Richard Ebert
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12 Jahre 10 Monate

Ferkel: Hoffnung auf stabile Preise

lwk-niedersachsen.de (27.07.12) - Der Ferkelmarkt in Deutschland war in den letzten Wochen verstärkt unter Druck geraten. Die im Verhältnis zu den anfallenden Kosten viel zu niedrigen Schlachtschweinepreise veranlassen die Mäster, nur verhalten einzustallen. Die unbefriedigende Erwartungshaltung für die neuen Mastdurchgänge bremste bislang spürbar die Ferkelnachfrage. Das gleichzeitig große und über den bestehenden Bedarf hinausgehende Ferkelangebot löste entsprechenden Preisdruck aus. Deutlich sinkende Ferkelpreise waren in den letzten Wochen die Folge.

Aktuell wird auf wieder einsetzende Käufe der Mäster und damit auf eine Stabilisierung der Markt- und Preislage gehofft, da sich auch die Lage am Schlachtschweinemarkt wieder freundlicher entwickelt. Somit bestehen Chancen auf zumindest stabile Ferkelpreise.

(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/206/article/7177.html )

Bild entfernt.

Erwartete Ferkelpreise in den kommenden 12 Monaten: Saisonale Tendenz (rote Linie), Erwartung Terminmarkt (blaue Pfeile), Differenz Terminmarkt über Saisonaler Tendenz (blaue Linie ganz oben). Die schwarze Linie links zeigt den wöchentlichen Eurex Ferkel Index.

Geschrieben von Richard Ebert am
breader
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12 Jahre 10 Monate

Die nächste Preiserhöhung beim Mischfutter steht unmittelbar vor der Tür. Für jeden € mehr beim Futter erhöhen sich die Produktionskosten beim Ferkel um ca. 90 Cent. Somit werden die Produktionskosten beim Ferkel bei einer Preissteigerung von 4,-€/dt um ca. 3,50 € über dem Wert der ersten Jahreshälfte liegen. Rechnet man den Preisverfall in der Notierung mit ein, hat der Sauenhalter fast 20,- € weniger am Ferkel als noch zu Jahresbeginn. Eine Frage: Warum soll man sich das noch länger antun?

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ breader [#2]

Warum soll man sich das noch länger antun?

Das wurde im Forum schon diskutiert: Aus landwirtschaftlicher Verbundenheit und Tradition.

Die Preiserwartung, siehe Grafik in Beitrag [#1] liegt am Ferkelmarkt ab Oktober dieses Jahres unterhalb des aktuellen Jahres, zu erkennen an der grünen Linie, für Januar bis Juni um 10 bis 20 % unter Vorjahr.

Glaubt irgend jemand, dass die Futter- und sonstigen Kosten für Ferkel auch um 10 bis 20 Prozent fallen ?

Seit Jahren wird von der Verknappung der Ferkel gesprochen - aber es werden immer mehr. Was ist das für eine Branche ? Wir hier die kollektive finanzielle Selbstvernichtung begangen ?

Entschuldigung für meine Worte, die sollen niemand beleidigen, aber ich verstehe einfach nicht was hier passiert. Ich verstehe es wirklich immer weniger.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Bild entfernt.

September Ferkel werden knapp über dem Jahrestief notiert.

breader
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12 Jahre 10 Monate

@ Richard Ebert [#3]

Ob es immer mehr Ferkel werden weiß ich nicht, aber der Strukturwandel wird hier jedenfalls nochmals extrem beschleunigt.

Ihre Wortwahl ist in keinster Weise beleidigend. Ist auch kaum zu verstehen.

BIGPIG
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Richard Ebert [#3]

nicht nur Sie verstehen die Welt nicht mehr: Immer mehr wird produziert. Ställe werden auf Teufel komm raus gebaut - Aber warum?

Die Rohstoffpreise werden noch weiter steigen, da der Weltbedarf immer mehr zunimmt und die Erzeugung bei weitem nicht hinterkommt. Futterflächen sind, im Gegensatz zu der Anzahl der Ferkel oder Mastschweine, nicht unbegrenzt vermehrbar!. Wettereinflüsse wie Trockenheit, Hitze, Überschwemmungen usw. werden zunehmen. Der Klimawechsel lässt grüssen.

Auf der anderen Seite gibt es Ferkelerzeuger und Mäster, die immer noch an die gute Zeiten in der Schweineproduktion glauben. "Wir müssen in schlechten Zeiten investieren um in den guten dabei zu sein". Aber die guten Zeiten sind vorbei. Sie kommen erst dann zurück, wenn mindestens 20 % der Produktion wegfallen!!!.

