nach eigener Aussage handelt es sich um den weltgrößten Spanferkelschlachtbetrieb mit Lieferungen bis nach China. Das Schlachtband der Fa wurden in weitgehender Eigenkonstruktion zusammengestellt.
(2) Spanferkel-Betrieb Speck in Möllin Gadebusch Lützow (BB)
Auf der Internet-Site wird von 20.000 Ferkelschlachtungen je Jahr gesprochen. Auch hier wird mit individuellen Konstruktionen gearbeitet.
(3) Eine Vielzahl von Metzgereien mit Spanferkelangeboten ohne konkrete Angaben über den Umfang sind im Internet verfügbar. Alles auf handwerklicherm Niveau.
(4 ) Die Schlachtstatistik sowohl auf Bundes- wie Länderebene weist nur Schlachtzahlen nach dem Vieh- u. Fleischgesetz aus. Dabei werden die nach der Handelsklasseneinstufung und Schlachtgewichtsklassen differenzierten Schlachtungen ausgewiesen, Für Spanferkel gibt es keine Handelsklassen. Unklar bleibt auch, wie eine Zurodnung der Abrechnungen auf Schlacht- oder Lebendgewichtbasis erfolgen soll. Das gilt auch für Pauschalabrechnungen. Selbst eine Plausibilitätsrechnung nach dem Ausschlusssverfahren liefert keine hinreichend zuverlässigen Zahlen.
(5) Zur Orientierung: in Deutschland werden rd. 58 bis 60 Mio Schweineschlachtungen nach dem VuFlG registriert. Es gibt in Deutschland 5.178 zugelassene Schlachtbetriebe, davon in Bayern 1.754 und in BW 889 und in Hessen 554 Betriebe, während in den Hochburgen der Schweinehaltung Ns 365 und in NRW 489 Betriebe registriert sind.
(6) Auf eine Anfrage beim Statistikamt eines Bundeslandes nach einer denkbaren Sonderauswertung kam die Antwort eines zu geringen öffentlichen Interesses. Für Privatinteressen seien keine Kapazitäten verfügbar.
Soweit der aktuelle Zwischenstand. Wir geben uns Mühe, auch wenn's unbefriedigend bleibt.
MfG ZMP-Redaktion