Dazu kommen die wegbrechenden Exporte für Fleisch und Lebendvieh in Richtung Östliche EU. Diese Länder stocken z. Zt. ihren Viehbestand erheblich auf. Gelder aus der EU, gut gefüllte Kornkammern-, organisierte Firmen und Farmer aus dem Westen arbeiten daran. Ein Teil der Ferkel wird z. Zt. aus Dänemark importiert. Das bewirkt zweierlei: Die Getreideexporte werden geringer und der Import der Rohware Fleisch auch. Diese Länder werden uns und unser Fleisch eines Tages nicht mehr benötigen.

mfg

Bigpig

fritz44
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ BIGPIG [#5]

Die guten Zeiten sind vorbei.Da hasst recht.
Sie kommen zurück wenn 20% der Produktion wegfallen,das ist der große Irrtum .
Ihr seit euch der Dimension der Kosten die auf uns zukommen nicht bewusst.Futterkosten und Ferkelkosten zusammen ist ein Schweinepreis
nicht unter 2,00€ nötig um die Kosten zu decken .
Was glaubt ihr wohl was der Verbraucher für Fleisch dann bezahlen muss.Der Verbraucher wird weniger kaufen.Am Anfang dieser Entwicklung stehen wir doch jetzt schon.Trotz geringerer Schlachtzahlen kommt der Schweinepreis nicht hoch.Der Verbraucher muss jetzt schon
für Fleisch mehr bezahlen,reagiert mit weniger Nachfrage ,die wird an den Mäster weiter gegeben.
Steigt der Schweinepreis über 1,80€ bricht der Export weg ,dann gibt es wieder Hauspreis.
Selbst wenn wir die 2,00€ bis zur nächsten Ernte erreichen ,was ich für unmöglich halte,werden wir 3gute Jahre mit 2,30€ brauchen
um den Verlust den wir jetzt erleiden wieder gut zu machen.
Mich würde nicht wundern wenn wir die Produktion 50% reduzieren müssen, um bessere Zeiten zu erleben.

Gruß Fritz

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ BIGPIG [#5]

...Gute Preise wenn 20% der Produktion wegfallen....
Mit einigen Aussagen liegt Du sicher richtig. Aber Du scheinst auch nicht gewillt, aus der Produktion auszusteigen lese ich daraus. Bist Du noch leidensfähig und das Konto gefüllt ? Bei mir und bei vielen anderen schwinden die Euros, könnte dann deine Chance sein.

agrarsolar
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@Richard Ebert #3

...Was ist das für eine Branche ?...

Die Frage stellt sich mir auch schon lange. Für mich als gelernter Kaufmann und Landwirt ist so manches handeln einiger LW nich nachvollziehbar.

Aber anscheinend machen alle weiter bis nichts mehr geht ?

Leben mit der Hoffnung auf "bessere Preise" !

Stimme dem Szenario von fritz44 im letzten Abssatz unter # 6 da voll zu !

Viele Grüße
und vielen Dank an alle Beteiligten für dieses tolle Forum !

D
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Wichtig wäre vor allem, daß auch die Banken zu der Erkenntnis kommen ,daß nicht alles, was sicherheitstechnisch finanzierbar erscheint, auch tatsächlich aus Erträgen zurückgezahlt werden kann.

Diese Erkenntnis würde aber auch zur Folge haben, daß maches Kreditgeschäft leider nicht zustande kommt.

BIGPIG
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Futtermeister [#9]

das ist wäre ein guter Ansatz um den ökonomischen Suizid der Schweinemast zu verhindern.

Die Banken und Berater der Landwirtschaftskammer sollten sich mehr über die aktuellen und zukünftigen Chancen in der Schweinemast informieren. Somit würden eine Stallneubauten in der Schublade verschwinden.

Ich hatte gestern ein interessantes Gespräch mit einem Kollegen. Dieser beschreibt die Antragsflut für Stallneubauten als Torschlusspanik, ausgelöst durch die Aussagen und das Handeln der Politik. Die Bauern haben Angst, dass sie irgendwann nichts mehr bewegen können.

mfg

Bigpig

paul
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ BIGPIG [#10]

"Lemminge" bereit zum Untergang.

Und alle wollen dabei sein.

Gruß Paul

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ BIGPIG [#10]

Ich hatte gestern ein interessantes Gespräch mit einem Kollegen. Dieser beschreibt die Antragsflut für Stallneubauten als Torschlusspanik, ausgelöst durch die Aussagen und das Handeln der Politik. Die Bauern haben Angst, dass sie irgendwann nichts mehr bewegen können.

Diese Torschlusspanik gibt es doch schon mindestens 10 Jahre. Da wird gebaut, weil es jetzt noch geht und weil es vielleicht der letzte Stall sein wird, wird dieser eben doppelt so groß wie vielleicht ursprünglich angedacht. Irgendwie eine selbsterfüllende Prophezeiung....

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Spekulatius_Maximus [#12]

Die Torschlusspanik hat sich im Emsland doch bewahrheitet. Es geht doch jetzt alles sehr schwer. Daher war es für viele richtig auf Teufel komm raus zu investieren. Der Wert der Anlagen steigt doch mit jeder Verhinderung eines Neubaus. Irgendwie alles richtig gemacht.

Heute kann ein Junior eines Landwirts doch fast nur Aussteigen aus der LW weil es für ihn keinen neuen eigenen Arbeitsplatz mehr gibt.

Gruß
Lukas

paul
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Lukas [#13]

mein Beitrag unter #11 galt genau denen, die es wie du noch nicht verstanden haben. In einem hast du Recht: Wer bereits ein Millionengrab hat braucht es nicht mehr bauen.

Gruß Paul

fritz44
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Lukas [#13]

Einen Stall bauen als Geldanlage mag durchaus richtig sein, ihn aber betreiben kann derzeit aber richtig teuer werden.

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